Beiträge von state_of_Trance

    Ich fände es z.B. sehr schade, wenn das autistische Kind, das ich derzeit unterrichte, nicht aufs Gymnasium dürfte.

    Man spricht ja nicht umsonst vom autistischen Spektrum. Da gibt es ja sehr große Unterschiede.

    Bevor man das gefühlt jedem zweiten Schüler attestiert, hat man gesagt "Der hat seine Dinosaurier Phase".

    Ich glaube eine leichte Autismus Diagnose könnte man vielen, auch Erwachsenen, stellen. Das kann man je nach Ausprägung nicht mal wirklich Inklusion nennen.

    Wenn Lehrkräfte an Regelschulen sich über Inklusion beklagen, geht es ja nie um körperliche Einschränkungen. Was das angeht hatten wir von Schülern im Rollstuhl, mit Hörgeräten und Problemen lange zu schreiben (die schrieben dann Klausuren am Laptop) schon alles da. Da geht es in der Regel um Lernbehinderung oder das emotional-soziale Spektrum. Und das ist einfach Sprengstoff in einer größeren Gruppe als an einer dezidierten Förderschule mit Lehrkräften, die bestenfalls mal eine kleine Fortbildung dazu hatten.

    In der Grundschule hat man auch nur sehr begrenzt Ausweichmöglichkeiten. Da müssen alle zusammen in einer Klasse sitzen. Dies dann aber auf das gesamte Schulsystem zu übertragen ist natürlich quatsch.

    Ich befürchte, dass aber auch da die Orientierung eher nach unten geht. Das ist ja auch der Grund, wieso Gesamtschulsysteme scheitern. Es ziehen nicht starke Schüler die schwächeren mit, sondern ebensolche bremsen die guten aus.

    Man muss sich fragen, ob es das ist, was man möchte, in einem Land, was sowieso wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast ist.

    Von Fesseln spüre ich wenig und habe den Eindruck, dass manchmal überhöhte Vorstellungen bezüglich der freien Wechselmöglichkeiten in der Wirtschaft bestehen. Nie Homeoffice?? Im Ernst?? Ich verbringe knapp die Hälfte meiner Arbeitszeit in ebenjenem. Und (nahezu) arbeitsfreie Zeit an knapp 60 Werktagen statt nur 30 Werktagen im Jahr ist durchaus nett, auch wenn diese recht starr - damit aber planbar - liegen. Als Elternteil schulpflichtiger Kinder ist man ohnehin an diese gebunden.

    Du weißt, was ich meine. Man muss täglich zur Schule fahren, auch wenn man noch „Home Office“ macht.

    Und ich und viele andere Leute möchten keine Kinder. Die wären nicht an diese Ferien gebunden. DAS nervt.

    Gerade bei dir, Maylin85, fällt mir wiederholt auf, dass du gar nicht blind für diese Ungerechtigkeiten bist, sondern diese ganz bewusst verteidigst und noch verstärken willst zugunsten der Privilegierten. Das ist einfach nur Abschottung, die du bei deiner eigenen Karrierebiografie ja auch sehr offensiv vor dir her trägst.

    Gerade im Gegensatz zu dir, Idealist, halte ich Maylin85 für eben die Tatsachen anerkennend und interessiert daran, allen Schülern eben die passende Förderung zukommen zu lassen.

    Ich kann mir bildlich vorstellen, wie man als cleverer Schüler bei dir leiden muss, weil ja alle "mitgezogen" werden müssen.

    Den Mehrwert sehe ich darin, dass sichergestellt wird, dass die gleichen Themen in den Parallelklassen unterrichtet werden. Ich weiß, dass der Lehrplan das sowieso vorgibt, aber die Einhaltung des Lehrplans überprüft keiner. (Ich habe auch schon Unterricht von Kollegen gesehen, die nach veralteten Lehrplänen unterrichten. Ich glaube, das kennt jeder). Und wenn ein Kollege erst eine Woche vor der Klausur damit anfängt, Thema X zu unterrichten, weil er erst beim Erstellen der Klausur mit den Kollegen merkt, dass er das vorher vergessen hat, ist das immer noch besser als wenn er nie Thema X unterrichtet hätte. Es sollte nicht als Kritik am Unterricht anderer Kollegen gedacht sein.

    Kümmer dich doch um deinen eigenen Unterricht, dann hast du genug zu tun. Das sind Schuhe, die ich mir nicht anziehe.

    Zum Thema "unnötig": Warum glaubst du, dass es keinen Mehrwert für die Schüler hat? Oder ist der Mehrwert so gering, dass er den (angeblichen) großen Aufwand nicht rechtfertigt?

    Der Mehrwert für die Schüler ist 0,0. Was sollen die mit der Info denn anfangen?

    Der Mehraufwand für die betroffenen Kollegen ist enorm. Unterricht lässt sich in Parallelklassen nicht im Gleichschritt planen, nicht mal, wenn man beide Klassen selbst hat.

    Das klingt so, also ob du auch nichts vom Zentralabitur halten würdest (oder von Zentralen Klassenarbeiten am Ende der 10. Klasse).

    Aus ehrlicher Neugier: Warum nicht? Und warum unsinniger Mehraufwand ohne Erkenntnisgewinn?

    Doch, davon halte ich was, aber doch nicht im normalen Unterrichtsverlauf. Fällt euch nicht auf, wie anstrengend und unnötig das ist?

    Zentrale Prüfung ist etwas völlig anderes als selbst erstellen und immer wieder absprechen. Das ruiniert mir meinen Arbeitsfluss und das würde ich ebenfalls boykottieren.

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