Ein Kind wird in Mathe nicht automatisch besser dadurch, dass es 10 statt 5 Unterrichtsstunden die Woche hat. Es ist sogar eher so, dass ab einem gewissen Punkt zu viel Input den Lernerfolg hindert.
Also bei der Stunde Mathe mehr in der Grundschule geht es nicht um einen neuen Input, sondern erstmal um mehr Zeit zum Üben und Festigen. Hast du einmal in einer Grundschule hospitiert? Wir hatten einmal einen Austausch, da hatte ich einen Realschullehrer in Mathe zu Gast und er hat sich gewundert, wie langsam doch alles in der Grundschule geht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er die Grundschuldidaktik selbst durch das Hospitieren nicht richtig begriffen hat.
Lernt das Kind gerne Mathe? Das muss übrigens nicht synonym mit "Ist das Kind gut in Mathe?" sein.
Ist das Kind gerade überhaupt in der Lage, Mathe zu lernen?
Versteht das Kind, warum es jetzt Mathe lernen soll?
Ist die Unterrichtsatmosphäre (bzw. der Unterricht selbst) lernfördernd?
Ist all das gegeben, kann ein Kind in 5 Stunden pro Woche sehr viel lernen.
Ich glaube, diese Thesen kann man so in der Zusammenschau nicht als Grund für ein besseres Mathematikverständnis in der Grundschule sehen. Wir haben heterogene Schüler auf einem ganz anderen Entwicklungsstand und anderem Stand als Schüler von weiterführenden Schulen. Es gehört zum Handwerkszeug jeder Grundschullehrkraft, dass die Unterrichtsatmosphäre lernfördernd ist. Das ist sicher nicht das Problem. Bei kleinen Schülern hat man ja auch noch andere Probleme, wie z.B. die kurzen Konzentrationsspannen.
Es ist immer die Frage, wie gründlich mache ich ein Thema, damit möglichst viele mitkommen. Alles schafft man trotz Hausaufgaben nicht gründlich und man muss Abstriche machen. Dann gibt es auch noch diejenigen, die von vorneherein schwer ein Zahlenverständnis aufgebaut haben.