Beiträge von Tom123

    Ich finde es beängstigend wie wenig ernst selbst vorsichtige Leute den Lockdown nehmen. Wenn jeder mal wirklich 14 Tage mit dem Arsch zu Hause bleiben würde und wirklich nur für das notwendigste das Haus verlässt, wären die Zahlen jetzt viel niedriger und wir könnten uns überlegen, was man öffnen kann. Stattdessen ist eine Verlängerung des Lockdowns mehr oder minder unumgänglich.

    Ich würde es ein klein bisschen anders formulieren: Es zeugt von Solidarität, wenn Mitmenschen freiwillig auf Einzelne Rücksicht nehmen. Das ist natürlich lobenswert und stehe ich auch wohlwollend gegenüber. Mit dem Wort "verlangen" habe ich in dem Kontext jedoch meine Schwierigkeiten.

    Ich verlange auch, dass die Menschen sich an Tempolimits halten.

    Die Gesellschaft verlangt auch, dass in vielen Bereichen nicht geraucht werden darf.

    Ich muss mich gegen Masern impfen lassen.

    Ich darf keine Drogen nehmen.

    Ich darf nicht nackt durch die Innenstadt laufen.

    Wo soll denn eine Pflicht anfangen? Die Freiheit des einzelnen endet, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. Wenn jemand durch sein Verhalten mich gefährdet, kann ich natürlich verlangen, dass er sich anders verhält.

    Wenn du dich an bestimmte Dinge erinnerst und die kritisieren und diskutieren möchtest, dann mach das doch bitte konkret mit der Zitier-Funktion, statt immer wieder nebulös "einige Forumsteilnehmer" und "erinnerte Aussagen" in den Raum zu stellen, dann fühlt sich auch niemand falsch angesprochen.

    Ich glaube es kann sich jeder selber überlegen, ob er/sie sich angesprochen fühlt. Ich möchte auch nicht mit jemanden diskutieren. Ich glaube nicht, dass das wirklich was bringt und dafür ist mir meine Zeit zu schade.

    Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich der Aussage von Nymphicus zustimme und habe gleichzeitig gesagt, dass ich Kritik an Wollsocken in dieser Beziehung für unangemessen finde, da sie a) in einer anderen Situation ist und b) sich durchaus auch kritisch zu der Infektionsgefahr an Schulen geäußert hat.

    Nach den aktuellen Verlautbarungen erreichen wir dieses Niveau an Impfwilligen nicht. Keine Herdenimmunität bedeutet eben auch keinerlei Schutz für Ungeimpfte. Das ist halt problematisch für solche, die sich wegen z. B. Vorerkranken nicht impfen lassen können.

    Wobei man das auch nicht nur Schwarz und Weiß sehen darf. Wenn wir am Ende 50-60% erreichen, wird das Infektionsgeschehen dadurch auch deutlich ausgebremst. Dazu wird auch ein Teil der Nichtgeimpften eine natürlich Immunität erreichen, wenn sie infiziert waren. Letztlich müssen wir versuchen möglichst viele Menschen zu impfen und dann abwarten, wie es sich entwickeln. Da wird man jetzt kaum seriöse Prognosen erstellen können.

    Solche Sätze verstehe ich nicht, denn es gab nie ein Maskenverbot. Man konnte jederzeit freiwillig Maske tragen. Warum muss alles immer über Verpflichtungen gelöst werden? Lasst doch mal die Leute leben, statt ihnen alles vorschreiben zu müssen!

    Naja, mal überlegen. Wen schützt du denn erstmal mit einer Maske? Dich selber oder die anderen?

    Man könnte natürlich sagen, dass man ja durchgehend mit ffp2/3 Masken rumlaufen kann. Aber das ist nur begrenzt möglich, war anfangs auch gar nicht möglich/gewünscht, kostet viel Geld. Dazu kommt natürlich auch, dass die Infektionsgefahr deutlich steigt, wenn sich mehrere Kinder angesteckt haben. Irgendwann bringt mir dann meine Maske auch nicht mehr viel. Da ist es sicherlich einfacher, wenn alle eine einfache Maske tragen. Zumal du auch schlecht Kinder mit einer ffp2 Maske in den Unterricht setzen kannst. Die jüngeren können sie noch gar nicht richtig aufsetzen. Die sind davon abhängig, dass ihr gegenüber auch eine Maske trägt.

    Ich denke, dass Nymphicus da durchaus Recht hat. Es gab auch einige Forumsteilnehmer, die gebetsmühlenartig ihr Schule ist sicher runtergebetet haben. Ich erinnere mich noch Aussagen, dass es keine größeren Ausbrüche gab oder dass Kinder das Virus ja nicht übertragen.

    Letztlich wurde gerade am Anfang das Risiko von einigen runtergespielt. Alleine die Diskussion über die Problematik von Aerosolen. Heute spielt die Frage eine große Rolle. Man diskutiert über Lüften und Luftreiniger. Letztlich waren das auch lange Zeit die einzigen Maßnahmen der Länder.

    Ich finde aber auch, dass man Wollsocken dort nur begrenzt reinnehmen kann. Anscheinend sie die Regelungen in der Schweiz insbesondere bezüglich Maskenpflicht deutlich härter als in Deutschland. Viele von uns wären froh gewesen, wenn es frühzeitig eine Maskenpflicht gegeben hätte. Außerdem ist es natürlich ein großer Unterschied, ob ich im Sek II oder Sek I bzw. Primärbereich arbeite. Ich kann mich auch erinnern, dass Wollsocken durchaus auch Aussagen kritisch kommentiert hat, die die Schule als sicheren Ort bezeichneten.

    Übrigens konnte der Mensch bisher nur einen einzigen Erreger ausrotten, das waren die Pocken. Diese hatten aber keine tierischen Wirte, die es bei Covid-19 ja gibt. Es wurde gigantischer Aufwand betrieben, um die Pocken auszurotten. Bei anderen Erregern, die ebenfalls keine tierischen Wirte befallen, ist uns dies trotz aller Bemühungen nie gelungen, beispielsweise bei Poliomyelitis und Masern. Polio hält sich in schwer zugänglichen Gegenden (Pakistan, Afghanistan), die Masern verbreiten sich sogar wieder aufgrund der Impfskeptiker.

    Polio ist aber in Europa eigentlich ausgerottet. Das es nicht vollständig gelingt, hat letztlich politische und wirtschaftliche aber keine medizinischen Gründe. Mit einer entsprechenden Kraftanstrengung und guten Willen würde man das sicher schaffen.

    Ich bin mir sicher, dass man auch die Masern durch die Impfpflicht nahezu ausradieren kann.

    Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass das Virus kein "Killervirus" ist, die Leute haben gesehen, dass man gut durch den Sommer gekommen ist, und sind der Maßnahmen überdrüssig. Deshalb suchen sie im aktuellen Lockdown so viele Schlupflöcher wie möglich (wenn sie sich überhaupt daran halten).

    Du findest also die 500-1000 Tote, die wir jeden Tag trotz Lockdown haben, ok? Was wäre denn für dich ein Killervirus? Also ab wann müssen wir Maßnahmen ergreifen?

    P.S. Ich lese gerade heute erstmals über 1.000 Tote am Tag. Trotz Lockdown. Was ist für dich noch ok? 10.000 oder 100.000 am Tag? Wann müssten wir eingreifen?

    Es ging ums Impfen. Ich hatte bemängelt, dass Kinder unter 16 (noch) nicht geimpft werden können.

    Ok, aber beim Impfen geht es ja momentan vor allem darum, die Person persönlich zu schützen. Deswegen fangen wir ja auch mit den besonders gefährdeten an. Bei den Schulen geht es nicht darum, dass die Kinder krank werden sondern vor allem darum, dass das Virus durch die Kinder weitergetragen wird.

    Wir sind auch keine Brennpunktschule, haben aber ähnliche Probleme.

    Viele Eltern halten es auch nicht für nötig, der Schule die neuen Daten mitzuteilen. Wir fragen das auch am Anfang des Schuljahres immer ab. Da bekommen ich Zettel mit der alten Adresse zurück, weiß aber dass das Kind umgezogen ist.

    Außerdem die klassischen Probleme, dass keine Klinger, kein Briefkasten und kein Namensschild vorhanden ist.

    Es sind bei uns nicht viele. Aber in jeder Klasse hast 1-2.

    Listen vom Einwohnermeldeamt helfen meistens nichts. Solche Leute melden sich nicht um. Das EMA weißt in der Regel noch weniger als wir. Vor ein paar Jahren hatten wir mal eine Anfrage, ob wir müssten wo die Eltern von Kind xy wohnen...

    Ich trenne die Streithähne und gebe die Info an das Lehrpersonal weiter bzw. sieht die Aufsicht, daß ich dazwischen gegangen bin und kommt nach. Ich war eben näher dran...

    Ja, ich bin an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt ES. Deshalb habe ich ca. 1 Klopperei pro Woche, wo ich dazwischen gehe, auch VOR Corona. Das gilt auch für Kloppereien während des Unterrichts, innerhalb der Pausen im Hof oder im Gebäude...

    Förderschule mit ES ist natürlich eine andere Hausnummer. Ab da gilt es um so mehr, dass du das mit der Schulleitung klären musst. Und dabei darauf aufmerksam machen, dass du dich ja laut AG raushalten sollst.

    Das gilt mit Sicherheit nur, wenn die Aufsichtspflicht auch wahrgenommen wird.

    Nachtrag: Und gesagt hat man schnell was, woran der Sager sich aber ggf. einfach nicht mehr erinnert.

    Nein, das gilt immer. Die Aufsichtspflicht also die Verantwortung die Aufsicht sicherzustellen liegt bei der Schule. Die Schulhelfer sind tatsächlich nur für ihr Kind da. Nichtsdestotrotz hast du natürlich in bestimmten Situationen eine Pflicht zur Hilfeleistung und gleichzeitig wird dir kaum einer einen Strick daraus drehen können, dass du bei einem Streit eingreift. Aber du kannst nicht belangt werden, dass du deiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen bist (außer es betrifft dein Kind). Als Lehrkraft ist das anders. Wenn du noch in Ruhe deinen Kaffee trinkst und es passiert etwas, bist du dran. Du darfst auch nicht vergessen, dass die Schulhelfer von einem externen Träger (oft Jugendamt) bezahlt werden mit dem Auftrag die Schulteilnahme ihres Kindes zu ermöglichen. Das Jugendamt hat dann berechtigerweise auch kein Interesse, dass ihre Mitarbeiter für die Schule die Aufsicht führen.

    Grundsätzlich sind Schulhelfer nur für das zugeteilte Kind zuständig. In der Theorie sollte eine Aufsichtsführende Mitarbeiter(in) der Schule in der Nähe sein, die du dann informierst. Nichtsdestotrotz kannst du natürlich wie jeder andere Mensch eingreifen, wenn vor deiner Nase etwas passiert. Ggf. musst du es sogar. Deswegen der Hinweis, dass ein Gespräch mit deinem Schulleiter wichtig ist. Ggf. darauf hinweisen, dass dort ein Problem besteht und um "Handlungsanweisungen" bitten.

    Fairerweise gibt es auch solche und solche Schulhelfer. Ich habe schon mit vielen sehr gut zusammengearbeitet. Aber leider gibt es auch immer wieder das Problem, dass die Rolle der Schulhelfer nicht klar ist. Dann halten sich Schulhelfer für die Vertretung der Klassenlehrkraft. Da kann vor meinen Augen etwas passieren und die Schulhelfer(in) kommt angelaufen, um das zu klären, da es ja "ihre" Klasse ist und sie ganz viele Hintergrundinformationen hat. Das liegt natürlich auch oft am falschen Umgang der Klassenleitung mit den Schulhelfern.

    Außerhalb der Coronazeiten sollte es die absolute Ausnahme sein, dass Schulhelfer in die Streitigkeiten "fremder" Schüler reingezogen werden und keine aufsichtsführende Person greifbar ist. Wenn das bei uns passiert, beendet die Schulhelferin den Streit und informiert die Aufsicht oder Lehrkraft. Wir sind aber auch keine Förderschule. In der Regel reicht auch eine energische Ansprache, dass sich Kinder trennen bzw. die Schüler trennen ihre streitende Mitschüler und man muss nur noch klären, was los war. Bei unseren Förderschülern ist das tatsächlich auch oft schwieriger. Gerade im ES-Bereich. Da hatte ich auch schon genug Situationen, die grenzwertiger waren.

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