Beiträge von s3g4

    Ich denke, wenn ein krankgeschriebener Beamter zum Sport, in Restaurants oder ins Konzert geht, wird daran niemand Anstoß nehmen, solange er dabei nicht überdreht-quietschfidel durch die Gegend hüpft. Auf die Bühne stellen würde ich mich aber wiederum nicht.

    Richtig, das hat auch ansich nichts mit dem Beamtentum zutun, sondern betrifft alle Erwerbstätigen.

    Wenn man krank ist und nicht arbeiten kann, dann aber in der Freizeit doch wieder Energie hat für irgendwelche Auftritte darf das auch überprüft werden. Es kommt hier natürlich auf den Grund für die Krankschreibung bzw. DU an.

    Weil man spätestens ab Mitte 40 zunimmt, bleibt's aber am Ende auch bei mir meist bei Dörrobst, das hat aber mit meinem Stoffwechsel zu tun und nicht mit meinem Beruf.

    OT: wenn man nicht zunehmen möchte, dann würde ich Dörrobst lieber weglassen. Die Energiedichte ist ziemlich hoch.

    Hast du das Bedürfnis, dein Verhalten und das von Kolleg*innen permanent auf ihren Job zurückzuführen?

    Nein habe ich nicht. Personen, die sich merkwürdig verhalten, verhalten sich in jeder Profession merkwürdig. Vielleicht zieht der Beruf aber vermehrt merkwürdige Menschen an?! so zumindest meine Theorie.


    Wie gehst du gegen Montage vor?

    Rechtlich mag es sein.
    Im Sinne von "ich darf Musik spielen, spazieren gehen, alles tun, was der Genesung nicht entgegen steht" medizinisch nicht. (bzw. meine Beispiele und Erläuterungen beziehen sich zumindest - ärztlich genehmigt und geprüft - auf Krankheit.)

    Wenn du hypothetisch im Ruhestand bist, wegen DU, dann darfst du alles machen was du hier aufgezählt hast.

    Das Thema hat sich jetzt eigentlich schon fast im positiven erledigt. Ich habe in den letzten Tagen mit einer Schule telefoniert, die im Aufbau ist und die mich gerne haben wollen und mir das auch noch mal mehrmals danach tatkräftig per E-Mail bestätigt haben, dass Sie werden sich jetzt auch mit dem zuständigen Personalrat meiner jetzigen Bezirksregierung austauschen und mich wohl möglich ab ordern. Ich habe jetzt vollstes Vertrauen ins System und hoffe, dass ich in den nächsten Wochen dann final bestätigt bekomme, dass ich im Sommer meine Heimat zurückkehren kann.

    Ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl!

    Ich würde bei solchen Vorgängen erstmal kein Vertrauen darin habe, dass alles so funktioniert wie du möchtest.

    Ich wünsche dir trotzdem viel Erfolg.

    Welche Konsequenzen hätte die Dienstunfähigkeit für mich? Gibt es dazu eine Übersicht? Ich meine mit "Konsequenzen" alle Folgen jenseits von "du kriegst weniger Geld und musst nicht arbeiten", oder anders gefragt: Was darf ich alles machen, wenn ich dienstunfähig geschrieben bin? Was darf ich nicht machen? (Ich gebe jetzt bewusst keine konkreten Beispiele an, um die Frage nicht darauf einzugrenzen.)

    Was genau meinst du mit "machen"?

    Du kannst alles machen, außer einer Erwerbsarbeit nachzugehen ohne Genehmigung.

    Könnte doch sein, wobei es durchaus große Waldorfschulen gibt. Ich dachte an so Freie Schulen mit einem Geschäftsführer und einer Pädagogischen Leitung, die sich als Lernbegleiterin versteht.

    An welcher Schulart bist du denn Schulleiter? Oder willst du es nicht erzählen, das ist ja legitim.

    Geschäftsführer und Schulleitung ist bei den Ersatzschulen oft nicht die gleiche Person.

    Ich verstehe, was du meinst, die Aufgaben der Leitung sind andere als die der Lehrkraft.

    Trotzdem bezweifle ich, dass eine BWLerin eine gute Schulleiterin wäre, ich glaube auch nicht, dass es einem Abteilungsleiter schadet, mal am Fließband gestanden zu haben.

    Aber vielleicht überschätze ich das ja auch.

    Du kannst es dir nur nicht anders vorstellen, weil du keine anderen Systeme kennst. Es ist höchst ineffizient, wenn Leitungskräfte für ein paar Stunden die Arbeit auf dem Shopfloor erledigen.

    Auf so eine Idee würde man in einem Industrieunternehmen niemals kommen. Unsere Gesellschaft funktioniert in allen Bereichen arbeitsteilig, die Schule ist hier (wie auch sonst), nichts besonderes und es trifft hier eben genauso zu. Eine BWLerin könnte auch eine Schule leiten, es wird nur schwerer weil sie das System erstmal verstehen müsste. Und sich die Grundlagen zum Produkt Unterricht aneignen.

    Wenn es nur hin und wieder ist und damit keine weitere Verpflichtung wie Klassenleitung oder sowas einhergeht, ist das mit dem Boden der Tatsache auch nicht so ganz gegeben. Nur mit ein paar Stunden Unterricht erreicht man keine Bodenhaftung. Erlebt bei der Einführung des Klassenbuchs, als gewisse Personen mit wenigen Unterrichtsstunden bei vielem überhaupt kein Problem sahen. Eben weil sie mit diesen Situationen nie konfrontiert wurden.

    Man kann aber nicht in Vollzeit unterrichten und in Vollzeit die Schule leiten. Deswegen sind diese Forderungen auch quatsch. In einer Produktion steht der Geschäftsführer auch nicht für 2-3 Stunden in der Woche am Fließband. Er muss auch nie im leben daran gestanden haben.

    Klar regen sich die Werker auch über den Chef auf, der gar keine Ahnung hat weil er es noch nie gemacht hat. Braucht er auch gar nicht.

    Ich ausgebildete Schweißaufsichtsperson, ich bekomme aber keine Schweißnaht hin, die in einer Prüfung durchkommen würde. Ist auch egal, weil das gar nicht meine Aufgabe ist.

    Du hast etwas davon, wenn die Schulleitung weiß, wie die unterrichtliche Realität aussieht und wie Schüler sich im echten Leben verhalten. Optimalerweise hat die Schulleitung dann nämlich auch eine Vorstellung davon, welche Ideen aus Schulentwicklung und für die Gestaltung der zukünftigen Schule mit der Realität vereinbar sind und welche Ideen auf realitätsfernen Wunschvorstellungen basieren.

    Dafür muss der Unterricht der SL aber nicht gut sein. Dafür muss sie nur hin und wieder mal unterrichten.

    Eigentlich nicht. So ziemlich alle Konventionen und alles, was wir als angemessenes Benehmen und Anstand empfinden, beruht darauf. Eine Erosion dieses Verständnis geht nicht unbedingt mit einem angenehmeren Zusammenleben einher.

    Hier eine Liste von Dingen, die früher mal als Anstand empfunden wurden:

    • Der Handkuss als respektvolle Begrüßung für Frauen
    • Strenge Besuchszeiten (unangekündigter Besuch galt als unhöflich – heute ist es eher umgekehrt)
    • Formelles Siezen innerhalb der Familie (z. B. Eltern oder Großeltern)
    • Öffentliches Hutziehen als Zeichen von Respekt
    • Knicks und Verbeugung im Alltagskontakt
    • Tanzkarten bei Bällen, in die man sich eintragen musste
    • Arrangierte Ehen als gesellschaftliche Norm
    • Mitgift als Voraussetzung für eine Heirat
    • Strikte Geschlechtertrennung in vielen Lebensbereichen
    • Unverheiratete Paare galten als Skandal
    • Öffentliche Moralaufsicht (Nachbarn meldeten „unsittliches Verhalten“)
    • Lehrjahre mit Wohnpflicht beim Meister
    • Lebenslange Betriebszugehörigkeit als Ideal
    • Strenges Rangdenken (Titel wurden immer genannt)
    • Unterwürfige Anredeformen gegenüber Vorgesetzten
    • Pflichtkirchgang mit sozialer Kontrolle
    • Kirchenstrafen (z. B. öffentliches Büßen)
    • Fastenregeln, die wirklich eingehalten wurden
    • Aberglauben als Alltagsnorm (Unglückstage, Zeichen lesen)
    • Briefzwang statt Telefon für formelle Angelegenheiten
    • Steife Höflichkeitsfloskeln im Alltag
    • Öffentliche Zurechtweisung von Kindern durch Fremde
    • Tabuisierung von Gefühlen, besonders bei Männern

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