Beiträge von Schmidt

    Carearbeit IST immer noch weiblich, das kann man doch nachlesen. Unabhängig von einzelnen Erfahrungen hier.

    Dass das so ist ist weder verwunderlich noch ein grundsätzliches Problem.

    Wenn es von einer individuellen Frau als Problem empfunden wird, dass sie alleine für das "Familien-Management" oder Carearbeit zuständig ist/sein soll, dann liegt es in der individuellen Verantwortung der betreffenden Frau, dies in ihrem persönlichen (!) Umfeld anzusprechen und eine Situation herzustellen, in der das nicht mehr so ist. Oder sich gar nicht erst in so eine Situation zu begeben. Natürlich müssen sich daran dann auch die Männer beteiligen. Das ist aber in erster Linie nichts, über das man sich diffus bei irgendwelchen anderen Menschen beklagen muss, sondern etwas, dass man selbst in seiner Beziehung ansprechen muss. Wenn man mit seinem Partner nicht über so zentrale Themen sprechen kann, dann läuft da einiges schief.

    Würdet ihr beide mit dem Zug fahren, könntet ihr die Kosten der Monatskarten komplett absetzen.

    Wir können auch alle Kosten für das Auto absetzen. Zwei Monatskarten auf unsere Strecke kosten mehr als 400 Euro pro Monat. Zudem dauert es mindestens doppelt so lange und ist unflexibel. Meine Zeit ist einiges wert.

    Eigentlich müssten die Fahrtkosten in voller Höhe abgesetzt werden können, die höher sind, als die Pauschale.

    Wenn dein Auto inklusive Abnutzung, Reparaturen, Sprit, etc. deutlich mehr als 30/33 Cent pro km kostet, wird es Zeit, nach einem günstigeren Fahrzeug Ausschau zu halten. Bei uns deckt das die tatsächlichen Kosten recht gut ab. Da wir meistens zusammen fahren, müssen wir die Kosten nichtmal mit dem Staat teilen, sondern können effektiv die gesamte Strecke ansetzen.

    Würden wir beide mit dem Zug fahren, wäre das für uns teurer.

    Vielleicht ist dir auch nicht klar, wie viel du (oder Frauen in einer ähnlichen Situation, dich kenne ich natürlich nicht, greife nur das auf, was du hier schreibst) kämpfen musstest, um als Frau das zu leben, was du lebst?

    Da sind wir wieder beim sich selbst Einreden von Problemen.

    Zitat

    In eine Großstadt ziehen zum Beispiel, es in der Forschung nicht leicht zu haben zwischen Männern, obwohl man ggf. sogar intelligenter ist, weil man nicht so auf die Kacke haut oder nicht die "richtigen" Leute kennt,

    Weil jeder Mann qua Geschlecht extrovertiert ist, "auf die Kacke haut", die "richtigen" Leute kennt und natürlich weniger intelligent ist, als alle weiblichen Kollegen? Stell dir mal vor: Karriere (insbesondere in der freien Wirtschaft) ist harte Arbeit. Für Frauen genauso, wie für Männer.

    Was ist eigentlich "schlimm" oder "ein Kampf" daran, in eine Großstadt zu ziehen?

    Zitat

    oder sich von seiner Familie mehr oder weniger lossagen, weil man keine Kinder will und in einer homosexuellen Beziehung lebt usw. usf.

    Ja, weil Familien in der Regel auf homosexuelle weibliche Familienmitglieder viel negativer reagieren, als auf homosexuelle männliche Familienmitglieder?

    Zitat

    Wieso müssen andere auch so kämpfen, warum sind es nicht die Väter, die was anderes vorleben müssen und die Ehemänner auf dem Dorf, die mal über sich nachdenken müssen?

    Wer muss wo für was kämpfen?

    Ich. Und da bin ich meines Wissens nicht der einzige hier.

    Du sprichst von dir in der dritten Person und nennst dich selbst "Jurist"? 🤔

    Schlechte Examensnote und daher nur Lehrer übrig geblieben? ;)

    Mir wäre nicht bewusst, dass hier nur auf jursitischet Ebene geantwortet werden darf. Dass es dich nicht interessiert hindert mich ja nun nicht daran, mich hier dennoch verwundert zu zeigen.

    Es ist schön, dass Du Dich so gut ins Familienleben einbringst, aber ich sehe nicht, dass das der Regelfall ist. Dieser Mental Load ist im Übrigen auch bei uns der größte Zankapfel. Ich übernehme tatsächlich den größten Teil davon. Und so ist es auch in unserem Freundeskreis. Da ist es manchmal sogar ausschließlich die Frau, die das managt, da die Frauen größtenteils Teilzeit oder gar nicht arbeiten. Dorf eben. Ich gelte hier als karriereorientiert, nur weil ich Vollzeit arbeite.

    Meine Frau und ich führen ein gemeinsames Leben, in dem wir gleichberechtigte Partner sind.

    Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum man mit jemandem, bei dem es schon bei so Grundsätzlichem an einer gemeinsamen Linie scheitert, eine Partnerschaft führen will.

    Um ehrlich zu sein glaube ich, dass es die meisten Frauen gar nicht schlimm finden, im Haushalt und bei den Kindern "die Zügel in der Hand zu haben". Aber ein bisschen bescheren kann ja auch befreiend sein.

    Ich frage mich ernsthaft, mit was für Kindern sich hier manche fortgepflanzt haben.

    Wirklich keiner der Männer in unseren Freundeskreisen ist zu dumm, zum Kochen, zum Aufgaben Sehen oder zum selbst Denken und Planen.

    Spätestens beim Zusammenziehen muss man doch merken, dass das so nicht läuft und dann darüber sprechen.

    Weißt du, an welchem Tag deine Mülltonnen abgeholt werden?

    => Steht im Plan unten im Hausflur/neben der Tür

    Weißt du, ob noch Brot in deinem Gefrierschrank ist?

    => Nö. Meine Frau aber auch nicht. (Zumal wir kein Brot einfrieren. Bäh.)

    Denkst du daran, im Oktober Weihnachtskarten zu kaufen?

    => Wir verschick keine Weihnachtskarten. Wenn es einem von uns wichtig wäre, müsste diejenige Persin dann eben daran denken. Oder es einfach wie ein normaler Mensch in den Kalender schreiben.

    Hast du die Telefonnummer deiner Hausärztin in deinem Handy gespeichert?

    => Nö. Meine Frau aber auch nicht. Das wird bei Bedarf schnell gegooglet.

    Schließt du die Schubladen, nachdem du alles herausgenommen hast, was du brauchst?

    => Hä? Ja, natürlich. Bin ich 12 oder was? Das sollte jeder Erwachsene "drauf haben".

    Weißt du, wann du das letzte Mal einen Großeinkauf gemacht hast?

    => Wir gehen zusammen einkaufen. Mit Kinder geht halt einer einkaufen, der andere hütet die Kinder daheim.

    Wann die Toilette zuletzt geputzt wurde?

    => Da das nicht auf magische Weise von selbst passiert, ja, natürlich. Macht glücklicherweise die Puztperson.

    Erinnerst du dich an den Namen der neuen Freundin deiner Freundin?

    => Nö. Warum sollte ich? Ich habs nicht so mit Namen. Meine Frau auch nicht. Wird bei Bedarf aufgeschrieben.

    Wenn du einen Partner oder eine Partnerin hast, kennst du den Namen seiner oder ihrer Großmutter?

    => Einer Großmutter ja, die habe ich selbst noch kennengelernt. Andere Großeltern nein. Meine Frau aber auch nicht. Wird bei Bedarf aufgeschrieben.

    Wo sie wohnt? Wie sie ihren Tee mag?

    => Nö. Warum sollte ich? Wird bei Bedarf aufgeschrieben.

    Weißt du, wann du das nächste Mal die Pflanzen gießen musst?

    => Ja, denn Pflanzen sind meine Aufgabe. Meine Frau hat daran kein größeres Interesse. Es ist mir wichtig, also muss ich mich auch primär darum kümmern.

    Organisierst du jemanden, der oder die deine Katze füttert, wenn du nicht da bist?

    => Natürlich. Dumme Frage. Soll meine Katze verhungern und eingehen?

    Erinnerst du dich daran, deine Mutter an einem schwierigen Jahrestag anzurufen?

    => Nö. Solche Sachen haben wir aufgeschrieben.

    Weißt du, wo sich dein Reisepass gerade befindet?

    => Nö. Meine Frau auch nicht. Wird bei Bedarf gesucht. Es gibt nicht viele Möglichkeiten.

    Kannst du aus dem Stehgreif sagen, wie viel Milch im Kühlschrank ist?

    => Nö. Warum muss das jemand können? Guck halt rein.

    War dir überhaupt bewusst, dass du die Last trägst, all diese Informationen zu speichern? Das ist der Mental Load

    => Nein, das ist sich unnötig den Kopf mit Zeug voll machen, das man auch aufschreiben und so Hirnkapazität frei machen kann. Wer sich den Kram wirklich merkt, macht etwas falsch. Wenn man sich wegen nebensächlichen Zeug so eine. Kopf macht, ist man da schon selbst dran schuld.

    ... und bezüglich der Arbeitsbedingungen: Vielen würde es helfen (auch und insbesondere Teilzeitkräften), wenn es die Wahl zwischen Vertrauensarbeitszeit und Zeiterfassung gäbe. Dann wären hoffentlich alle Probleme durch die Aufgaben aus der Klammer gelöst, da diese Aufgaben real als Arbeitszeit abgebildet würden. Weiteres Beispiel: Mails lesen, nachdenken, schreiben, Korrektur lesen, absenden.

    Das ist eines der kleineren Probleme. Ich erfasse meine eigene Arbeitszeit und achte darauf, dass ich im Jahresschnitt nicht über 41 Stunden pro Woche (minus Feiertage, minus 6 Wochen Urlaub) komme. Natürlich sind auch E-Mails schreiben, Konferenzen usw. Arbeitszeit, die ich erfasse.

    Deputat, Verwaltungsaufgaben, Inklusion usw. sind, wie Mathemann aufgezählt hat, deutlich größere Probleme. 24 - 25 Unterrichtsstunden sind meiner Meinung nach natürlich leistbar, aber unnötige Gesamtkonferenzen, Zusatzaufgaben ohne Gegenleistung, Inklusion für die ich nicht ausgebildet bin usw. machen das Lehrersein anstrengender und unattratktiver, als es sein müsste.

    chemikus08 , mir ist das klar, deswegen meinte ich ja, dass solche Anfragen immer wieder kommen. Nur ob man das alleine lernen kann, ohne eine Therapie zu machen, frage ich mich...

    Prinzipiell kann man das sicher auch für sich lernen. Wie alles, was mit Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu tun hat.

    Vielen Menschen fällt es aber leichter, wenn sie einen Außenstehenden haben, der Feedback gibt, bei der Strukturierung des Weges zur Verhaltens-/Einstellungsänderung hilft und Erfahrung mit typischen Hindernissen und Gedankengängen hat. Deshalb funktioniert Therapie für manche Menschen, für andere nicht. Das ist sehr individuell.

    Mach ich doch. Durchschnitt und dann eben schauen, wie es umschlägt. Kann in vielerlei Richtungen gehen. zb Durchschnitt: 2,4. Schüler hat sich in letzter Zeit eher negativ entwickelt und die Leistungen haben eher abgenommen die letzten Monate --> er bekommt eher die 3 als die 2. Anderstrum genauso möglich.

    Ohne Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen in BW: das halte ich für unzulässig, wenigstens für unfair. Wenn ein Schüler überwiegend 2er erhält und insgesamt auf 2,4 steht, dann gebe ich auch bei einer abnehmenden Leistung eine 2 und weise den Schüler darauf hin, dass er/sie wieder etwas zulegen muss, damit das beim nächsten mal keine 3 wird.

    Mir ist also sehr wohl bewusst, dass ich die Aussagen von der besagten SL wohl überinterpretiert habe.

    Dann passt das doch. War mir so nicht klar.

    Zitat

    Androhung einer Disziplinarklage ist schon ziemlich heftig, findest du nicht?

    Wenn man ständig zu spät zum Dienst kommt, dann rechtfertigt das schon ein Disziplinarverfahren. Was da im Detail genau gesagt wurde, weiß hier ja niemand. Vll wurde auch nur angedeutet, dass bei regelmäßigen Verspätungen mit disziplinarischen Maßnahmen zu rechnen ist und das dann zu "Uns wurde mit einer Disziplinarklage gedroht!" ausgestaltet. Wer weiß das schon so genau.

    Kannst Du dir denn ohne Schülernamen merken, welcher Schüler welche Leistung erbracht hat?!

    Handschriftlich machen das bei uns eher die alten Kollegen.

    Warum sollte ich mir das merken? Das schreibe ich auf. Mir erschließt sich nicht, warum du darum so ein Bohai machst.

    Soll das jetzt ein burn sein, mit den "alten Kollegen"? Zu denen gehöre ich zwar mit Mitte 30 nicht, aber ich kenne dennoch die magischen Werkzeuge Stift und Papier. Manchmal sind die ganz sinnvoll.

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