Ich möchte jetzt mal losgelöst von der Lehrerdiskussion darauf hinweisen, dass ich Wirtschaftsinformatiker und nicht Informatiker bin.
Schon klar. Trotzdem möchtest du Informatik unterrichten. Hm.
Und theoretische Informatik gehört hier ganz sicher nicht zu den "selbstverständlichen Grundlagen", genauso wie Algorithmen und Datenstrukturen.
Ich habe mich immer wenig mit Bindestrichfächern beschäftigt. Ich bin da voreingenommen, ich halte da wenig von. Insofern habe ich auch keine Ahnung, woraus sich eine solche „Wirtschaftsinformatik“ denn nun zusammensetzt, was deren Grundlagen sind und woher sie ihre Wissenschaftlichkeit bezieht.
Es steht dir frei, uns da zu erhellen. Ansonsten meine ich, dass man <Fach einsetzen> grundlegend durchdrungen haben sollte, wenn man es unterrichten möchte. Dazu gehört auch die Theorie.
Die Wirtschaftinformatikerinnen, die ich kenne, haben im 5. Semester zumindest eine Theorie-Vorlesung belegt.
Hier wird ins gleiche Horn geblasen wie an den Unis. Ob das den Schülern nur weiterhilft, wenn dann eben kein Lehrer vor der Klasse steht?
Ja, es ist ein Dilemma. Kein Informatik-Unterricht, fachfremder Informatik-Unterricht, semi-fachlicher Informatik-Unterricht. Alles Käse. Alles nix, womit wir jungen Menschen darauf vorbereiten können, in einer durchdigitalisierten Welt klar zu kommen. Da legt er den Finger in die Wunde. Ja, und womöglich ist das vemeintlich geringere Übel die Lösung. Wenn man das in Bayern erstmal erkannt haben wird, schmeiße sie dir die Stellen hinterher.
Theoretische Informatik wird man an einer Realschule wohl eher nicht lehren.
Wenn man die Idee, man müsse nur das beherrschen, was die Schülerinnen hinterher können müssen, konsequent verfolgt, reicht ein Realschulabschluss, um an einer Realschule unterrichten zu können. Aber selbst Anne ist von Green Gables in die große, große Stadt, um da das zu lernen, das sie dazu befähigte, die Dorfschule zu übernehmen, in der sie selbst Lesen und Schreiben gelernt hat. Warum is sie nicht gleich geblieben?
Gut, wenn alles denn nun so einfach ist.
Nein, ist es nicht. Es ist ein Dilemma, wie ich oben schrieb. Informatiklehrinnen gibt es weder bei Samen Schmidt noch bei obi. Also fehlen welche. Eine grundlegende Lösung hat noch keiner. Die Bundesländer behelfen sich unterschiedlich. NRW fährt seit Jahren Quereinstieger-Programme, um seine mangelnde Perosnalplanung zu kaschieren. Das ist en Konzept mit Haken und Ösen.
Bayern macht etwas anderes. Die Kurse, mit denen sie nachqualifizieren, sind halt dich etwas anderes, als ein grundständiges Studium. Wobei, Obacht, ich diese Kurse nicht kenne.
Aber das ist alles Hühnerfußball. Bist du sie geändert haben wirst, kannst du nur innerhalb der Regeln agieren. Gewöhne dich schon mal an den Gedanken, dass im Bildungssystem niemand einen feuchten Furz darauf gibt, was sinnvoll ist. Geschweige denn, was eine Einzelne für sinnvoll hält.