Beiträge von plattyplus

    In den sozialistischen Ländern vor 1990 hat ein Lehrer oft auch nicht mehr verdient, als ein Arbeiter und trotzdem gab es Lehrer.


    Ich weiß noch, als wir um die 2000 Jahre sehr fähige rumänische Gastprofessoren bei uns an der Uni hatten, die umgerechnet 300€ in ihrer Heimat verdient hatten und auf Nebenjobs angewiesen waren.

    Ich denke mal, daß da bei uns neben dem Gehalt noch einige andere Dinge mit hinein spielen, z.B. das Ansehen unseres Berufs in der Gesellschaft. Ich erwische mich schon manchmal dabei, daß ich ein höheres Einkommen doch irgendwo auch als Schmerzensgeld sehe. :rotwerd:

    Empirisch gesehen liegen Grundschullehrer mit ihren Einschätzungen offenbar derart oft daneben (- in Hamburg z.B. hatten 40% aller abgestuften Kinder eine Gymnasialempfehlung), dass man fast ebenso so gut auch würfeln könnte!

    Oder es spielen politische Dinge mit hinein. Bei uns im Ort hieß es z.B. damals: "Dir Hauptschule darf nicht sterben." Entsprechend haben vor 30 Jahren viele Kinder eine Hauptschulempfehlung bekommen und haben sich dann später nach oben durch das System gekämpft.

    Häh? Unsere Jugendlichen leisten nicht "vermindert".

    Dein Beitrag hörte sich so an, dass im Deutschunterricht vor 20 Jahren Goethes Faust die Standardlektüre war, aber es heute nicht mehr geht. Somit ist das Leistungsniveau in den letzten 20 Jahren gesunken ober vermindert worden.

    Was genau machen die Gewerkschaften, um es unmöglich zu machen, qualifiziertes Personal für die höheren Entgeltgruppen zu finden?

    Die Gewerkschaften fordern bei ihren Verhandlungen immer Sockelbeträge ein, so dass die unteren Gehaltsgruppen überproportional profitieren. Im Ergebnis stauchen sie damit über Jahrzehnte das Tarifgefüge immer weiter zusammen. Da muss man sich als Abiturient dann schon fragen, ob es im Hinblick aufs Lebenseinkommen überhaupt Sinn macht zu studieren und über zieg Jahre auf ein Gehalt zu verzichten. Jemand, der nach Klasse 10 eine Lehre macht, startet mit 19 Jahren in den Job. Jemand, der studiert, kommt bei uns frühestens mit 27 an. Er verzichtet also über 8 Jahre auf ein jährliches Bruttoeinkommen von 30.000€ bzw. 20.000€ netto. Diese 240.000€ Brutto bzw. 160.000€ netto muss der studierte Arbeitnehmer in den verbleibenden Jahren bis zur Rente erst einmal wieder reinbekommen. Bei einem Gehaltsunterschied von nur noch 100€ monatlich wird das nichts und ein Studium wird somit finanziell sinnlos.

    Hat bei euch schon mal ein Kind einem anderen in die Backe gebissen, also so richtig, dass man das Gebiss sieht? (heute bei uns in einer 1.Kl. so geschehen, obwohl hier die meisten echt das sind, was man gute Mittelschicht nennt)

    Sowas gab es früher aber auch schon. Ich selber wurde in der 3. Klasse der Grundschule dermaßen vermöbelt, dass ich mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus kam. Mein Onkel hat sich damals im Jahre 1948 als Erstklässler gegen einen Viertklässler gewehrt, indem er seinen Lederranzen um sich geschleudert hat. Der Viertklässler hatte damals am Ende einen gebrochenen Kiefer.

    Ich habe so 1 - 2 Kollegen im Deutsch, die sich irgendein Niveau-Zeug einbilden und rumjammern, dass Goethes Faust leider nicht geht mit 3 Albanern, 5 Italienern, 2 Türken, 4 Portugiesen und 3 Tamilen in der Klasse (die Zahlen sind jetzt völlig random, es interessiert mich wirklich schon lange nicht mehr, wo die alle herkommen). Der Rest jammert nicht rum sondern liest irgendwas anderes, was halt geht. Vielleicht müsste man sich insgesamt mehr den Gegebenheiten anpassen und weniger jammern. Ich nehme, was kommt und bisher ist noch immer was draus geworden.

    Das verstehe ich nicht. Einerseits bestätigst Du, dass man bei einem mehrgliedrigen Schulsystem nach Leistung selektieren muss und dann forderst Du, dass sich die KuK eben dem verminderten Leistungsniveau anpassen sollen. Das passt doch nicht.

    Da müßte eigentlich doch der Faust gelesen werden, weil er vor 20 Jahren auch schon gelesen wurde. Wenn dann 80% der Schüler in der Klasse nicht mitkommen und die Note 5 oder 6 kassieren, dann ist das eben so.

    Ich bin jedenfalls heilfroh, dass wir bei den Azubis gewisse Mindeststandards haben. Die Einstellung der KuK dazu ist auch: „Wir haben die Gesellschaft vor unfähigen Handwerksgesellen zu schützen, denn wenn sie bei uns bestehen, dann dürfen sie beim Kunden am Auto an Bremse und Lenkung schrauben, dann dürfen sie Strom- und Gasleitungen verlegen. Wir, viele KuK sind auch IHK- und Handwerkskammer-Prüfer, sind da der Gatekeeper!“

    Und wenn man dann die komplette Klasse mit der Note 6 durchfallen lassen muss, dann ist das eben so.

    Der Grund: Bereits im 1. Quartal 2023 hat der Nominallohnindex um 5,6 Prozent zugelegt. Die üppigen Lohnabschlüsse für den öffentlichen Dienst sind hier noch gar nicht eingepreist, weshalb der Index am Jahresende sehr wahrscheinlich einen Rekordzuwachs erreichen wird.

    Die Abgeordneten bekommen 5,6% pro Jahr, bei uns gibt es 5,5% in über 2 Jahren, also nicht einmal die Hälfte. :daumenrunter:

    Es gibt immer mal wieder Leasing-Deals, die sind wahrscheinlich rentabler als Kaufen/Verkaufen im gleichen Zeitraum.

    Meine Philosophie ist da immer: Neu kaufen, weil bei den meisten Gebrauchtwagen eh manipuliert wurde, und dann fahren bis es wirklich nicht mehr geht. Hab noch kein Auto mit weniger als 500.000km auf der Uhr wieder abgegeben. Da frage ich vorher in der freien Werkstatt: „Was könnt ihr reparieren und was taugt etwas für diese Laufleistung?“ und das wird dann gekauft.

    Weil "angemessener Rahmen" nicht gleich "12% Inflation also 12 % mehr" sein muss?

    Also fassen wir mal zusammen: Bürgergeldempfänger haben in 2 Jahren 25% mehr bekommen. Es gibt das gerichtlich festgelegte Abstandsgebot, daß der kleinste Beamte 15% mehr haben muß als ein Bürgergeldempfänger. Wenn der kleinste Beamte also vorher schon nur 15% mehr bekommen hat als ein Bürgergeldempfänger, dann muß auch seine Besoldung um 25% steigen, um den Abstand weiter einzuhalten.

    Ich finde jetzt auf die Schnelle leider die Tabelle nicht, wie viel Abstand die Besoldungsgruppen untereinander haben müssen. Aber auch gilt dann, daß jeder Beamte 25% mehr bekommen muß, wenn das Bürgergeld um 25% ansteigt. DAS wäre angemessen.

    Es kommt zum Bürgergeld ja noch mehr dazu als Miete und co: kostenlose Nachhilfe, Zuschüsse zu Klassenfahrten, Berechtigung zur Tafel zu gehen usw. Und man spart auch jede Menge Geld, wenn man nicht vernünftig angezogen zur Arbeit kommen muss.

    Als ich meine Frau kennengelernt habe, habe ich das mal gleich erlebt. Sie war „damals“ 35€ über der Grundsicherung, also arm trotz Arbeit. Mein Stiefsohn mußte die Schule wechseln und in der neuen IGS hieß es gleich: „Das Kind wird nur aufgenommen, wenn sie sich bereit erklären ein iPad (ganz spezielles Modell, ca. 700€) zu kaufen.“

    Ich habe dann das iPad bezahlt, hätte es aber am liebsten darauf angelegt, also auf die Schulpflicht verwiesen: „Ihr müßt ihn beschulen, dann muß das Gerät auch von der Schule gestellt werden! Wir kaufen es jedenfalls nicht.“

    Ich hätte zu gern Mäuschen gespielt und abgewartet was passiert. Zumal alle Bürgergeldempfänger die Geräte gleich von der Schule (finanziert durchs Sozialamt) in die Hand gedrückt bekommen haben.

    Gleiches gilt für die Spinte in der Schule. Die normalen Schüler müssen sich verpflichten die zu mieten (50€/Jahr), sonst werden sie gar nicht aufgenommen, die Bürgergeldempfänger bekommen die kostenlos.

    Soll ich mit den Busfahrkarten und den Büchern weitermachen? Ihr ahnt sicher worauf es hinausläuft.

    Noch ein Nachtrag: natürlich geht die finanzielle Schere weiter auseinander, wenn der eine 25 % von 1000 € dazu bekommt (=> 1250 €) und der andere 25% von 2000 € (=> 2500 €).

    FALSCH!!!

    Die Schere bleibt gleich weit offen, weil der mit vormals 2.000€ Einkommen weiterhin die doppelte Kaufkraft hat von dem mit vormals 1.000€ Einkommen.

    Wie viele Gummibärchen muss Fritz mehr bekommen, damit das Abstandsgebot eingehalten wird und er weiterhin 3 Gummibärchen mehr bekommt als Hans.

    Die Frage ist falsch. Richtig wäre:

    „Hans bekommt jeden Tag 3 Gummibärchen.

    Fritz bekommt jeden Tag 6 Gummibärchen.

    Fritz bekommt also jeden Tag doppelt so viele Gummibärchen wie Hans.

    Ab der kommenden Woche bekommt Hans jeden Tag ein Gummibärchen mehr. Also 4 Gummibärchen.

    Wie viele Gummibärchen muss Fritz mehr bekommen, damit das Abstandsgebot eingehalten wird und er weiterhin doppelt so viele Gummibärchen bekommt wie Hans.“

    Die Bürgergeld-Empfänger bekommen 100 € mehr

    Wir bekommen 100 € mehr.

    Wo werden dann die Abstände geringer?

    Prozentual werden die Abstände geringer. Absolut bleiben sie gleich.

    Wie gesagt: Spiel das Spiel mal ein paar Jahrzehnte weiter. Am Ende hat der Bürgergeldempfänger 100.000€ monatlich und der Lehrer 101.000€. Allerdings haben dann auch 100.000€ die gleiche Kaufkraft wie heute 1.000€, es ist ja alles teurer geworden. Für den Bürgergeldempfänger hat sich also nichts verändert, wohingegen der Lehrer im Vergleich zu früher komplett verarmt ist.

    Die Erhöhung, die bei uns ansteht, ist in der Summe IMHO absolut vergleichbar mit dem, was beim Bürgergeld (im Vergleich zum Hartz4) ansteht.

    Ja wie? Wir bekommen auch 25% mehr? :staun:

    Die Summe in Euro interessiert mich weniger, weil bei gleichen Summen die Abstände ja immer geringer werden. Wenn es heute 1.000€ Unterschied netto sind, dann sind das vielleicht 30% Unterschied. Bleiben wir bei diesen 1.000€ Unterschied und der Bürgergeldempfänger hat nach Jahrzehnten starker Inflation 100.000€ monatlich netto und der Lehrer 101.000€, dann sind das immer noch 1.000€ Unterschied, aber IMHO lohnt es sich dann für den Lehrer nicht mehr auch nur das Abitur zu machen geschweige denn zu studieren, weil das Einkommen praktisch identisch ist und ein halbes Jahr mehr Bürgergeldbezug aufs Lebenseinkommen betrachtet mehr bringt als das Lehramt.

    Entsprechend ist mir auch schleierhaft warum es immer wieder heißt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Würden alle 25% mehr bekommen, eben weil das Bürgergeld um 25% angestiegen ist, würde das die Schere nur in der gleichen Stellung halten. Bedingt durch die Sockelbeträge und die entsprechend sehr viel größeren prozentualen Gehaltszuwächse in den unseren Lohngruppen geht die Schere doch immer weiter zusammen. Für den abhängig beschäftigten Arbeitnehmer ist dies zumindest so.

    Die Schere würde erst auseinder gehen, wenn die Arbeitgeber z.B. sagen würden: „Bei Besoldungsgruppe A5 haben wir so viele Bewerber, dass wir immer jemanden finden. Da lassen wir die Besoldung so wie sie ist. Bei A13 hingegen können wir mit der Wirtschaft nicht mehr mithalten und bekommen keine Leute mehr, da packen wir 20% drauf.“

    Alles Andere ist keine sich öffnende Schere.

    Da würde ich empfehlen, auch die Vorteile mit einzurechnen, die der Lehrerberuf bringt (Beihilfe, Höhe der Pension etc).

    Höhe der Pension ist ein Punkt. :top:

    Die Beihilfe ist aber eher ein Negativpunkt, zumindest für mich, der ich als Beamter in der GKV bin. Solange es keine pauschale Beihilfe gibt, so daß der Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil übernimmt, ist das nur noch zum … :daumenrunter:

    Wie wäre es mal über so ein paar andere Punkte zu reden, z.B. der Möglichkeit den Urlaub dann zu nehmen wenn man selber es will und nicht dann, wenn es einem das Schulministerium vorschreibt?

    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Wobei man nicht vergessen darf, dass inzw. ein VW Golf TDI auch locker 40k€ kostet und ein ID.3 auch schnell mal 60k€.

    Vielleicht sollte man allen hier, die laufend schreien: „Das Gehalt reicht doch“, einfach ihr Berufseinstiegsgehalt von vor x Jahren einfach das ganze Leben lang zahlen und als Pensionär dann 70% davon. Dann darf sich aber auch niemand beschweren, wenn er dann in die Grundsicherung fällt.

    Ich denke bei den aktuellen Inflationsraten immer nur an meinen Papa, er war TVöD. Als da in den 1970ern ähnliche Inflationsraten gab, hat die Gewerkschaft mitunter 12% Lohnsteigerung bei einer Laufzeit von einem Jahr rausgeholt.

    Der erste Golf GTI, was heute ungefähr einem VW Polo entspricht, kostete damals aber auch 7.400 DM, also 3.800€ Listenpreis neu. Hätte sich dein Gehalt nie erhöht, er wäre heute mit E13 in der Grundsicherung!

    Mir wäre da noch lieber gewesen, für meine Einkommensgruppe KEINE 3000 Euro und dafür für niedrigere Gruppen nochmal 100 Euor im Monat mehr.

    Und mir wäre lieber gewesen: Keine 3.000€, dafür aber für alle 100€ monatlich mehr, weil das dann auch in den nächsten Jahren gezahlt werden würde. Von wegen Inflationsausgleich und so. Selbst bei 0% Inflation ist die Preissteigerung aus den letzten Jahr in den nächsten Jahren ja nicht weg.

    Und wenn die Politik für Bürgergeldempfänger in zwei Jahren 25% raushaut, dann wäre das die Richtschnur für die Gewerkschaften. Mit der Begründung würde ich dann auch vor die Presse treten und der Bevölkerung einen heftigen Erzwingungsstreik erklären.

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