Das ist ein wenig Schwarz-Weiß-Malerei.
Natürlich sollte es so sein, aber in den wenigsten Fällen wird das zu 100% abgedeckt sein. Wenn die Schulleitung plötzlich ausfällt, wird es bei fast jeder Schule klare Regelungen geben, wer den Job übernimmt. Aber wenn ich mich morgens zur ersten Stunde krank melde, weiß keiner außer mir was ich für den Tag geplant habe.
Dann sind die Noten ein Problem. Tragt ihr wirklich alle Noten irgendwo in der Schule in eine Liste, damit jeder darauf notfalls Zugriff hat. Wäre eure Unterrichtsplanung für andere Kollegen einsehbar?
Dann pragmatische Dinge. Z.B. die Verwaltung der iPads. Wir haben nur eine Person, die das Programm kennt und einen Benutzer-Account hat. Natürlich kann sich da jemand anderes einarbeiten und wir bekommen auch über die EDV des Schulträger weitere Accounts. Aber das würde dauern.
Genauso ist es in anderen Bereichen. Bestimmte (dringende und vertrauliche) Dinge hat nur unsere Schulsozialarbeiterin Zugriff drauf. Wenn sie ausfällt, kann das keiner eben übernehmen.
Unsere Förderschullehrerin hat Daten und Akten über Kinder teilweise in Papierform. Wenn sie nun langfristig krank wird, wird das ein Problem mit den Stichtagen zur Abgabe der Fördergutachten.
Das sind alles Probleme, die man irgendwie lösen kann. Aber so ein richtiges Backup oder ein nahtloser Übergang ist das nicht. Den Fall der Förderschullehrkraft hatte ich schon. Sie war länger ausgefallen. Da habe ich trotz Krankmeldung einmal angerufen und gefragt, ob wir kurz drüber sprechen können. Wir haben uns ausgetauscht und alles war gut. Wenn sie jetzt explizit gesagt hätte, dass sie nicht erreichbar ist, wäre es natürlich was anderes gewesen.
Aber ich denke, dass man da einfach den Einzelfall sehen muss. Wenn ich nicht erreichbar bin, teile ich das der Schule mit der Krankmeldung klar mit. Und dann sollte sich auch keiner melden. Und wenn sich jemand meldet, sage ich ihm das noch mal.
Andererseits schreibe ich oft bei einer Krankmeldung gleich dabei, was wie gemacht werden kann und wo Sachen liegen.