Beiträge von Schmidt

    Als Außenstehender ist mir die Verfassung der Lehrkräfte echt vollkommen egal.

    Weil dir keine Fehler passieren können?

    Alle Menschen machen Fehler. Die meisten haben nur einfach das Glück, dass durch ihre Unachtsamkeit niemand zu Schaden kommt.

    Ich halte die Verurteilung der beiden Lehrkräfte grundsätzlich auch für richtig (anhand der Informationen, die bisher bekannt sind, das kann sich ändern, wenn das Urteil vorliegt), aber die beiden sind auch Menschen, die niemanden vorsätzlich getötet haben, sondern im Rahmen eines Unterrichts, der sicher hundertfach in genau dieser Konstellation in Deutschland stattfindet, Pech gehabt.

    Der passende Vergleich ist die übliche fahrlässige Tötung im Straßenverkehr.

    Die übliche fahrlässige Tötung im Straßenverkehr wird in der Regel nicht durch Unterlassen begangen.

    Der typische Fall für die fahrlässige Tötung durch Unterlassen ist die Mutter, die nicht hinreichend prüft, ob alle Kerzen aus sind, das Haus verlässt und durch eine nicht hinreichend gelöschte Kerze einen Brand verursacht, bei dem ihr Kind verstirbt. Und ja, bei dieser Konstellation würde ich auch danach fragen, wie es der Mutter geht.

    Zitat von Moebius

    Hast du das gleiche Mitgefühl auch mit einem alkoholisierten Autofahrer, der bei einem Unfall den Tod eines Kindes verschuldet?

    Das ist ein vollkommen anders gelagerter Fall. Ich bin mir fast sicher, dass du das auch weist und absichtlich einen plakativen aber unpassenden Vergleich gewählt hast.

    Doch, siehe:

    Nein, das ist kein Neid oder ähnliches. Die Lehrkraft selbst wundert sich, dass es nicht sie getroffen hat und freut sich darüber, dass sie offenbar Glück hatte. Wir sind alle drei in der selben Fachschaft und auch privat befreundet. Da ist niemand neidisch auf irgendwen.

    Zitat

    Du greifst aber mich als Person / als User hier an. Merkst du nur nicht.

    Ne, das bildest du dir ein. Hier wird nieland angegriffen. Außer, du siehst Kritik an deiner Einstellung generell als Angriff. Das wäre dann aber eine übertriebene Dünnhäutigkeit.

    Zu der konkreten Situation bei dir kann ich nichts sagen - aber ich kenne es so, dass man sich Gedanken dazu macht, wen man abordnen kann.

    Das ist also keine Wunschvorstellung. Das ist (für mich) das übliche Vorgehen.

    Deine Wunschvorstellung ist, dass das immer und überall der Fall ist. Das ist es aber ganz offensichtlich nicht.

    Zitat

    Abordnungen etc. macht sich niemand leicht. Auch niemand im Schulamt / in der BezReg. (Alleine schon, weil man ja versuchen kann, sie gerichtlich zu verhindern. Da müssen es wasserdichte (und sachliche) Entscheidungen sein.)

    Wie kommst du auf die Idee? Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht.

    Weißt du, wie lange es dauert, bis so etwss gerichtlich bearbeitet ist? Bis dahin ist die Aborderung vorbei. Mein Kollege hat sich natürlich auch dahingehend anwaltlich beraten lassen.

    Zitat

    - dass man sich im Fall des Falles damit abfindet, weil es halt grundsätzlich nicht überraschend ist.

    Doch, natürlich ist es überraschend, wenn man an einer Schule mit 70+ Lehrkräften der einzige ist, den es innerhalb von 10 Jahren trifft. Es ist auch durchaus überraschend zu erfahren, dass man Krebs hat, obwohl davon hunderttausende Menschen jedes Jahr betroffen sind.

    Zitat

    Und ein "Ich will aber nicht, soll es doch einen meiner Kollegen treffen" ist nicht die Einstellung, die ich in einem Kollegium als förderlich empfinde.

    - dass es deswegen keine Neid-Situation im Kollegium gibt. Im Sinne von: Warum kann der bleiben und ich muss gehen?

    Dann darf man auch nicht versuchen, dagegen rechtlich vorzugehen? Merkwürdige Einstellung

    Von Neid oder ähnlichem hat hier doch niemand gesprochen.

    Zitat

    dass man eine Abordnung / Versetzung nicht als "Strafe" sondern als "Alternative", als "Chance" auffasst.

    😂 Probleme sind nur dornige Chancen. Genau.

    Zitat

    Und was heißt "Empathie": wenn ich emotional reagiere und deswegen verhindern will, dass jemand abgeordnet / versetzt wird, würde es doch automatisch wen anders treffen.

    Es geht gerade nicht um dich, sondern um den Kollegen, der abgeordert wird. Das erklärt aber auch, warum du dich angegriffen fühlst und von dir auf alle anderen schließt: du nimmst die falsche Perspektive ein. Empathie ist nicht dasselbe, wie emotional zu reagieren. Verständnis haben und zeigen ist keine Schwäche. Man kann prima sachlich sein und trotzdem individuelle Probleme anerkennen.

    Zitat

    (Wie gesagt: die Einstellung finde ich nicht wirklich förderlich und auch nicht empathisch.)

    Wir gut, dass es hier gar nicht um die von dir dargestellte Einstellung geht.

    Zitat

    Als Schulleiter muss ich in dieser Situation sachlich-neutral denken. Und das mache ich. Auch wenn du es für empathielos hältst und was anderes von mir erwartet hast.

    "Ja, ist halt so. Wolltest du als Beamter ja so. Sieh es als Chance." ist empathielos, wenn man dem Kollegen gerade erläutert hat, dass er die nächsten zwei Jahre täglich vier Stunden unterwegs sein wird.

    Man kann auch ohne weiteres sachlich sein und gleichzeitig anerkennen, dass solche Vorgänge Individuuen vor reale Probleme stellen können.

    Zitat

    Und bzgl. deiner ständigen Angriffe und Unterstellungen. Schade, dass du das nicht bemerkst.

    Noch mal: welche Unterstellungen und welche Angriffe? Du schreibst aus deiner sehr individuellen Sicht als Schulleiter. Die von dir eingenommene Position kritisiere ich. Daran ist überhaupt nichts persönlich.

    Du und deine Positionen in deiner Eigenschaft als Schulleiter sind nicht dasselbe wie du als Person.

    Zitat

    P.S.: auch Schulleitungsmitglieder können abgeordnet werden. Ich wurde als Konrektor für ein halbes Jahr abgeordnet, weil an einer Schule ein Schulleiter in den Ruhestand ging und ich das übernehmen musste. War halt so.

    Und du bist dann auch zwei Stunden einfache Richtung unterwegs gewesen?

    Zitat

    Konnte mich da dann komplett neu einarbeiten.

    Das ist nicht das Problem.

    Nach Möglichkeit.

    Genau, es gibt keine einzige andere Lehrkraft, die mit einer zumutbaren Fahrzeit zu einer Schule in einer Großstadt abgeordert werden kann. Sicher. Allein an meiner Schule gibt es mindestens eine andere Lehrkraft, deren Abordnung sinnvoller gewesen wäre, weil sie zumindest in die richtige Richtung wohnt und die selben Fächer hat, was die Lehrkraft auch selbst sagt.

    Zitat

    Aber welche Wunschvorstellungen meinst du mit unterstellen zu wollen?

    Die Wunschvorstellung, dass sich bei jeder Abordnung jemand Gedanken macht, wer mit möglichst geringer persönlicher Belastung abgeordnet werden könnte, sich alle an den Händen fassen und fröhlich sind. De facto interessiert es in irgendwelchen Ämtern niemanden, was persönlich zumutbar und sinnvoll ist.

    Ja, damit muss man als Beamter leben, aber ein bisschen Empathie für die Opfer solcher sinnfreien Verschiebung von menschlichem Material kann man anstelle eines Schulterzuckens durchaus erwarten.

    Zitat

    (Und du greifst mich weiterhin persönlich an. Schade.)

    Nein, du fühlst dich aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen persönlich angegriffen. Das ist ein großer Unterschied.

    oft "wollen" diese art von lernen aber ganz bestimmte eltern, die ich nur zu gut kenne. da wird dann auf das kind und die lehrkraft geschimpft, wenn es "nur" eine 2 ist!

    Kann sein

    Du denkst zu viel darüber nach, was Eltern wollen (könnten). Warum ist das so? Relevant ist, was den Schülern deiner Klasse hilft, nicht, was Eltern sich vorstellen.

    das hört sich echt an, als würde impliziert, dass lehrkräfte, denen soziale gerechtigkeit am wichtigsten ist, weniger intelligent oder fähig seien und nur "niedere" fähigkeiten wie geduld hätten.

    Was genau soll daran gerecht sein, 80% seiner Zeit auf die drei sozialbenachteiligten Leistungsverweigerer zu verwenden? Was ist mit den sozial benachteiligten Schülern, die lernen wollen und deren einzige Möglichkeit dafür meistens in der Schule liegt, die aber in einem Umfeld mit Leistungsverweigerern untergehen?

    Schüler zu fördern, die lernen wollen ist ja gerade sozial gerecht, weil diejenigen, die wollen unabhängig von ihrer Herkunft auch gefördert werden.

    Zitat

    mal ganz subjektiv: "leistungshunger" finde ich nicht so sympathisch. das ist doch ziemlich egoistisch.. solche leute sind nicht in meinem freundeskreis

    Komische Einstellung

    Leistung bedeutet nicht nur in der wie auch immer definierten "Elite" zu sein. Leistung kann auch sein, dass sich der versetzungsgefährdete Schüler durch harte Arbeit auf eine stabile drei in den Hauptfächer arbeitet oder der vierer Matheschüler sich auf eine zwei arbeitet, weil er eine bestimmte Ausbildung absolvieren will, bei der bei der Auswahl auf die Mathenote geguckt wird.

    Ohne Leistung gibt es keinen Fortschritt. Wie man Leistungswille verurteilen kann, ist mir vollkommen unverständlich.

    Woher hast du die informationen? Die Abordnungen finden nicht "quer durchs Bundesland" statt, sondern an Schulen in angemessener Entfernung.

    Die Informationen habe ich aus der Praxis. Einen Kollegen von mir hat es erwischt, der ist zwei Stunden einfache Richtung zur neuen Schule unterwegs, statt wie bisher ca. 15 Minuten. Er fährt nicht Auto und mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es eben so lange. Dem kannst du ja mal erzählen, wie paletti das alles ist.

    Bundeslandweite Auswirkungen hat es durch den Kaskaden-Effekt.

    Theorie und Praxis und so

    Zitat

    Ich habe es ja zitiert. Aber den wunden

    Punkt hat das Thema offenbar bei dir erwischt - so wie du gerade gegen mich austeilst.

    Ich teile nicht gegen dich aus. Ich stelle lediglich fest, dass du eine realitätsferne und empathielose Einstellung hast. Sicher dadurch bedingt, dass es dich selbst noch nie getroffen hat und es in deinem Umfeld vielleicht wirklich so funktioniert, wie du dir das im Optimalfall ausmalst.

    P.S.: ich bin nicht empathielos. Nur sachlich. Aber danke für den erneuten persönlichen Angriff. ;)

    Nach wie vor kein persönlicher Angriff, lediglich eine Feststellung. Offenbar fehlt dir jede Empathie dafür, dass es richtig beschissen ist, wenn man täglich stundenlang zur Dienststelle unterwegs ist, weil es von den Kilometern her schon so passt, es aber vollkommen egal ist, wie lange man in der Praxis tatsächlich unterwegs ist.

    1. Woher weißt du, dass mir sowas noch nie widerfahren ist. Abordnungen gab es auch schon, bevor ich Schulleiter wurde.

    Wurdest du denn schon mal für mehrere Jahre quer durchs Bundesland mit einer Verfielfachung des Weges zur Dienststelle abgeordnet?

    Zitat

    Und ich würde es bevorzugen, wenn du ohne persönliche Angriffe und Unverschämtheiten wie "als jemand, dem das nicht widerfahren kann, lässt sich das leicht sagen" oder ein "Sicher red dir das nur ein" auskommen würdest. Danke.

    Aber keine Sorge - persönliche Angriffe und Unsachlichkeiten mir gegenüber lösche ich nicht. Auch wenn es nötig wäre.

    Wo ist da ein persönlicher Angriff? Dass Menschen häufig zu Dingen, die ihnen nicht widerfahren können eine andere Einstellung haben, als konkret Betroffene oder Menschen, denen diese Dinge widerfahren können, ist eine Feststellung. Aber offenbar habe ich damit einen wunden Punkt erwischt. So eine Empathielosigkeit hätte ich dir eigentlich nicht zugetraut. Man lernt nie aus.

    Zum wiederholten Male: Die Abordnungen sind so vorgesehen, jeder Beamte weiß das von Anfang an. Also -> alles paletti. Sollte es zumindest für jeden sein.

    Aber wenn dich der Begriff "Zwang" stört, dann ersetz ihn gerne durch "beamtenrechtlich vorgesehene".

    Klar, als jemand, dem das nicht widerfahren kann, lässt sich das leicht sagen. Du wärst ganz sicher auch total erfreut darüber, wenn du für zwei Jahre irgendwo Mitten in die Großstadt mit mehrstündiger Anfahrt abgeordert würdest. Sicher, red dir das nur ein.

    Dass etwas beamtenrechtlich möglich ist, macht es nicht automatisch "paletti". Die Art, Nachvollziehbarkeit, konkrete Ausgestaltung und Fairness der Maßnahme sind natürlich auch relevant.

    Wenn es zwangsweise Abordnung gibt, ist das absolut in Ordnung so.

    Und es ist da nicht hilfreich, wenn man daraus dann ein "Wie ungerecht ist das denn!" macht und sich dann reinsteigert. Ein solches Vorgehen ist ein ganz normales beamtenrechtliches Agieren.

    "Absolut in Ordnung" im Zusammenhang mit "Zwang" ist dann doch eher schwierig. Zudem kommt es sehr darauf an, wie die Zwangsabgeordneten bestimmt wurden und wie lang das gehen soll.

    Das ist nicht sinnfrei - die Lehrer werden an anderen Stellen dringender benötigt.

    Und wir reden hier jetzt nicht über Abordnungen an andere Schulformen.

    Sorry, bin im Thread vetrutscht.

    Aborderung an die gleiche oder eine vergleichbare Schulform an einem anderen Ort ist natürlich grundsätzlich in Ordnung und in der Regel auch sinnvoll.

    Die Aborderung WBK/Gym zur Förderschule bleibt aber sinnfrei.

    Das was chilli schrieb kam damals noch hinzu.

    Aber Fakt ist nun mal: als Beamter muss man mit Abordnungen ggf. leben. Also: dann ist das halt so. Aufregen kann ich mich wegen anderer Sachen.

    Aufregen ist nicht produktiv, aber ein gewisses Entsetzen über die Sinnfreiheit solcher Aborderungen ist durchsus angebracht.

    Förderschullehrer ist ein ganz anderer Beruf als Gymnasiallehrer. Es hat einen Grund, dass Förderschullehrer ein überwiegend ganz anderes Studium betreiben, als Gymnasiallehrer (jedenfalls in Hessen). Jemanden wie mich an eine Förderschule zu verschieben, würde niemandem helfen, insbesondere nicht den Schülern der Förderschule.

    diese ganzen sachen, die ihr in freistunde macht, mache ich lieber genau dann, wann ich will, nach der schule. darum ärgere ich mich trotzdem über freistunden.

    Sich über Dinge zu ärgern, die man nicht (mehr) ändern kann ist meistens kontraproduktiv. Freistunden nutze ich auch lieber, statt mich darüber zu ärgern.

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