Beiträge von plattyplus

    „Für manche Familien hätte es sich unterm Strich mehr gelohnt, wenn ein Elternteil die Arbeitszeit reduziert hätte, um nicht über eine gewisse Einkommensgrenze in der Gebühren-Ordnung zu kommen. "Wenn eine Person sagt: Bevor ich jetzt 800 Euro für eine Kita zahlen muss, reduziere ich lieber meine Erwerbstätigkeit, dann läuft was falsch" (https://www.swr.de/swraktuell/bad…teigen-100.html)

    Wenn in so einer Situation, also das man aufgrund von Gebührenordnungen, Schwellenwerten bei den Sozialansprüchen usw. … in Teilzeit gehen will, weil man dann am Ende mehr Netto hat, der Arbeitgeber dies aber nicht genehmigt, hat man dann einen Schadenersatzanspruch gegen den Arbeitgeber?

    Ich frage nur, weil das Land NRW sich ja politisch damit brüstet Teilzeitanträge abzulehnen, um aus dem Lehrpersonal noch mehr Stunden rauszupressen.

    Zu erkennen, was eigentlich die Aufgabe ist und was nur meht oder weniger sinnvolles Beiwerk, gehört aber auch zu den Fähigkeiten, die ich bei meinen Schülern fördere. Das ist auch im Studium und im Arbeitsleben eine hilfreiche Fähigkeit.

    Ist bei mir sind anders. Bei meinen Aufgabenstellungen wundern sich etliche Schüler immer wieder, daß in den Aufgabenstellungen Daten enthalten sind, die man für die Lösung des Problems nicht benötigt.

    „Die kommen als Handwerker zum Kunden, sollen dort einen Durchlauferhitzer (technisches Datenblatt siehe hinten) anschließen und der Kunde erzählt Ihnen diverse Details (eben auch z.T. komplett überflüssige, aber auch sehr wichtige dazwischen) zu seiner Elektroinstallation.“

    In der Regel befinden sich keine Menschen außerhalb ihres Fahrzeugs, wenn eine Geschwindigkeit von 120/130 km/h vorgeschrieben ist.

    … außer vielleicht einem Motorradfahrer, der (gerade gestürzt ist und) auf der Fahrbahn liegt?

    Als ich damals in der Fahrschule war, war das jedenfalls meine größte Angst: „Wenn ich stürze, überrollt mich der Fahrlehrer im PKW hinter mir.“ Der bleibt ja immer extra nah dran, damit sich an Kreuzungen, Kreisverkehren etc. niemand dazwischen setzt. Da war ich immer froh, wenn der Fahrlehrer bei gutem Wetter mit einem zweiten Motorrad hinterher fuhr. Zwischen zwei Motorräder setzt sich normalerweise kein PKW dazwischen, da kommt wohl allen gleich die Idee, dass die zusammengehören. Setzt sich doch am Kreisverkehr ein Fahrzeug dazwischen, hat besagter Fahrlehrer auf dem Motorrad ganz andere Überholmöglichkeiten als im PKW.

    Aus Sicht dieses Motorradfahrers kann ich Euch aber sagen, daß ich vor folgenden Dingen weitaus mehr Angst habe:

    • unaufmerksame Fahrer (Handy am Steuer, Gespräche mit den Kindern auf der Rückbank)
    • fehlende Ladungssicherung (das Fahrrad auf dem Heckträger ist zwar fest, das Körbchen am Fahrrad wurde aber nie dafür gebaut einem Orkan von 140km/h zu widerstehen)
    • Die Einstellung: „Wenn ich langsam fahre, fahren alle Anderen auch so langsam wie ich, da kann ich noch bei Kirschgrün (erste Sekunde rot) über die Ampel baseln. Bis der Querverkehr da ist, bin ich eh weg.“

    Echt, das ist deine ehrliche Sorge, dass du vielleicht schwarz gearbeitet haben könntest, als du dem 80 jährigen Nachbarn, ich hoffe doch für lau, geholfen hast und du siehst keine Grenze zur Rumänin, die jeden Samstag für 2 Stunden zum Putzen kommt und dafür 30 Euro hingelegt bekommt?

    Für lau? Naja, nach der Aktion gab es, als die Pumpen wieder liefen und der Wasserstand im Keller wieder zurückging, ne Flasche Bier. Ist das jetzt eine Bezahlung? 🤔

    Ich sehe halt, daß die Grenzen da echt fließend sind.

    Im angrenzenden Neubaugebiet hat sich z.B. eine Großfamilie (Spätaussiedler) vor einigen Jahren niedergelassen. Die haben 7 Grundstücke nebeneinander gekauft, sich ein Haus planen lassen und den Plan dann in Kleinserienfertigung auf jedem Grundstück in Eigenregie umgesetzt. Ist so ein kompletter Hausbau jetzt noch Familien- bzw. Nachbarschaftshilfe?

    Aber ich verstehe diese krankhafte Fixierung mancher auf Wohneigentum auch nicht.

    Ich denke mal, daß da die kindliche bzw. Jugendliche Prägung mit rein spielt.

    Meine Ur-Großeltern haben z.B. dreimal gebaut, weil sie zweimal enteignet wurden. Einmal wurde die Eisenbahn gebaut und das Grundstück samt Haus, wo nachher der Lokschuppen drauf stand, war weg und das andere Mal wurden hier die Flußdeiche gebaut und das Grundstück samt Haus war weg.

    Ich selber habe zwei Wohnungen angemietet. Meine Studentenbude war ein Investitionsobjekt der lokalen Volksbank. Diese hatte einen Immobilienfonds aufgelegt und davon das Studentenwohnheim mit den Mini-Wohnungen gebaut. Allerdings ging dieser Fonds während meiner Studentenzeit pleite, zu viele Investoren wollten aussteigen und sie bekamen die Hütte nicht verkauft (???) … Jedenfalls wurde gerichtlich ein „ortsansässiger“ Zwangsverwalter bestellt, der 500km weit weg wohnte und an den ich auch meine Miete zu überweisen hatte. Dieser wiederum hatte einen großen Hausmeisterdienst beauftragt sich um das Gebäude zu kümmern. Da der Nachbar über mir Mist gebaut hatte, er hatte das Sieb im Duschablauf abgeschraubt, um die verstopfenden Haare besser entfernen zu können, nicht wissend, daß das Sieb den Siphon unter der Duschwanne festhält, hatte ich einen ordentlichen Wasserschaden. Nicht nur waren die Wände schwarz, nein, sogar der Portwein in der Flasche schimmelte und auch meine Möbel. Bei der komplexen Vermieterkonstellation sah sich jedoch keine der Vermieter-Parteien in der Pflicht einen Handwerker zu bestellen, um den Wassereinbruch zu stoppen. Als Mieter konnte ich auch keinen bestellen. Erst nach 8 Monaten (!!!) kam jemand und hat als Ursache den nicht mehr befestigten Siphon der Duschwanne gefunden und den Schaden behoben.

    Als ich Referendar war, wurde mir die Wohnung wegen Eigenbedarfs einen Monat vor der UPP gekündigt. Ich konnte beim Vermieter mit dem Verweis auf: „Wo soll ich denn am Markt eine Wohnung für nur zwei Monate finden?“ wenigstens einen Aufschub um einen Monat aushandeln, so dass ich direkt nach der UPP aber noch vor Halbjahresende ausgezogen bin.

    Nach diesen Erfahrungen der Hilflosigkeit bin ich auch eher für eine eigene Immobilie denn für eine Mietwohnung.

    Kris24

    Ist halt immer die Frage: Wo hört Nachbarschaftshilfe auf und wo fängt Schwarzarbeit an?

    Dieses gegenseitige Schenken, wie du es beschreibst, sorgt ja auch dafür, daß die entsprechenden Produkte von Handwerkern, Landwirten, etc. nicht mehr gekauft werden, weil man sie ja günstiger im Tauschring bekommt. Entsprechend fallen auch so die Einnahmen für den Staat (Gewerbesteuer der Betriebe, die die Waren ansonsten verkauft hätten, MwSt. …) aus.

    Und ja, jeder Schüler/in, der Nachhilfe gibt oder die Kinder der Nachbarschaft beaufsichtigt, steht in Konkurrenz zu anderen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die dann den Auftrag eben nicht mehr bekommen.

    Ich weiß selber nicht wo die Grenze ist. Vorgestern haben z.B. meine Nachbarn, beide jenseits der 80, um 23 Uhr geklingelt, weil bei ihnen der Strom ausgefallen war, jetzt im Hochwasser die Pumpen nicht mehr liefen und der Keller langsam vom hochdrückenden Grundwasser geflutet wurde. Als Ursache habe ich einen Isolationsfehler im Backofen in der Küche gefunden und den Ofen erst einmal abgeklemmt, damit sie wieder Strom in der Bude hatten und die Pumpen im Keller wieder arbeiteten.

    Das war astreine Nachbarschaftshilfe, aber eigentlich habe ich damit irgendeinem Elektriker-Notdienst den Auftrag weggenommen. Ok, der Elektriker wäre bei der Hochwasserlage wahrscheinlich eh nicht durchgekommen, aber das steht ja auf einem anderen Blatt.

    Um die Probleme auch noch mal in Relation zu setzen, im anderen Thread philosophiert die Kollegin gerade darüber, ob sie als Lehrerfamilie mit A12/A13 zu den oberen 10% Prozent gehören. Aber das Haus nicht ohne Schwarzarbeit bauen können. Nee ist klar.

    Also ich wage mal zu behaupten, daß man selbst mit zwei A12 bzw. A13 Gehältern heute nicht mehr zu den oberen 10% gehört. Dafür waren die Lohnsteigerungen in den letzten Jahrzehnten im Vgl. zur Wirtschaft (z.B. IG Metall) zu gering.

    Das man ein Haus in der Konstellation ohne Schwarzarbeit bauen kann, dem würde ich sofort zustimmen. Allerdings hat das früher eine Familie auch mit nur einem Studienrat-Gehalt geschafft, wo heute beide arbeiten müssen, um das zu schaffen.

    In der Regel werden Mehrausgaben mit eingeplant. Und selbst wenn das alles nicht klappt, ist eine Erhöhung des Kreditbetrages um 15k bei einer verbeamten Lehrkraft eigentlich nie ein Problem. Und wenn Du Erfahrungen mit Bauvorhaben hast, dann weißt Du auch, dass solche Risikosachen in der Regel erst am Ende des Baus auffallen. Die Kollegin wird sicherlich auch nicht auf Kante geplant haben.

    Ich kann Dir nur sagen, daß ich es als Kind miterlebt habe, wie eng es werden kann in der Bauphase. Da ging es dann nicht mehr um billigere Fliesen, da ging es nach Ausfall des Bauträgers und der Fortführung des Baus in Eigenregie (selber die Habdwerker beauftragt) ums Wesentliche.

    Wirklich fertig gebaut habe ich das Gebäude dann 30 Jahre später.

    Wenn Du Baufinanzierungen „gemacht“ hast, wirst Du sicher wissen, daß ein Bauspardarlehen nie als komplette Summe ausgezahlt wird sondern immer in Tranchen abhängig vom Baufortschritt, die Bank will ja auch eine gewisse Sicherheit haben. Blöd nur, wenn es dann nicht weiter geht, die nächste Tranche also nicht ausgezahlt wird, die Kosten aber weiterlaufen.

    Denkt ruhig weiter an eure Putzhilfen und Kreuzfahrten.

    Luxusprobleme…. :autsch:

    Ich denke derweil über eine neue Heizung und Elektrik nach Hochwasserschaden nach… und nein, ich kann nicht warten und dabei sparen. Dank Habecks Heizungsgesetzgebung wird das ja eh alles noch viel teurer.

    Was ist das denn für eine Argumentation? Wenn das finanziell nicht passt, musst Du sparen.

    Ich denke, daß es bei den 15.000€ um ein Bauvorhaben geht oder so ähnlich. Ansonsten hat man im Privatbereich ja eher selten Aufträge, bei denen man 15.000€ sparen kann.

    Und ja, wenn da während der Bauphase einem die Kosten davonlaufen, weil es zu Zwischenfällen kommt, die den Bau verteuern und so nicht eingeplant waren, dann hilft in dem Moment der Satz „Mußt halt sparen!“ mal so gar nicht.

    Da ist dann die Frage: Akzeptiere ich die Schwarzarbeit und versuche so das Bauvorhaben zu retten oder melde ich gleich Privatinsolvenz an?

    Beides dürfte gleichschlecht für die Beamtenlaufbahn sein, haben wir uns doch per Eid zu einer soliden Haushaltsführung verpflichtet.

    Aber sowas Können Stadtmenschen in ihren Mietwohnungen natürlich nicht nachvollziehen. Allein schon wenn ich hier lese: „Ich habe noch nie privat einen Handwerker beauftragt“, weiß ich Bescheid.

    Aus der Rente bekommen schon Menschen, die jetzt zu Mindestlohn Vollzeit arbeiten so wenig heraus, dass sie mit Bürgergeld aufstocken müssen. Ich kann jeden Geringverdiener verstehen, der nicht in das System einzahlen will, aus dem er im Endeffekt nichts herausbekommt.

    Wie schon an anderer Stelle gesagt, wäre mein Programm dagegen:

    • Erhöhung des Rentenniveaus auf 65-70%, wie in den frühen 1990er Jahren
    • Abschaffung von Minijobs, bereits der erste Euro ist sozialversicherungspflichtig
    • Eindampfung der Sozialhilfe zur Finanzierung des Rentensystems, Hubertus Heil scheint es ja in den letzten Tagen auf Druck aus der Bevölkerung (siehe Wahlumfragen) kapiert zu haben. Wer nicht arbeiten will, bekommt ein Bett im Wohnheim
    • Personelle Aufstockung der Steuerfahndung soweit, bis die Grenzkosten verursacht durch die Einstellung eines weiteren Steuerfahnders den Grenzerlös durch die zusätzlich eingetriebenen Steuern gleichen

    Die heilige Handgranate

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