Stimmt, ein OHP ist da einfach verlässlicher.
Nicht unbedingt. Auch da ist bekannt, dass diese schon mal ausfallen. Insbesondere die Glühlampen als Leuchtmittel haben da so ihre Probleme mitgebracht.
Die Unterstellung einer Sichtweise „früher war alles besser und aus Holz“, die du implizierst finde schon ein wenig überzogen. Die Feststellung der Unzulänglichkeiten möchte ich nicht als Technikfeindlichkeit, Analog-Fundamentalismus oder sonstiges verstanden wissen. Privat setze ich tatsächlich viel selbstverständlicher IT ein als dienstlich. Aber da funktioniert der Kram dann auch. Die weitere Implikation, dass Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit bei schulischer IT keine Rolle spielen sollten, halte ich für fatal.
Die Unzuverlässigkeit ist ein wesentlicher Punkt, dass ich keinen Bock auf Digitalisierung an der Schule mehr habe. Wenn ich ohnehin immer eine analoge Alternative vorbereiten muss, kann ich auch gleich analog unterrichten.
Es ist selbstverständlich, dass eine Schule eine Hausmeisterin vorhält, die im Prinzip ständig ansprechbar ist. Die kümmerst sich dann in ihrem Bereich um Dinge, die nicht laufen.
Bei IT-Personal sieht's aber anders aus. Wenn etwas nicht läuft, wende ich mich an die Kollegin, die den First-Level-Support machen muss. Die schaut sich die Sache an. Dann schreibt sie ein Ticket an die Wartungsfirma. Dann passiert erstmal nichts. Dann kommt die Antwort auf das Ticket, die meist irgendwie lautet, dass das sowieso nicht ginge, die Herstellerin das nicht vorsehe, aufgrund der aktuellen Einstellungen oder Konfigurationen des Systems, die Banane eben nicht krumm sei. Oder so etwas. Dann geht das ein paar Mal hin und her. Und am Ende können die das reparieren oder auch nicht.
Zuletzt hatte ich das Problem, dass das Dokumentenkamera-Bild im falschen Seitenverhältnis auf dem Beamer wiedergegeben wurde. Ich mein, 4:3 gegen 16:9 ist doch ein Problem aus den Neunzigern des letzten Jahrtausends. Da möchte ich mich echt nicht mehr mit auseinandersetzen. Muss es aber, weil die Verzerrung des Bildes insbesondere bei geometrischen Darstellungen kein willkommenes Zusatzfeature ist. Jetzt lege ich also erstmal ein Testbild unter und spiele ein wenig mit den Beamer-Einstellungen 'rum. Eine Grundeinstellung, die es dem Beamer ermöglicht, sowohl das Computer- als auch das Kamerabild korrekt darzustellen scheint nicht möglich zu sein.
Die Trapezverzerrungen beim Overhead — um darauf mal zurückzukommen — wurden ja durch neigbare Projektionsflächen behoben. So richtig der Renner war das auch nicht. Deswegen ist sind die modernen Unzulänglichkeiten aber auch kein wirklicher Forschritt.
Noch als 'Rausschmeißer-Joke: In einem Raum ging der Beamer gar nicht, weshalb ich dann an der Tafel zeichnete. Brr, Tafellineal mag ich gar nicht gerne. Das neue Tafellineal hatte als Killer-Feature Magnete. Und die hafteten tatsächlich an der Tafel. Als ich das Lineal dann wieder von der Tafel abnahm, hatte es einen Magneten weniger, der bappte schön an der Tafel. Da hat jemand analogen werksneuen Schrott gekauft.
Viele IT-Probleme haben nämlich gar keine digitale Ursache, sondern resultieren aus nachlässiger Planung und Organisation, mangelnder Bereitschaft zur Investition und generellem Unverständnis für einfache Zusammenhänge. Es wird irgendetwas gekauft und dann mit den Schultern gezuckt.