An den Schulen, wo fachfremd unterrichtet wird, sollte sich auf jeden Fall etwas im Studium bzw. in der Lehrerausbildung tun.
Ich gehöre noch zu der auslaufenden Lehrergeneration, die ein Generalbitur haben. D.h., ich hatte bis zum Abitur fast alle Fächer und konnte nur in der Oberstufe das ein oder andere abwählen. Ich hatte noch kein Kurssystem, sondern wir wurden bis zur 13. Klasse im Klassenverband unterrichtet. Damals, als ich studierte, hieß es für den Grund und Hauptschulbereich: Man studierte zwar 2 Fächer fachwissenschaftlich, es wurde aber vorausgesetzt, dass man sich in die anderen Fächer aufgrund seiner Schulbildung einarbeiten kann. Das didaktische Handwerkszeug und die Unterrichtsplanung dazu bekam man an der PH. Zum größten Teil stimmte das für den Grund- und Hauptschulbereich auch, wenn es nicht gerade ein ganz schwieriges Fach war. Damals war es auch noch üblich, dass man erwartet hat, dass ein Gymnasiast privat ein Musikinstrument erlernt, was viele gemacht haben. Ich habe z.B. kein Sport studiert, aber Sportabitur und alle Schwimmabzeichen, die man so als Jugendlicher machen konnte. Mit Fortbildungen und entsprechender Literatur kann man dann den Sportunterricht in der Klasse fachfremd gut abdecken, wenngleich die Spezialisten dies sicher noch anders machen.
Dadurch, dass das Abitur inzwischen doch spezieller ist, wirkt sich das für Lehrer auf das fachfremde Wissen aus. Über Deutsch und Mathematik werden die wenigsten in den unteren Stufen jammern - das sind Abiturfächer - aber ich finde es eine Zumutung, wenn jemand ein Fach unterrichten muss, das er als Schüler vielleicht höchstens einmal bis zur 9./10. Klasse gehabt hat.
Da muss das Studium endlich einmal angepasst werden. Gerade in der Grundschule ist es von der Beziehung her wichtig, dass die Klassenlehrkraft einen breiten Fächerkanon abdeckt und das auch fachwissenschaftlich einigermaßen solide kann. Das Didaktische und Pädaogigsche lernt man ja auf jeden Fall im Grundschullehrerstudium, da finde ich, ist das Studium schon gut entwickelt.
Solche Fehler, wie Jazzy schildert, dürfen nicht passieren. Ich habe das Gefühl, dass das mit zunehmender Spezialisierung beim Abitur zunimmt. Man sollte allerdings auch noch ein oder zwei Spezialfächer für die Fachwissenschaft studieren um u.a. ins fachwissenschaftliche Denken und Arbeiten hineinzukommen.