Beiträge von Conni

    Danke, Krabapple, du hast das viel ausführlicher geschrieben als ich. Natürlich schaue ich in den Lehrplan und welche Kompetenzen/Ziele erreicht werden und welche Inhalte vermittelt werden sollen. Das ist für mich inzwischen so selbstverständlich, dass ich es gar nicht mehr erwähne.

    Ich würde in so einem Fall eine Checkliste mit Bewertungskriterien erstellen á la "Der ruhige Herbsttag wurde mit leisen, langanhaltenden Klängen dargestellt." - "Der Sturm wurde klanglich umgesetzt." - "Es wurden vielfältige Instrumente / Klangerzeuger / Klänge verwendet." Kommt eben etwas auf die Geschichte und die Ziele an.

    Dafür würde ich pro Item Punkte geben (0 bis 2 oder 0 bis 3), dann habe ich eine Gesamtpunktzahl und kann mich nach der Notenskala der Schule richten. (In meinem Bundesland sind die % für die Noten ab Klasse 4 zentral vorgegeben und die meisten Schulen erweitern das auch auf Klasse 3.) Die Liste würde ich für jedes Kind ausfüllen und - mit der entsprechenden Note versehen - in den Musikhefter einheften lassen, um Transparenz herzustellen.


    Spannendes Thema- warum gibt's dafür eigentlich so wenige Schulen? Keine eigenen Sonderpädagogen? Nach Gauß dürfte es nicht mehr Tiefbegabte als Hochbegabte geben ;)

    Tiefbegabte erfüllen tendenziell häufiger die Lehrpläne nicht, bekommen keine Schulabschlüsse, keine Ausbildungsstelle, werden arbeitslos. Jugendarbeitslosigkeit ist teuer und wird bekämpft, also kümmer man sich um die.
    Bei den Hochbegabten passiert das ab und an - die landen auf den speziellen Schulen oder fallen durch's Raster. Die anderen passen sich an.

    Ich schließe mich der Logopädie-Empfehlung als nächsten Versuch an. Alternativ eine Sprechtrainerin / Sprecherzieherin, die auch mit Schauspielern arbeitent. Es macht einen großen Unterschied, ob du z.B. relativ hoch sprichst oder in deiner Interferenztonlage. Letztere wirkt sich nicht nur auf die Lautstärke, sondern auch die Stimmfülle und die Entspanntheit des Sprechens aus. All das verändert die Wirkung der Stimme auf die Zuhörer.

    Stimmtraining an einem Tag hatte ich auch mal, war nett, aber es ist etwas anderes, ob man das alleine oder in der Gruppe macht.

    Gesangsunterricht war für mich nicht hilfreich, im Gegenteil: An der Uni hatte ich so einen Gesangslehrer, der der Ansicht war, ich müsse mich jedes Mal, wenn ich singen möchte, eine halbe Stunde einsingen und darf dann nicht mehr sprechen. Superpraxisnah.

    1:01:20 Warum ähnelt sich Schularchitektur und Gefängnisarchitektur so oft?
    1:21:04 *Schwingschwing* Ein Glück, dass ich so einen Kasperkram nicht mehr machen muss!


    1:26:26 Was ich wichtig fände, wäre, wenn an es an didaktischen Lehrstühlen ständige Unterrichtsverpflichtungen (eine Klasse oder so) für jeden gäbe, der Lehrerinnen und Lehrer ausbildet. Am besten in wechselnden Schulformen.

    1:32:44 "Guuuu-teeen Mooooor-gäään, Heeer Pääääters!" :D

    1:01:20: Die Schule ist noch relativ "hübsch", hier in der Nähe ist eine noch viel gruseligere, sogar mit Kreuz auf dem Dach. Jeder, der mich besucht, fragt, ob das ein Knast ist.
    1:21:04: Du hast offenbar andere Fortbildungen als die Grundschullehrer...
    1:26:26: Ohhhh ja, unbedingt. Diese lange Pause vom Unterrichten einiger Dozenten und Professoren und dazu dieses zwanghafte Betonen, dass sie ja auch mal Lehrer waren, meine Güte. "In den 60er Jahren habe ich mit der 5a..."

    1:32:44: Das geht noch besser: "Guuuuu-teeeeen Mooooor-gäääään, lieeeee-beeeee Frauuuuuu Maaaaaiiii-ääääääär und lieeee-beeeee Frauuuuuu Cooooon-niiiii!" (Frau Maier hat inzwischen aufgegeben, darauf hinzuweisen, dass "Guten Morgen!" ausreicht.


    Das bedeutet, dass ich 17 der Kinder in 6 Klassen "betreue". Und ich merke deutlich, das schaffe ich nicht. Zumindest nicht so, dass ich den Kindern auch nur im Ansatz gerecht werde.

    Herzlich willkommen in der Inklusion. So fühlen sich Grundschullehrer und Sonderschullehrer an Grundschulen seit Jahren. Es sei denn, die Sonderschullehrer haben noch eine Klassenleitung, dann sind sie zerrissen zwischen beidem und werden noch unzufriedener, weil sie zusätzlich ihrer Klasse und der Sonderpädagogik als solches nicht mehr gerecht werden.
    Mit 17 Kindern stehst du noch recht gut da, an meiner letzten Schule waren es im Durchschnitt etwa 30 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Sonderpädagogin. (Und viel mehr mit Unterstützungsbedarf.) Die Stunden waren gedeckelt, also weniger als den Kindern eigentlich zustand, hier so üblich bei Schulen mit vielen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
    Organisiert war das so, dass Kinder mit ähnlichen Leistungsständen und Problemen zusammengefasst wurden und üblicherweise paarweise ihre zwei Stunden bekamen. Ausnahme GE und Hören, da hatten wir meist nur ein Kind. Ferner waren die nicht diagnostizierten Kinder in den 1./2. Klassen in größeren Gruppen, denn LE und ESE darf man in Berlin erst ab Klasse 3 haben.

    Absprachen zwischen Tür und Angel sind ärgerlich und stressig und man vergisst dann vieles.

    Zitat

    Dazu kommt noch, dass mein Verständnis von gemeinsamen Lernen und Förderung der Kinder ein völlig anderes ist, als bei manchen Kollegen.


    Ja, mein Verständnis ist auch immer ein völlig anderes gewesen, als ich als in der Realität als ein einzelner Mensch unter den Bedingungen im Brennpunkt als Klassenleiterin meist umsetzen konnte. Ich war permanent mit mir selber unzufrieden, ich hätte mich mindestens in 8 Teile teilen müssen, um meiner letzten Klasse gerecht zu werden und die Kinder auch im "normalen Unterricht" zu fördern, besser in 10. Ich habe 14 bis 16 Förderpläne geschrieben, da so viele Kinder den Anforderungen des Lehrplanes nicht dauerhaft gerecht wurden, aber ganz ehrlich, da kann man bestenfalls Galgenhumor entwickeln und irgendwie weiterwurschteln. Das ist Inklusion, das ist die Realität.

    Und selbst, wenn es weniger Kinder sind und man sich "nur" in 3 Teile teilen müsste, auch das funktioniert einfach nicht. Viele Kollegen verzweifeln irgendwann oder stumpfen ab, um das alles auszuhalten und nicht oder nur begrenzt krank zu werden.

    Zu deinen Wünschen:
    Ich würde mich hier Krabapple anschließen:
    Zusammensetzen und besprechen, was gewünscht ist.

    Eventuell kannst du Kleingruppen bilden ("Temporäre Lerngruppen") heißt das bei uns, und dann mit mehreren Kindern zusammen auf ähnlichem Niveau gemeinsam etwas machen, dafür aber nicht nur eine oder 2 Stunden pro Kind, sondern dann mit mehreren Stunden pro Grüppchen.

    Oder du nimmst alle Kinder einer Doppeljahrgangsstufe in die Gruppen auf und bietest eine differenzierte, individuell fördernde Lernumgebung an, sodass du z.B. täglich 2 - 3 Stunden mit Klassenstufe 1/2 und 2-3 Stunden mit Klasse 3/4 hast. (Je nachdem, welche Kinder da für dich übrig bleiben.) Dann hast du vielleicht 8 bis 9 Kinder in der Gruppe und quasi eine Kleinklasse. Du wärst erste Lehrerin in der Zeit und könntest gleichzeitig individuell fördern.

    Für derartige Maßnahmen muss die Schulleitung mit ins Boot, denn dann muss der Stundenplan eventuell angepasst werden, damit der Sportunterricht nicht komplett verpasst wird etc.

    Oder - wie auch schon von Krabapple vorgeschlagen - könntest du anbieten, Stunden zu übernehmen, z.B. wöchentlich eine Stunde Geometrie in Klasse 3xy, in der sich 2 Kinder mit sonderpäd. Förderbedarf befinden. Du sorgst für das gemeinsame Lernen und die Klassenleiterin hat die Möglichkeit, etwas runterzufahren und die Kinder mit Schwierigkeiten zu unterstützen (und das werden sicher mehr als die 2 mit sonderpädagogischem Förderbedarf sein.

    Alternativ Teamteaching, das kostet aber Zeit., die man leider als
    Klassenleiter an der Brennpunktschule meist nicht wirklich übrig hat.

    Ich vermute, die TE benötigt keine Magnete, sondern dieses Klebeband, was man hinten auf Laminate aufklebt.

    1. Schlechte Erfahrungen: Der Abroller von Timetex mit dem ganz dünnen Band. Ich weiß nicht, worauf das halten sollte, aber es klebte weder, noch hielt es beachtenswerte Papiergrößen auf magnetischen Flächen.
    2. Gute Erfahrungen: Ich habe dicke Magnetklebeband-Rollen von Betzold und schneide davon etwas ab. Für ein A5-Laminat sind 2 Stücken a 5 cm dicke ausreichend. Nach ein paar Jahren benötigt man neue oder Sekundenkleber, weil der Kleber nachlässt und die Laminate von den Magneten abfallen. Und ehrlich: Wenn du schon Klebeband hast, welches prinzipiell gut magnetisch ist, aber nicht gut klebt, würde ich Sekundenkleber kaufen, ist billiger als neues Band.
    3. Langjährige Erfahrung: Man braucht viel weniger davon als man anfangs denkt. Viele be-magnetete Laminate aus den ersten Unterrichtserfahrungen sind irgendwann still und leise in der Versenkung verschwunden. Ich laminiere inzwischen viel weniger und klebe viel weniger Magnetklebeband.
    Laminiert + mit Klebeband versorgt werden bei mir nur die wichtigsten Symbole für den Tagesablauf (Stundenplanbilder, Dienste) sowie in Musik Fotos von Komponisten, die man immer mal wieder behandelt.
    Alles andere kommt in eine Prospekthülle und wird mit einem mobilen Magneten an die Tafel gebracht. Falls es sich bewährt, ich es immer wieder nutzen will und es mir ganz besonders wichtig ist, kann ich es ja immernoch laminieren und bekleben.

    Noch eine Alternative ist mir eingefallen: Ich habe praktische Magnetklemmen vom Schweden.

    Das ist übrigens in Berlin auch anders, sie können auf Anfrage an die Schulleitung vom Unterricht freigestellt werden. Die Eltern müssten es also beantragen, bei uns z.B. tun das viele nicht, somit sind das unentschuldigte Fehlstunden, die damit auch nicht vorauszusehen sind, denn du musst davon ausgehen, dass nur soviele Kinder fehlen, wie eine Beurlaubung beantragt haben.

    Ich weiß nicht, wie es 2012/13 war, aber inzwischen sind der 1. Tag des Ramadan und der 1. Tag des Opferfestes ohne Antrag schulfrei. Wer den jeweils 2. Tag zu Hause bleiben will, muss einen Antrag stellen: https://www.berlin.de/sen/bjf/servic…ikel.420979.php

    DA muss ich Katja ganz klar in Schutz nehmen, das hätte dem Fachseminarleiter auffallen müssen, einen Mentor hatte sie ja nicht, aber es war eben so, dass es nur eine begrenzte Anzahle Termine gab und da alle Termine genutzt werden mussten, auch 1. Stunden nach den Ferien usw. total bekloppt, aber sonst hätte die Anzahl Unterrichtsbesuche in dem einen Jahr nicht reingepasst. Da ging kein Verschieben, kein Ausfall usw. das ging wenn nur mit Tauschen.

    Achso, das hatte ich übersehen, dass sie keinen Mentor hat. Dass dann kein Verschieben möglich ist, ist ja klar. Man hätte aber die Stunde anders gestalten können, wenn vorher absehbar gewesen wäre, dass 30 bis 60 % der Schüler höchstwahrscheinlich fehlen werden. (Alternative Gruppenaufteilung in petto.) Aber nein, ohne Mentor ist das übel und nicht machbar.


    Und ja - möglich, Katja wäre an einem Gymnasium vllt besser aufgehoben. Im Film wurde ja geschrieben, sie sei jetzt an einer Grundschule. Da wäre es sicher sehr vom Einzugsgebiet abhängig, wie sie klarkommt.

    Für die Grundschule hat sie ja schon geübt. Stichwort zerbissene Tintenpatrone. Und ehrlich: Die Situation des ersten Unterrichtsbesuches mit so wenigen Schülern wäre vorhersehbar gewesen, der Klassenleiter weiß es ja eigentlich und muslimische Feiertage hängen in den Lehrerzimmern aus. An den Feiertag denkt man als LAA nicht unbedingt, da wäre der Mentor eher gefordert gewesen. Die Dauerschwänzer kennt man aber als LAA schon.
    Das gezeigte Klientel ist in Berlin an der ISS leider keine Ausnahme, schrieben ja schon andere. Für dieses Klientel ist sie zu wenig strukturiert. Struktur fällt aber auch nicht vom Himmel, muss man lernen. Einem fällt es leichter, einem schwerer.

    Zu Anna: Ich sehe bei ihr vor allem, dass sie mit der Rolle "vor der Klasse stehen" nicht identifiziert ist. Sie empfindet das als Machtausübung und so möchte sie als Lehrerin nicht sein. Das verstärkt die Unsicherheit, die sowieso schon da ist und die sie aufgrund ihrer Persönlichkeit auch ausstrahlt. Das ist sehr schade, denn sie sieht die Kinder schon individuell und wird - so weit man es sieht - angstfrei gemocht.
    Aus meinem Studium ist mir noch die Haltung der Dozenten bekannt, überwiegend von der 80er-Jahre-Pädagogik geprägt: Kinder wollen von sich aus lernen, der Lehrer ist Lernbegleiter, wenn Kinder nicht lernen wollen, liegt es am Lehrer, der muss dann mehr motivieren / differenzieren / am Wochenende das Kind besuchen, um seine Lebenssituation kennenzulernen. Das verstärkt derartige Haltungen und schafft ein verzerrtes Bild der Realtität. Ich hätte lieber Classroom-Management (was es ja vor der "Mode" schon gab, aber unter anderem Namen) gelernt und mich mit solider Didaktik beschäftigt. Die Freie Universität, an der Anna studiert hat (ich nicht), war zu meiner Studienzeit ebenfalls dafür bekannt, die Studenten sehr frei und offen auszubilden.
    Bei der Stunde mit den Doppelbuchstaben frage ich mich, wie sie überhaupt betreut wird. Wie kann es passieren, dass sie Doppelkonsonanten und Doppelvokale gleichzeitig behandelt? Dafür sind Absprachen zwischen Mentorin und LAA da, damit die Mentorin in der Planung einschreitet und die LAA das ernst nimmt. Ich vermute, dass hier nur ein didaktischer Fehltritt exemplarisch gezeigt wurde und es mehr davon gab. Es fehlt generell an ganz grundlegender Didaktik (was aber leider meinen Studienerfahrungen im Lernbereich Deutsch entspricht).
    Ich hoffe, sie hat ein zu ihr passendes Einzugsgebiet gefunden, in einer Brennpunktgrundschule mag ich mir das gar nicht vorstellen. Dann wäre die Alternative vielleicht wirklich Kindertherapeutin oder etwas in dieser Richtung.

    Federtasche auf Kopf: Ich kam einmal in meine Klasse in den Fachraum, kurz vor Unterrichtsbeginn. Ein Schüler lag auf dem Rücken auf dem Tisch, ein anderer würgte ihn. Einen Meter entfernt die Fachlehrerin, in einem anderen Bundesland fertig ausgebildete Studienrätin. Sie war erstaunt, dass sie eingreifen sollte. Das scheint also auch bei weitem nicht jedem fertigen Lehrer klar zu sein.

    Frontalunterricht: Ich habe den Eindruck, dass das Fernsehteam die Lehramtsanwärter in den Fokus stellte und sie viel vor der Klasse zeigte. Die Jugendlichen bei Katja kannten Partnerarbeit offenbar zur Genüge, denn als sie sie auf die Prüfungsstunde vorbereitete, stöhnten sie gleich auf.

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