(...)Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum man im Studium bei den Eltern wohnen bleibt oder da auch gar keine große Wahl hat. Wenn man nebenbei viel arbeiten muss, um sich die Wohnung zu finanzieren, bleibt das Studium irgendwo auch zum Teil auf der Strecke. Der vermeintlich positive Effekt der eigenen Wohnung verpufft dann.
Nicht alle leben im Kinderzimmer, sondern einige Kommilitonen hatten eine eigene abgeschlossene Wohnung im Elternhaus oder waren gar nicht so viel zu Hause (z.B. Tätigkeit im Verein). Wer sich den Studieninhalten hingeben möchte, kann dies auch auf dem Campus, der Bibliothek usw. tun.(...)
Stimmt. Mein Kollege lebt bislang zwar tatsächlich noch im Kinderzimmer bei Mama und Papa und sprengt damit diese Argumentation, dennoch hast du natürlich deshalb nicht unrecht. Allerdings sind diejenigen, deren Eltern abgeschlossene eigene Wohneinheiten im Haus für Filius oder Filia haben meiner natürlich sehr reduzierten persönlichen Erfahrung nach oftmals nicht diejenigen, bei denen der Bezug einer Wohnung fern des eigenen Elternhauses an finanziellen Erwägungen scheitern würde, schließlich könnte man die Einliegerwohnung auch anderweitig vermieten und Sohn/Tochter damit die Miete im Studentenwohnheim/der WG im Uniort etc. zu finanzieren, verzichtet aber auf diese Mieteinnahmen, obgleich das Kinderzimmer weiter zur Verfügung stehen würde. Ich kenne einige Studierende die noch im Elternhaus wohnen (teilweise zu zweit im Kinderzimmer mit Mitte/Ende 20
) und ja, das hat durchaus auch finanzielle Gründe, ist aber bei vielen ab einem bestimmten Punkt auch eine Gewohnheitsfrage ist mein Eindruck. Vor allem bei meinen deutschtürkischen Freunden leben die Kinder lieber im Elternhaus mit der ganzen Familie- egal wie beengt- als ein Zimmer im Wohnheim oder einer WG zu haben und behalten das teilweise auch noch bei, wenn sie längst ihr eigenes Einkommen erzielen bis sie irgendwann heiraten. Alleine wohnen ist für viele dabei kein attraktives Modell, da- anders vielleicht als in der deutschen Kultur- das Leben in Familie und Gemeinschaft noch einmal eine andere Rolle spielt. Dennoch würde ich es im Hinblick auf die persönliche Entwicklung für sinnvoll erachten, wenn man als junger Mensch eine Phase unabhängig von der eigenen Familie und fern der Verpflichtungen einer Ehe kennengelernt hätte an einem bestimmten Punkt. Für die Frage der Rundfunkgebühren ist es aber natürlich von Vorteil direkt vom Modell Herkunftsfamilie ins Modell eigene Kernfamiliengründung überzugehen. (Kurve gekratzt.
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