Beiträge von CDL

    Du hast immer so schöne Wörter, das merke ich mir. Ich hätte ganz plump "wirr" geschrieben.

    Och, wie lieb. „Wirr“ passt aber doch auch ganz gut. Ich neige vielleicht einfach etwas mehr als du zu leicht euphemistischen Formulierungen, die sich weniger offensiv lesen. Ich hoffe immer, dass mein Gegenüber dadurch eine Kritik etwas leichter annehmen kann, statt einfach nur direkt den „dagegen“- Modus einzuschalten und loszutrompeten.

    Vielleicht sollten wir uns einfach alle angewöhnen konsequent von unterrichtsfreien Tagen zu sprechen, wenn es um einen Tag zwischen Montag und Freitag (oder auch Samstag, je nach Bundesland) in Schulwochen geht, nicht von generell freien Tagen. Das könnte helfen, nicht zu vergessen, dass es zumindest in den meisten Fällen nicht um generell dienstfreie Tage geht.

    Ich finde es eher vom Stundenplaner doof, dass gerade dieser Tag dann als "freier" Tag geplant wird - im vermutlich vollen Bewusstsein, dass er das eben nicht sein wird.

    Das lässt sich halt gerade in einem großen Kollegium und mit den zig Wünschen, die Lehrkräfte zu ihren freien Tagen, Nachmittagsunterricht, Freistunden, 1. Stunde,… haben , sowie Aspekten wie Fachunterricht in bestimmten Schienen infolge von Konferenzbeschlüssen nicht immer gewährleisten, dass so ein unterrichtsfreier Tag nicht der Konferenztag ist. Eh sei denn, natürlich, man möchte das Stundenplanungsteam ganzjährig in der Schule einschließen, damit sie derartige Optimierungen am Stundenplan gefälligst vornehmen. Dann könnte das vielleicht was werden.

    Ich habe zwei unterrichtsfreie Tage in der Woche aktuell, an dem einen finden in diesem Schuljahr immer im Wechsel mit einem anderen Wochentag unsere Steuergruppensitzungen statt. Es gibt Schlimmeres, als dafür an dem Tag für maximal 2h in die Schule zu kommen. Letzteres Schuljahr war an meinem unterrichtsfreien Tag zweimal eine GLK, war auch kein Weltuntergang.

    Ich rede hier von euch. Ich nehme an, dass ihr alle auf der anderen Seite der Ausbildung auf einer festen Stelle sitzt. Also das Ref in der Vergangenheit und es ist prima gelaufen.

    Ich kannte euch bisher nicht, nur die zahlreichen Lehrer, die ich im RL kenne und von denen wir gesagt keine Handvoll begeistert vom Ref als die beste Zeit der Ausbildung gesprochen hat.

    Du mutmaßt eine Menge über die User: innen dieses Forums, statt erst einmal nachzufragen, um herauszufinden, wie Dinge tatsächlich sind. Viele, die dir geantwortet haben, haben sich in der Vergangenheit schon über ihr eigenes Ref geäußert. Einige- darunter ich selbst- haben dabei geschrieben, was halt auch nicht prima gelaufen ist, ganz ohne, dass deshalb das Ref direkt zu einer reinen Horrorgeschichte hätte werden müssen. Das kann kann man als erwachsener Mensch nämlich durchaus auch differenziert betrachten. Die „beste Zeit der Ausbildung“ war für mich persönlich das Studium, das war nämlich deutlich entspannter, als ich das Ref empfunden hatte. Trotzdem und trotz allem, was auch nicht prima war, war vieles an meinem Ref auch einfach wirklich gut.

    Habt ihr in Hessen Schulämter als direkt übergeordnete Stelle? Wenn ja könnten diese gute Anlaufstellen sein, weil diese wissen müssen, wo Bedarf besteht mit deinen Fächern und man dort auch aktuelle Quer-, Seiten- und Direkteinstiegsoptionen des eigenen Bundeslandes kennen muss, um Schulen diesbezüglich bei Ragen beraten zu können.

    Und die Aussage "Davon lasse ich mich nicht beeinflussen" ist für dich ein ausreichendes Kriterium um die Annahme von Geschenken für unbedenklich zu halten? Nur bei Lehrern oder auch bei Politikern oder andern Berufsgruppen?

    Das habe ich so nicht gesagt, sondern umgekehrt nachgefragt, welche Argumente hinter dem angeführten Gedankengang stehen.

    Und nein, natürlich ist individuelle Nicht- Korrumpierbarkeit kein hinreichender Grund dafür die Annahme von berufsbezogenen Geschenken aller Art generell unkritisch zu betrachten. Nachdem meine eigenen Haltung dazu aber derart unmissverständlich ist, habe ich halt bislang noch nie darüber nachgedacht, das man das auch anders sehen könnte im Schuldienst und womöglich auch sollte, ganz gleich, wie lange man das schon anders handhaben mag. An der Stelle gilt es vielleicht statt Freiexemplare abzugreifen Land und Schulträger stärker in die Pflicht zu nehmen Lehrkräften eingeführte Materialien kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

    Ja - auch das ein guter Punkt. Sämtliche KuK erklärten mir heute, dass Mittwoch ein guter Tag sei, um frei zu haben. Da Dienstag und Donnerstag meist Konferenztermine seien. Ob ich da allerdings Bedingungen stellen kann, bezweifle ich gerade. Es ist ja eben schon ein Entgegenkommen, dass ich überhaupt einen Tag frei habe. Vielleicht sollte ich das wieder in den Fokus rücken - dass ich froh sein kann um den freien Tag. Wobei - auch hier: Es gibt etliche Vollzeitkollegen, die einen Tag frei haben. Oft auch mittwochs.

    Bei einem Deputat von 75% ist es halt nicht selbstverständlich, dass ein unterrichtsfreier Tag rausspringt. Noch mal: Das ist kein generell freier Tag, das muss dir einfach klar sein. Ja, auch KuK mit einem vollen Deputat können mal so einen freien Tag haben, haben dann aber dafür an den anderen Tagen mehr Stunden, erheblich mehr Nachmittagsunterricht und müssen natürlich, genau wie du auch, damit leben, dass sie auch an ihrem unterrichtsfreien Tag für Zusatztermine an die Schule kommen müssen.

    Nein, du kannst keine Bedingungen stellen im Sinne von „Mittwochs muss aber mein unterrichtsfreier Tag sein“, eh sei denn, du hast absolut zwingende Gründe dafür (ich kann beispielsweise einen bestimmten, 14- Tätigung erforderlichen Facharzttermin nur auf einen von zwei Wochentagen legen seitens der Ärztin, in der Folge muss einer der beiden Wochentage bei mir dann eben ein unterrichtsfreier Tag sein, was im Rahmen der Integrationsvereinbarung festgelegt ist), einen ausreichend niedrigen Teilzeitanteil, damit das gut lösbar ist für die Stundenplaner und ansonsten keine Zusatzwünsche zur Stundenverteilung, Lehraufträgen/ Klassen/Kursen oder auch Nachmittagsunterricht. Nachdem die zwingenden Gründe, die eine Schule anerkennen müsste eher überschaubar sind: Bleib bei Wünschen anstelle von Bedingungen und arbeite eher daran, dass weitere Entlastungsmöglichkeiten an deiner Schule langfristig umgesetzt werden.

    Natürlich kostet aktive Mitwirkung erst einmal Zeit, die muss man eben entweder bereit sein zu investieren oder darf sich sonst nicht darüber beschweren, wenn es auch niemand sonst macht und mögliche Entlastungen nie Einzug halten in eurem Kollegium, nur weil die SL das halt so nicht handhaben möchte.

    Ich bin genau deshalb auch an meiner Schule Teil des Schulentwicklungsteams, weil ich Veränderungen in diesem Bereich von vornherein aktiv mitgestalten und auch anstoßen will und mich nicht nur darüber ärgern möchte, dass mir X, Y und Z einfach nur aufs Auge gedrückt wird.

    Wenn es dir zu viel ist, dich aktuell aktiver einzubringen, dann ist das eben so, dann musst du aber halt auch damit leben, dass bestimmte Dinge sich unter Umständen einfach nicht ändern werden.

    Also sie versuchen es. Ihr wollt nicht wissen, was ich schon an skurrilen Bewerbungen gelesen habe und ja, in der letzten Runde kamen verdammt viele aus Deutschland. Einer schrieb sinngemäss sowas wie, er sei frustriert vom Druck der Leistungsgesellschaft und habe sich überlegt, an der Schule hätte man ja ein viel schöneres Leben. Ich stand mit unserer Sekretärin da und wir wussten beide nicht recht, ob wir lachen oder weinen sollen. Bei manchen fragte man sich echt, ob die wohl mehr können als atmen.

    Herrliches Beispiel. ^^ Danke dafür. Und eindeutig solltet ihr darüber lachen, sonst hält man so einen Unfug einfach nicht gesund aus.

    Wegen Korruptionsbekämpfung. Ist natürlich irre, wenn man das mit anderen Bereichen vergleicht und was da so passiert.

    Bei uns in NRW ist das auch so geregelt.

    Letztlich ist das aber kein wirkliches Problem: Schulstempel in Freiexemplar, inventarisieren, ausleihen und nach dem Schuljahr in die Lehrerbib zurückgeben. ;)

    OK, vielleicht bin ich einfach zu naiv an der Stelle, aber inwieweit ist man als Lehrkraft korrumpierbar, nur weil man kostenlose Prüfexemplare annimmt? Ist da der Gedankengang, dass man als Schulen die Einführung und Bestellung von Lehrwerken davon abhängig machen könnte, ob es solche Freiexemplare gibt?

    Ich habe einige Freiexemplare z.B. von Cornelsen für Französisch in meinem Bücherschrank stehen. Die sind diesbezüglich viel freigiebiger als Klett. Trotzdem arbeiten wir in vielen Fächern mit Klett an der Schule. Klappt also irgendwie nicht richtig mit der Bestechlichkeit bei uns.^^

    In Niedersachsen gibt es inzwischen klare dienstliche Anweisungen, dass keine Freiexemplare von Büchern von den Verlagen mehr angenommen werden dürfen. Man darf diese lediglich stellvertretend für die Fachgruppe / die Schule annehmen und nutzen, muss sie dann aber zB bei einem Schulwechsel wieder abgeben.

    Ernsthaft? Warum sollte man das nicht dürfen?

    Nö, bei dem Teil mit deiner Konferenzteilnahme in Präsenz bist du nicht zu engstirnig, sondern deine SL offenbar zu unflexibel. Auch da spielt es meines Erachtens aber keine Rolle, welche Regelung für die andere Kollegin greift, weil du schlichtweg nicht beurteilen kannst, was am Ende tatsächlich bei dieser den Ausschlag gegeben hat, dass die SL den Einzelfall anders beurteilt hat.

    Dass Konferenztermine, so diese als unteilbare Aufgaben gelten, ausnahmslos für alle KuK ungeachtet ihres Deputats en top kommen ist eben so und Teil unseres Jobs. Teilzeit ändert daran nun einmal nichts, eh sei denn, das Land legt fest, dass Konferenzen teilbare Aufgaben wären. Auch da verstehe ich zwar deinen persönlichen Ärger, dennoch ist dein Bedürfnis zuhause in Freizeitkleidung bleiben zu können oder dein Anfahrtsweg an die Schule an deinem unterrichtsfreien Tag einfach kein zwingendes Argument. Unterrichtsfrei ist nicht dienstfrei.

    Nutzt euer Konferenzrecht konsequent für eine Verbesserung eurer Gesamtsituation und zwar nicht nur im Hinblick auf KuK in Teilzeit, sondern für sämtliche KuK. Das ist nicht die erhoffte schnelle Lösung, aber dauerhaft der Königsweg hin zu einer Veränderung, Verbesserung und Entlastung für das gesamte Kollegium.

    Und: Überleg dir gut, wo du bereit bist zusätzliche Kurse trotz Teilzeit zu übernehmen, egal wie spannend diese sein mögen. Niemand wird dir dafür zum Dank den roten Teppich ausbreiten, du musst aber am Ende den Preis dafür zahlen doch wieder einen höheren Deputatsanteil zu haben mit weiteren Zusatzaufgaben und -terminen und sprengst damit ein Stück weit selbst deine Teilzeit. Das scheint mir erst einmal dringlicher als deinen TZ- Anteil weiter zu reduzieren, denn dieser Schritt kann nur dann echte Entlastung bringen, wenn zuallererst du selbst dazu bereit bist konsequenter als bislang auf deine Arbeitszeit zu achten, statt einfach nur mehr Zeit für weniger Unterrichtsstunden zu haben.

    Frankreich

    Die nehmen wirklich jede*n

    Zahlen tun sie aber verdammt schlecht.

    Und es wäre vom Vorteil, Französisch zu können.

    Ja, an Frankreich dachte ich erst auch, aber angesichts der erheblich schlechteren Bezahlung ist das halt keine Alternative für die Träume von der Bezahlung in der Schweiz oder auch die Besoldung hier in Deutschland. Das mit der Sprache ist dann vermutlich nur noch sekundär.

    Ich kenne viele Schulen mit einem festen Konferenztag, der dann zwar natürlich nicht wöchentlich dafür genutzt wird, aber auf den beispielsweise möglichst kein Nachmittagsunterricht gelegt wird, damit weniger Unterricht ausfällt (so der Fall an meiner Refschule). Klar ist das persönlich doof, wenn das dann der eigene unterrichtsfreie Tag ist, aber noch einmal: Unterrichtsfrei bedeutet nicht dienstfrei, das gehört also zum Geschäft dazu, egal wie ärgerlich oder auch belastend das individuell sein kann.

    Ob du am TdoT trotz Teilzeit die gesamte Zeit über anwesend sein musst kann dir die Gleichstellungsbeauftragte deiner Schule sagen. Bei uns ist das der Fall, was ich im Hinblick für die Vollzeit- KuK, die ebenfalls ungeachtet ihres Deputats zusätzlich anrücken müssen als durchaus fair empfinde. Diese können schließlich nicht sämtliche solcher Zusatzveranstaltungen hauptsächlich alleine stemmen, sondern das muss auf alle Schultern verteilt werden, damit alle gesund ihrer Arbeit nachgehen können.

    Wenn eure Konferenztermine nicht zu Schuljahresbeginn festgelegt werden, dann organisiert euch im Kollegium und gemeinsam mit dem PR, um mit den Mitteln des Konferenzrechts dazu in einer der nächsten GLKs sowohl eine Debatte zu erzwingen, als auch eine Abstimmung. Das ist nichts, was eine SL euch einfach verweigern kann. Es gibt schließlich keinen Grund, warum man GLK- Termine oder gar Notenkonferenzen nicht schon zu Schuljahresbeginn festlegen könnte.

    Im Hinblicks auf Online- Konferenzen empfehle ich dir ebenfalls, Dich einerseits schlau zu machen zur hierzu gültigen Rechtslage für RLP, um dann andererseits ebenfalls gemeinsam mit PR und weiteren KuK Entlastungen in einer GLK ergebnisoffen zu diskutieren. Man kann nur so viel auf SLen schieben, muss als Kollegium auch einfach bereit sein sich selbst stark zu machen für verbesserte Arbeitsbedingungen. Wenn eure SL merkt, dass ihr rechtssicher agiert und als Kollegium gemeinsam auch für verbesserte Arbeitsbedingungen kämpft, wird diese sich auch eher bewegen oder eben in manchen Punkten, wo ihr über das Konferenzrecht entsprechende Möglichkeiten habt, bewegen müssen.

    Was den Teil mit dem erkrankten Kollegen anbelangt finde ich, dass du bei allem verständlichen Ärger über die zusätzliche Arbeit für dich das einfach abhaken und diesem nicht weiter den schwarzen Peter zuschieben solltest. Wenn dieser, wie von dir geschrieben, langzeitig erkrankt ist, dann muss er gerade einfach auch nicht erreichbar sein, sondern sich einfach nur um seine Genesung kümmern, was offenbar dringend erforderlich ist. Ja, es ist verdammt kacke, dass er Klassenarbeiten nicht mehr zurückgeben oder Noten bekanntgeben konnte oder weitergeben kann, das kann aber einfach mal sein, wenn man schwer erkrankt ist und zwar auch dann, wenn man deshalb nicht im KKH liegt. Bei vielen psychischen Erkrankungen gehört so eine ganz bewusste und umfassende Abgrenzung vom Arbeitsplatz (so dieser einen relevanter Trigger für die Erkrankung darstellt) nämlich ebenfalls mit dazu.

    Ja, ich weiss nicht, woher dieses Gerücht kommt, es ginge bei uns alles so viel einfacher. Ich lese nicht nur hier alle Ritt lang von Leuten, die mal schwupps ohne Lehramtsausbildung in die Schweiz kommen wollen um das grosse Geld zu verdienen. Es ist in bestimmten Berufen verdammt häufig so, dass ausländische Examina oder Diploma gar nicht anerkannt werden. Lehrer und Juristen sind davon insbesondere betroffen. Auch Bauingenieure werden nicht selten zum Polier degradiert.

    Auch hierzulande bilden sich ja viele Menschen ein, Lehrer könne jeder. Das könnte also eine länderübergreifendes Fehlvorstellung sein- oder wir exportieren einfach genügend dieser Exemplare zu euch in die Schweiz, weil wir die aus unerfindlichen Gründen en gros produzieren in Deutschland. ^^

    die das quasi als Hobby betreiben.

    Das kann sein bei Nebenerwerbslandwirten, muss es aber nicht. Beide Varianten sind mir aus der engeren Familie bekannt. (Hobby- Wengerter, die z.B. ihren eigenen Wein anbauen und keltern oder eben auch solche, die den Großteil ihrer selbst verbrauchten Lebensmittel komplett selbst hergestellt haben vom Obst- und Gemüseambau über Tieraufzucht (mit selbst angebautem Futter), bis hin zur eigenen Wurst oder auch aus selbst hergestellten Kissen und Decken für die ganze Familie aus den Geflügeldaunen).

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