Beiträge von plattyplus

    Weil "angemessener Rahmen" nicht gleich "12% Inflation also 12 % mehr" sein muss?

    Also fassen wir mal zusammen: Bürgergeldempfänger haben in 2 Jahren 25% mehr bekommen. Es gibt das gerichtlich festgelegte Abstandsgebot, daß der kleinste Beamte 15% mehr haben muß als ein Bürgergeldempfänger. Wenn der kleinste Beamte also vorher schon nur 15% mehr bekommen hat als ein Bürgergeldempfänger, dann muß auch seine Besoldung um 25% steigen, um den Abstand weiter einzuhalten.

    Ich finde jetzt auf die Schnelle leider die Tabelle nicht, wie viel Abstand die Besoldungsgruppen untereinander haben müssen. Aber auch gilt dann, daß jeder Beamte 25% mehr bekommen muß, wenn das Bürgergeld um 25% ansteigt. DAS wäre angemessen.

    Es kommt zum Bürgergeld ja noch mehr dazu als Miete und co: kostenlose Nachhilfe, Zuschüsse zu Klassenfahrten, Berechtigung zur Tafel zu gehen usw. Und man spart auch jede Menge Geld, wenn man nicht vernünftig angezogen zur Arbeit kommen muss.

    Als ich meine Frau kennengelernt habe, habe ich das mal gleich erlebt. Sie war „damals“ 35€ über der Grundsicherung, also arm trotz Arbeit. Mein Stiefsohn mußte die Schule wechseln und in der neuen IGS hieß es gleich: „Das Kind wird nur aufgenommen, wenn sie sich bereit erklären ein iPad (ganz spezielles Modell, ca. 700€) zu kaufen.“

    Ich habe dann das iPad bezahlt, hätte es aber am liebsten darauf angelegt, also auf die Schulpflicht verwiesen: „Ihr müßt ihn beschulen, dann muß das Gerät auch von der Schule gestellt werden! Wir kaufen es jedenfalls nicht.“

    Ich hätte zu gern Mäuschen gespielt und abgewartet was passiert. Zumal alle Bürgergeldempfänger die Geräte gleich von der Schule (finanziert durchs Sozialamt) in die Hand gedrückt bekommen haben.

    Gleiches gilt für die Spinte in der Schule. Die normalen Schüler müssen sich verpflichten die zu mieten (50€/Jahr), sonst werden sie gar nicht aufgenommen, die Bürgergeldempfänger bekommen die kostenlos.

    Soll ich mit den Busfahrkarten und den Büchern weitermachen? Ihr ahnt sicher worauf es hinausläuft.

    Noch ein Nachtrag: natürlich geht die finanzielle Schere weiter auseinander, wenn der eine 25 % von 1000 € dazu bekommt (=> 1250 €) und der andere 25% von 2000 € (=> 2500 €).

    FALSCH!!!

    Die Schere bleibt gleich weit offen, weil der mit vormals 2.000€ Einkommen weiterhin die doppelte Kaufkraft hat von dem mit vormals 1.000€ Einkommen.

    Wie viele Gummibärchen muss Fritz mehr bekommen, damit das Abstandsgebot eingehalten wird und er weiterhin 3 Gummibärchen mehr bekommt als Hans.

    Die Frage ist falsch. Richtig wäre:

    „Hans bekommt jeden Tag 3 Gummibärchen.

    Fritz bekommt jeden Tag 6 Gummibärchen.

    Fritz bekommt also jeden Tag doppelt so viele Gummibärchen wie Hans.

    Ab der kommenden Woche bekommt Hans jeden Tag ein Gummibärchen mehr. Also 4 Gummibärchen.

    Wie viele Gummibärchen muss Fritz mehr bekommen, damit das Abstandsgebot eingehalten wird und er weiterhin doppelt so viele Gummibärchen bekommt wie Hans.“

    Die Bürgergeld-Empfänger bekommen 100 € mehr

    Wir bekommen 100 € mehr.

    Wo werden dann die Abstände geringer?

    Prozentual werden die Abstände geringer. Absolut bleiben sie gleich.

    Wie gesagt: Spiel das Spiel mal ein paar Jahrzehnte weiter. Am Ende hat der Bürgergeldempfänger 100.000€ monatlich und der Lehrer 101.000€. Allerdings haben dann auch 100.000€ die gleiche Kaufkraft wie heute 1.000€, es ist ja alles teurer geworden. Für den Bürgergeldempfänger hat sich also nichts verändert, wohingegen der Lehrer im Vergleich zu früher komplett verarmt ist.

    Die Erhöhung, die bei uns ansteht, ist in der Summe IMHO absolut vergleichbar mit dem, was beim Bürgergeld (im Vergleich zum Hartz4) ansteht.

    Ja wie? Wir bekommen auch 25% mehr? :staun:

    Die Summe in Euro interessiert mich weniger, weil bei gleichen Summen die Abstände ja immer geringer werden. Wenn es heute 1.000€ Unterschied netto sind, dann sind das vielleicht 30% Unterschied. Bleiben wir bei diesen 1.000€ Unterschied und der Bürgergeldempfänger hat nach Jahrzehnten starker Inflation 100.000€ monatlich netto und der Lehrer 101.000€, dann sind das immer noch 1.000€ Unterschied, aber IMHO lohnt es sich dann für den Lehrer nicht mehr auch nur das Abitur zu machen geschweige denn zu studieren, weil das Einkommen praktisch identisch ist und ein halbes Jahr mehr Bürgergeldbezug aufs Lebenseinkommen betrachtet mehr bringt als das Lehramt.

    Entsprechend ist mir auch schleierhaft warum es immer wieder heißt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Würden alle 25% mehr bekommen, eben weil das Bürgergeld um 25% angestiegen ist, würde das die Schere nur in der gleichen Stellung halten. Bedingt durch die Sockelbeträge und die entsprechend sehr viel größeren prozentualen Gehaltszuwächse in den unseren Lohngruppen geht die Schere doch immer weiter zusammen. Für den abhängig beschäftigten Arbeitnehmer ist dies zumindest so.

    Die Schere würde erst auseinder gehen, wenn die Arbeitgeber z.B. sagen würden: „Bei Besoldungsgruppe A5 haben wir so viele Bewerber, dass wir immer jemanden finden. Da lassen wir die Besoldung so wie sie ist. Bei A13 hingegen können wir mit der Wirtschaft nicht mehr mithalten und bekommen keine Leute mehr, da packen wir 20% drauf.“

    Alles Andere ist keine sich öffnende Schere.

    Da würde ich empfehlen, auch die Vorteile mit einzurechnen, die der Lehrerberuf bringt (Beihilfe, Höhe der Pension etc).

    Höhe der Pension ist ein Punkt. :top:

    Die Beihilfe ist aber eher ein Negativpunkt, zumindest für mich, der ich als Beamter in der GKV bin. Solange es keine pauschale Beihilfe gibt, so daß der Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil übernimmt, ist das nur noch zum … :daumenrunter:

    Wie wäre es mal über so ein paar andere Punkte zu reden, z.B. der Möglichkeit den Urlaub dann zu nehmen wenn man selber es will und nicht dann, wenn es einem das Schulministerium vorschreibt?

    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Wobei man nicht vergessen darf, dass inzw. ein VW Golf TDI auch locker 40k€ kostet und ein ID.3 auch schnell mal 60k€.

    Vielleicht sollte man allen hier, die laufend schreien: „Das Gehalt reicht doch“, einfach ihr Berufseinstiegsgehalt von vor x Jahren einfach das ganze Leben lang zahlen und als Pensionär dann 70% davon. Dann darf sich aber auch niemand beschweren, wenn er dann in die Grundsicherung fällt.

    Ich denke bei den aktuellen Inflationsraten immer nur an meinen Papa, er war TVöD. Als da in den 1970ern ähnliche Inflationsraten gab, hat die Gewerkschaft mitunter 12% Lohnsteigerung bei einer Laufzeit von einem Jahr rausgeholt.

    Der erste Golf GTI, was heute ungefähr einem VW Polo entspricht, kostete damals aber auch 7.400 DM, also 3.800€ Listenpreis neu. Hätte sich dein Gehalt nie erhöht, er wäre heute mit E13 in der Grundsicherung!

    Mir wäre da noch lieber gewesen, für meine Einkommensgruppe KEINE 3000 Euro und dafür für niedrigere Gruppen nochmal 100 Euor im Monat mehr.

    Und mir wäre lieber gewesen: Keine 3.000€, dafür aber für alle 100€ monatlich mehr, weil das dann auch in den nächsten Jahren gezahlt werden würde. Von wegen Inflationsausgleich und so. Selbst bei 0% Inflation ist die Preissteigerung aus den letzten Jahr in den nächsten Jahren ja nicht weg.

    Und wenn die Politik für Bürgergeldempfänger in zwei Jahren 25% raushaut, dann wäre das die Richtschnur für die Gewerkschaften. Mit der Begründung würde ich dann auch vor die Presse treten und der Bevölkerung einen heftigen Erzwingungsstreik erklären.

    Und dann wird der Arbeitgeber geschädigt? Oder eher "die Gesellschaft", aber nicht der Arbeitgeber. ... Ich frage für einen Freund.

    Nenn mir auch nur einen Streik, der nicht die Gesellschaft trifft. Selbst Streiks in der Industrie treffen, z.B. wenn Du dein Auto oder Fahrrad stehen lassen musst, weil die Reifen abgefahren sind und es keinen passenden Ersatz gibt, da aktuell dank Streik nichts produziert wird.

    Gestern ging bei uns z.B. der Wocheneinkauf daneben, weil Verdi in Niedersachsen gerade den Einzelhandel bestreikt. Ja und? Solange die Kreisverwaltungen nicht anfangen Lebensmittelmarken auszugeben habe ich als Kunde damit kein Problem.

    Wenn Bund und kommunale streiken, dann stehen bei Bedarf wirklich alle Räder

    still.

    Ich gucke mir gerade die Liste der TV-L Berufe an:

    https://www.xn--ffentlicherdienst-yzb.de/index.php/beru…en-blick#justiz

    Also wenn die Schleusenwärter streiken, keine Binnenschiffe mehr fahren, die Tankstellen kein Benzin und Diesel mehr geliefert bekommen und das ganze Land nach französischem Vorbild still steht, dann will ich mal sehen, wie die Gesellschaft das durchhält.

    Jetzt hast du Plattyplus seinen Satz mit dem "Abstandsgebot" vorweg genommen. Das wollte er bestimmt schreiben. ;)

    Wenn die Gewerkschaften wirklich ihre Mitglieder vertreten würden, dürften sie wegen des Abstandsgebots nicht unter 25% bei einer Laufzeit von 2 Jahren aus den Verhandlungen raus gehen. Genau in dem Maße ist nämlich das Bürgergeld gestiegen.

    Aber um sowas durchzusetzen, müßten sie halt auch bereit sein einen Erzwingungsstreik mit einer Streikmoral nach französischem Vorbild durchzuziehen.

    Aber wenn man mal realistisch ist, sind 200 Euro und 5,5 Prozent gar nicht so übel. Je nach Gehaltsstufe kommt man den geforderten 500 Euro schon ziemlich nah.

    Bei einer Laufzeit von 12 Monaten würde ich Dir sofort zustimmen. Aber bei einer Laufzeit von 25 Monaten ist das das absolute Minusgeschäft.

    Eigentlich müßten die Arbeitnehmer jetzt mit den Füßen abstimmen und aus den Gewerkschaften, die sowas verhandeln, austreten.

    Bei uns haben mehrere Referendare mit MINT-Fächern in den letzten Jahren aufgehört, weil sie bessere Angebote außerhalb vom öffentlichen Dienst erhalten haben.

    Hier ist es nicht anders. Manche Azubis haben mehr Geld in der Tasche als der Referendar, der vor ihnen steht. Nur mußten sich die Azubis vorher nicht durch ein Studium quälen und 10 Jahre (gymnasiale Oberstufe & Studium) auf ein Gehalt verzichten.

    Wie gesagt würde ich mich viel lieber von der IG Metall vertreten lassen als von Verdi oder der GEW, die ja doch nur den Arbeitgebern den Hof machen.

    DAS Ergebnis ist wirklich ernüchternd... :angst: .

    Muß so ein schlechtes Ergebnis eigentlich von den Gewerkschaftsmitgliedern akzeptiert werden? Wenn es zu Streiks kommt, muss ja jedes Verhandlungsergebnis durch die Ursbstimmung, in der dann mindestens 25% das Ergebnis akzeptieren müssen. Sobald mehr als 75% dagegen stimmen, wird weiter gestreikt.

    Außerdem generell die Behauptung, Kinder mit Förderbedarf würden in der Inklusion die anderen am Lernen hindern und auch selbst nichts lernen. Beides lange widerlegt.

    Also wenn ich den Unterricht abbrechen und die anderen Schüler in die Cafeteria schicken muss, weil das eine inkludierte Kind gerade mal wieder meine volle Aufmerksamkeit einfordert, dann hindert das nicht die anderen Kinder?

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