Beiträge von Caro07

    An den Schulen, wo fachfremd unterrichtet wird, sollte sich auf jeden Fall etwas im Studium bzw. in der Lehrerausbildung tun.

    Ich gehöre noch zu der auslaufenden Lehrergeneration, die ein Generalbitur haben. D.h., ich hatte bis zum Abitur fast alle Fächer und konnte nur in der Oberstufe das ein oder andere abwählen. Ich hatte noch kein Kurssystem, sondern wir wurden bis zur 13. Klasse im Klassenverband unterrichtet. Damals, als ich studierte, hieß es für den Grund und Hauptschulbereich: Man studierte zwar 2 Fächer fachwissenschaftlich, es wurde aber vorausgesetzt, dass man sich in die anderen Fächer aufgrund seiner Schulbildung einarbeiten kann. Das didaktische Handwerkszeug und die Unterrichtsplanung dazu bekam man an der PH. Zum größten Teil stimmte das für den Grund- und Hauptschulbereich auch, wenn es nicht gerade ein ganz schwieriges Fach war. Damals war es auch noch üblich, dass man erwartet hat, dass ein Gymnasiast privat ein Musikinstrument erlernt, was viele gemacht haben. Ich habe z.B. kein Sport studiert, aber Sportabitur und alle Schwimmabzeichen, die man so als Jugendlicher machen konnte. Mit Fortbildungen und entsprechender Literatur kann man dann den Sportunterricht in der Klasse fachfremd gut abdecken, wenngleich die Spezialisten dies sicher noch anders machen.

    Dadurch, dass das Abitur inzwischen doch spezieller ist, wirkt sich das für Lehrer auf das fachfremde Wissen aus. Über Deutsch und Mathematik werden die wenigsten in den unteren Stufen jammern - das sind Abiturfächer - aber ich finde es eine Zumutung, wenn jemand ein Fach unterrichten muss, das er als Schüler vielleicht höchstens einmal bis zur 9./10. Klasse gehabt hat.

    Da muss das Studium endlich einmal angepasst werden. Gerade in der Grundschule ist es von der Beziehung her wichtig, dass die Klassenlehrkraft einen breiten Fächerkanon abdeckt und das auch fachwissenschaftlich einigermaßen solide kann. Das Didaktische und Pädaogigsche lernt man ja auf jeden Fall im Grundschullehrerstudium, da finde ich, ist das Studium schon gut entwickelt.

    Solche Fehler, wie Jazzy schildert, dürfen nicht passieren. Ich habe das Gefühl, dass das mit zunehmender Spezialisierung beim Abitur zunimmt. Man sollte allerdings auch noch ein oder zwei Spezialfächer für die Fachwissenschaft studieren um u.a. ins fachwissenschaftliche Denken und Arbeiten hineinzukommen.

    Eine Zwischenbemerkung (fast OT):

    Ehrlich gesagt, finde ich es ein Unding, dass man jemanden, der unmusikalisch ist, Musik unterrichten lässt. Das wertet das Fach total ab.

    Gerade für die Grundschule und sogar für den Kindergarten braucht man ein musikalisches Gehör, Rhythmusgefühl und sollte einigermaßen singen können. Bei den Kleinen kann man sich nicht hinter Werkhören verschanzen. In musikalische Werke und Musiktheorie kann man sich noch eher einarbeiten. Das geht aber auch nur so weit, so weit man nicht einzelne Instrumente und musikalische Verläufe heraushören muss. Aber auch in der Musitheorie braucht man einigermaßen eine musikalische Vorstellungskraft.

    Deswegen halte ich eine musikalische Grundausbildung gerade im Grundschullehrerstudium für unabdinglich!

    Hier meine Tipps für Musik 1/2:

    1) Vieles, was Palim beschrieb, kannst du in Klasse 1/2 umsetzen.

    2) Ich würde mich speziell in Materialien für Klasse 1/2 umschauen, wenn du dort Musik geben musst. Guck doch mal bei Amazon, da kann man bei den Kommentaren sehen, ob sich gewisse Materialien für 1/2 eignen.

    3) Als ich noch Musik in 1/2 gegeben habe, habe ich mich in Materialien zur musikalischen Früherziehung umgeschaut.

    4) Meine Kolleginnen von 1/2 nehmen viel aus den Materialien von Helbling Verlag.

    Helbling Verlag

    Da gibt es z.B. das Liederbuch Simsalasing und die Musikzeitschrift Pamina.

    5) Wir haben an der Schule für 1/2 außerdem: Fidelio 1/2

    Fidelio 1/2

    Ich kann zu diesen Musikbüchern für höhere Klassen sagen, dass diese sehr motivierende Sachen haben, kunterbunt durcheinander. Dazu gibt es immer die Lehrerbände, Cds und weiteres Material.

    Ansonsten kann man schön singen und mitbewegen lassen. Zu Hörbeispielen muss man natürlich alles ziemlich runterbrechen, deswegen würde ich dir zu einem Musikbuch für Klasse 1/2 raten, da bekommst du dann ein Gefühl, wie weit man Dinge herunterbrechen muss.

    6) Das Unterrichtswerk Rondo hat auch sehr praxisorientierte Sachen, die gut verständlich sind. (Das Buch kannst du komplett durchblättern.)

    Rondo 1/2

    7) Klanggeschichten gibt es schon für Kindergartenkinder, so etwas könnte man auch gut nutzen. Ich habe mir einmal Klanggeschichten für 3/4 bestellt, diese wieder zurückgehen lassen, weil sie zu leicht für die Jahrgangsstufe 3/4 waren, für 1/2 wären sie aber geeinet gewesen.

    8 ) Kinderliedermacher: Früher hatte ich in Klasse 1/2 die Mitmachlieder von Detlef Jöcker rauf und runter gespielt und hatte jede neue Kassette. Doch die sind wohl inzwischen out. Da gibt es sicher Ähnliches. Ich weiß, dass bei uns Lieder von Donikkl gerne gesungen werden (Ist aber nicht ganz so mein Fall.)

    Ich schließe mit Euch jetzt eine Wette ab. Nachdem der bayerische Kultusminister heute selbst eine Maskenpflicht im Unterricht nicht mehr ausgeschlossen hat, wette ich, dass diese im Verlauf des neuen Schuljahrs kommen wird. Wer hält dagegen?

    Jein...Wette weder gewonnen noch verloren. Maskenpflicht im Unterricht kommt bei Stufe 2.

    https://www.traunsteiner-tagblatt.de/nachrichten_ar…rid,582069.html

    Was in meinen Augen für die Grundschule nicht geht, ist die Klasse zu teilen und in unterschiedlichen Räumen zu unterrichten (Stufe 3). Woher sollen das Personal und die Räume kommen? Das gäbe dann wieder so ein Herumgeeiere wie wir es 3 Wochen lang mit den 4. Klassen hatten. Doch die waren da alleine im Schulhaus, da wurde ein anderer Lehrer mit abgestellt.

    Das mit den Abstufungen finde ich eigentlich eine ganz gute Lösung.

    Nach den Ferien bietet es sich so oder so an, wieder das Klassengemeinschaftsthema ein paar Stunden zum machen und ins Bewusstsein zu rücken. "Das kleine Wir in der Schule" ist dazu mein aktueller Favorit. Dazu gibt es auch Material im Internet.

    Am Anfang klappt das ganz gut, wenn man Paten für das Kind nennt. Da überschlägt sich meistens die Klasse und es stimmt, mit der Zeit wird es da, wo die Integration schwierig wird, anstrengend. Ich möchte hier noch den zweiten Punkt erwähnen, der bisher noch nicht genannt wurde: Es kommt nämlich oft auf die zu integrierenden Kinder an.Ich hatte einmal ein Mädchen aus Polen, das kein Wort verstand. Doch die war so kommunikativ auf andere Weise, dass sie schnell integriert war und die Mitschülerinnen nicht müde wurden, sich um sie zu kümmern. So hatte ich schon ganz unterschiedliche Kinder: Kinder, die schnell integriert wurden (ich ernenne immer Paten, mit der Zeit ist dies überflüssig) und Kinder, die sich schwer taten. Meistens lag es an bestimmten in der Klasse unbeliebten Verhaltensweisen. (Mein letzter Spezialfall: angeberisches Verhalten, was aus einer Unsicherheit herrührte.) In solchen Fällen habe ich dann alle Hände voll zu tun, auch den neuen Kindern zu erklären, wo sie sich selbst etwas anpassen müssen. Denn nicht nur die Gemeinschaft muss integrieren, die neu Hinzugekommenen müssen sich auch irgendwie selbst integrieren und es sich nicht durch unnötige Verhaltensweisen schwer machen.

    Das Problem "Mitspielen lassen im Schulhof" hat man auch in eingeschworenen Klassengemeinschaften. Die Ursache davon ist meistens ein "Regelstreit" - also unterschiedliche Interpretationen von Spielregeln oder ein bewusstes Stören des Spiels. Aber das kann man klären.

    Ehrlich gesagt, finde ich es schon seltsam, dass so etwas in einer Grundschule sein soll. Ein solche Ansprache der Schüler ist nicht Usus in der Grundschule, vor allem, wenn die Grundschule nur bis zur 4. Klasse geht. Oder ist das in Berlin?

    Für mich ist das eine etwas seltsame Grundschule oder die Grundschule hat nicht viele grundständige Lehrer, die in ihrem Studium die richtige pädagogische Einstellung und Sichtweise auf das Kind vermittelt bekamen.

    Die Frage ist, warum fragst du im Fall der Kollegin? Hat sie dich beauftragt?

    Wenn Eltern das einem vorwerfen, kann man kurz darüber reflektieren, ob das wirklich der Fall ist. Mir wurde in jungen Jahren einmal von einem Elternpaar vorgeworfen, ich hätte etwas gegen Ausländer (so nannte man das früher, das Wort Migrationshintergrund war noch unbekannt), weil ich für das verhaltensauffällige Kind Maßnahmen vorgeschlagen habe, die den Eltern nicht einsichtig waren. Da war ich sicher noch nicht so diplomatisch wie ich heute bin. Aber das hatte damals nichts mit Ausländern zu tun, sondern mit dem Verhalten des Kindes. Das war auch schnell Masche, hatte ich das Gefühl.

    Außer einer Schulbegleitung und mit viel Glück ein paar wenige Stunden vom mobilen sonderpädagogischen Dienst (MSD) passiert in Bayern recht wenig.

    Dazu muss man sagen, dass, nachdem man vor Jahren mehr Stunden durch den MSD bekommen hat, diese jedes Schuljahr spürbar sinken. Der MSD ist fast nur noch zur Beratung da, weniger zur Förderung. Das hat damit zu tun, dass wir zunehmend einen Mangel an Sonderpädagogen haben und die letzten verbleibenden, die von den Förderschulen aus diesen MSD machen können, also dort nicht fest eingesetzt sind, in die Schulen mit dem Profil Inklusion abgezogen werden.

    Wir haben aus diesem Grund an unserer Schule Stunden verloren. Plötzlich hieß es, dass diejenigen, die jahrelang bei uns den MSD machten, an der Förderschule Lernentwicklung zurück eine ortsgebundene Aufgaben haben. Dieses Schuljahr hatte ich trotz mehrerer Förderbedarfen Lernentwicklung (nicht zieldifferent) keinen MSD, sondern nur eine Differenzierungsstunde durch einen Förderlehrer (in Bayern gibt es Förderlehrer, die in Kleingruppen fördern, die aber keine Sonderpädagogen sind).

    Zurück zu Down: Ein interessanter Aspekt mit dem Klassenmaskottchen. Danke für die Schilderung Wael. Gut, dass das hier zur Sprache kommt.

    Das erschreckt mich auch. Da muss man ein Auge darauf haben.

    Ich finde solche Äußerungen von Prüfungsvorsitzenden eine Frechheit. Hat der dich je in einer Unterrichtssituation den Schülern gegenüber gesehen?

    Mannomann, ich kann nur den Kopf schütteln, was heutzutage alles Prüfungen abnimmt. Menschlich null Empathie.

    Und auch für angehende Lehrer gilt: Man wächst an seinen Aufgaben. Nach dem 1. Staatsexamen ist noch nie ein perfekter Lehrer herausgekommen, es sei denn, er hat eine Naturbegabung!

    In der 2. Phase lernst du ja erst, wie du den Stoff den Schülern vermittelst.

    Wenn ich daran denke, wie ich am Anfang Unterricht geplant habe. Ich habe mir jeden Satz, den ich sprechen wollte, im Voraus überlegt und aufgeschrieben und die erwarteten Schülerantworten ebenso. Da war ich zusätzlich noch in der Sekundarstufe. So habe ich mit der Unterrichtsplanung angefangen. Das war am Anfang hilfreich, alles zu durchdenken.

    Kein Vergleich, wie ich das jetzt nach über 35 Jahren Lehrererfahrung mache.

    Ich nahm die ersten Jahre die alten Proben auch zum Anfeuern. :pfeifen:

    Bis ich an eine Schule kam, die einen großen Schredder hatte.

    Wir haben wenigstens die gefühlte Illusion, dass bei alten Proben - siehe Zauberwald - nicht nachgeschaut werden kann und vielleicht nochmals Teile davon hergenommen werden können. Aber wenn man mal scharf nachdenkt, weiß man ja schon, dass Proben eingescannt oder kopiert werden um sie sich gegenseitig weiterzugeben.

    Kleiner Scherz: Vielleicht sind die Proben weniger wert als die Schulaufgaben. :autsch:

    Also ich war in Bayern bisher an 4 Grund- und Mittelschulen. Da lag die Verantwortung immer beim Lehrer. Ich denke, das mit der Aufbewahrung von Proben ist ein Gummiparagraph.

    Wenn ich mir überlege, dass man in anderen Bundesländern die Verantwortung los hat, nicht Proben hinterherrennen muss, weil die Schüler diese einfach behalten. Das wäre ein Stresselement weniger.

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