Verweist du auch auf die BASS?
Malerarbeiten klingen jetzt nicht so richtig nach einer Schulfahrt, aber OK.
Verweist du auch auf die BASS?
Malerarbeiten klingen jetzt nicht so richtig nach einer Schulfahrt, aber OK.
Definiere „eigentliche Arbeit“.
Für NRW vewiese ich dann auf das Schulgesetz:
Alles anzeigenLehrerinnen und Lehrer unterrichten, erziehen,
beraten, beurteilen, beaufsichtigen und betreuen Schülerinnen und Schüler in
eigener Verantwortung im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsziele (§ 2), der
geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften, der Anordnungen der
Schulaufsichtsbehörden und der Konferenzbeschlüsse; sie fördern alle Schülerinnen
und Schüler umfassend.
D. h. also, dass du der Zeit entsprechend, die der Ausflug in Anspruch nimmt, etwas anderes liegen lassen musst.
Wer hat denn gesagt, dass du auf den Ausflug sollst?
Durchschnittlich sind die Räume echt lange nicht mehr gemacht worden. Wenn ich da als Lehrkraft mit meiner Klasse meinen stempel reindrücken könnte fänd ich das gut.
Mach’ doch. Aber es scheint dich zu stören, dass andere lieber ihre eigentliche Arbeit machen.
Ich bin nicht du und du bist nicht ich - so ist das eben. Menschen empfinden verschieden.
Ich respektiere gerne, dass Du das anders siehst und nicht nachvollziehen kannst.
Klingt total nach belastbaren Daten, die den Nutzen von Klassenfahrten belegen.
Wir sollten unsere Arbeit zumindest auf eine sachliche Grundlage stellen. "Ich find's gut" ist vielleicht etwas düftig.
Wäre es möglich, dass du dich mit dem Segelboot-Klau etwas verrannt hast? Jugendliche machen sehr wohl Blödsinn. Gelegentlich sind da auch Straftaten und Selbstgefährdungen bei. Da finde wir sicherlich alle Beispiele. Daraus leitete ich aber keine Notwendigkeit ab, so etwas zu tun, um später eine glückliche Erwachsene zu werden.
Dass du so etwas gemacht hast, ist vielleicht noch nicht mal schlimm. Das du jetzt meinst, für müssen derlei heutzutage in der Schule befördern, zeugt nicht sonderlich von der Eignung für den Lehrerinnenberuf.
Wie wär's, wenn wir uns mit Beispielen beschäftigen, wie wir den jungen Menschen, für die wir verantwortlich sind, mit gutem Gewissen Erlebnisse bereiten können.
Ich muss aber den Nutzen von Klassenfahrten keinen Kollegen vom Berufskolleg (nur mal als Beispiel) erklären, der eh keine machen will.
Nein. Musst du nicht. Wir müssen überhaupt nicht miteinander sprechen.
Aber vielleicht machte die BK-Kollegin ja Klassenfahrten, wenn man sie überzeugte, dass der Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Und der Aufwand entsprechend von der Dienstherrin getragen würde.
Für mein Empfinden haben deutsche SuS wenig Gelegenheit, Gemeinschafts-Erfahrungen unabhängig von den Eltern zu machen.
Wir bieten da einiges im Sportverein.
Die hiesigen Klassenfahrten sind ohnehin nur ein schwacher Ausgleich.
Eben.
Quelle?
Ich selbst. Ich sehe das so, dass wir unsere Arbeit auf wissenschaftlicher Grundlage machen sollten und belegbare Fakten und Thesen zur Entscheidungsfindung verwenden sollten.
Das mag man für Humbug halten. Dann kann man den Nutzen von Klassenfahrten auch auspendeln oder sich die Karten legen.
Die unterschiedlichen Einschätzungen von Sinn und Zweck der Klassenfahrten haben ihre Ursache doch sicher auch in Schulform und Jahrgangangstufe.
Einschätzungen sind wenig relevant. Die Frage, ob sich Klassenfahrten den Aufwand wert sind, muss sich durch den belegbaren Nutzen beantworten lassen.
Z.B. einfach eine langweilige Reise?
Nicht jede Unterrichtsstunde gelingt. Und auch nicht jede Klassenfahrt wird der Brüller. Find ich jetzt nicht weiter schlimm. Man kann nicht alle glücklich machen oder um wertvolle Erfahrungen bereichern. Aber manche schon.
Das klingt nicht danach, als wenn man sonderlich viel Mühe und Zeit in so etwas investieren sollte. Danke für die Ehrlichkeit.
Solchen Blödsinn haben wir im Freundeskreis privat am Wochenende gemacht. Mit selbstgewählten Mitstreitern, nicht der schulischen Zwangsgemeinschaft.
Wenn du das privat machst, ist das halt ein privater Spaß. Wenn du das im schulischen Kontext machst, profitierst du ein Leben lang davon.
Weil die Sus im besten Fall von solchen Erfahrungen ein Leben lang profitieren.
In welcher Form profitieren sie denn? Und woher wissen wir denn, dass sie es tatsächlich tun?
Wenn Klassenfahrten so wichtig wären, sollten entsprechend professionell mit genügend Personal und entsprechenden Ressourcen durchgeführt werden.
Ach, ja. Was ist denn in anderen Fällen als dem „besten“?
PS: Auf die Idee, meine Schülerinnen ein Segelboot klauen zu lassen, bin ich noch nicht gekommen. Viertel wäre das Erlebnis noch intensiver gewesen, wenn eine von euch über Bord gefallen und ertrunken wäre — auch für die drei anderen.
Probiert das doch beim nächsten mal.
Es geht meiner Meinung nicht darum, als Lehrer mit meinen SuS ein Team zu bilden. Sondern dass die SuS abseits des vertrauten Alltags lernen, sich als Gemeinschaft erfahren.
Das können sie aber auch ohne, dass ich 24 Stunden pro Tag im Dienst bin.
Als Lehrer bin ich nicht Teil dieser Gemeinschaft, sondern der "Seminarleiter", die "Führungskraft", oder was auch immer hier der passende Begriff ist.
Das mache ich gerne im Unterricht oder auch außerhalb. Tagsüber, zu regulären Arbeitszeiten.
Wenn ich meine Gesundheit durch ein paar Tage Klassenfahrt mit limitiertem Schlafbudget ernstlich gefährdet sehen würde, würde ich mir Gedanken machen, was in meinem Leben falsch läuft.
Ja, womöglich ist in meinem Leben etwas falsch gelaufen. Man nennt das eine Krankheit. Wenn man die hat, muss man sich um sich kümmern. Noch besser kümmert man sich vorher, um gesund zu bleiben. Dazu sollte man erkennen, welche Momente krank machen, zu einer Erkrankung beitragen, dem Heilungsprozess entgegenstehen oder schlicht nicht mehr gehen, wenn man gebissen.
Man kann das abtun, weil man sich selbst nicht in der Gefahr sieht, betroffen zu sein. Das kann sich rächen. Das war mein Fehler auch.
Klassenfahrten halte ich in ihrer Wirkung für völlig überschätzt.
Was soll den die „Wirkung“ überhaupt sein. Das müsste man ja mal klar formulieren, um es verifizieren zu können. „Tragen zum Teambuilding“ bei halte ich eher für Blabla, als ein objektivierbares Kriterium.
Meiner Meinung nach hätte ich meinen Beruf verfehlt, wenn ich nicht in einer Ausnahmesituation wie einer Klassenfahrt auch bereit wäre, meinen Anspruch auf formal geregelte Arbeitszeit hintenan zu stellen.
Ich stelle nichts hinten, dass auch nur ansatzweise mit meinem Leben und meiner Gesundheit zu tun hat. Das wäre unprofessional. Ich hätte jeden Beruf verfehlt.
In den NRW-Vorschriften finde ich weder etwas von Teambuilding auf Klassenfahrten noch davon, dass ich mit den Schülerinnen ein Team builden soll.
Wäre letzteres aber gewünscht, wäre ich zusammen mit den Schülerinnen Teilnehmerin bei der entsprechenden Maßnahme und nicht gleichzeitig
Anleiterinnen. So handhaben wir das auch auf Teambuilding-Maßnahmen an unserer Schule. Das sind häufig Tagesprogramme und alle sind rechtzeitig zu Hause.
Eine professionelle Firma würde mit den Schülern gemeinsam den Raum gestalten, die einzige Orga besteht aus „Elternbrief versenden“ (den die KuK nicht mal vorbereiten müssen + „die organisierende Lehrkraft durch Anwesenheit unterstützen“.
Äh, was. Da sollen in den Ferien die Malerinnen kommen und streichen (und was sonst noch anliegt). Auf den anderen Zinnober hätte ich auch keinen Bock, Schönes Beispiel für „Eine hat ’ne tolle Idee, die anderen haben die Arbeit.“
Du darfst nicht wegen der Promotion unterrichten, sondern wegen des Lehrdiploms.
Sie schrieb auch nicht, dass sie wegen der Promotion unterrichten dürfe. Lies noch mal nach, was sie schrieb. Unterstreiche das Wort „nur“ und überlege, ob das typisch für hinreichende Bedingungen ist.
Finde ich ehrlich gesagt auch überflüssig, denn wir haben ja wie erwähnt Teams.
"Teams" muss ja auch auf irgendeinem Gerät laufen.
Kann man da beim Telefonieren nur zuhören? Oder nur reden?
Es geht nicht nur ums Telefonieren. Sie Sackgasse besteht darin, dass Schulträgerin und Dienstherrin überhaupt nicht darüber nachdenken müssen, dienstliche Geräte für dienstliche Zwecke anzuschaffen, so lange ein Großteil der Kollegin aktiv zurückmeldet, keine zu brauchen.
Diese Möglichkeit ist auch ein Weg.
Den halte ich für eine Sackgasse.
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