Beiträge von Caro07

    Liebes Forum,

    im kommenden 3. Schuljahr bekomme ein Kind mit Down- Syndrom (nicht sehr fit) mit Schulbegleitung in die Klasse. Es handelt sich um eine große Grundschulklasse mit mehr als 26 Schülern.

    Es wird zieldifferent unterrichtet. Die Zusammenarbeit mit den Eltern war wohl in der Vergangenheit wegen unterschiedlicher Sichtweisen nicht einfach.

    Mir wäre es recht, wenn ich von einigen, die damit Erfahrungen haben, einige Impulse bekäme, indem sie von ihren Erfahrungen - positiv und negativ - berichten würden, damit ich selbst für mich eine Strategie finde. Aspekte:

    - Differenzierung

    - Möglichkeiten der Inklusion

    - Umgang mit Eltern und Vereinbarungen

    - Worauf ist zu achten?

    Vielen Dank!

    An meiner Schule ist jemand, der nach dem Referendariat umschult und nun fertig ist. Bayern bietet Umschlungsmaßnahmen für diejenigen an, die nach dem Referendariat erstmal keine Stelle bekommen. Ich kann mir die Kollegin schlecht am Gymnasium vorstellen, sie ist irgendwie die geborene Grundschullehrerin.

    Aber die Hintergrundgeschichte ist folgende: Sie wollte Grundschullehramt studieren, kam aber wegen des Numerus clausus nicht rein. Dann hat sie zwei Fremdsprachen fürs Gymnasiallehramt studiert. Das Studium hat ihr wohl Spaß gemacht und das Unterrichten am Gymnasium auch. Noch besser gefällt es ihr an der Grundschule, weil man da nach ihrer Aussage wirklich "Lehrer" im Sinne von "pädagogisch" sein kann. Sie ist in Jahrgangsstufe 1/2.

    OT: Ist die SAS zugelassen? Die ist in Sachsen vorgegeben und ich finde sie ideal.

    Ebensfalls OT: Ja, es sind in Bayern die VA und die SAS zugelassen. Die Lehrerkonferenz beschließt, welche Schrift in der Schule verwendet wird. In Ketfesems Schule ist es die VA.

    An meiner Schule haben wir uns für die SAS entschieden. "Ideal" finde ich die SAS nicht, denn sie hat auch ihre Schwächen, aber in den Abläufen und bei vielen (nicht allen) Buchstaben wesentlich besser als die VA. In meinen Augen ist die SAS die beste Wahl von den drei Schriftarten VA, SAS und LA.

    Am besten wäre ein Mix von LA, SAS und VA. Von jedem das Beste! Ich kenne alle 3 Schriften und habe alle unterrichtet.

    Zum einen finde ich es super, dass du so arbeiten möchtest. Grundsätzlich würde ich sagen: Probiere es aus und schau dann, wo du optimieren kannst.

    Hier meine Vorschläge:

    Phase 1: Ich sehe die anfänglichen 10-15 Minuten auch als Arbeit am Stoff. So wie ich verstanden habe, ist die erste Phase die Einführungsphase und die 35 min sind die Übungsphase. Das bedeutet, dass die SuS sich 50 min mit dem Stoff beschäftigen.

    Phase 2:

    Die Phase 2 (Rückblick) würde ich streichen, weil du im Prinzip dasselbe schon in Phase 5 und 6 gemacht hast.

    Die Planungsphase für "heute" : Das Ziel ist, dass die SuS sich vorher Gedanken machen sollen, wie sie heute ihren Stoff einteilen. Gymnasialschüler in der Grundschule haben das sehr fix im Überblick. Ich denke, dass es da kein Gespräch mit dem Nachbarn braucht. Man könnte das einfach als Arbeitsweise von Phase 4 an den Anfang stellen. Z.B. Auftrag: Überlege dir, wie du heute vorgehst. Mache einen kurzen Plan mit geschätzter Zeit, bevor du mit dem Arbeiten beginnst. Da könntest du ein AB vorgeben, das tabellarisch den folgenden Inhalt hat:

    Thema: geschätzte Zeit: Arbeitsweise: (EA/PA)

    Da könntest du gleich die Selbstreflexion mit einbauen: tatsächliche Zeit: Schwierigkeit: Selbstkontrolle: erledigt:

    Ganz zum Schluss ein Feld für: So habe ich heute gearbeitet:

    Phase 3: Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Phase in 5 min abgehandelt ist. Deswegen würde ich da schon viel vorgeben, wie schon andere geschrieben haben. Ich habe z.B. in Mathe je nach Arbeitsauftrag schon von mir eingeteilte Mathegruppen, manchmal leistungsähnlich, manchmal heterogen oder ich lose durch ein Schnellverfahren aus (Kärtchen mit Namen ziehen und Gruppen zuordnen), was natürlich auch Zeit kostet.

    Wenn es in den "Wächterrollen" darum geht gewisse Arbeitshaltungen zu fördern, dann kannst du ja im Voraus eine Liste erstellen, wer heute dran ist, damit jeder einmal eine andere Rolle einnimmt. Unterschiedliche Rollen zu haben finde ich sehr wichtig, damit jeder die Bedeutung gewisser Arbeitstechniken am eigenen Leib erfährt.

    Wenn ich eine Gruppenarbeit gewohnte und disziplinierte 4. Klasse habe, brauche ich zum Schluss oft keine Gruppenrollen mehr.

    Phase 5: Die Selbsteinschätzung kann man gut auf den Arbeitsaufträgen schriftlich fixieren lassen(siehe oben) oder auch einmal in Phase 6 mit einbeziehen, z.B. indem man eine kommunikative Reflexionsmethode nimmt, wie Blitzlicht, anzeigen, wie man heute arbeiten konnte usw.

    Phase 6: würde ich auch kürzer gestalten und in Abswechlsung an unterschiedlichen Tagen unterschiedliche Schüler zu Wort kommen lassen.

    Hm, ich habe ein zweipoliges Headset (also Kopfhörer und Mikrophon) und die Eingänge sind beim Laptop direkt neben den USB- Anschlüssen, einen habe ich normalerweise mit der Maus besetzt. Wenn ich auf den USB- Anschluss der Maus leicht drücke, geht dieses hohe Summen weg. Doch das ist ziemlich suboptimal.

    Es ist und bleibt Gewürge mit dem Video-Chat.

    Stimmt. Wir haben für Lehrerkonferenzen extra MS-Teams eingerichtet bekommen. Es ist zwar nichts zusammengebrochen, aber das Problem war eher, dass man die Leute nicht verstanden hat. Die meisten von uns hatten so oder so das Bild ausgeschaltet. Mich hat man verzerrt verstanden, obwohl ich extra die LAN- Verbindung benutzt habe. Deswegen habe ich mit meinem Laptop einen Selbsttest durchgeführt und gemerkt, dass es an dem älteren Laptop trotz Windows10 lag. Jetzt habe ich mir ein Headset angeschafft, damit geht es besser. Nur muss ich jetzt das Touchpad statt der Maus benutzen, weil es sonst einen unangenehmen Quietschton gibt.

    Was ich damit sagen will, einiges scheint auch an den Endgeräten zu liegen.

    Hier zwei weitere Tools und eine Frage:

    bookcreator

    Nachdem ein Mitglied hier dankenswerterweise in einem Thread auf den bookcreator hingewiesen hat, habe ich diesen einmal ausprobiert. https://bookcreator.com/

    Durch dieses Tool kann man für die Schüler auch etwas "einstellen". Man kann aber auch zusammen ein ebook erarbeiten, was ich jetzt erstmal nicht im Sinn hatte. Ich habe das jetzt einmal mit Englischaufgaben gemacht, weil ich dort leicht Vokabeln einsprechen konnte.

    Frage: Learning snacks

    https://www.learningsnacks.de/#/welcome?chan…arning%20Snacks

    Durch Zufall kam ich auf dieses Tool. Hat jemand damit schon einmal gearbeitet? Das wäre noch eine Möglichkeit, das Homeschooling methodisch abwechslungsreicher zu gestalten.

    Was mir noch nicht klar ist: Kann man damit etwas erstellen, ohne dass es öffentlich einsehbar ist?

    Neuste Studie, heute auf mehreren Seiten zu lesen: Wer viele Killer T- Zellen im Blut hat, die das Virus abtöten können, hat weniger schweren Verlauf. Es wird beschrieben, unter welchen Bedingungen man zu wenig dieser Zellen ausbildet und anfanghaft, was man dafür tun kann, damit man solche Zellen bildet. Es werden auch evtl. Therapieansätze beschrieben.

    https://www.n-tv.de/wissen/Bluttes…le21838843.html

    ist in die Schweiz verschwunden zum Studieren, dann irgendwo versumpft

    Interessanter: Mein erster wirklicher Kumpel, mit dem ich immer über die deutsche Spießgesellschaft geschimpft habe, hat dieser nach absolviertem Hochschulmusikstudium tatsächlich den Rücken gekehrt. Er ist nach Indien, hat dort jahrelang bei einem Meister eine besondere Flöte spielen gelernt und ist jetzt irgendwo im europäischen Ausland Professor für diese Art von Musik (Symbiose europäische und indische Musik) und engagiert sich sozial für einige Projekte in Indien. Ich fand das mutig von ihm, das so zu machen.

    Und nochmals dieselbe Frage.

    Bei uns werden die Schüler nur vom Klassenlehrer unterrichtet, damit die Gruppe fest bleiben. Deswegen ist das nicht möglich, in der Grundschule im Augenblick Englisch einzufordern, denn Englisch können nur diejenigen unterrichten, die das eben können und die Erlaubnis dazu haben. Die Kernfächer kann jeder an der Grundschule unterrichten.

    Wer Englisch so oder so unterrichtet, der kann es mit einbeziehen. Wir sollen hauptsächlich die Hauptfächer unterrichten, können aber durchaus andere Fächer unter Auflagen miteinbeziehen. Sport ist nicht erlaubt, Musikpraxis auch nicht und in Kunst dürfen keine gemeinsamen Materialtische benutzt werden. Also geht auch noch Musitheorie und eingeschränkt Kunst. Englisch ist auch eingeschränkt, da man keine Lieder, keine Dialoge und sonstige praktische Übungen machen kann. Ich mache im Präsenzunterricht vornehmlich Deutsch und Mathe - da sind wir ganz gut im Stoff - und teile die HSU- Stunden mit Englisch. Es sind ja nur 3 Unterrichtsstunden am Tag. Die Schüler haben sich in den 3 vergangenen Wochen Präsenzunterricht immer gefreut, wenn ich Englisch gemacht habe, da 3 Stunden D, M und HSU frontal für Grundschüler schon ermüdend sind.

    Ich habe noch die Parallelklasse in Englisch, doch auf die habe ich keinen Zugriff. Als alle Homeschooling hatten, habe ich den Schülern der dortigen Klasse Vorschläge und Angebote zugeschickt. Doch das ist jetzt auch erschöpft. Letztendlich müssten wir mit unserem Unterrichtswerk weitermachen, doch da wir in unseren Klassen bleiben müssen, liegt dort das Englisch jetzt brach.

    In den Grundschulen Bayerns ist einiges anders im Vergleich zur Realschule und dem Gymnasium, so weit ich weiß in den Mittelschulen auch. Da wir keine Beförderungsstellen für Fachbetreuer haben, gibt es andere "Kontrollmaßnahmen".

    Wir geben unsere Proben- ABs mit den Schnitten bei der Schulleitung ab und die muss überprüfen, ob das Niveau stimmt. Klassentagebücher sind bei uns am Verschwinden, d.h. sie werden nicht zwingend genutzt. Wir müssen immer einen sogenannten Lehrnachweis auf Verlangen vorzeigen, das ist eine so Art Wochenplan. Die Form ist nicht vorgeschrieben, eher der Inhalt. Das muss das Stundenthema so halb genau skizziert sein. Der Lehrnachweis kann auch auf dem Computer erstellt werden. Für die Absenzen gab es bisher immer extra Vordrucke vom Maiß Verlag. Doch wir sind gerade am Umstellen auf digital über eine Schulapp.

    Die Proben werden wieder abgegeben und wir bewahren sie 2 Jahre auf. Ich weiß nicht, ob es aktuell sogar nur ein Jahr ist. Und wenn einmal eine Probe nicht mehr auffindbar ist, dann hat sie fast immer der Schüler verschlampt, der sie am Ende des Schuljahres irgendwo wieder findet, wenn alles aufgeräumt wird. (Bei mir gibt es Schüler, die haben monatelang ihre unterschriebenen Zeugnisse in der Hausaufgabenmappe und niemand kümmert sich darum, obwohl schon Zettel von mir draufkleben, dass man das Zeugnis zuhause lassen soll.)

    Zum Notenschnitt:

    Eine Notenverteilung dürfen wir nicht mitteilen, was auch richtig ist. Gerade in der Grundschule will man die schubladenartige Leistungszuteilung nicht fördern.

    Die Bekanntgabe des Notenschnitts ist eher eine pädagogische Entscheidung und Ansichtssache. Gerade für die schwächeren Schüler ist es frustrierend, wenn sie sehen, dass sie immer unter dem Schnitt sind. Ich gebe die Notenschnitte seit Jahren nicht mehr von vorneherein genau bekannt und ich meine, dass das für alle besser ist. Ich sage nur, ob eine Probe normal, schlechter oder gut ausfällt. Ich habe schwache Schüler, die freuen sich, wenn sie ihr persönliches Level halten können oder sogar etwas besser sind. Meistens sind deren Noten unter dem Klassendurchschnitt. Das muss ich ihnen nicht auf die Nase binden. Der persönliche Fortschritt und der Einsatz zählt. Im Elterngespräch relativiere ich bei Bedarf die Noten im Klassenvergleich.

    15 Schüler (5. - 7. Klasse, die bereits vor Ostern durch Nichterreichbarkeit aufgefallen sind) müssen täglich seit Anfang Mai in die Schule und werden dort betreut (1 Gruppe), wir Klassenlehrer sollen jetzt weitere Schüler aus Sek. I jetzt melden.

    Dass ihr die nicht erreichbaren Schüler in die Schule holt, finde ich eine gute Idee.

    Ich habe im Präsenzunterricht, den wir in Bayern in den 4. Klassen in den letzten 3 Wochen hatten, festgestellt, dass bei mir 3 Schüler das Homeschooling auf die leichte Schulter genommen haben. Da habe ich schon im Homeschooling den Eltern verstärkt auf die Füße treten müssen, die mir aber das Gefühl gaben, dass ihre Kinder fleißig wären. Dann kam im Unterricht klar heraus, dass es eben nicht so war, leicht nachprüfbar an gemachten Aufgaben im Arbeitsheft und am Verständnis des neuen Stoffes. Das war dann leicht peinlich für die Schüler und auch für die Eltern. Die Schüler mussten gewisse fehlende Aufgaben mit der Zeit nachholen. Ich bin zuversichtlich, dass das jetzt nicht mehr so schnell passiert.

    Ich glaube, dass manche am Anfang meinten, das seien "Corona- Ferien". Es liegt auch an uns, den Schülern und Eltern diesen Zahn zu ziehen und durch unser Einfordern bestimmter Aufgaben auf verschiedene Weise (bei mir mussten bestimmte Aufgaben ins Padlet eingetragen werden oder einmal Fotos von gemachten Aufgaben geschickt werden und es gab Pflichtaufgaben in der AntonApp) bzw. die Teilnahme an Videokonferenzen und Konsequenzen im Präsenzunterricht die Ernsthaftigkeit dieser Aufgaben zu unterstreichen.

    Deswegen glaube ich, dass im Vorfeld durch konsequentes Einfordern von Homeschoolingergebnissen Defizite verhindert werden können und wir tatsächlich dort weitermachen können, wo wir aufgehört bzw. mit einer ausführlichen Wiederholung starten können.

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