Beiträge von O. Meier

    Wenn jemand Religion unterrichtet (in diesem Beispiel evangelische Theologie), dann sollte diese Person aber schon die Konfession haben, die sie unterrichtet.

    Das ist nur ein Punkt, der Religionsunterricht von solchem Unterricht unterscheidet, der keine gesetzliche Regelung benötigt, um ordentlich zu sein. Mit jedem Thema kann man sich fachlich beschäftigen (meist in einem Studium), sich die entsprechende Fachdidaktik aneignen (meist in einem Studium) und schon kann man das auf wissenschaftlicher Basis vermitteln. Wo braucht man da irgendwo eine Konfession? Nur für den Religionsunterricht, der nämlich nicht über Religion lehrt, sondern die Reproduktion einer Innenansicht zum Gegenstand hat.

    Fakten als Prämisse? Willst du neben der Religion auch noch die Mathematik und die theoretische Physik abschaffen?

    Flacher Strohmann. Wo ging es denn um Mathematik oder Physik? Wozu, frage ich mich, fordert denn hier ein Diskussionsteilnehmer ständig Faktenwissen ein, wenn er die Fakten nicht zu Prämissen seiner Argumentation machen möchte? Geht es nur darum zu zeigen, dass man mehr Faktenwissen angesammelt hat? Fein.

    Dann bist du kein Atheist im Wortsinn, sondern Agnostiker.

    Geschenkt. Wenn dir ein Bedürfnis ist, ganz genau zu wissen, was ich bin, sei's drum. Allerdings sehe ich trotzdem keinen Beleg dafür, dass hier jemand die Idee, dass es keinen "Gott" gebe, zur Prämisse für die Diskussion gemacht hätte. Habe ich etwas übersehen?

    Wenn du über die Vorteile von Religionen sprechen möchtest, solltest du evtl. Soziologen befragen, es gäbe da ein paar

    Soziologen? Sicherlich.

    Wenn jemand meint, dass es einen gesellschaftlichen Nutzen von Relgionen (oder einer spezifischen) gebe, so kann er den ja benennen. Womöglich auch mit soziologischen Belegen. Irgendwelche Andeutungen bringen uns auch hier nicht weiter.

    weil die Aussage "Gott existiert (nicht)" eine Prämisse ist.

    Das ist noch nicht mal eine Aussage, weil überhaupt nicht klar ist, was ein Gott sein soll. Gibt es da eine Definiton, die ich übersehen habe? Wenn nicht klar ist, was es sein soll, ist auch die Frage der Existenz dieser Sache hinfällig. Und ansonsten kann man sich mit der Frage nach der Existenz eines (oder mehrerer) Götter beschäftigen, wenn es irgendwelche Indizien für eine solche These gibt. Mit substanzlosen Behauptungen lohnt es sich nicht auseinanderzusetzen. Sonst müssten wir uns auch mit der Frage beschäftigen, wieviel mehr Orgon-Enenergie man mit Glaspyramiden als mit Kunststoff-Pyramiden sammeln kann.

    Ich spreche da nicht für andere Atheisten, aber ich behaupte nicht, dass es keinen Gott gibt (das kann ich gar nicht, s.o.) Es ist allerdings so, dass es keine stichhaltigen Argumente für die Existenz eines (oder mehrerer) Götter gibt. Inwiefern sollte man also so etwas zur Prämisse machen? Mei, die Religionen hatte ja nun lange Zeit, um etwas handfestes vorzubringen, aber ich sehe nichts. Ebenso mache ich aber auch nicht die Nicht-Existenz von Göttern zu Prämisse (das kann ich gar nichzt, s.o.). Wie wäre es mit Fakten als Prämissen?

    Auf Basis derer kann man sehr wohl über die gesellschaftliche Relevanz von Religionen sprechen, z.B. über die Frage, was denn die Gesellschaft von den Religionen hat und welchen Preis sie dafür zahlt.

    Sorry, da sind dermaßen viele Fehler und nicht nachvollziehbare Formulierungen drin, dass man nicht erahnen kann, was Du sagen willst

    Ich fand das Ausgangsposting schon nicht so stringent formuliert, dass mir klar wurde, worum es geht. Auf Nachfrage ein derartiges Gestammel abzuliefern, scheint mir nicht die optimale Strategie zu sein, um einen brauchbaren Tipp zu bekommen.

    Wie viele kirchliche Feiertage müsstest du arbeiten, wenn diese nicht als gesetzliche Feiertage verankert wären?

    Es sind nun mal gesetzliche Feiertage. Ob jemand in Anspruch nimmt, dass z.B. die Saturnalien zwischenzeitlich mal christlich umgedeutet wurden, ist doch wurscht, weil sie diese Bedeutung in weiten Teilen wieder verloren haben. Ansonsten kann man gerne mal einen "Christen" fragen, worum es sich z. B. bei Pfingsten dreht. Da werden schon mal interessante Ideen entwickelt.

    Die Drohung, dass mit der Säkularisierung auch Feiertagen wegfielen, ist doch kein Argument für eine Religion und deren gesellschaftlichen Einfluss, sondern nur ein Zeichen der Angst, dass dieser Einfluss schwindet.

    Das schnöde Argument ist, dass Religion als "ordentliches Schulfach" im Grundgesetz verankert ist.

    Und mehr als dieses formale Argument kommt auch nicht. Wir hatten hierzu schon einen langen Thread, in dem sich keine inhaltlichen Argumente dafür finden lassen konnten, dass diese gesetzliche Regelung (auch heute noch) gerechtfertigt ist. Am Ende blieb die Erkenntnis, dass es nunmal so sei und man das nicht ändern könne.

    Interessanterweise wird es als einziges Fach überhaupt erwähnt.

    Konsequenterweise. Alle anderen Fächer haben inhaltlich etwas zu bieten und bedürfen keiner Explikation ihres Status als ordentliches Unterrichtsfach.

    ...kann nicht einfach der einzelne mal glauben, was er/sie glauben will?

    Das wäre dann Glaubensfreiheit. Gibt es vollendet nur in einer säkularen Gesellschaft.

    nennt sich säkularisierung

    Die ist allerdings in unserem Lande nicht abgeschlossen. Da haben wir noch etwas vor uns.

    glaube ist in unserer gesellschaft gottseidank (!) privatsache geworden.

    Keine Ahung, wem du da dankst, aber die Glaubensfreiheit, die wir haben, dürfte das Ergebnis des Bemühens von Menschen sein. Denen sollte man danken. Allerdings sind wir hier auch noch nicht fertig, wie dieser Thread zeigt.

    Mein Gott ist und handelt da ganz anders.


    Ja, so lange sich jeder seinen Gott definieren kann, ist die
    Übereinstimmung mit den göttlichen Geboten immer besonders hoch.

    So könnte es laufen, bedarf aber der Glaubensfreiheit.

    Diese Möglichkeit nicht
    zu haben, sondern sich von anderen vorschreiben lassen zu müssen, wie
    deren Gott möchte, dass man sein Leben gestaltet, ist das Problem.

    Wenn die katholische Kirche etwas entscheidet, dann gilt das prinzipiell weltweit

    So lange man sich aussuchen kann, ob man zur Gruppe derer gehört, für die diese Regeln dann gelten, wäre das kein Problem. Zur Glaubensfreiheit s.o.

    Jetzt überlegen wir

    Wer?

    wer die ältesten Schulen in Deutschland gegründet und geleitet hat

    Und, was ist das Ergebnis eurer "scharfen" Überlegungen? Oder bleibt's bei den Andeutungen und schon ist man fertig:


    schenken wir uns die Diskussion darüber,

    Aber ich schenke mir die Diskussion mit dir,

    Ah, klar, also nur reinkommen, furzen, über den Gestank meckern und weg. Ja, danke für die Ehrlichkeit.


    ob die Kirche sich "in dem Bereich breit macht

    Nunja, mag sein, dass die Formulierung im Präsens den Eindruck erweckt hat, dass ich bemängele, dass sie sich aktuell breit machen. Aber wie du richtig anmerkst, machen sie das schon eine ganze Weile. Und sicherlich war es zu Zeiten eines noch weniger säkularen Staates durchaus schlimmer. Die stärkere Machtposition machte es einfacher, Strukturen aufzubauen, die die Macht erhalten.

    Sehr wohl darf man den nicht-kirchlichen Teilen des Staates hier in die Kritik nehmen, dass er sich hat die Bildungsbutter vom Brot nehmen lassen. Aber "war schon immer so" war schon immer kein gutes Argument, sondern eher Ausdruck der Resignation. In einem demokratischen Rechtsstaat darf man wohl andere Maßstäbe anlegen. Warum sollte in einem solchen Bildung nicht staatliche Aufgabe sein? Warum sollten sich andere Institutionen da einmischen dürfen? Was, bitteschön, hat die Gesellschaft davon?


    gegen die katholische Kirche argumentieren

    Die Reduktion auf diese eine Glaubensgemeinschaft entstammt deinen Scheuklappen. Außerdem ging es mir nicht um die Argumentation gegen eine (diese) Kirche. Es ging mir um deren andauerndes Unterfangen, gesellschaftlichen Einfluss auszuüben, um anderen aufzudrücken, wie diese zu leben haben. So lange sie die Kreise der anderen nicht stören, können die von mir aus drei Mal pro Woche mit einem Bein in der Luft heiraten (um nochmal auf den Ausgangspunkt des Threads zurückzukehren). Da gibt es nichts zu kritisieren.

    Schulen sind in Klöstern und Städten traditionell kirchliche Aufgabe gewesen,

    Es war wohl deshalb ihre Aufgabe, weil sie sie übernommen haben. Nun gut, war das halt so.

    weil der Staat (so man denn einen solchen hätte sehen können, sagen wir eher die weltliche Herrschaft) darin keine Notwendigkeit gesehen hat.

    Könnte ein demokratischer Rechtsstaat natürlich besser machen.

    Die Einführung der Schulpflicht und des Schulsystems in seiner heutigen Form geschah dann leider auch nicht in einem demokratischen System,

    Trotzdem erfolgreich. Nicht alles, was in einer Monarchie geschieht ist doof. Und leider ist nicht alles, was in einer Demokratie geschieht, ist gut. Das ändert nichts daran, dass in einem demokratischen Rechtsstaat Bildung eine staatliche Aufgabe sein sollte.

    Aber ein gutes Abitur bekommt man heute in Geschichte ja auch ohne Fakten.

    Das Aufzählen von Fakten sollte aber auch nicht für ein gutes Abitur reichen. dazu gehört dann wohl auch (etwas) Urteilsvermögen. Ich bin ja kein Historiker, aber trotzdem behagte mir die Reduktion der Geschichte auf das Auflisten, wie was damals war, noch nie so sehr.

    Im nicht-verkündungsnahen Bereich, ja. Einem Lehrer an einer katholischen Schule wird aber etwas mehr abverlangt, als dem Oberarzt in der Chirurgie.

    Nunja, das Wesentliche bei einen Chirugen scheint mir doch zu sein, dass er gut operiert, bei einem Lehrer, dass er gut unterrichtet.

    Darf ich deine Äußerung so verstehen, dass Schule dem "verkündungsnahen" Bereich zuzurechnen ist? Das widerspricht der Idee von der Schule als einer Institution die der Bildungsvermittlung dient.

    Aber ich verstehe grundsätzlich schon, dass kirchliche Institutionen auch auf eine kirchliche Hochzeit pochen. Das fällt ja nunmal in deren "Kernaufgabenbereich" und wenn eine Ehe nach Auffassung der Kirche vor Gott geschlossen werden muss, um von ihnen vollwertig anerkannt werden zu können, das ist das eben so.

    Aber "Schule" gehört nicht zu deren Kernaufgabenbereich. Das ist ein Bereich, in dem sie sich breit machen, um ihre Ideen anderen aufzudrücken. Warum man so etwas tut, verstehe ich nicht. Aber ich halte es nicht für richtig.

    In diesem Thread wurde mehrfach angeregt, man solle sich nicht an solche Schule begeben, wenn man meint dort nicht hinzupassen. Das bedeutet durchaus Einschränkungen bei der Berufsausübung, die es in einem rein staatlichen Bildungswesen nicht gebe. Ich gebe das zu bedenken.

    Auf der anderen Seite, kann man umgekehrt einer Religionsgemeinschaft zumuten, keine Schule zu betreiben, wenn man es nicht aushält, dass da dann Menschen arbeiten, die sich frei entfalten und über ihr Leben selbst bestimmen möchten.

    Die Schule hat eine bestimmte Zielgruppe und diese Gruppe hat halt spezifische Moralvorstellungen.

    Die Zielgruppe für eine Schule sollten doch Menschen sein, die etwas lernen wollen.

    Ich sehe Schule als staatliche Aufgabe. der Staat sollte die Schulen betreiben, um sicher zu stellen, dass die dort vermittelten Inhalte mit unserem Rechtssystem vereinbar sind und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Irgendwelchen Gruppen zu ermöglichen ein paralleles Bildungssystem zu betreiben, in dem dann davon abweichende Thesen vertreten werden, ist schon absurd für einen demokratsichen Rechtsstaat.

    Innerhalb eines staatlichen Bildungswesen hat jeder dei Möglichkeit, nach seinen "Moral"vorstellungen zu leben, so lange diese im Einklang mit dem Rechtssystem stehen. Wer nur verheiratet mit seinem Partner zusammenleben möchte, soll das tun. Wo ist das Problem. Jungen Menschen in der Schule zu vermitteln, dass man nur so leben könne, ist aber etwas anderes. Wo ist dafür die Rechtfertigung?

    Und noch ganz etwas anderes ist es, von anderen zu verlangen, ihr Leben nach diesen Vorstellungen zu gestalten. Und das ist's, worum es bei diesen Moral genannten Ideen ghet. Man möchte anderen Vorschriften für ihr Leben machen. Und dafür gibt es keine Rechtfertigung aus einem Arbeitsverhältnis.

    Es gibt durchaus "Tendenzbetriebe", Parteien und Zeitungen fallen mir als erstes ein, bei denen die Meinung Teil des Geschäfts ist. Daraus lässt sich die Verpflichtung der Mitarbeiter innerhalb des spezifischen Meinungsspektrums tätig zu sein ableiten. Aber wie ist das, wenn ein Verlag einen Autohandel betreibt, um Gewinne zu reinvestieren? Müssen dann die Autoverkäufer auch dessen Meinung vertreten, oder machen die ganz etwas anderes?

    Innerhalb der Religionsgemeinschaften können solche Thesen gerne verbindlich sein, in einer Schule hat so etwas nichts verloren.

    Kann man als Konsequenz dieses Threads also ziehen, dass, je später man mit dem Referendariat beginnen möchte, es umso schwerer wird, dies überhaupt zu tun? Etwa aufgrund etwaiger finanzieller Probleme?

    Hm, man bekommt ja mit höherem Alter nicht weniger Vergütung. Es ist halt nur so, dass man sich schon an mehr gewöhnt hat. Wer sich im höheren Alter entscheidet, noch mal eine Ausbildung zu machen, wird wohl damit klar kommen müssen, dass er noch mal wie ein Lehrling verdient. Wenn man finanzielle Verpflichtungen hat (z.B. ein Kredit für eine Immobilie), wird's vielleicht eng. Ob man sich den bisherigen Lebensstandard temporär abgewöhnen möchte, ist eine Frage der Haltung.

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