Das hört sich super an! Und ich finde, so sollte es auch sein. Auf Klassenfahrten findet so viel konzentriertes soziales Lernen statt und dazu vergisst man seine Klassenfahrten sein Leben lang nicht. Sogar fachspezifisch kann man Vieles einbauen.
Schade, dass unsere Schulleitung das nicht so sieht...
Ich kann mich an keine einzige Klassenfahrt vor der 10. Klasse erinnern. Das geht auch allen anderen Menschen in meinem Umfeld so. In der 10. Klasse waren wir in Italien. Es hat die ganze Zeit geregnet und wer so schon gemobbt wurde, hatte die Gelegenheit mehr Mobbing zu erfahren. Aus der Sicht unserer Lehrer gab es natürlich kein Mobbing und die Klassenfahrt war ein voller Erfolg. Na dann. Diese merkwürdigen Fehleinschätzungen begegnen mir jetzt als Lehrer unter Kollegen immer noch regelmäßig. Damit meine ich nicht, dass alle Fahrten automatisch schlecht sind, sondern, dass bei Klassen, bei denen sich offensichtlich problematische Strukturen entwickelt haben (und Schüler diesbezüglich teilweise auch auf mich zugekommen sind), behauptet wird, dass alles ganz prima sei.
Was ich gerne mache und auch sinnvoll finde, sind Fahrten mit Leuten, die irgendetwas gemeinsam haben, das sie freiwillig gewählt haben. Kurse in der zweiten/dritten Fremdsprache im Wahlunterricht, Leistungskurse, AGs, (außerhalb der Schule) Mannschaften aus dem Sportverein oder ähnliches. Klassenfahren im Sinne von "Die 10a fährt nach Italien." halte ich für sinnlos. Außerhalb der Schule muss man nie mit 30 anderen, mit denen man unfreiwillig zusammengewürfelt wurde, soviel Zeit aufeinander hocken. Das hat keinen positiven sozialen Effekt, sondern verstärkt bereits vorhandene (positive wie negative) Strukturen.