Beiträge von O. Meier

    Und das rechtzeitige Herbeirufen ärztlicher Hilfe ändert genau NICHTS an dem Urteil. Schließlich sind die beiden Kolleginnen dafür verurteilt worden, dass sie die Vorerkrankungen vorher nicht schriftlich abgefragt haben und nicht dafür das zu spät Hilfe gerufen wurde.

    Da gibt es schon einen Nexus, nämlich den, womöglich eher Hilfe um Hilfe nachzusuchen, wenn man von einer Erkrankung weiß. Oder anders: wäre rechtzeitig Hilfe herbeigerufen worden, lebt das Kind noch. Kein Prozess, kein Urteil. Doch, ändert etwas.

    So oder so ist es sinnvoll, immer eine Ersthelferin dabei zu haben, falls mal eine benötigt wird.

    Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um! Denn darin besteht das Gesetz und die Pro­pheten.

    Da sehe ich einen Haken auf dem Weg zum ethischen Handeln. Die hier Predigende beruft sich auf ein Gesetz, das verlangt, dass man so handele. Ethisches Handeln ist aber im Rahmen von Gesetzen nur begrenzt möglich, da die Gesetze selbst unethisch sein können. Vielmehr müssen die Gesetze ethischen Überlegungen entspringen.

    Ob nun goldene Regel oder kategorischer Imperativ. Diese können sich nicht auf Gesetze berufen. Vielmehr müssen die Menschen sie um ihrer selbst Willen anerkennen. Sie müssen verstehen, dass es damit möglich ist, die Interessen der anderen zu beachten und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

    Sich auf Prophetinnen oder höhere Wesen zu berufen, die das schon regeln, bedeutet, Verantwortung abzugeben.

    Liebe!

    Und damit hat die Predigende es restlos zerschossen. Das einfordern einer solchen Emotion, ist sinnlos. Man kann Menschen mit Respekt, Freundlichkeit und offenenen Ohren begegnen, ohne sie zu lieben.

    und fordert damit ein totales JA zum Leben.

    Ja, das ist einfach. Das löst aber keine ethischen Dilemmata, wenn man gezwungen wird, ein Leben gegen das andere abzuwägen.

    So halte ich die großen Worte, die der Predigenden hier aninterpretiert werden, für tatsächlich viel weniger konkret als ein kategorsicher Imperativ, der mir abverlangt, alle Seiten zu betrachten, die Folgen meiner Entscheidung für alle zu beurteilen, und mich dann eben zu entscheiden, ob ich den finalen Rettungsschuss ausführe, ob ich Waffen an die Ukraine liefere oder in ein anderes Krisengebeit.

    Da kannst du die Menschen alle lieben und wünschen, dass sie alle leben. Das nützt nichts, jemand wird sterben. Und ja, manchmal ist man in der Position zu entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Schlimm genug, aber dann ist man auf etwas mehr angewiesen, als das „totale JA“.

    Ein „totales JA“ zum Leben diktiert übrigens auch, eine Organspendepflicht. Damit kann man Leben retten, ohne über der anderen Beteiligten urteilen zu müssen, die sind schon tot. Trotzdem finde sich auch unter den Christinnen im Bundestag keine Mehrheit für zumindest eine Widerspruchslösung. Der Respekt vor Leichen ist dann doch größer als der vorm Leben.

    Und? Klappt gut mit der Bergpredigt, oder?

    Wenn nicht, muss man bei einem Wandertag oder einer Klassenfahrt auch Mal sagen "Chef, geht so nicht uns fehlt ein Ersthelfer". Wird lustig.

    Wie wär's denn andersherum? Eie Schulleiterin dürfte nach deinen Ausführungen gar keine Fahrt genehmigen, für die keine Ersthelferinnen eingeplant sind.

    Wenn es eine Genehmigungsinstanz gibt, darf man auch diese nicht so einfach aus der Verantwortung lassen.

    Ansonsten finde ich es gut, dass viele Länder schon auf „Erste Hilfe für alle“ setzen. Das sollte eigentlich schon beim Lehramststudium anfangen, so dass sogar die Praktikantinnen schon geschult sind.

    Somit ist für mich dann auch dieses konkrete Beispiel unpassend, da ich damit die Würde des Partners verletzte und damit auch sein Leben einschränke.

    Eben. Wie ich das verstehe, erlaubt die goldene Regel aber etwas, dass du als Verletzung der Würde verstehst. Der kategorische Imperativ hingegen, so versteh ich das, verlangt auch diese Verletzung der Würde einzubeziehen, weil ein allgemeines Gesetz eben die Interessen aller berücksichtigen möchte. Insofern ist das ein schönes Beispiel. Danke dafür.

    Ich mag den kategorischen Imperativ. Bisher hatte ich noch nicht die Gelegenheit, die Unterschiede zur goldenen Regel zu erkennen. @Pyro : Danke für die Ausführungen

    Abgesehen davon: Jesus ist kein Klimakleber, weil die Erzählfigur die Problematik noch nicht auf dem Schirm hat.

    Eben die Ideen aus der Bronzezeit und der Antike passen an vielen Stellen nicht auf heute. Religionen bemühen sich, die alten Texte so zu interpretieren, dass sie den Eindruck erwecken, sie passten doch. Das wirkt doch manchmal arg gekrampft.

    Bevor man in SchILD überhaupt an die Stelle kommt, dass man etwas drucken kann, muss man viel Arbeit investieren. Dafür investieren wir jedes Jahr sechs Entlastungsstunden.

    Viele sehen das nicht. Die geben ihre Noten ein und freuen sich. Das ist auch in Ordnung. Trotzdem nervt es mich, dass soviel Lehrerinnen-Arbeitszeit in so ’nen Driss fließt. Das weniger gehaltener Untericht.

    Insofern muss die TE ’rausfinden, wie viel Arbeit da auf sie zu kommt, um einen entsprechenden Entlastungssatz auszuhandeln.

    Und. Ich machte so etwas nicht allein. Ohne Redundanzen funktioniert so etwas nicht. Wenn die Chef-Schreiberin z. B. krank ist und niemand anderes kann übernehmen, bleibt nichts anderes übrig, als jene vermittels eines schlechten Gewissens zu Arbeit trotz Krankheit zu nötigen.

    Bei jedem Schritt der Digitalisierung wird in Schule die gleiche Abwehrdiskussion geführt, während gleichzeitig immer über den Arbeitsaufwand von Verwaltungstätigkeiten gejammert wird. Ich führe jetzt aber 2024 keine Diskussion mehr über die Vor- und Nachteile von kopierten Dokumenten und Aktenschränken.

    Bei uns Frist das elektrische Klassenbuch massiv Zeit. Von den vielen unbrauchbaren Daten, mal abgesehen.

    Das ist kein Argument gegen Digitalisierung, sondern eines gegen genau das Produkt. Ich kenne tausendunddrei Beispiele, in der digitale Lösungen nicht die erhofften Vorteile generieren. Das liegt am falschen Produkt, an der falschen Auswahl, an kurzfristigen Änderungen bei Bestellungen, an zu wenig Wartungspersonal, unterlassenen Schulungen und was weiß ich. Das spricht alles nicht prinzipiell gegen Digitalisierung, sondern nur gegen Leute, die sich weigern, schlau genug für die Umsetzung zu sein. Ganz grob möchte ich weder der Annahme, dass elektrisch besser sei, noch der analogen fürs Analoge zustimmen. Man muss im Einzelfall entscheiden, welche der konkreten Lösungen die bessere ist.

    Das vorab. Wir verwenden SchILD als Schülerinnen-Datenbank. Damit erstellen und drucken wir auch die Zeugnisse. Das ist ein echtes Scheiß-Programm. Aber wen wundert das? Branchensoftware ist eigentlich immer Scheiße und zu teuer. Ribeka hat dafür ja nur einen Kunden. In einem engen Markt, ist’s halt eng.

    Vorher hatten wir IBIS. Als ich an der Schule anfing, dachte ich, ich sei bei der versteckten Kamera gelandet.

    SchILD ist auch besser, als Zeugnisse von Hand zu schreiben. Aber als Zeugnisse noch von Hand geschrieben wurden, waren die erheblich weniger aufwändig. Name, Geburtsdatum, Noten. Fertig.

    Der Daten- und Informationswust, der auf den heutigen Zeugnisse den Blick aufs Wesentliche verstellen, kriegt man von Hand nicht mehr abgedeckt. Man braucht Computer. Und. Auf denen läuft Schrott-Software. Anforderungen aus dem dritten Jahrtausend begegnen wir mit Technik aus dem zweiten.

    Das spricht nicht gegen digitale Lösungen, zeigt aber, dass wir wirklich Zeit sparen könnten, wenn wir bereit wären, uns gute Lösungen zu holen.

    Ich kann mit deinen Gedanken wenig anfangen. Ich mache meinen Job nicht, weil ich mich gebraucht fühlen möchte, sondern weil ich Geld dafür bekomme. A14 ist ein ordentlicher Happen Schmerzensgeld. Da wäre ich nicht zu wählerisch, was ich dafür mache.

    Mein Tipp: mach' was du machen sollst mit dem notwendigen Aufwand und suche dir eine Betätigungsfeld außerhalb der Schule, in dem du dich "verwirklichen" kannst. Bei uns im Verein werden immer Leute gebraucht, die ehrenamtlich etwas machen.

    So etwas wie Personalentwicklung gibt es tatsächlich im öffentlichen Schulwesen nicht.

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