Beiträge von Schmidt

    An die Ethikbefürworter: Was erwartet ihr von einem Ethikunterricht? Geht es euch hier vor allem um den Erwerb bestimmter fachlicher Kenntnisse oder eher soziale Kompetenzen?

    Dazu wurde bereits einiges gesagt.

    Zitat

    Würdet ihr dann die christliche Grundbildung in den Ethikunterricht miteinbinden oder über alle geisteswissenschaftlichen Fächer verteilen?

    Du hast offensichtlich noch nicht verstanden, was der Unterschied zwischen Religionswissenschaft und Religion ist.

    Und auch, weil die Eltern die Mengenlehre nicht begriffen haben und so ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben helfen konnten.

    Ich bin froh, wenn Eltern ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben "helfen".

    Das war übrigens auch die (dämliche) Begründung dafür, dass ich am Ende der Grundschule keine Gymnasialempfehlung bekam und man meiner Mutter nahelegte, mich an einer Hauptschule anzumelden.

    (Sorry fürs OT. Zurück zum Thema.)

    Die Parteien selbst sollten keine Curricula im Alleingang verabschieden, analog dann natürlich auch keine Sportvereine oder Religionsverbände. Deren Meinung sollte jedoch in einem Fachgremium, bestehend aus gewählten Bildungspolitikern, Fachdidaktikern und Fachwissenschaftlern, berücksichtigt werden.

    Warum sollten die Interessen von politischen Parteien im Unterricht berücksichtigt werden? Wie kommst du darauf?

    Und wie kommst du darauf, dass die Interessen bspw. der katholischen Kirche "berüchtigt" wird und nicht den Inhalt diktiert? Jemand, der nicht zu dem Verein gehört, kommt nicht auf die Idee, dass "Gottesfürchtigkeit" ein vernünftiges "Bildungs"ziel ist.

    Was hat hier alles mit dem Thema zu tun? Wenn jemand schreibt, wie sehr er unter dem Religionsunterricht gelitten hat und alle zustimmen, kann ich sagen, wie sehr ich z.B. unter einem Mathelehrer gelitten habe, der mich jahrelang bloßgestellt hat. Zählt bloß nicht. Das war für mich genauso Gewalt und Missbrauch meiner Seele. Aber die gibt es ja hier nicht.

    Der Mathelehrer kann sich wenigstens nicht damit herausreden, dass der Teufel in Gestalt des Kindes ihn dazu getrieben hat.

    Ob es eine Seele gibt, weiß ich nicht. Wer behauptet hier, dass es soetwas auf keinen Fall geben könne? Irgendwann hört die Erklärungskraft der Wissenschaft auf. Aber was hat das mit Religion und dem alten Mann im Himmel zu tun?

    Ist bei uns auch so. Klar haben wir Leihgeräte für diejenigen, die sich das nicht leisten können. Aber dann kann man sich Applecare anschaffen und hat halt die Schäden abgedeckt.

    Wer bezahlt das?

    Vollkommen verrückt, dass Eltern iPads kaufen sollen. Wir achten extra darauf, Aufgaben und Projekte so zu stellen, dass kein PC zuhause erforderlich ist und anderswo sollen Eltern 500+ Euro ein iPad (!) ausgeben.

    Für mein Kind würde ich aus Prinzip kein iPad kaufen. Alleine die Idee ist schon absurd. Wir haben Tablet Koffer, die wir im Unterricht verwenden können. Das reicht vollkommen.

    Wer bezahlt eigentlich die meist kostenpflichtigen iPad Apps? Das machen dann auch noch die Eltern? Verrückt. Oder werden die iPads nur als Browser Gerät fürs Internet verwendet?

    Das mag vielleicht in der Vergangenheit so gewesen sein. Im Zuge des Lehrermangels, der ganz besonders an manchen ländlichen Schulen zum Tragen kommt, gibt es schon erste Versetzungen.

    Ländliche Schulen in Berlin?

    Zitat

    Angestellte können dann problemlos einen anderen Job annehmen - die "freie Wirtschaft" hat ja auch enormen Fachkräftemangel. Arbeitslos wird man wahrscheinlich eher nicht (wobei das natürlich auch auf die Fächer ankommen mag).

    Welche Qualifikation hat jemand, der seit 5+ Jahren als bspw. Grundschullehrkraft gearbeitet hat, die für die freie Wirtschaft relevant ist? Es gibt einige Jobs, für die es reicht, wenn man irgendwas studiert hat. So sind die aber auch bezahlt. Fachkräftemangel gibt es in qualifizierten Berufen, für die Lehrer in der Regel nicht qualifiziert sind.

    Ihr lasst eure Kinder beten und zwingt sie zum Gottesdienst, obwohl ihr völlig dagegen seid? Was seid ihr denn für Eltern???? Ich würde mein Kind nie zu so etwas zwingen. Da muss es doch andere Möglichkeiten geben, Tagesmutter zum Beispiel. Was habt ihr denn für Einrichtungen? By the way, ich lebe hier im multikulturellen Flachland, aber bei uns wurde noch nie ein Kind zum Beten oder Gottesdienst gezwungen. Und ihr macht das mit? Ich kann es nicht glauben! Kopfschüttel.

    Wer ist "ihr"?

    In den konfessionellen Kindergärten, die mir bekannt sind (das ist natürlich nur eine kleine Auswahl, muss nicht überall so sein), wird gebetet und einmal in der Woche gibts Gottesdienst. Wenn das Kind einen entsprechenden Kindergarten besucht, muss es beides mitmachen. Ich nehme nicht an, dass dazu mit Gewalt gezwungen wird; es werden aber durchaus Eltern einbestellt, wenn das Kind nicht mitmachen will.

    Wir würden unsere Kinder auf keinen Fall in einem konfessionellen Kindergarten anmelden. Wir haben aber auch genug monetäre Ausstattung für einen nicht-konfessionellen, privaten Kindergarten, falls es mit einem staatlichen Platz nicht so klappt, wie wir möchten. Den Luxus haben viele Eltern nicht.

    Generell: du wirkst gestresst. Das ist aber kein Grund, Menschen als blöde Kuh zu bezeichnen.

    Deine Meinung, manche haben lieber mehr Lebenszeit usw. aber das kann eben jeder für sich entscheiden. Für viel sind das ausreichende Gründe, warum man sich nicht verbeamten lässt.

    Und das unvernünftig zu nennen, z.B. 20 Minuten statt 2h (in der selben Stadt) zu fahren, nunja, kann man finden, wie man will!

    Dass gegen den Willen der Lehrkraft in Berlin dauerhaft von einem Ende der Stadt ans andere abgeordert wird, dürfte eine zu vernachlässigende "Gefahr" sein. Zumal Angestellte davor auch nicht geschützt sind.

    Du kannst das handhaben, wie du willst; vernünftig ist es aber nicht, aus einer abstrakten Angst auf die Vorteile zu verzichten.

    Wer pauschal empfiehlt, sich nicht verbeamten zu lassen, weil man abgeordert werden kann, nicht streiken darf und eine Stunde mehr pro Woche arbeiten soll, ist unseriös.

    Weil man seinen Kindern ein angenehmes Schulumfeld unter lauter christlich sozialisierten Kindern ermöglichen möchte und sich von anderen abgrenzen will,

    weil die Schule die einzige Privatschule weit und breit ist und etwas, das Geld kostet natürlich besser sein muss oder man selbst besser ist, weil man seinen Kindern dies finanziert,

    weil die Schule durch evangelikale Spender herausragend ausgestattet werden kann und man dies gerne in Anspruch nimmt,

    weil man nicht sehen kann oder will, was Evangelikale auch in Deutschland mit ihrem Einfluss bewirken und dass man sie damit stützt.

    Du hast merkwürdige Vorstellungen.

    Ich glaube, du liest irgendwie nicht richtig und vor allem willst du auch gar nicht verstehen, was da geschrieben steht.

    Wie kommst du darauf?

    Zitat

    Versetzung usw. mag ja für dich kein Grund sein, für viele Berliner Lehrer eben schon.

    Welches "usw."?

    Um jedes Jahr auf netto mindestens 6000 Euro (KV schon abgezogen) und die ggü. der Rente deutlich bessere Pension zu verzichten, muss es schon bessere Gründe geben, als (temporär) etwas länger zur Arbeit zu fahren.

    Aus 6000 Euro sind, wenn man sie mit 35 Jahren einmal anlegt und nicht mehr anfasst, bis man mit 65 Jahren in Pension geht, über 30.000 Euro geworden.

    Natürlich kann man darauf verzichten, weil man nicht riskieren will, irgendwann unter Umständen temporär etwas länger zur Arbeit (in der selben Stadt) fahren zu müssen. Vernünftig ist das in der Regel nicht.

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