Beiträge von Caro07

    Interessant, wie in anderen Ländern der Religionsunterricht stattfindet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht

    Hätten wir die Trennung von Staat und Kirche, müssten wir diese Diskussion nicht führen. Dann gäbe es in der Schule evtl. nur ein Fach wie Ethik oder Philosophie, wo man sich u.a. mit den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften befasst.

    Lustigerweise könnte man einen Bogen zum Threadtitel schlagen: Durch die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, der als Erstes die Bibel druckte, bekamen nun mehr aus der Bevölkerung die Chance, lesen zu lernen.

    Kurze Zwischenfrage: Sind hier Lehrkräfte aus Bayern? Wird da immer noch jeden Morgen mit der Klasse gebetet und vor jeder Relistunde?

    So weit ich weiß, betet bei uns niemand am Anfang - das wäre mir neu, wenn das jemand täte, ich habe noch nie etwas diesbezüglich mitbekommen. Fände ich auch ein bisschen kompliziert- wir haben einige Ethikkinder und muslimische Kinder.

    Im Religionsunterricht gibt es am Anfang ein Ritual - Besinnungstexte oder beten. Ich könnte mir allerdings schon vorstellen, dass diejenigen, die Religionsunterricht geben, auch mal so in der Klasse am Morgen etwas zur Besinnung, das ein bisschen einen religiösen Charakter hat, einfließen lassen.

    Ich finde solche Projekte auch total wichtig und fände es wirklich schlimm, wenn esndiese nicht mehr gebe. Lernen findet auf so viele Ebenen statt, nicht ausschließlich auf der Formalen. Aus so manchem Projekt nimmt ein Kind möglicherweise so viel für sich und sein Leben mit, wie es der normale Unterricht gar nicht bieten kann.

    Prinzipiell schon, aber es muss mit Augenmaß geschehen. An meiner Schule ist es dann so, dass man klassenintern weniger Lerngänge machen kann, weil ständig was von der Schule aus ist. Wenn man öfter Zeit für Projekte freischaufeln muss, artet es dann unterrichtlich so aus, dass man zwangsläufig Sachen nur noch durchziehen kann und auf schöne, aber auch zeitraubende Unterrichtsphasen verzichten muss. Wir hatten einmal eine Schulleitung, die eher den Schwerpunkt hatte, die Qualität des Unterrichts zu steigern. Das fand ich besser.

    Hier in NRW ist „trimmen“ negativ konnotiert. Meinst du das so oder ist das in Bayern anders? Ich höre meine Kinder über das gesamte Schuljahr hinweg vielleicht zwischen 30 Minuten vorlesen. Das finde ich gerade beim Schreiben gar nicht sooo wenig. Aber das ist kein Lesetraining, kein Vermitteln von Lesekompetenz. Es ist Vorlesen von Hausaufgaben, Aufgabenstellungen und Texten. Für Lesetraining, für Vermitteln von Lesekompetenz in Gruppen, die kleiner sind als meine gesamte Klasse, gibt es keine einzige Minute.

    Ich wollte damit ausdrücken, dass es schade wäre, wenn man das durchweg motivierende und sinnvolle Fach Englisch gegenüber mehr Übungsmöglichkeiten im Lesen aufgeben würde. Vorher sollte man andere Lösungen suchen.

    Kann jeder sagen, dass das Schuljahr so abläuft, dass nicht irgendwo Zeit verschwendet wird?

    Ich empfinde einige Projekte unnötig, die teilweise eine ganze Woche kosten bzw. einige Stunden in anderen Fächern, z.B. Malwettbewerb, Vorbereitungen auf Feiern, Umweltwoche, Zirkusprojekt, irgendwelche langwierigen Fitprojekte, Sportwettbewerbe, Alltagskompetenz - das war letztes Schuljahr vorgeschrieben. Die Projekte summieren sich ganz schön im Schuljahr zumindest an meiner Schule.

    Wenn man ehrlich ist, dann gibt es darüber hinaus noch genug unnötige Zeitfresser, die man im Auge haben kann, bevor man Englisch streicht.
    In Bayern wäre die eine Stunde Religion von 3 locker gekürzt und man hätte wieder 7 Stunden Deutsch in der Woche.

    Mit dem "Lesentrimmen" meine ich nicht das Vorlesen von Aufgaben, sondern das gezielte laut lesen Üben, also das Lesetraining. Das Lesenlernen geschah auch durch 10 minütige Lesehausaufgaben, ist heute anscheinend nicht mehr garantiert. Zum Bereich Lesen gehört viel mehr, das ist mir schon klar.

    Zum Stand des Englischunterrichts:

    Die Grundschule wollte eigentlich Grundlagen für das Sprachverständnis legen. So wie der Englischunterricht angelegt ist, halte ich das schon für zielführend. Wir arbeiten mit Hörverständnis und Rollenspielen innerhalb eines Wortschatzes, gewisse Satzfloskeln werden dadurch eingeübt. Es wird geschrieben, gesprochen, gehört, gelesen. Ich fand es sinnvoll und eine gute Vorbereitung für das Verständnis der Sprache in der Sekundarstufe.

    Meine Tochter hatte in der Umbruchsphase kein Englisch in der Grundschule, andere schon. Die, die kein Englisch hatten, hatten große Nachteile gegenüber ihren Mitschülern, denn sie mussten sich erst mühsam in die Sprache reinfinden.

    Wenn es aber jetzt so ist, dass es zu wenig Lehrer gibt, die mit Freude und Professionalität die Sprache in der Grundschule vermitteln können, die Sekundarstufenlehrer unbedingt wollen, dass sie mit Englisch anfangen (Achtung! 1 Jahr später kommt am Gymnasium dann die 2. Fremdsprache), man meint, dass man Englisch am ehesten streichen kann und diese Stunden für Deutsch nutzt, dann muss wohl Englisch bei den heutigen heterogenen Klassen geopfert werden. Im Gegenzug gibt es mehr Lesentrimmen. Eigentlich schade, dass viele Eltern nicht mehr mit regelmäßigem Üben mitziehen. Ich würde das Fach vermissen, ich empfand es als Bereicherung.

    In Bayern hätte man noch den Spielraum, dass man das dreistündige Fach Religion/Ethik um eine Stunde und Sport (3 stündig) oder Musik (2 stündig) um eine Stunde kürzt.

    Ich kann mich erinnern, als der Englischunterricht an bayerischen Grundschulen eingerichtet wurde. Damals ging es, wenn ich mich richtig erinnere, um das spielerische Heranführen an Fremdsprachen im Allgemeinen, also gar nicht so auf Englisch bezogen. Vielleicht ließe sich ja sowas in zeitlich reduzierter Form irgendwie erhalten.

    Ansonsten: In den Anfangszeiten kam es immer wieder vor, dass Grundschullehrer ohne Englischquali auch Englisch unterrichtet haben. Das habe ich auch kritisch gesehen, im Sinne des sprachlichen Vorbilds, das ja eine so große Rolle im Fremdsprachenunterricht spielt. Inzwischen gibt es aber ja recht viele ausgebildete Grundschullehrerinnen mit Fach Englisch.

    Da du von Bayern schreibst:

    Das mit dem spielerischen Herangehen an die Sprache war ein bisschen zu wenig (viele haben in der Anfangszeit nur gesungen und gespielt). Das hat man schnell erkannt, da das intuitive Sprachbad in Klasse 3/4 halt doch nicht funktioniert. Deswegen hat man in den Englischunterricht mehr Niveau reingebracht (u.a. auch, nachdem man gemerkt hatte, dass die Anschlüsse an die weiterführenden Schulen überhaupt nicht stimmen) und nur noch auf Englisch kanalisiert.

    Da man viel Wert auf die mögliche Einsprachigkeit legte, musste man von Anfang an in Bayern für die Grundschule einen mündlichen Sprachtest machen, den nicht alle bestanden. Die Bewertung unterlag einem Punktesystem und man musste eine gewisse Anzahl von Punkten erreichen. Wenn man in einem Bereich etwas schwächer war - Aussprache, Grammatik oder Wortschatz - wurde einem eine sprachliche Fortbildung ans Herz gelegt. Außerdem machte man im Anschluss an die Prüfung einen Vollzeit- Didaktikkurs - also Fortbildung den ganzen Tag - ich glaube, meiner war eine Woche lang. Den fand ich sehr gewinnbringend. Da hat man sich von den Organisatoren schon ins Zeug gelegt, uns gut fortzubilden - mit didaktischen Ansätzen, native speakers und Unterrichtshospitation. Zusätzlich hat man noch Sprachaufenthalte für Englischlehrer in England angeboten.

    Interessanterweise musste man für die Mittelschule keine Eignungsprüfung machen, sich aber über bestimmte Englischmodule fortbilden.

    Die ursprüngliche Intention war, dass man den Englischunterricht beim Klassenlehrer (der die Eignung hatte) belässt, damit man immer mal wieder kleine Module im Unterrichtsalltag einbauen kann. Es war nicht unbedingt gefordert, volle 45 Minuten Englisch zu machen. Ich fand das gut, ich habe das auch so gemacht und es hat den Unterrichtsvormittag zusätzlich rhythmisiert. Der Vorteil war, dass ich im Klassenzimmer eine Englischwand hatte, Englischmaterialien in der freien Arbeit benutzt werden konnten und ich im Wochenplan Englischaufgaben einbaute. Das bereicherte das Angebot. Da nicht alle den Eignungstest machen wollten, war man dann zusätzlich gezwungen, in anderen Klassen Englisch zu unterrichten, da musste man dann die Englischstunden komplett dann machen, wenn sie stundenplanmäßig dran war.

    Ich war jemand, der Englisch sehr gern unterrichtete und ich hatte durch einige Reisen in englischsprachige Länder und grundsätzlicher Freude eine englisch zu sprechen auch einen emotionalen Bezug zu dem Fach. An Kolleginnen, die den Eignungstest mit didaktischer Fortbildung machten, gab es solche und solche: Manche waren eher so wie ich, anderen war Englisch eher lästig, hatten aber auch kaum einen Bezug zur Sprache. So sah dann auch der Umgang mit dem Englischunterricht aus.

    Es gibt sie eben noch, die Pädagogischen Hochschulen. Umso weniger verstehe ich die latente Empörung. Es *ist* doch bereits so, dass man keine Allgemeine Hochschulreife fürs Lehramt Grundschule braucht.

    Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, Fachhochschulreife:

    Mich wundert, dass es den Begriff "fachgebundene Hochschulreife" überhaupt noch gibt. Vor der Oberstufenreform war es das sogenannte "Schmalspurabitur" in Baden- Württemberg mit einer statt zwei Fremdsprachen, die im Abitur schriftlich geprüft wurden. Früher war es dann so, dass man die 2. Fremdsprache nachprüfen lassen konnte oder nach einer gewissen Studienzeit automatisch die allgemeine Hochschulreife hatte.

    Wenn ich in Wiki nachlese, ist die fachgebundene Hochschulreife ebenso definiert. Ein quasi "kleineres" Abitur, das nur zum Studium bestimmter Fächer berechtigt.

    Für das Grundschullehramt braucht man auch an einer PH das normale Abitur, also die allgemeine Hochschulreife - was immer das heutzutage heißt beim Kurssystem - oder die fachgebundene Hochschulreife (fachgebundenes Abitur). Abitur braucht man auf jeden Fall.

    Der Begriff ist nicht zu verwechseln mit der "Fachhochschulreife", die man früher (keine Ahnung ob heute auch) nach der 12. Klasse, also ein Jahr vor dem Abi erreicht hatte. Damit konnte man früher so Fächer wie Heilpädagogik studieren (hatte mich nämlich mal interessiert). Da geht man auf eine Fachhochschule, die kein "großes" oder "kleines" Abitur verlangt.

    An der PH Heidelberg kann man heutzutage damit anscheinend Elementarpädagogik studieren (also Erzieherin).

    Als ich an der PH Freiburg studierte, konnte man machen: Lehramt für Grund- und Hauptschulen, Lehramt für Realschulen und Diplompädagogik. Zugangsvoraussetzungen je nach Studiengang: allgemeine Hochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife. (Bestimmte musische Fächer verlangten zusätzlich eine Aufnahmeprüfung, wie heute auch: Musik, Sport, Kunst) Die fachgebundene Hochschulreife konnte man früher hauptsächlich an den dreijährigen Gymnasialzügen (Klasse 11-13) erreichen, die sich an den Realschulabschluss anschlossen.

    Mit einem Bachelor im dualen Studium (vgl. Finanzverwaltung) wirst du dann aber auch nur in A11 eingruppiert. Und bei A12 ist üblicherweise Ende der Laufbahn.

    Und schon von daher muss das Grundschullehramtsstudium an der Uni bleiben. Es wäre wieder ein Sparmodell und die Bezahlung wäre weiter ungleich, nämlich so lange man die Bezahlung an der Ausbildung bzw. an der Art des Studiums festmacht.

    ISD

    Wir hatten schon öfter grundschulbezogene Fortbildungen an der Uni von verschiedenen Lehrstühlen - es ging um wissenschaftliche Hintergründe und die Vermittlung im Unterricht. Diese hätten ebenso in einer pädagogischen Hochschule stattfinden können, ich sah da keinen Unterschied. Mein Eindruck verstärkte sich durch Dozenten, die von der Uni an unsere Schule kamen und ihre Studenten betreuten. Ich glaube, dass hier in Bayern die pädagogische Hochschule, so wie ich sie aus Ba-Wü kannte, einfach in der Uni aufgegangen ist. Es sind viele Lehrer als Lehrbeauftragte an der Uni.

    Bis auf den letzten Satz stimme ich dir zu, kleiner gruener frosch

    Ob es unbedingt auf Mathe ankommt, weiß ich nicht. Erst der Jahrgang nach mir hatte die Oberstufenreform. Wir haben noch sozusagen das Allroundabitur gemacht. Integral- und Differenzialrechnung usw. haben wir gemacht, wir haben mit Rechenschiebern gearbeitet - viel weiß ich nicht mehr davon. Aber irgendeine Grundlage wird es schon gelegt haben; auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht- sofern ich irgendeine Idee hatte (Mathe fiel mir nicht leicht), Lösungen für Aufgaben zu finden, das habe ich davon mitgenommen. Für Mathe Grund- und Hauptschule, das ich nicht als Fach studiert und nur didaktisch im Studium gestreift habe, brauchte ich andere Sachen.

    Allerdings fand ich gut, dass ich für die Erziehungswissenschaften, Psychologie und Philosophie, die theoretischen Grundlagen in meinen fachwissenschaftlichen Fächern die sprachlichen und gedanklichen Voraussetzungen vom Abitur hatte. Länger Schule tut schon gut um sich mit bestimmten Dingen sprachlich und geistig auseinanderzusetzen. Die ganze Literatur im Studium war schon sprachlich sehr hochgestochen und teilweise schwierig. Ohne Abi hätte ich mich da schwer getan.

    Dadurch, dass der Trend dahin geht, das Abitur zu vereinfachen, bin ich auf jeden Fall der Meinung, dass man man das Abitur als Voraussetzung zum Studium braucht.

    Zu meiner Zeit wurden viele Lehrer, es gab Lehrerüberschuss, als ich fertig war - bei uns hieß es noch so: Du studierst Grund- und Hauptschullehramt mit zwei fachwissenschaftlichen Fächern, hast Abitur und bist auch ohne explizites fachwissenschaftliches Studium in fachfremden Fächern in der Lage, alle Fächer bis Klasse 9 zu unterrichten. Dafür geben wir euch das didaktische Knowhow. Im Fach "Unterrichtsplanung" an der PH haben wir z.B. Unterrichtsentwürfe von Klasse 1-9 in sämtlichen Fächern exemplarisch erstellt.

    Noch eine Bemerkung zum Nichtabitur:

    Wir hatten öfter einmal Fortbildungen zusammen mit Erzieherinnen vom nahegelegenen Kindergarten. Diese haben eine verhältnismäßig lange Ausbildung und man meint, sie hätten gezielte und gute fachwissenschaftliche Kenntnisse. Wir gingen ganz unvoreingenommen in diese Fortbildungen, aber dennoch war ein Niveauunterschied auffällig. Irgendwie war da bei vielen die Durchdringung und der Überblick nicht so wie bei uns.

    Worin bestehen die wesentlichsten Unterschiede und inwiefern berücksichtigt Ihr das bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht selbst?

    Meine Gedanken/Erfahrung:

    Im Prinzip kann man es so sagen: Man muss sich auf mehr Heterogenität bei Schülern und Eltern, Stundenkürzungen und größere Klassen wegen Lehrermangel einstellen.

    Die Konsequenz daraus ist, dass man sich mehr mit Spezialfällen auseinandersetzen muss und am besten entsprechend professionelles Wissen aneignen muss, wie man am besten damit umgeht. Es werden einem diverse Lösungsmöglichkeiten angeboten, man muss das heraussuchen, was einem am besten liegt.

    Ich habe es immer so gemacht, ich habe mich dann damit beschäftigt, wenn es aktuell war. Profilaktisch sich vorbereiten ist schwierig, es sei denn, man hat die Möglichkeit am Unterricht im Vorfeld zu hospitieren. Das würde ich dir vorschlagen. An meiner Schule sind Hospitierende und Praktikanten gern gesehen, weil man sie zur Unterstützung heranziehen kann.

    Ich finde schon, dass man mindestens 1 Fach, aber am besten 2 Fächer fachwissenschaftlich studieren sollte, auch wenn man die Inhalte nicht unbedingt mehr braucht. Durch das fachwissenschaftliche Studium von Fächern, die mir lagen, habe ich gelernt, tiefer in die Materie vorzudringen. Das, was man dadurch gelernt hat, kann man indirekt auf andere Fächer übertragen, z.B. Herangehensweisen, Strukturen schaffen usw., hilft auch bei der fachfremden Unterrichtsplanung.

    In manchen Bundesländern allerdings scheint wohl das Studium von fachwissenschaftlichen Inhalten überfrachtet zu sein, die unnötig sind. Für das Grundschullehramtstudium finde ich wie auch für die Förderschule und die Hauptschule wichtig, dass man das ganze pädagogische und psychologische Spektrum möglichst vertieft studiert. Und da gibt es viel zu tun, das ist nicht nach 6 Semestern abgehakt. Hintergrundwissen ist für professionelles Handeln in heterogenen Klassen mit unterschiedlicher fordernder Elternschaft wichtiger denn je.

    Im Studium habe ich persönlich an der PH in den 70igern nur die Grundlagen dazu gelernt - viel pädagogisches- philosophisches - das wirkliche Praxiswissen musste ich mir berufsbegleitend immer wieder in Fortbildungen aneignen. Heutzutage gehören die ganzen (auch neu erforschten) Gebiete in das Studium. Beim dualen Studium lernt man die Praxis von einer Lehrkraft, die ihre eigene Sichtweise hat. Deswegen finde ich das nicht unbedingt so gut, sondern die diversen Grundlagen von Pädagogik, Psychologie, Möglichkeiten der individuellen Förderung, Umgang mit heterogenen Klassen sowohl vom Sozialverhalten als auch von den Lernzugängen sollten überblicksweise im Studium erfahren werden, damit man mehr Einblicke hat.

    Bayern finde ich auf einem guten Weg: ein wissenschaftliches Fach, Studium der Erziehungswissenschaft, Grundschuldidaktik/-pädagogik und 3 weitere Didaktikfächer, dazu diverse Erweiterungsmöglichkeiten. Die Regelstudienzeit von 7 Semestern finde ich zu kurz, denn die Studenten wissen oft nicht viel, wie man auf Fälle in der heterogenen Klasse eingeht bzw. es fehlt an Wissen, Dinge einzuordnen. Praktika gibt es einige - ich glaube es sind 4 unterschiedliche, teilweise sind die Studenten im Block an der Schule und teilweise an einem Wochentag.

    An meiner Schule machen es viele in Klasse 3/4 so:

    Wir lassen eine Anzahl der Wörter, die im Deutsch-Lehrwerk (z.B. Sprachbuch, Rechtschreibarbeitsheft oder auch einmal in Sachkunde) vorkommen, nach einem System nochmals extra üben. Dabei orientieren wir uns an dem offiziellen Grundwortschatz und an einem Aufbauwortschatz von häufig vorkommenden Wörtern.

    Ich finde es gut, wenn quasi aktuelle Wörter nochmals extra eingeübt werden. Da hat jeder sein eigenes System. In Bayern lassen viele LehrerInnen die Wörter auf verschiedene Arten üben, die teilweise auf grammatische Besonderheiten oder Rechtschreibregeln eingehen. Guck mal bei 4 teachers oder Grundschulblogs, da gibt es bestimmt Vorschläge.

    Ich selbst habe von Zeit zu Zeit eine Liste der zu übenden Wörter herausgegeben (die waren hauptsächlich aus dem aktuellen Sprachbuchkapiteln in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik herausgenommen) und da vor allem aufs Diktieren der Wörter Wert gelegt, weil sie ja vorher schon auf Rechtschreibphänomene untersucht wurden. Dennoch gab's auch Übungen wie oben beschrieben - also zu den Wortarten, zu Vor- und Nachsilben, zu Rechtschreibregeln usw. - und auch einmal Nachschlagübungen im Wörterbuch.

    Sie nähren überhaupt nichts, sie werden ja gar nicht gesehen. Ich wiederhole: Das Video hat keine 30000 Aufrufe, niemand interessiert sich für Herrn Krötz.

    Bei News 4teachers gibt es einen Artikel darüber. Wenn man sich die Kommentare dazu anschaut, ist nämlich genau das eingetreten, was ich befürchtet habe. Es gibt Gegenkommentare, aber auch erstaunlich viel Zustimmung, auch von angeblichen Lehrern. So überzeugt bin ich allerdings bin ich nicht, ob diese Kommentare von Lehrern stammen.

    Ich habe das Gefühl, dass die Schüler:innen teilweise gar keine Verständnis für Zahlen haben. Ich glaube, dass die meisten zwar wissen, dass die Antwort auf die Frage "Was ist 3 mal 5?" "15" ist, aber nicht wieso. Also, die können sich dann gar nicht vortsellen, wie z.B. 3 Päckchen mit jeweils 5 Äpfeln nebeneinander stehen. Mein Gefühl ist, dass da entweder viel Wissen aus der Grundschule gar nicht angekommen ist, oder aber, wieder vergessen wurde. Ich sehe bei meiner Tochter (2. Klasse), dass viel zur Visualisierung von Zahlen gemacht wird, sehr viel wiederholt und gefestigt wird etc.

    Das ist schlecht zu erklären, gerade weil wir in der Grundschule sehr viel (im Vergleich zu "früher", also vor 1980) sehr viel visualisieren, im Lauf der Jahre mit steigender Tendenz. Sogar bei der Wiederholung der Zahlenräume im neuen Schuljahr wird noch einmal visualisert. Außerdem machen wir immer wieder Einschätzungsaufgaben um die Zahlenvorstellung zu trainieren.

    Vielleicht ist der Abstand zu groß, dass nur noch die abstrakten Rechnungen mit der Zeit hängen bleiben. Vielleicht sollte man in der Konsequenz in der Sekundarstufe die Visualisierung ab und zu wieder aufgreifen, damit es nicht verloren geht.

    Hier wurden schon einmal die Thesen von ihm den Unterricht die Sekundarstufe betreffend diskutiert, wo man das Gefühl hatte, dass etwas dran ist an seinen Thesen.

    Für die Grundschule kann man sagen, dass das, was er behauptet, letztendlich nicht stimmt. Durch diesen Kommentar zeigt er, dass er keine Ahnung von der Grundschule hat und schlecht oder gar nicht recherchiert hat. Schon armselig, dass ein solches Schreiben eines Vertretungslehrers ohne Lehramtsstudium (aus Niedersachsen) herhalten musste. Von einer studierten Grundschullehrkraft würde er nämlich ein solches Schreiben, das so falsch liegt, nicht bekommen.

    Danke Palim für die näheren Erläuterungen zu Niedersachsen.

    Ich stimme icke zu, dass es Leute gibt, die ihm glauben, er ist bekannt und Matheprofessor. Von daher finde ich schon, dass er den Lehrern/innen durch das Behaupten von falschen Tatsachen wie auch seinen Kollegen/innen, die für die Didaktik an der Uni zuständig sind, in den Rücken fällt.

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    Seine Informationen entnimmt er hauptsächlich aus einer Zuschrift eines Vertretungslehrers, der kein Lehramt studiert hat.

    Mich hat das schon geärgert, da viele Aussagen gar nicht so stimmen und man sie nicht verallgemeinern kann, zumindest so,

    wie wir in meinem Bundesland Mathematik unterrichten und ich vermute, dass auch die anderen Bundesländer anders unterrichten wie dargestellt.

    Da irrt sich Professor Krötz. Es sollte einfach einmal ein aktuelles Grundschul- Mathebuch zur Hand nehmen.

    Den Vorschlag des Mathebuchs des besagten Lehrers finde ich aus verschiedenen Gründen rückschrittlich. Übrigens sehen die Übungshefte vom Mildenberger Verlag ähnlich aus, nur etwas motivierender und moderner aufgemacht.

    https://mathematikalpha.de/wp-content/upl…18/02/LB1_5.pdf

    Bei uns gibt es viele Direktvermarkter. Gerade habe ich in diesem Zusammenhang diesen Song entdeckt:

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