Beiträge von O. Meier

    Und sie stehen vor der Prüfung in großen Gruppen vor dem Gebäude und quatschen und rauchen noch eine gemeinsam.

    Dazu besteht allerdings keine Verpflichtung. Im Gegensatz zur Teilnahme an der Klausur, kann man sich das ja aussuchen.

    Die Abiturprüfungen können abgebrochen werden. Ganz offensichlich fehlt den jungen Menschen die kognitive Voraussetzung für eine akademische Laufbahn. Eine Hochschulreife kann nicht erteilt werden.

    Analphabetismus

    Oh, fein. Das trifft's. Spinnt man die Analogie weiter, so hilft nur Fortbildung etwas. Und zwar nicht in der Form mal eben schnell eine Klugscheißerei zum Besten zu geben, sondern etwas das die grundlegende Verständnislosigkeit beseitigt. Analphabetismus behebt man ja nicht in einer Viertel Stunde.

    Der Unterschied ist allerdings, dass Analphabeten in der Regel wissen, dass sie welche sind. Die Computer-Analphabeten brauchen tatsächlich Anlässe wie solche, um zu merken, dass an "Computer kann jeder" etwas nicht stimmt.

    Normalerweise haben sie im Vorfeld sehr viel Rat und Hilfsangebote bekommen und alles in den Wind geschlagen

    Das kenne ich auch aus anderen Bereichen. Ich habe schon mehrfach für Fortbildungsnachmittage Grundlegendes zur Textverarbeitung angeboten. Meist mangels Beteiligung ausgefallen.

    Wenn aber Dokumente mit Frist fertig werden müssen, kommen die Kollegen gerne mit völlig kaputt formatierten Kram auf den letzten Drücker um die Ecke, weil "irgendetwas komisch" sei. Zeilennummern bei Prüfungsvorschlägen sind immer beliebt. Das Zeuch ist meist so verfrackelt, dass man auch mit 'nem halben Hähnchen vom Grill zum Tierarzt gehen könnte, um zu fragen, ob man da noch 'was machen könne.

    Ich verweise dann gerne auf die Fortbildungen. Der Hinweis wird auch immer begrüßt, nur kommt beim nächsten doch keiner.

    Ein gutes, aktuelles Virenprogramm

    Beim Umgang mit Office-Dokumenten lohnt es sich auch die Einstellungen für das Abspielen von Makros anzupassen.

    Nein, das hab ich nur geträumt.

    Als erste Maßnahme hättest du die kritisierte Äußerung zurückziehen können oder ähnliches, aber nö, lässt man mal so stehen. Aber Hauptsache, man ist kein Nazi, dann darf man deren Sprache adaptieren? Überleg' dir doch bitte, was du dazu beitragen kannst, dass du nicht Nazi-affin wirkst, wenn dir das wichtig ist.

    Hopp, geh jetzt woanders hin Erbsen sortieren.

    Schwacher Zensurversuch. Nein, du bist kein Nazi, die können das besser.

    Ich wollte mich lediglich darüber aufregen

    Vielleicht ist das schon der falsche Ansatz.

    dass die üblichen faulen Socken auch jetzt wieder mit faulen Ausreden geglänzt haben.

    Wie gut, dass du weißt, dass das Ausreden sind. Schön wieviel ehrenamtliche Ärzte eine solche medizinische Notlage hervorbringt, die sogar zu Ferndiagnosen befähigt sind. Aber die faulen Socken sind nicht zufällig die, die immer so oft krank sind? Da wusste man auch schon immer, dass die nur simulieren? Okay.

    Aber was mich am meisten stört, ist, dass die Kollegen keine Ausreden brauchen, sie brauchen nämlich auch keine Begründung, um sich nicht freiwillig zu melden. Eine solche Verpflichtung zur Freiwilligkeit ist auch etwas, dass ich mit Nazis verbinde. Ja, jetzt habe ich die Affinität zu Nazis unterstellt. Ob ich damit eine unbedachte Äußerung überbewerte oder ob da etwas tiefer sitzt, vielleicht tiefer als da Vokabular, vermag ich indes nicht zu beurteilen. Das machst du schön mit dir aus, während ich meinen Messschieber für die Erbsen suche.

    Deswegen sagte ich "ernsthaft". Dass du das nicht ernsthaft meinst, habe ich schon verstanden, weil ich aus deinen bisherigen Beiträgen deine Kompetenzen in diesem Bereich einschätzen kann.

    Versuch's doch mal mit ein paar despektierlichen Andeutungen zur Person, falls dir in der Sache nichts mehr einfällt. Ich mein, in Zeiten des nationalen Notstandes wird der Fahnentreue ja wohl dem Deserteur noch was sagen dürfen.

    Mit Kollegen und Kolleginnen, die solche Fragen ernsthaft stellen, ist ohnehin nichts anzufangen.

    Und mit Kollegen, die die Ironie nicht erkennen, kann man keinen Spaß haben. So hat jeder sein Kreuz zu tragen.

    Ansonsten aber meine ich: da hilft nur noch Hubschraubereinsatz, Hubschraubereinsatz ...

    Klar: Fachkonferenzen und eben Lehrerkonferenzen sind nicht zwingend nötig.

    Wie sieht es aus mit den Q2-Notenkonferenzen, Erprobungsstufenkonferenzen bzw. Konferenzen, um abzuklären, welche Schüler einen blaue Brief bekommen (10 Wochen Frist vor der Zeugniskonferenz), wo der Kreis der betroffenen Kollegen ja geringer ist.

    Was davon kann denn nicht online abgehalten werden?

    Für die blauen Briefe z. B. haben wir noch nie 'ne Konferenz abgehalten, die Fachkollegen schicken dem Klassenlehrer, wer anzumahnen ist, der schreibt die Briefe.

    DA hier ja aber Notbetreuung angeboten werden muss, muss die Schule ja für uns offen bleiben

    Gerade wenn da eine Notbetreuung läuft, haben da nur die 'rumzuspringen, die mit der Notbetreuung beschäftigt sind. Der Rest bleibt allein deswegen zu Hause. Der Dienstherr ist der, der froh sein kann, dass es die privaten Geräte gibt. Dann muss er sich nicht weiter kümmern. Die Logik, dass diejenigen, die keinen privaten Computer hätten, deswegen als Überträger zu fungieren hätten, ist nicht nachzuvollziehen.

    Außerdem steht es Jedem frei täglich zur Schule zu fahren und seine Mails abzurufen!

    Nein.

    In normalen Zeiten haben wir die Wahl zwischen dem heimischen Arbeistplattz und dem schulischen Nicht-Arbeitsplatz. Dass die Lehrer zurzeit von zu Hause arbeiten können, dass sie erreichbar sind, liegt daran, dass sie schon immer massiv privat investiert haben. Da sollte sich der Dienstherr, dass außer dümmlichen Gesabbel bezüglich Digitalisierung nicht auf die Kette gekriegt hat, schön zurückhalten, wenn es um das Einforndern der Erreichbarkeit geht.

    Also, ich halte mich für einen pflichtbewussten Beamten, der sein Gewicht ziehen will. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, kann ich natürlich nichts sagen.

    Am Ende hilft nur noch Pathos. Waren wir eben schon mal beim Weltkrieg? Die Endkampf-Rhethorik passt da.

    Ansonsten meine ich, dass du schlichtweg etwas durcheinanderschmeißt. Ich muss mein Pflichtbewusstsein werde unter Beweis stellen, noch muss ich es von dir beurteilen lassen. Andeutungen, ich würde nicht den meinem Dienstverhältnis entspringenden Pflichten nachkommen, bitte ich zu unterlassen.

    Ich kann meine Pflicht aber nur im Rahmen der realen Verhältnisse erfüllen. Und da sieht es bei den Voraussetzungen für digitalen Fernunterricht nun mal mau aus. Ich glaube nicht, dass es zu meinen Dienstpflichten gehört, sich in diesem Punkt etwas vorzumachen. Das ist für mich aber kein Grund, mit den Schultern zu zucken.

    Letztendlich besteht ja die Möglichkeit, die dienstliche IT in der Schule zu nutzen.

    Welcher Teil von "geschlossen" ist unverständlich?

    Ja. Ok. Wenn ein prinzipieller Notfall, wie eine globale Pandemie kein Notfall für unseren Berufsstand ist

    Unser Berufsstand ist nunmal für das aktuelle Geschehen nicht sonderlich wichtig. Bildung ist ja eher ein langfristig angelegter Prozess.

    Drei Wochen halte ich durchaus für keine tiefgreifende Katastrophe für die Bildung. Da muss man keine Weltkriege zum Vergleich heranziehen, es gab schon andere Unterichtsausfälle. Ich entsinne mich noch an die Schneekatastrohe in Schleswig-Holstein in den Siebzigern.

    Hoffen wir, dass es entgegen eher pessimistischer Prognosen tatsächlich bei drei Wochen bleibt. Aber egal. Wer hört heutzutage noch auf Experten. Ist ja laaangweilig.)

    Wenn es länger als drei Wochen dauert, müssen wir einfach eingestehen, dass wir keine digitale Alternative zum Präsenzunterricht zu bieten haben. Wir sind da schlichtweg nicht drauf eingestellt. Das jeder mit dem, was er hat, munter vor sich hinwurschtelt, mag ja ganz drollig sein. Ein Konzept ist das aber nicht.

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