Ein alteingessener Kollege meinte zu mir, dass ich in dem Gespräch aufpassen müsse. Ich hatte eh den Wunsch, aus der Beratung zu gehen, und mein Chef könnte es so auffassen, dass ich das jetzt ausnutze, um mein Ausscheiden aus der Beratung zu erzwingen.
Du kannst nicht beeinflussen, was dein Chef aus den Fakten macht, Manchen Köüfe sind aber so krumm, dass nur verbogene Gedanken 'rauskommen. Wenn dein Chef tatsächlich meint, du würdest durch diesem Umweg aussteigen wollen, so kann er weiter fantasieren, dass du es ernst meinst. Außerdem brauchst du keinen Unfall, um die dienstliche Nutzung des Privatwagens nicht mehr zu wollen. Auf dem Weg hättest du also schon früher den Ausstieg versuchen können.
Also entweder kann dein Chef mit Fakten umgehen, dann hast du kein Problem. Oder er kann's nicht, dann kannst du's ihm nicht recht machen.
Wenn deinem Chef wichtig ist, dass du die Beratung machst, wird er einen Weg finden. Wenn er nur möchte, dass du es machst, weil du bisher brav gebuckelt hast, muss er sich jemand anders suchen.
Finde ich ganz toll. Wenn man das allerdings bei uns machen würde, dann würde man kräftig angeraunzt werden.
Und wenn man Eltern und Schülern gegenüber Äußerungen macht (letzter Absatz bei Dir), dann würde man cholerisch zusammengebrüllt werden wie unprofessionell man sei so etwas gegenüber Eltern und Schülern zu äußern.
Soziopathen findet man überall. Den Versuch, sie durch willfähriges Verhalten zu besänftigen, würde ich nicht unternehmen. Dann lieber auf Abstand gehen. Im Verkehr mit Vorgesetzen bedeutet das, keine Gespräche ohne Anwesendheit des Lehrer- bzw. Personalrats zu führen und sich alles zu notieren.
Das hier beschriebene Verhalten
In Frappers Fall könnte das heißen, dass er klar kommuniziert, dass er nicht mehr alle Inklusionskinder betreuen kann, oder dass er eben entsprechend weniger Zeit pro Kind zur Verfügung hat, oder dass er eben gewisse Übungen mangels Material nicht durchführen kann oder oder oder. Wie gesagt, ich kenne euer System nicht, aber einfach stillschweigend das Beste aus der Situation zu machen, wird nicht zu Veränderungen führen.
Übrigens kommuniziere ich meine Statements oben im Zweifelsfall durchaus auch Eltern und Schüler: "Ich kann dieses Jahr keine Übungsklausur fürs Abi korrigieren, weil ich von der Schulleitung angewiesen wurde, XY zu machen und deshalb keine zeitlichen Ressourcen habe."
ist nämlich professionell. Jemand der das bestreitet, würde ich schon erklären, dass ich seine Äußerung als beleidigend empfinde. Im Zweifelsfall schriftlich, das Gespräch wäre nämlich vorbei, wenn mich jemand anschreit.
Lange Rede, kurzer Sinn. Wenn du, Frapper, klar hast, dass die Abwägung gegen die dienstliche Nutzung des Privatwagens ausgeht, solltest du das auch durchziehen.