Beiträge von Conni

    Mich überrascht die fast einhellige Meinung hier. Sonst wird bei jeder Studie kollektiv aufgeschrien, wie schlecht dieses und jenes Bundesland abgeschnitten hat, welche Kinder warum nicht gut genug schreiben oder lesen können und ob der Untergang des Abendlandes bevorsteht... so ganz uninteressant ist es ja am Ende doch nicht, oder?

    Naja, welche Bundesländer schlecht abschneiden, wissen wir aus anderen Studien, das geht jedes Mal groß durch die Presse.
    Welche Kinder wie abschneiden, weißt du als Lehrer auch, da gibt es nahezu keine Überraschungen.
    Warum sie nicht gut genug lesen oder schreiben können, beantwortet Vera nicht. Im Gegenteil, man muss sich die Gründe am Ende aus den Fingern saugen und Besserung geloben. Wissen will die Gründe und die nötigen Bedingungen niemand. "Die Kinder würden verstärktes Training im Sprechen, Verstehen und Merken sowie zusätzliche Deutsch- und Mathestunden benötigen, um einen Teil ihrer teils schweren Entwicklungsverzögerungen aufzuholen.", will doch keiner hören, das genau war aber der Punkt. Neben qualifiziertem Personal und Räumen für Teilungsstunden.
    Und dass der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorsteht, wusste ich bei meiner letzten Klasse von Anfang an, die hätten nicht mit Vera alle noch untergehen müssen.

    PS: Ich hatte nach der Vera-Teilnahme mit meiner damaligen Klasse einige Wochen schwere Boreout-Symptome gekoppelt mit leichteren Burnout-Symptomen.


    Vielleicht ist es die Frage der Einstellung und des persönlichen "Spaßes", den man daran hat. Ich persönlich mache einfach vieles gerne im Unterricht - sei es eine bestimmte Methode oder irgendwelche Inhalte und freue mich, wenn die Schüler mitziehen. Dies Einstellung kann man natürlich nicht erzwingen, entweder hat man das oder nicht. Ich probiere hin und wieder Neues aus. Durch das breite Fächerspektrum und die neuen Unterichtsansätze kann ich mich nie auf Altem ausruhen - ich muss das immer adaptieren - und will das auch nicht.

    Ich kann das gut nachvollziehen. Derzeit habe ich ähnliche Möglichkeiten und freue mich wahnsinnig darüber.
    Ich hatte aber auch schon Klassen, die insgesamt eher Lernschwierigkeiten hatten und dadurch lief eigentlich jede neue Methode und Zugangsweise gegen die Wand, da die Kinder nur Zugangsweisen und Methoden nachvollziehen konnten, wenn man sie vielfach geübt hatte und selbst dann wurden sie vergessen. Ich habe mich da teilweise im Unterricht gelangweilt und hatte nur das Glück, dass ich immer noch ein paar Kinder hatte, die dem Rahmenlehrplan der Grundschule auf Mindest- bis Regelniveau folgen konnten. Das war eine normale Grundschule. Ich weiß nicht, wie das an einer Förderschule wäre, wo diese damalige "Leistungsspitze" (=Regelniveau) fehlt.

    Hast Du den vorletzten Tatort "Murot und das Murmeltier" gesehen?

    Falls nicht, bietet er Dir anstatt einem sachlichen Ratschlag evt. eine künstlerische Inspiration zum Umgang mit diesem Problem.

    Jeden Tag stirbt man auf unterschiedliche Art und Weise?
    Schon gut, ich weiß, was du meinst.
    An manchen Tagen ist man froh, wenn alle überleben. :engel: Vielen Dank für den Lacher!

    Moderatorenbewerbungen bitte an Stefan richten, wir suchen noch ehrenamtliche Moderatoren für Nacht- und Wochenenddienste.

    Ich wollte einfach nicht, dass wir hier morgen vor einem mehrfach gemeldeten, entgleisten Thread sitzen. (Falls ihr im OT-Forum damit weitermachen wollt, gerne, ich kann eure Beiträge dort freischalten und verspreche, alle Meldungen dort zu ignorieren.)
    Diskutiert hier bitte On Topic!

    Und: Der Ton macht die Musik.

    Ich sehe es ähnlich wie Seph.
    Eine meiner ehemaligen Kommilitonninen war direkt nach dem Studieum am Gymnasium, weil sie an der Grundschule keine Stelle bekam - allerdings mit Musik als Mangelfach. Sie hat dort nur Musik unterrichtet, mit 28 Stunden (da ja Grundschullehrerin) und dem Grundschullehrergehalt.

    Besser wäre es vielleicht, wenn deine Kolleginnen sich beim Personalrat erkundigen, denn die Versetzungen gehen in Berlin über deren Tische.

    Ich bin keine Sonderpädagogin, sondern Regelschullehrerin an einer Hauptschule in NRW und mir geht es ähnlich.
    Ich reduziere meine Unterrichtsvorbereitung auf ein (peinliches) Minimum, weil die Verwaltung der... Schüler so viel Raum einnehmen.

    Genau so ging es mir im letzten Jahr auch. Verwaltung von Schülern (zwei Drittel der Klasse mit Förderplan) neben dem normalen Unterricht, der normalen Klassenleitertätigkeit und umfassender Schulentwicklung ließ häufiger nur noch Raum für Schwellenpädagogik mit Schwellendifferenzierung.
    Unsere Sonderpädagogen saßen ähnlich viel wie du an ihren Schreibtischen und kamen kaum hinterher.
    Das ist leider die Realität der Inklusion.
    Vermutlich würde es mich an Stelle der TE genauso nerven.

    Meh, da sieht man mal wieder was es für Unterschiede gibt zwischen dem, was man "mitbekommt" und wie es tatsächlich abläuft.

    Ja, es ging durch die Tagespresse, dass jetzt alle 5300 € bekommen, als der Senat das beschlossen hat. Aber: Nur die frisch ausgebildeten Grundschullehrer bekommen das bei Einstellung. Alle anderen sollen es ab 1.8. 19 bekommen - nur leider nicht automatisch. Dem voraus geht erstmal Papierkram: Ein Antrag ist auszufüllen, auf dem man erklären muss, dass man seit mindestens 4 Jahren im Berliner Schuldienst arbeitet und man muss eine Liste mit Fortbildungen (Titel, Datum, Dauer in Minuten) ausfüllen und auf mindestens 30 Stunden seit 2004 kommen. Das ist kein Problem, aber eine Fleißaufgabe, bei der man sich mit einem Stapel alter Fortbildungsnachweisen hinsetzen und alles brav aufschreiben muss. Die Schulleitung muss bestätigen, dass man 4 Jahre im Schuldienst ist, die Fortbildungsliste zur Kenntnis genommen wurde und dass man sich bewährt hat und man verpflichtet sich zu weiteren 30 Stunden Fortbildungen. Die Formulare gehen an die Senatsverwaltung, welche - wie Susannea schreibt, damit vermutlich überfordert ist, denn da stellen nun Tausende Lehrer Anträge und die haben ja "nebenbei" noch ihr normales Alltagsgeschäft.
    Anschließend muss man dann pro Schuljahr seine Fortbildungen protokollieren und der Schulleitung zur Unterschrift vorlegen.

    Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?


    @Susannea Meine Eingangsbestätigung war schon nach 2 Wochen da, ich habe aber quasi sofort ausgefüllt, nachdem die GEW die Rundmail geschickt hatte.

    Ich habe verschiedene Versionen durch:

    Klassenleiterin mit mobiler Sonderpädagogin. Diese setzten sich (im Schnitt so alle zwei Wochen eine Stunde) in den Unterricht, guckten herum und waren entweder freundlich und gaben Tipps oder kritisierten mich.

    Klassenleiterin mit Sonderpädagoginnen an der Schule: Kinder wurden (wegen gedeckelter Förderstunden) in klassenübergreifende Gruppen zusammengefasst, um ihnen die gesetzliche Anzahl an Förderstunden zukommen zu lassen.

    Klassenleiterin mit Förderung durch "Lehrerin mit sonderpädagogischen Aufgaben" (= keine Sonderpädagogin, schlechter bezahlt, muss den Job aber machen). Nahm die Kinder raus, wollte von mir extra für die Kinder zieldifferent vorbereitete Aufgaben (aber nur bestimmte) und wollte, dass ich ihren Förderplan schreibe. Anderer Kollege saß im Raum, trank bestenfalls keinen Kaffee und unterhielt sich mit den Kindern, die das vom Lernen ablenkte.

    "Lehrerin mit sonderpädagogischen Aufgaben", die einer Klasse zugeteilt ist: Ich nehme die Kinder im Normalfall raus, je nach Wunsch der Kollegin. Manchmal bleibe ich mit im Klassenraum und helfe. Aber selbst da, ist das manchmal störend, weil es für Kinder mit auditiven und Konzentrationsschwierigkeiten schwierig ist, zu arbeiten, während ein (oder zwei) Erwachsene etwas erklären (=sprechen).


    Was man auf jeden Fall bracht: Geduld wie ein Schaukelpferd und Humor! Dann sind Erstklässler nicht nur "niedlich" sondern auch sehr unterhaltsam (lache selten so viel wie in Klasse 1).

    Ja, das auch. 8) Wollte ich so nicht schreiben, nicht dass das falsch ankommt. Aber ja, Humor tut einfach gut!

Werbung