Beiträge von Schmidt

    Die Vorstellung, ich habe Unterricht um 10 und schlafe bis 9. Wirkt auf mich wie ein Teenager ;)

    Warum?

    Zitat

    Erst recht die Argumentation:; ich habe erst um 10 Uhr Unterricht, also ist mir nicht zuzumuten, um 7 in der Schule anzurufen (Anrufen bei Krankheit halte ich auch für antiquiert, per mail ist sinnvoller): So würden meine Schüler in 8, 9 und 10 auch argumentieren :rofl:

    Und damit hätten sie Recht. Gerade bei Schülern, bei denen es nicht mal eine ablaufbedingte Begründungung dafür gibt, dass sie sich um 7 Uhr krankmelden sollen, ist diese Regelung besonders unsinnig.

    Das hat mit Lerchen und Eulen nicht viel zu tun, sondern vielmehr damit, dass unsere ganze Arbeitswelt darauf ausgerichtet ist, dass sie eben schon ab 7 Uhr morgens beginnt und nicht erst ab 11. Danach sollte man an ARBEITStagen auch als erwachsener Beamter (bzw. Angestellter) in der Lage sein sich zu richten.

    Meine Arbeitswelt ist darauf nicht ausgerichtet. War sie dank Gleitzeit auch nicht, als ich noch kein Lehrer war. Auch als Selbstständiger lege ich mir keine Termine vor 11 Uhr. Dafür arbeite ich dann bei Bedarf auch gerne noch um 23 Uhr.

    Total faule Säcke seid ihr, dass ihr so früh Feierabend macht. Wahrscheinlich seid ihr dann auch schon um 22 Uhr im Bett. Wie die kleinen Kinder, hahaha. Also ICH arbeite ja auch um 23 Uhr noch, dass ihr das nicht so macht, wie ich es für richtig halte, zeigt, wie faul ihr seid. ;)

    21 ECTS-Punkte für das Praxissemester inklusive der Begleitveranstaltungen (die man nun mal im selben Semester machen muss (oder?) und nicht strecken kann, sind schon eine Aussage, wenn tatsächlich nicht Vollzeit

    Wieso sollten 21 ECTS Vollzeit sein? Das sind sie auch im regulären Studium außerhalb des Praxissemesters nicht. Die Begleitveranstaltung umfasst in der Regel 2 SWS (manchmal als Blockveranstaltung).

    30 ECTS/CP (= Regelumfang in einem Semester) sind ca. 20 SWS, also 15 Zeitstunden. Eine Präsenzpflicht von 15 Zeitstunden pro Woche im Praxissemester für 21 CP ist also durchaus angemessen. Dass man darüber hinaus noch länger in der Schule sein kann, für eigenen Unterricht, den Praktikumsbericht und die Begleitveranstaltung auch außerhalb der Präsenzzeit etwas zu tun hat, ist klar. Diese Zeiten sind aber flexibel außerhalb der üblichen Schulzeiten einteilbar. Und auf Vollzeit oder auch nur annähernd Vollzeit kommt man damit auch nicht. Das ist weder von der Praktikumsdurchführung noch von der CP Gewichtung so vorgesehen.

    Und dann gibt es Gemecker, wenn Grundregeln festgesteckt werden, die nun einmal nötig sind, um die Organisation eines so großen "Unternehmens" wie einer Schule zu ermöglichen? Weil diese Grundvorgaben den persönlichen Komfort einschränken?

    Eine Bescheinigung eines Arztes ab dem ersten Krankheitstag des Kindes zu verlangen, ist kontraproduktiv. Warum muss man sein krankes Kind durch die Gegend schleppen und im Wartezimmer fröhlich andere Kinder anstecken, damit ein Arzt auf einen Zettel schreibt, dass das Kind krank ist?

    Zitat

    Ich habe leider sehr oft den Eindruck, dass es viele Kolleginnen (und ja, es sind meistens Frauen) gibt, denen es nicht primär um eine Vereinbarung von Beruf und Familie geht, sondern primär um die Erfüllung ihrer Rolle als Mutter und ganz ganz weit hinten kommt dann auch noch der Beruf.

    Ein Vorteil des öffentlichen Dienstes generell ist es, dass man seiner Familie eine höhere Priorität geben kann, als in der freien Wirtschaft.

    Ansonsten geht es hier doch eher darum, dass eine eigene Krankmeldung bis 7 Uhr teilweise unrealistisch ist. Wenn ich erst um 11 Uhr in der Schule sein muss, was bei meinen Fächern durchaus passieren kann oder zur dritten Stunde Unterricht habe, dann bin ich um 7 Uhr noch nicht wach. Und ich verkürze meine Schlafzeit auch nicht, um zu prüfen, ob ich nicht vielleicht krank bin.

    Genau....warum auch sachbezogene Anwendungen, Argumentation u.ä. vermitteln, wenn die rein mechanische Abarbeitung von Kalkülen auch reicht....die dann später ohnehin niemand mehr verwendet. Das bereitet mit Sicherheit gut auf das Berufsleben vor.

    "Merkwürdigerweise" legen Staaten, die bei Pisa gut abschneiden (Singapur, Japan, Südkorea), viel Wert auf das klassische Pauken und Drillen. Dass nicht "kompetenzorientiert" gearbeitet wird, sondern mit klaren Lernzielvorgaben, schließt übrigens gar nicht aus, dass Schüler lernen, problemlösend zu denken. Im Gegenteil.

    Wenn du nächstes Semester das Praxissemester hast, dann bist du ab Februar (es wird wohl in jedem BL grob so sein) "Vollzeit" in der Schule.

    Bei uns (Hessen) hat das Praxissemester einen Umfang von 150 Stunden in 10 Wochen mit mindestens drei Präsenztagen. Die 15 Stunden pro Woche Präsenz kann man aber mit der Schule flexibel verteilen. Das ist weit entfernt von Vollzeit.

    Dass das logistisch kompliziert, unter Umständen wegen Pflichtveranstaltungen im Praxissemester gar nicht machbar und unrealistisch ist, ist aber natürlich richtig.

    Estland (Bildungssieger) hat Gemeinschaftsschulen bis Klasse 9, aber an Gymnasien wird bestimmt das Bildungswesen genesen.

    Da sitzen sicher nicht 30 Schüler in einer Klasse und es gibt vermutlich auch keine Privatschulen, an die Menschen, die es sich leisten können, mit ihren Kindern ausweichen können. Gesamtschulen, wie wir sie (in Hessen) haben sind verkleidete Realschulen und für leistungsorientierte(re) Schüler die Hölle.

    "Das Nationalistische ist die Überlegenheitsvorstellung von deutscher Kultur. Wirtschaftspolitisch wird „Deutschland zuerst“ gefordert.

    Dann gibt es noch die ethnisch nationale Identitätspolitik mit Deutschsein als Identitätsanker und die Neudeutung deutscher Vergangenheit."

    Keine dieser Ansichten ist spezifisch für Deutschland oder die AFD. Weder gegen Nationalstolz, noch gegen eine Wirtschaftspolitik, die an nationalen Interessen orientiert ist, noch eine Identitätsverankerung im Deutschsein ist etwas einzuwenden. Woher kommt die Vorstellung, dass das grundsätzlich ein Problem ist? In so gut wie allen anderen Teilen der Welt, ist das alles vollkommen normal.

    Zitat

    "Die Radikalität besteht vor allem in der Kommunikation und Mobilisierung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen bestimmte markierte Bevölkerungsgruppen."

    Das kann ein Problem sein und ist es bei uns auch an einigen Stellen.

    Ich teile kaum eine Ansicht mit der AFD, insbesondere nicht in deren Intensität. Ich kann auch bspw. mit Nationalstolz nichts anfangen (genausowenig, wie mit der Vorstellung davon, dass ich eine Schuld an irgendetwas tragen soll, das zwei bis drei Generationen vor mir getan wurde). Aber es ist auch nichts grundlegend falsch an entsprechenden Einstellungen.

    Herr Müller hat das Recht eine rechte Partei zu unterstützen oder auch selber rechte Positionen zu vertreten. Aber alle anderen haben das Recht das scheiße zu finden und das genauso auch zu sagen.

    Ja, das darfst du scheiße finden. Sehen aber dennoch nicht "alle anderen" so. In Hessen haben 18,4% AFD gewählt, in Bayern über 30% AFD oder Freie Wähler. In anderen Ländern kommen rechtsextreme Parteien in die Staatsregierung. Und das sind nur diejenigen, die zur Wahl gehen und bewusst rechts wählen. Bei CDU/CSU sind auch diverse Wähler zu finden, die mit ihren Ansichten besser bei anderen Parteien aufgehoben wären.

    Zitat

    Vielleicht haben wir Deutsche auch die Pflicht darauf besonders zu achten.

    Sicher nicht

    Wissen ist das eine. Spüren das andere. Man könnte jetzt einfach den niederen Trieb des Voyeurismus bemühen, von dem sich niemand ganz freimachen kann. Mir geht es aber um etwas anderes.

    Wie schnell sagen wir in der Nachbetrachtung "ICH hätte das NICHT getan. ICH hätte (natürlich!) anders gehandelt."

    Wie oft ist das Gerede. Und wie selten kommen wir in Situationen, in denen wir das dann auch einmal beweisen müssen?

    ICH begebe mich niemals freiwillig in selbsterniedrigende Positionen. ICH schaue so einen Quatsch nicht; dass Menschen für Geld zu allem bereit sind, weiß ich bereits.

    Zitat

    Seine zentrale Kritik ist, dass die Menschen die Bilder des Holocaust in sich herumtrügen, aber den Schmerz und das Leid, das darin stecke, nicht an sich heranließen. Er selbst steht dazu wie folgt:

    Mir geht es nicht um Schuld, überhaupt nicht. Ich habe mich nie schuldig gefühlt. Weil ich der Sohn dieses Vaters bin? Was soll das? Nein, aber man muss den Schmerz an sich heranlassen, was wir Millionen Menschen angetan haben. Nur wenn wir das tun, werden wir dafür kämpfen, dass so etwas nie wieder geschieht."

    Schmerz, den man nicht selbst erlebt, kann man nicht "an sich heranlassen". Man kann betroffen tun, mehr nicht. Selbst, wenn man in Auschwitz steht, Bilder, Filme, Berichte sieht, ist das ein Betrachten aus der Distanz, bei der man zwar gelernte Betroffenheitsreaktionen zeigen kann, aber keine Reaktionen, die auf eigenem Erleben basieren. Man reagiert auf seine eigene Vorstellung, aber nicht auf reale Geschehnisse.

    Auf Telegramm mag das gehen, weil Telegramm ein russisches Unternehmen ist

    Telegram (mit einem 'm') ist offensichtlich kein russisches Unternehmen. Wie kommst du auf diese Idee? Weil die Gründer unter anderem russische Staatsbürger sind (die nicht mehr in Russland leben)?

    Glückwunsch an alle, denen es im Beruf gut geht. Was genau können sich die in den Burnoutkliniken davon kaufen?

    Du verwechselst da etwas. Wer wenig Stress/belastende Situationen im Job hat und/oder für sich wirksame Möglichkeiten gefunden hat, mit diesen umzugehen, ist nicht automatisch der Ansicht, dass es keine Angeboten für Menschen geben sollte, die in dieser Hinsicht nicht soviel Glück haben.

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