Von mir aus darf man ruhig beim Begriff "Grundschullehrer" an eine Frau und beim Begriff "Kanzler" an einen Mann denken.
Darf man? Oh, das ist aber lieb, Lindbergh hat mal wieder das Denken erlaubt.
Ich vermute, dass Frau Merkel sich davon nicht abhalten ließ, das Amt zu ergreifen. Ähnlich bei Hebammen, Putzfrauen oder Busfahrern.
Ich sehe nicht, was da ähnlich ist. Wie viele Männer haben sich denn für den Traumberuf Putzfrau entschieden? Schönes Beispiel für eine berufliche Geschlechterasymmetrie. Danke.
Beim Begriff "Busfahrer*innen" kann man ableiten, dass es Busfahrer und Busfahrerinnen bedeutet. Bei "Ärzt*innen" wird das schwierig, weil es keine Ärzt gibt, aber Ärztinnen.
Nein, das ist überhaupt nicht schwierig. Mittelmäßig Gebildete wissen, dass es einen „Arzt“ als Kurzform der männlichen Ärztin gibt. Sie wissen auch, wo die Ümläut-Tüddelchen hingehören und wo nicht. Änderungen des Wortstammes durch Umlaute sind z. B. beim Deklinieren smooth and easy. Niemand hat Probleme zu erkennen, das „Bälle“ der Plural von „Ball“ ist.[1]
Der Plural von „Arzt“ ist übrigens „Ärzte“. Und nein, man braucht kein „e“ in „Ärzt*innen“ damit das eingeschlossen ist. Das denkt man sich dazu. Also, falls denken gerade erlaubt ist.
Ich gebe zu, dass die deutsche Sprache uns nicht an allen Stellen beim Gendern entgegenkommt. Da ist es aber eher angesagt, nach Lösungen zu suchen, als Probleme herbeizublödeln.
Der Genderstern ist aber völlig leicht intuitiv zu verstehen. Wer in einer Sprache, die Begriffe wie „Frauenmannschaft“ und „Amtmännin“ hat hervorbringen lassen, bei „Ärzt*in“ Probleme vermutet, ist vielleicht mit der Sprache nicht so auf der Höhe. Oder stellt sich einfach dumm. Gut, wenn sie das möchte, soll es so sein.
[1] Anekdote. Ich traf mal eine Deutsch-Fremdsprachlerin, die Probleme hatte, Schilder auf Fluren mit der „Nässe am Boden“ zu verstehen, weil sie „Nässe“ für den Plural von „Nase“ gehalten hat.