Beiträge von Caro07

    Kurze Frage an Caro07: wie bewertet ihr die kombinierten Proben.

    Gibt es dann eine bewertung für den Rechtschreibteil und einen für den Grammatikteil? Oder ist es eine kombinierte Bewertung.

    Es ist eine kombinierte Bewertung, also die Probe wird als eine Probe bewertet. Die Aufgaben erhalten, egal aus welchem Bereich sie stammen, ihre Bepunktung. Der bayerische LehrplanPlus macht es möglich. Es gibt 4 Bereiche. Der Bereich vier ist: Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren. Da ist sowohl die Grammatik als auch die Rechtschreibung verortet.

    Der Vorteil ist, dass man bei sich überschneidenden Themen nicht zuordnen muss und immer genug Stoff hat. Außerdem ist manchen Auseinandersetzungen über die Bewertung der Rechtschreibung - manchmal ist das bei Grammatikthemen schwierig - bei Grammatikthemen vorgebeugt. (Allerdings bewerten wir nicht immer die Rechtschreibung bei Grammatikthemen, es kommt immer darauf an.)

    Als die beiden Bereiche noch getrennt waren, war es zudem schwierig, zeitnah Grammatikproben mit der entsprechenden Stoffmenge zu schreiben.

    Wir schreiben oft kombinierte Proben (=Arbeiten) mit Rechtschreib- und Grammatikteil. Die Aufgaben beziehen sich auf den aktuellen und zurückliegenden Unterrichtsstoff.

    Aufgabenformate des Rechtschreibteils sind:

    Lernwörterdiktate, Diktate kleiner Texte, Abschreiben eines vorgebenen Textes (wenn gerade die Abschreibstrategien durchgenommen wurden), aus einem Angebot das richtige Wort ankreuzen bzw. falsche Wörter herausfinden, bestimmte Laute kennzeichnen nach durchgenommenen Strategien, Wörter mit durchgenommenen Symbolen, die die Strategie erkennen lassen, kennzeichnen, Wörter richtig trennen, falsche Trennung erkennen, Lücken, wo bestimmte Buchstaben eingesetzt werden müssen, falsche Wörter in einem Text finden, die Wörter richtig hinschreiben (und die Strategie erklären), Strategien erklären.... Die Aufgabenformate richten sich nach dem, was durch das Sprachbuch und in den Arbeitsmaterialien so eingeübt wurde.

    Wenn das Thema "Wörterbuch" dran ist, müssen in einer gewissen Zeit Wörter von unterschiedlichen Schwierigkeiten im Wörterbuch gefunden werden.

    Als wir eine neue Schulleitung bekamen, die alles umkrempeln wollte, half uns nur, im Kollegium zusammenzustehen und uns Strategien zu überlegen, wie wir die Situation verbessern können. Diejenigen, die etwas verändern wollten - und das war glücklicherweise fast das ganze Kollegium - haben sich getroffen und Dinge überlegt, sich auch Ratschläge vom Personalrat außerhalb der Schule geholt. Durch unsere Aktionen hat sich mit der Zeit die Situation verbessert.

    Ein Schulleiter kann nur solche ungerechtfertigten Dinge durchziehen, wenn es jeder hinnimmt. Irgendwie braucht dieser Schulleiter, wie du ihn schilderst, eine sichtbare Bremse. So kann man mit dem Personal nicht umgehen. Personalführung und wahrscheinlich Sorgfaltspflicht mangelhaft. Letztendlich kann es doch nur im Interesse des Schulleiters sein, dass das Personal gerne mitarbeitet und die Schule gut da steht. Aber auf diese Weise erreicht er das Gegenteil.

    Ich betone die Notwendigkeit von Inklusion aus der Perspektive der Menschenrechte, der Lern- und Lebenschancen und den Aussagen der Betroffenen. Ich bin sicher nicht voll des Lobes für die Umsetzung von Inklusion. Meine Aussage ist - das ist die Antwort auf deine Frage - dass wir als Lehrkräfte in diesem gewissen Rahmen mehr machen können, vielleicht effektiver arbeiten können und auch die Prioritäten anders zu setzen, ohne dabei 'auszubrennen' - ein Beispiel dafür wäre, die eigenen Haltungen zu hinterfragen.

    Mit "Haltung" alleine hast du noch niemanden gefördert. Das ist nur der theoretische Hintergrund. Dann muss man sich die Frage stellen, was ist unter den gegebenen Umständen realistisch und was nicht. Bei der Frage nach dem richtigen Förderort scheiden sich die Geister. Mir als Eltern wäre z.B. wichtig, dass mein Kind dahin kommt, wo es am besten gefördert werden kann, damit es später den besten Berufseinstieg hat. Ein kleines Beispiel: In der nächstgelegenen Großstadt gibt es ein Café, wo geistig Behinderte arbeiten. Ich gehe da gern hin. Ich glaube aber nicht, dass all diese erwachsene Menschen in einer inklusiven Schule waren (die gab es da nämlich noch gar nicht). Dennoch nehmen sie jetzt als Erwachsene durch ihre in der (Förder)Schule erlernten Fähigkeiten am gesellschaftlichen Leben teil.

    Ich weiß nicht, was deine Erfahrungen sind, aber, wenn man Inklusion richtig betreiben will, braucht man ein individuelles Eingehen auf jedes einzelne Kind. Dazu braucht man Vorbereitungszeit und Möglichkeiten, diese Programme umzusetzen. In meiner letzten Klasse hatte ich 29 Schüler, darunter ein Downkind, das ein individuelles Programm benötigte. Dazu einen ukrainischen Schüler, der kein Wort Deutsch sprach und der ebenso sehr individuelle Aufgaben benötigte. Die anderen Problemfälle waren auch noch da. Nur mal so als Beispiel. Wenn man richtig fördern will, dann braucht man mehr und qualifiziertes Personal und kleinere Klassen, sonst fallen einige Kinder durch das Sieb. Man wird also im Augenblick nur einem Teil der Schüler gerecht.

    Wenn man gerade eine Klasse hat, wo es viele Konflikte aufgrund der einzelnen Schülerpersönlichkeiten gibt, verbraucht man viel Unterrichtszeit für Konfliktlösungen, weil man ja nachhaltig arbeiten möchte. Besonders in der Grundschule sehe ich es als Aufgabe an, erzieherisch in meinem Rahmen einzugreifen, denn schließlich ist die Grundschule eine Schule, wo Dinge von Grund auf gelernt werden sollen. Ich hatte mehr als einmal eine verhaltensauffällige Klasse, wo Dinge vorkamen, die bearbeitet werden mussten. Da ging die eine oder andere Stunde dafür drauf.

    Ich bin nicht der Meinung, dass man als Lehrkraft zu wenig tut, zu wenig effektiv arbeitet und falsche Prioritäten setzt. Die Rahmenbedingungen können wir kaum beeinflussen. Wenn ich mir überlege, wie schon jahrelang Lehrerverbände versuchen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. In Bayern wurden uns kleinere Klassen schon zu Edmunds Stoibers Zeiten vor über 20 Jahren versprochen - nichts hat sich getan.

    Ich glaube, wir machen das schon richtig unter den gegebenen Umständen. Die Rahmenbedingungen bestimmen, wie viel Zeit und Energie ich für die Förderung einzelner Schüler zur Verfügung habe und wie ich jedem einzelnen Schüler gerecht werden kann. Und jeder Lehrer macht sich doch Gedanken, wie er die vorherrschende Situation am besten managen kann. Die Rahmenbedingungen werden sich in absehbarer Zeit kaum ändern, weil es an Lehrernachwuchs fehlt.

    In Bayern gibt es Schülerlotsen und Schulweghelfer, das Ganze auch für Bushaltestellen. Es ist ein Ehrenamt und wird nicht von Lehrer*innen gemacht, zumindest nicht in meinem Erfahrungskreis.

    Bei uns gibt es tatsächlich Schulweghelfer an neuralgischen Stellen auf dem Schulweg, falls es Freiwillige gibt. Schulbuslotsen stehen manchmal an den Bushaltestellen bei den Dörfern, sofern sich jemand findet. In Baden-Württemberg musste ich Bushaltestellenaufsicht machen und sogar Buskinder betreuen, die früher kamen, in Bayern war das nicht der Fall. An meiner letzten Schule macht der Hausmeister Aufsicht an der Bushaltestelle. Wie es an den anderen Schule geregelt war, kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es musste kein Lehrer die Aufsicht direkt an der Bushaltestelle machen. Allerdings haben wir an meiner Schule die "Frühaufsicht", wenn die Buskinder kommen. Argument: Die Kinder sind zwangsweise früher da, deshalb müssen sie beaufsichtigt werden, während ortsansässige Schüler in der Vorviertelstunde kommen können - da sind die Lehrkräfte so oder so im Klassenzimmer. Es gibt noch eine "Frühaufsicht" von der OGS für ortsansässge Schüler, aber die müssen angemeldet sein.

    Da gibt es viele Möglichkeiten..... extrem schlechter Stundenplan, die größten und arbeitsintensivsten Klassen (z.B. Deutschlehrer NUR in diesem Fach), Einteilung zu diversen Fahrten und und und...

    Aus niedrigen Rachemotiven? Trat das schon extrem auffällig auf? Hat sich das schon bewahrheitet oder ist das bisher nur die Befürchtung?

    An meiner Schule haben tendenziell die engagierten Lehrer die schwierigen Klassen bekommen, weil man es denen eher zugetraut hatte...

    Unsere Referendare übrigens bekamen immer die einfachsten Klassen.

    zu 2: Leider Fehlanzeige... sitzt in Günstling drin, sozusagen "Ohr des Chefs"....

    Hm.. das hört sich an wie eine Verschwörungstheorie. Welche Nachteile befürchtest du bzw. befürchtet ihr denn, wenn der "Günstling" dem Chef petzt? Warum führt ihr nicht mal ein offenes Gespräch im Kollegium?

    Ich war einmal an einer Schule, da war das Kollegium gespalten. Diejenigen, die zum Chef hielten und die, die nicht alles mit sich machen ließen. Das gesamte Kollegium war ein engagiertes Kollegium. Die zweite Gruppe war im Vorteil und wurde interessanterweise eher vom Chef respektiert, vielleicht auch gefürchtet. Die zweite Gruppe trug zudem Konflikte mit dem Chef bis zu einem gewissen Maß offen aus.

    Die erste Gruppe hatte wesentlich mehr Arbeit, weil sie zu allem "ja" sagte.

    zu 1: So einen Fall gab es kürzlich. Ich war da, jemand anderes nicht. Daraufhin wurde dieser zum Chef zitiert. Es sei respektlos nicht zu erscheinen, damit zeige man, dass man sich nicht mit der Schule identifiziere.

    Aus Sicht des Chefs hat er eigentlich schon ein bisschen Recht. Dem Chef geht es da wahrscheinlich um die Außenwirkung. An meiner Schule war es sozusagen Pflicht, zu gewissen allgemeinen, wiederkehrenden Veranstaltungen für Eltern zu kommen, damit die Schule nach außen besser präsentiert wird. So weit ich mich erinnern kann, waren das 2 Termine pro Schuljahr. Einige haben ihr Erscheinen ernster genommen, andere wiederum hatten meistens andere Termine an dem Abend. Nach Jahren war es mir langweilig, weil es ja fast immer dieselben Infos waren und es war dann meistens ein lästiger Termin. Da habe ich mich weder aufgeregt, noch war ich besonders erfreut. Einen Vorteil hatte es: In der Sprechstunde konnte ich auf das im Infoabend Besprochene gut eingehen.

    Ich würde mich auf jeden Fall nicht darauf verlassen, dass die Pension "nur" 3 Jahre weg ist. Das ist noch eine lange Zeit. Ich selbst war 3 Jahre vor der Pension noch voll in den Gremien aktiv und habe erst zwei Jahre davor und vor allem im letzten Jahr weniger gemacht.

    Versuche jetzt Lösungen zu finden und die Lösung nicht drei Jahre vor dir herzuschieben. Die Tipps von CDL, Dead Poet und Quittengelee finde ich gut.

    Du hast aber auch die Vorteile des Alters. Versuche Dinge an dir abprallen zu lassen, du bist sicher älter als die Schulleitung und hast mehr Lebenserfahrung. In den letzten Jahren habe ich auch mal öfter innerlich den Kopf geschüttelt über Maßnahmen der Schulleitung und dachte, dass es ihrer Unerfahrenheit und Persönlichkeit geschuldet ist.

    Allgemein würde ich sagen, dass man sich nicht zu sehr von dem, was die Schulleitung tut und sagt, abhängig machen soll. In meinem Kollegium gab es oft die Stimmen, dass die Arbeit zu wenig wertgeschätzt wird. Und schon hat man sich wieder innerlich abhängig von der Schulleitung gemacht. Innerlich autark zu sein finde ich wichtig. Von Gerüchteküchen sollte man sich fernhalten, so meine Devise. In diesem Zusammenhang wird oft etwas übertrieben oder subjektiv dargestellt und irgendwann glaubt man es selbst.

    Betrifft es einen selbst, würde ich versuchen, mit der Person, mit der ich das Problem habe, es zu lösen oder zumindest die Situation zu verbessern. Klug geführte Gespräche (offen, sachlich, situationsangepasst) können Situationen verbessern.

    Bezüglich des Unterrichts: Die Schüler haben eigentlich nichts mit dem zu tun, dass die Ebene "Schulleitung" nicht stimmt. Ich würde da innerlich klar abgrenzen. Bereich Schüler und Unterricht, Bereich Kollegium, Bereich Schulleitung.... Wenn man z.B. Coaching oder Supervision macht, werden die Schwierigkeiten in die betreffenden Gebiete verortet. Vielleicht findest du dennoch positive Seiten.

    Ich habe wohl zur ähnlichen Zeit wie Wolfgang Authenrieth an einer PH in Baden- Württemberg Lehramt für GHS studiert. Über das spätere Gehalt habe ich nicht nachgedacht, sondern über das Berufsbild bzw. was ich darauf evtl. aufbauend studieren kann bzw. welche Möglichkeiten ich mit dem Studium habe.

    Zum Referendariat kam ich an eine - heute würde man sagen- Brennpunktschule. Danach habe ich mir aufgrund des Praxisschocks überlegt, ob ich aufhören und ein Aufbaustudium machen soll und hatte dann aber das Glück an eine GH -Schule zu kommen, wo ich besser mit allem klar kam. Damals haben wir alle 28 Stunden Volldeputat unterrichtet, die keine familienpolitischen Gründe hatten. Meine nächste Schule war eine Grundschule in einer Großstadt. Es hat sich dann herausgestellt, dass Grundschule eher das ist, was ich möchte.

    Danach kam ich nach Bayern. Da wurden meine beruflichen Vorstellungen besonders getroffen, weil ich hier fast alle Fächer in meiner Grundschulklasse als Klassenlehrkraft abdecken konnte bzw. durfte.

    Hatte ich in Baden- Württemberg und bis über die Jahrtausendwende noch genug zusätzliche private Zeit, hat das in den letzten 10-15 Jahren immer mehr abgenommen. Immer mehr Aufgaben kamen dazu, die man als Kollegium zusätzlich stemmen musste. Ich habe dann nie mehr voll gearbeitet, weil es für mich nicht zu schaffen war. Dennoch kam ich unterm Strich auf eine Stundenwoche, die das Volldeputat trotz meiner ganzen Erfahrungen überschritten hat.

    Die Aufgaben in der Grundschule insgesamt haben viel von meinen persönlichen Vorblieben und Interessen abgedeckt - ich arbeitete nach Interesse in meinen sehr aktiven Zeiten in diversen Teams in der Schule mit. Mir war immer wichtig, dass es mir bei solchen zusätzlichen Sachen persönlich Spaß macht. Und da hatte die Schule Glück: Mir haben viele Sachen Spaß gemacht.

    Ich sehe es aber auch so wie Zauberwald: Es gibt viele Belastungsfaktoren und die muss man irgendwie handeln können. Gerade denkt man in Bayern darüber nach, weiterhin an den nicht familienpolitischen Teilzeitanträgen zu kürzen, also keine mehr zu genehmigen.

    Es gibt eine steigende Tendenz der Problemfälle in den Klassen, sowohl von den Eltern als auch von den Schülern, während die Politik gerade in letzter Zeit zu wenig nachjustiert (und es wegen Lehrermangel nicht immer kann) um den Lehrern ihre Arbeit zu erleichtern. Andererseits werden doch immer wieder Projekte von oben gefordert.

    Wie das Arbeitsfeld Schule in Zukunft aussehen wird, kann keiner voraussehen. Aber mit den jetzigen Werkzeugen, die wir haben, bleibt es bei schwierigen Schülern und schwierigen Eltern und vielem Verwaltungskram und Projekten sehr herausfordernd.

    Ich habe mir überlegt, was ich stattdesssen beruflich gemacht hätte, doch die ursprünglich angedachten Berufe würde ich jetzt auch nicht mehr machen wollen. Der Beruf der Grundschullehrerin hat, wie es sich im Lauf meines Beruflebens immer mehr offenbart hat, einfach sehr gut zu mir gepasst. Wenn ich heute die Wahl hätte, dann würde ich mir nochmals Alternativen genau anschauen, wie sie zu mir passen und wie man die Herausforderungen dort bewerten muss.

    @TE: Wie du siehst, stehe ich der Sache gespalten gegenüber:

    Einerseits hat der Beruf für mich gepasst, andererseits sieht die Entwicklung im Augenblick so aus, dass es immer mehr Dinge gibt, die sich als zunehmend belastend herausstellen können.

    Du gewinnst einen besseren Einblick, wenn du das Referendariat machst. Von Personen würde ich meinen Eindruck nicht abhängig machen, denn es gibt überall verschiedene Persönlichkeiten. Nach dem Referendariat kommt man in der Regel so oder so an eine neue Schule.

    Wie und wo hat der Beruf eurer Eltern- gleich ob diese nur letztlich Lehrkräfte waren oder nicht- spürbar in eurem Leben ausgewirkt? (Beruf bitte nennen, damit wir möglichst viel zum Mitschmunzeln oder auch Nachdenken bekommen.)

    Beruf eigentlich weniger, sondern das, was ich in der Kindheit so mitbekommen habe. Meine Eltern haben beide einen bäuerlichen Hintergrund. So halfen sie oft noch ihren Eltern, wenn bäuerliche Arbeiten anstanden. Meine Eltern hatten ein paar wenige Felder, die sie zuerst um Geld zu sparen und später hobbymäßig - wir hatten große Vorräte von geernteten Sachen - bewirtschafteten. Als Kind war ich bei den Arbeiten auf dem Feld oft dabei und wir spielten, als wir noch jünger waren, z.B. zwischen Rüben, die von den Großeltern in Handarbeit bearbeitet wurden und erfanden die interessantesten Spiele auf einem normalen Acker. Irgendwie hat sich da Fantasie entwickelt, so mein Eindruck. Als wir älter waren, mussten wir allerdings mit aufs eigene Feld helfen, wovor wir uns leider nicht drücken konnten ("Mit aufs Feld müssen" war ein Dauerthema - Ausnahme war, wenn wir rumjammerten, dass wir so viel für die Schule tun müssen), denn das war manchmal ganz schön anstrengend. Man sagt mir viel Durchhaltevermögen nach. Vielleicht habe ich es hier gelernt?

    Meine Mutter hatte z.B. die Fähigkeit, banale Sachen, Wanderungen und vieles spannend zu machen. Ich habe mich z.B. gefreut, dass wir bei einem Picknick an einen idyllischen Ort eine Dose (die gab's bei uns nie) auf dem Spirituskocher erwärmt haben. Ich rieche jetzt noch den Spiritus, so hat sich das bei mir eingeprägt. (Sarek hat mich bei seiner Schilderung daran erinnert.)

    Als Lehrerin zeigte sich oft mein besonderer Bezug zur erlebten Natur und dem bäuerlichen Leben. Wenn z.B. in der Schule die Jahreszeiten anstanden, erinnerte ich mich besonders an die Erlebnisse auf dem Bauernhof und in der Kindheit. Gerade Grundschullieder- und Lesetexte erinnerten mich daran. Meine Naturverbundenheit nahm in der Kindheit den Anfang.

    Gewisse Charaktereigenschaften von meinem Vater finde ich schon mir. Nach einer Drogerie -Lehre schulte er um (das müssen so 2-3 Jahre gewesen sein) und war dann schlussendlich Beamter in einem Amt. Sein privates Schriftwesen hielt er im wahrsten Sinne des Wortes gut in Ordnung. Er hatte nämlich viele Ordner. Diese Art von Ordnung ist bei mir dasselbe und auch bei meinen Schülern war mir Ordnung und Übersicht nicht gleichgültig.

    Mein Vater war zusätzlich noch Hobbymusiker und förderte bei meinen Geschwistern und mir die musikalische Ausbildung. Das hat mich ganz schön geprägt, denn ich habe Musik als Fach studiert. Das Üben war als Kind manchmal lästig, aber jetzt finde ich es toll, dass ich so aus dem FF Musik machen kann.

    Meine Eltern wollten mich übrigens trotz guter Noten in der Grundschule auf Anraten meines Klavierlehrers, der Realschullehrer war (ich war nicht immer die fleißigste Klavierschülerin), auf die Realschule schicken, denn ein Mädchen heiratet so oder so. ;) Ich bin meiner Grundschullehrerin sehr dankbar, dass sie sich für mich eingesetzt hat, damit ich aufs Gymnasium komme. Mein Vater sagte zu mir - seine Worte höre ich jetzt noch: "Ich kann dir höchstens in der 5. oder 6. Klasse helfen, mache mir später keine Vorwürfe." Er hat meine Aufsätze mit seinem Beamtendeutsch korrigiert, denn ich hatte einige Schwierigkeiten im Ausdruck, weil wir Dialekt sprachen und ich das Hochdeutsche nur aus Büchern und aus der Schule kannte. Das Fernsehen steckte noch in seinen Anfängen. Meine Mutter hat mir aber auch geholfen, obwohl sie nur die Hauptschule gemacht hat. Sie hat mit mir als erstem Kind aufgehört in einer Fabrik zu arbeiten. Man konnte immer zu ihr kommen und sich abhören lassen. Lerntechniken waren ja damals noch nicht so bekannt.

    Meine Mutter war sozial eingestellt (sie half in der Kirchengemeinde mit) und hasste Streit und Auseinandersetzungen. Sie wollte mit allen Nachbarn gut auskommen und hat alle Versuche, die in Richtung Missgunst und Streit gingen, abgewiegelt. Natürlich ist sie, als wir Jugendliche waren, um Auseinandersetzungen mit uns nicht herumgekommen, denn da hatten wir unseren eigenen Kopf.

    Die soziale Ader habe ich wahrscheinlich durch sie mitbekommen und Streits zettele ich auch nicht unbedingt an.

    Kindheit und Eltern haben mich geprägt, es gibt Ähnliches, aber auch Verschiedenes. Man entwickelt sich weiter, trifft Menschen, die einem wieder neue Impulse geben usw. Man bleibt nicht stehen. Außerdem entdecke ich Dinge an mir, wo ich keine Ahnung habe, wo das herkommt (von früher).

    Hallo zusammen,

    ich habe im Rahmen meines Studiums mittlerweile einige Praktika gemacht, die mich teilweise bestärken und teilweise extrem verunsichern. Ich habe das Gefühl, dass es Lehrpersonen gibt, die von ihrer Persönlichkeit das komplette Gegenteil von mir sind bzw. von dem wie ich unterrichten würde. Banales Beispiel, aber ständiger Einsatz vom Klassentier. Ich würde mich selbst total unwohl fühlen ständig so eine „Show“ vor den Kindern halten zu müssen. Gleichzeitig habe ich sehr viel Spaß an der Arbeit mit jungen Kindern, weshalb mich solche Erfahrungen immer hin und her reißen… Was hält ihr davon? Findet ihr, dass jede Lehrkraft sehr unterschiedlich und trotzdem erfolgreich sein kann? Oder muss ich mich damit abfinden, dass solche „Spielchen“ in der Grundschule dazugehören?

    Ich schreibe es mal so: Zwingend notwendig ist es nicht, aber schön wäre es gerade für 1/2 schon, wenn man es kann. Da würde auch schon die Identifikationsfigur vom Leselehrgang oder Mathebuch und ab der 3. Klasse vom Englischbuch ausreichen.

    Hast du die Praktika eher in 1/2 gemacht? Zu den Leselehrgängen und Mathebüchern gibt es meistens eine Handpuppe dazu, weil diese Figur auch in den Büchern vorkommt. Den Einsatz finde ich dort ganz hilfreich, weil diese quasi einen Zugang zu einem Thema erleichtern können.

    Im 3./4. Schuljahr benutzen wir keine Handpuppen. Ausnahme: Englisch. Da gibt es zu den unterschiedlichen Lehrgängen eine Handpuppe, die man gerade am Anfang sehr sinnvoll einsetzen kann, weil die Kinder diese lieben und die Figur immer wieder im Buch erscheint.

    Wenn die Figur in den Büchern präsent ist, muss man mit der Handpuppe gar nicht viel machen, manchmal genügt schon allein die Anwesenheit.

    Wer absolut keine Lust und keinen Zugang zum Handpuppenspielen hat, der sollte es auch ziemlich abgespeckt machen. Bei mir war es von der Tagesform abhängig. Wenn ich keine Lust hatte (das war meistens dann, wenn ich mich mich vorher geärgert hatte), dann habe ich es sein lassen. Denn beim Handpuppenspielen muss man mit der Handpuppe frei "schauspielern". Den Kindern gefällt eine Handpuppe in Aktion sehr.

    Wichtig ist, dass du in der Grundschule die richtige altersgerechte Ansprache findest. Du hast sicher Gelegenheit bei deinen Praktika, selbst kleine Einheiten zu übernehmen. Da kannst du verschiedene Zugänge ausprobieren.

    FLIXE und fulo: Ich bin voll eurer Meinung.

    Durch das halbschriftliche Verfahren bzw. Kopfrechnen, das Arbeiten am Rechenstrich und Zahlenstrahl oder auch am (Zehner/Zwanzigerfeld)/Hunderterfeld wird die Zahlenvorstellung entwickelt. Das kann das Stellenwertrechnen gar nicht leisten. Wenn man zu früh schriftliche Rechenverfahren einführt, dann leidet, wie schon geschrieben wurde, die Zahlenvorstellung, die dann übrigens auch eine Fehlerquelle bei den schriftlichen Verfahren werden kann.

    Wenn Schüler später zu mechanisch rechnen, sehen einige auch bei den schriftlichen Verfahren nicht, dass das Ergebnis gar nicht stimmen kann. Wichtig ist aber auch bei den schriftlichen Verfahren immer wieder das Überschlagen und das Einschätzen der Größenordnung der Ergebnisse.

    Im Alltag sollte man zudem die Größenordnung von Zahlen einschätzen können.

    Ich sehe aktuell gerade bei einem Schüler: Zahlenraum Million: Er hat sich angewöhnt, im Kopf "schriftlich" zu rechnen. Dabei entgehen ihm Fehler bezüglich der Größe der Zahlen. Außerdem meint er z.B, dass 350 000 + 750 000 eine Million ergäbe, weil er zu sehr auf die Stellen fixiert ist.

    Nachfrage: Wann passieren denn diese Vorfälle? Während der Pause oder vor oder nach dem Unterricht?

    Falls während der Pause: Warum bekommt eigentlich der Schüler nicht umgehend ein Pausenverbot, wenn ein Schulausschluss zu lange dauert? Selbst an der Grundschule bis Klasse 4 erhalten an meiner Schule solche Schüler Pausenverbot und verbringen währenddessen die Pause unter Aufsicht des Sozialarbeiters. Es erfolgen einige Gespräche.

    Die Schule müsste sich umgehend Maßnahmen für Akutfälle (dringend notwendiger Pausenausschluss - wer führt Aufsicht?) überlegen.

    Gibt es noch mehr Erfahrungswerte bezüglich der Vergütung der Nachhilfe? Ich bin jetzt selbst in der Verlegenheit, dass ich im Ruhestand von Bekannten gefragt wurde, ob ich bei einem Viertklässler Nachhilfe geben könnte, bis sich das Kind wieder freigeschwommen hat. Erst wollte ich es mir unverbindlich anschauen und nichts verlangen, aber sie wollen mir unbedingt etwas bezahlen.

    Was du in Beitrag 197 schilderst, Finnegans Wake, bekomme ich so auch mit, und zwar von Groß- und Kleinbauern und auch von Biobauern. Bürokratie, Vorschriften, Ganzjahresarbeiten ohne Urlaub, weil es schlecht eine kompetente Hofvertretung gibt.

    Ein Beispiel für solche Vorschriften: Bei uns gibt es sogenannte "Eierhäuschen", wo man Eier selbst abholen kann. Eierkartons kann man nicht zurückgeben, weil der Erzeuger die einmal gebrauchten Eierkartons, die wie neu aussehen, nicht wieder befüllen darf.

    Mit was sollen die Bauern sonst ihre Felder bestellen? Traktoren ohne Diesel gibt es kaum und die E- Fahrzeuge sind, wie mir eine befreundete Bäuerin sagte, in der Anschaffung viel zu teuer. Um den Diesel zu vermeiden, müssten die entsprechenden Fahrzeuge entwickelt und subventioniert werden.

    Heute Morgen 8.30 Uhr: teilweise vereiste Schneedecke auf der Landstraße (wahrscheinlich kommt der Räumdienst schlecht wegen der Bauernproteste durch), Traktoren und Kleinfahrzeuge fahren im Schritttempo mit Abstand, koordinieren sich mit Handy, entnervte Autofahrer überholen riskant, Kreisverkehrauf- und abfahrten werden in Minutenabständen blockiert, riesige Autoschlange. War überrascht, die Proteste waren in dieser Gegend nicht angekündigt. Bin extra eine normalerweise mäßig befahrene Landstraße gefahren, weil ich dachte, dass die Schnellstraße eher blockiert wird.

    Ich habe folgende Materialien abzugeben:

    1) 12 x Gruppenampel TimeTEX, 2 € pro Stück siehe: Beschreibung

    2) Oldenbourg- Verlag: Stars-Ting- Stift 5 €

    3) Hörspiel- CDs: Der kleine Wassermann Teil 1 (1 €), Der kleine Wassermann Teil 2 (1€), Jim Knopf findet's raus (1 €)

    4) Was ist was? Deutschlandquiz mit 58 Fragekarten (Blechdose) 2 €

    5) Ravensburger London Memory, 24 Teile, 2 €

    6) Mildenberger: Punkt mal Punkt, spielend das Einmaleins trainieren: 6 €

    7) Bist du fit? Mathespiel- Hunderterraum, 10 € siehe Produktinformation

    8 ) 2x Compra Laminiertaschen (Laminierfolien) je 100 Stück, transparent, Betzold Verlag, A5, 150 mic (2x75 mic), noch eingeschweißt, pro 100 Stück 2,50 €

    Ich kann die Materialien verschicken, dann würde das Porto je nach Versandart anfallen. Wenn ihr bei mir in der Nähe wohnt, könnt ihr es auch persönlich abholen. (Südbayern)

    und wie ist es denn mit der einhergehenden Pflicht zum Auto?

    (und sorry schon im Vorfeld fürs Fragen, tue ich trotzdem)
    Das klingt nach "jetzt müssen wir jemanden finden". Angenommen, alle, die noch nicht dran waren, haben Kinder und es gibt ein paar Kinderlose im Kollegium, die es aber schon gemacht haben. Sind "ich habe Schulkinder", "ich pflege die Cousine meiner Schwiegermutter" usw.. Abwehrgründe oder es ist eine tickende Zeitbombe und man ist auf jeden Fall mal dran?
    (und zwar nur einmal)

    Ohne Auto kommt man in meinem Landkreis nicht weit, bei uns haben alle KollegInnen ein Auto. Als mobile Reserve rechnet man die Fahrtkosten ab.

    Ja, man vielleicht mal Gründe, wieso man in einem oder anderen Jahr das nicht machen kann, aber es entkommt keiner. Das Lehrerleben ist lang. ;)

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