In den Grundschulen Bayerns ist einiges anders im Vergleich zur Realschule und dem Gymnasium, so weit ich weiß in den Mittelschulen auch. Da wir keine Beförderungsstellen für Fachbetreuer haben, gibt es andere "Kontrollmaßnahmen".
Wir geben unsere Proben- ABs mit den Schnitten bei der Schulleitung ab und die muss überprüfen, ob das Niveau stimmt. Klassentagebücher sind bei uns am Verschwinden, d.h. sie werden nicht zwingend genutzt. Wir müssen immer einen sogenannten Lehrnachweis auf Verlangen vorzeigen, das ist eine so Art Wochenplan. Die Form ist nicht vorgeschrieben, eher der Inhalt. Das muss das Stundenthema so halb genau skizziert sein. Der Lehrnachweis kann auch auf dem Computer erstellt werden. Für die Absenzen gab es bisher immer extra Vordrucke vom Maiß Verlag. Doch wir sind gerade am Umstellen auf digital über eine Schulapp.
Die Proben werden wieder abgegeben und wir bewahren sie 2 Jahre auf. Ich weiß nicht, ob es aktuell sogar nur ein Jahr ist. Und wenn einmal eine Probe nicht mehr auffindbar ist, dann hat sie fast immer der Schüler verschlampt, der sie am Ende des Schuljahres irgendwo wieder findet, wenn alles aufgeräumt wird. (Bei mir gibt es Schüler, die haben monatelang ihre unterschriebenen Zeugnisse in der Hausaufgabenmappe und niemand kümmert sich darum, obwohl schon Zettel von mir draufkleben, dass man das Zeugnis zuhause lassen soll.)
Zum Notenschnitt:
Eine Notenverteilung dürfen wir nicht mitteilen, was auch richtig ist. Gerade in der Grundschule will man die schubladenartige Leistungszuteilung nicht fördern.
Die Bekanntgabe des Notenschnitts ist eher eine pädagogische Entscheidung und Ansichtssache. Gerade für die schwächeren Schüler ist es frustrierend, wenn sie sehen, dass sie immer unter dem Schnitt sind. Ich gebe die Notenschnitte seit Jahren nicht mehr von vorneherein genau bekannt und ich meine, dass das für alle besser ist. Ich sage nur, ob eine Probe normal, schlechter oder gut ausfällt. Ich habe schwache Schüler, die freuen sich, wenn sie ihr persönliches Level halten können oder sogar etwas besser sind. Meistens sind deren Noten unter dem Klassendurchschnitt. Das muss ich ihnen nicht auf die Nase binden. Der persönliche Fortschritt und der Einsatz zählt. Im Elterngespräch relativiere ich bei Bedarf die Noten im Klassenvergleich.