Beiträge von CDL

    Oh, dann komme ich dich oder Samu mal besuchen. Ich glaube, ich habe noch nie eines gesehen (oder nicht "geschnallt", dass es eines ist)! Vielleicht sollte ich aber auch einfach öfter abends 'rausgehen ;) .

    Oder Urlaub in der Ardèche machen. Dort hat es abends immer komplett geglüht rundherum.

    Ich fahre meine Autos immer bis zum bitteren Ende (das vorletzte 15 Jahre, das jetzige ist über 13 Jahre Abwrackprämie, war damals ein Halbjahreswagen, also gerade noch vom Alter erlaubt). Ich habe es während eines Autolebens erlebt, mir fiel es auf, weil sich meine Mutter nicht mehr beschwerte. Auch die Scheinwerfer sind sauber. Ich werde aber mal darauf achten. Für mich war es bisher "Beweis', dass es weniger Insekten gibt.

    Als ich vor zwei Jahren in der Ardèche war hatte ich zum ersten Mal wieder alles voller Insekten den Sommer über. Dort habe ich aber auch wirklich sehr viel sehr intakte Natur und einen unglaublichen Artenreichtum beobachten können (schon bei der Anfahrt zum Ferienhaus wäre mir beinahe ein Admiral an der Windschutzscheibe hängengeblieben. Dank direkter Vollbremsung hat der Schmetterling überlebt.) Letztes Jahr im Frühjahr habe ich das zum ersten Mal seit Jahrzehnten auch wieder auf deutschen Autobahnen erlebt, als ich zu meinem Vater gefahren bin. Durch den extrem wenigen Verkehr sind einfach weniger Insekten in den Autos hängen geblieben, so dass ich mehr abbekommen habe als sonst. So viel wie in der Ardèche war es nicht, aber ich musste vor der Rückfahrt doch meine Windschutzscheibe säubern, was mich an meine Kindheit und die Insektenberge bei der Fahrt ins Allgäu erinnert hat.

    Bei uns wird es zumindest mal eine Begehung geben durch den Schulträger, um die bauliche Lage und die Frage von Luftfiltern (weil lüften alleine bei uns baulich bedingt oft nicht richtig funktionieren kann) zu erörtern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir spätestens ab Pfingsten 2021 2022 zwei mobile Luftfilter haben werden, die in die problematischen Räume "bei Bedarf" (= dauerhaft im Schulalltag erforderlich in rund einem Dutzend Räumen) gestellt werden können.:zahnluecke:

    Das kommt sicherlich darauf an, in welchen Bereichen man persönlich Schwierigkeiten hat. Wer z.B. in der Romanistik massive Probleme mit den Übersetzungskursen an der Uni hat wird voraussichtlich einen Wechsel an die PH für ein Studium für Sek.I-Lehramt als erhebliche Erleichterung empfinden. Umgekehrt könnten Studierende mit erheblichen Problemen in den Bildungswissenschaften (ja, die gibt es zahlreich, gerade unter Studierenden, die mit Geisteswissenschaften weniger am Hut haben) einen Wechsel hin an die Uni als massive Erleichterung wahrnehmen, weil sie damit meist deutlich weniger Nachweise in den Bildungswissenschaften erbringen müssen. Pauschal für alle Studiengänge aller Hochschulen und alle Studierenden lässt sich das nicht seriös sagen. Und ehe jetzt die große Runde der Aufschreie losgeht von Sek.IIlern: Ich habe ein komplettes Studium an der Universität abgeschlossen lange ehe ich Sek.I-Lehramt studiert habe, kann also durchaus vergleichen.

    Was bereitet dir konkret Sorgen Shako in welchem Fach und was spricht dagegen oder auch dafür, dass du diese Achillesferse mit etwas Fleiß und Sitzfleisch wirst meistern können im Studienverlauf?


    EDIT: Das mit dem Differenzieren müssen manche hier aber schon noch nachlernen. Das war wohl kein ausreichender Teil ihres Uni-Studiums. :P

    (...)

    Als Alleinstellungsmerkmal biete ich noch einen Schulleiter, der zwischendurch mal mit Haftbefehl gesucht wurde.

    Falls die Geschichte halbwegs lustig ist würde ich sie gerne hören. :zahnluecke: (Wenn nicht musst du halt sehr viel von deinem persönlichen fossi-Charme einbauen, damit es sich zumindest lustig liest.)

    Naheliegend, aber falsch. Aber für "Prinzessin" reicht es damit schon einmal.

    Woher willst du wissen, dass es falsch ist, wenn du deiner eigenen Aussage nach doch gar nicht weißt, wo das ist? :P Auf "Prinzessin" verzichte ich als erwachsene Frau dankend. Dann lieber Proletariat und mit dem Pöbel um Gleichberechtigung kämpfend. (Und ja, ich weiß, dass du das nicht sexistisch gemeint hast.:geschenk: Steilvorlagen sind aber doch zum Nutzen da, nicht wahr!?:zungeraus: )

    (...) Und wir sind ja wohl in der Lage zu unterscheiden was rechtsextrem und rechts ist. Linksextrem und links.

    Einige von uns sind das, bei dir habe ich angesichts deiner Aussagen über die Führungsköpfe der AfD und deren Einordnung historisch, als auch im demokratischen Spektrum erhebliche Zweifel, ob du dessen tatsächlich fähig wärst. Nachdem du dir die Fähigkeit aber selbst zusprichst bleibt abgesehen von einer fehlerhaften Selbstwahrnehmung nur, dass du dessen zwar grundsätzlich fähig wärst aber komplett unwillig bist, deine Befähigung aktiv zu nutzen. Womit wir- ähnlich wie bei Lindbergh- an der Stelle angekommen sind, wo man sich vor dem Kontext deiner bisherigen Einlassungen fragen muss, welche Agenda du am Ende platzieren möchtest. Nein, keine Bange, ich erwarte keinerlei erhellende Antwort deinerseits, ich denke quasi nur laut vor mich hin, um den Verharmloser einer zurecht vom Verfassungsschutz beobachteten Partei, die das politische Zuhause bekannter Faschisten, Rechtsradikaler, Antisemiten etc. ist für mich selbst einzuordnen. Wer das wie du in Abrede stellt, verharmlost oder im Zweifelsfall einfach nur deshalb nicht anerkennt, weil er das nicht persönlich bezeugen konnte und lediglich ein Printmedium darüber berichtet hat, so dass du die Tonaufnahme nicht prüfen könntest bzw. die unzweifelhaft rechtsradikaler Rhetorik zuzuordnenden NS-Anspielungen historisch nicht einordnen möchte (bzw. selbst Nazi-Organisationen schlichtweg falsch und historisch verharmlosend darstellt), wer sich so geriert, der ist ungeachtet seiner Selbstwahrnehmung (auch das ein Thema, welches ich mehr als einmal mit L. hatte, der mich ja für linksradikal hält, während er der politischen Mitte angehöre) schon sehr weit abgedriftet an den rechten Rand. Siehst du bestimmt anders, worüber du dich gleich wieder ausführlich auslassen wirst, während Mr.Jules zu L.s Freude laut "cancel culture" ruft, nur weil ein Gesinnungsgenosse kritisiert wird. Kleine Preisfrage für die Freunde des "cancel culture"-Ausrufs: Wenn ihr doch mal sagen dürft, weil Meinungsfreiheit und so (die restlichen Werte des GG oder auch dessen Entstehungsgeschichte kann man dann ja gepflegt unter den Tisch fallen lassen), warum genau dürfen diejenigen die euch nicht zustimmen euch dann nicht kritisieren ohne direkt dem Vorwurf der "cancel culture" zu unterliegen? Und- Frage für Experten: Warum genau sollte das eindeutig nicht wertneutrale GG jeden braunen Schiss unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit hinnehmen, ohne mit den eigenen Waffen (Stichwort "Entzug von Grundrechten") zurückzuschlagen?

    CDL Warum ;(?

    Die Vergangenheit hat mir geholfen das Ref. durchzustehen. Da habe ich mir vorm Spiegel gesagt: "Junge, du hast schon ganz andere Schlachten geschlagen. Das hier schaffst du auch noch!"

    (...)

    Ja, ich war auch zwiegespalten in meiner Reaktion, weil so vieles in deinem Beitrag drinnen steckt: Die schweren Erfahrungen, die du machen musstest, dein Kampf für dich selbst, die Kraft dich nicht aufzugeben und an dich zu glauben ... Ich habe dann einen Smiley gewählt und direkt nochmal geantwortet, um auch andere Teile anzusprechen, die ich toll finde oder die mich irritiert haben. Wie du für dich selbst gekämpft hast finde ich großartig. Dass der Weg so steinig sein musste aber eben traurig.

    (...)

    Nach der Schule bin ich dann zur Musterung gegangen, wir hatten ja noch die Wehrpflicht, habe den Behindertenausweis verschwiegen, wurde tauglich gemustert und habe meinen Zivi-Dienst auf einer Kinder-Intensivstation abgeleistet. Nach dem Zividienst bin ich dann mit dem Musterungsbescheid und der Wehrdienstbescheinigung zum Versorgungsamt gegangen, um den Behindertenausweis wegen erwiesener Gesundheit zurückzugeben. Die haben Augen gemacht. Die ganzen Therapien über 15 Jahre in der Kindheit haben sich doch ausgezahlt. Heute sieht man von dem ganzen Mist nichts mehr. :victory:

    (...)

    Ich kann mir sofort vorstellen, was für ein gutes Gefühl das gewesen sein muss.:top: Ich habe mich die letzten Wochen unglaublich gefreut, dass ich mein Deputat für das kommende Schuljahr leicht aufstocken konnte, weil es mir gesundheitlich so viel besser wieder geht als während des Refs.

    Als ich mit dem Studium fertig war habe ich dem Betreuer im Jobcenter, der während meiner Krankschreibung für mich zustädig war (selbst im Ref gescheitert, deshalb davon ausgehend, dass ich qua Behinderung sowieso niemals Lehrerin werden könnte, wo er dem schon nicht gewachsen gewesen wäre) und mich frühberenten wollte ("Sie schaffen das Studium mit der Behinderung doch eh nicht und nehmen einem gesunden Menschen den Platz weg.") einen Scan meines Zeugnisses zugeschickt mit dem freundlichen Hinweis, er möge doch nach der Vervollständigung seiner Akten künftig Menschen mit Behinderungen nicht isoliert basierend auf ihren gesundheitlichen Problemen beurteilen, sondern ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten wahrnehmen, anerkennen und unterstützen im Rahmen seiner beruflichen Möglichkeiten, statt ihnen Steine in den Weg zu legen.

    (...)

    Wenn ich dann aber sehe, wie manche KuK alles unternehmen, um möglichst krank geschrieben zu werden und welche Wehwehchen sie haben weswegen sie sich natürlich nicht impfen lassen können, ... stößt bei mir auf totales Unverständnis. Gleiches gilt für die Frage, was man einem Menschen zumuten kann und was nicht. Da liegt bei mir die Meßlatte des Zumutbaren weitaus höher als bei den KuK.

    Ja, Menschen die Ausreden bzw. Vorwände suchen, um sich nicht impfen zu lassen möchte ich auch nicht verstehen. Ich kann aber gerade weil ich selbst mit einer Behinderung lebe sehr gut nachvollziehen, dass man den meisten Menschen nicht ansieht, welches Päckchen sie zu tragen haben, wie viel Kraft sie das tatsächlich kostet (mir sieht man erst wenn ich kurz vor dem Zusammenbrechen stehe an, wie es mir bis zu diesem Zeitpunkt meist schon monatelang gegangen ist) und wann für sie eine Grenze erreicht ist, die nicht überschritten werden darf. Mir hat meine eigene Geschichte geholfen empathischer mit meinen Mitmenschen umzugehen, als Kind/Jugendliche habe ich diese oft mit eben der Härte beurteilt, die ich deinem Beitrag entnehme, weil ich meinen Kampf für mich selbst als einzig relevante Messlatte des Zumutbaren und Leistbaren genommen habe. Ich finde es wichtig, gerade wenn man so eine schwere Geschichte hinter sich hat wie du oder ich, dass man nicht den eigenen Umgang und Ausgang zum Maßstab erhebt, sondern sich zuallererst seine Mitmenschlichkeit erhält und die Empathie zulässt, die man selbst an der einen oder anderen Stelle auch mal hätte brauchen können. Mitleid braucht niemand, Mitgefühl bei genauerer Betrachtung wir alle- selbst wenn wir uns das nicht eingestehen wollen.

    Und wie ist man zu der Stufe gekommen? Sicher war die Voraussetzung kein Masterabschluss. Sobald Masterabschluss VORAUSSETZUNG für die Stelle ist, gibt es immer A13. Zeig mir eine Stelle wo es anders ist.

    Grundschullehramt. Ach so, verflixt: Sind ja viele Stellen in vielen Bundesländern, zählt also vermutlich nicht. Und nein- muss man bei dir ja sehr regelmäßig erneut erwähnen, um zumindest einem Teil der Unterstellungen, denen man bei dir als Empfänger von A13 unterliegt zu entgehen-, ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, dass Grundschullehrkräfte kein A13 erhalten. Dennoch haben die neueren Absolventen inzwischen immer einen Masterabschluss und bekommen hier in BW zumindest (leider) kein A13. Das gibt es also sehr häufig und wäre es so einfach, dem auf dem Klageweg beizukommen, hätten die Gewerkschaften das schon längst auf dem Weg durchgesetzt.

    Wobei es in BW teilweise ähnliche Regelungen gibt. Die derzeit so beliebten Umschulungen, die stellenlose Gym-Lehrer für GS und HS Sekundarstufe 1 qualifizieren, stehen auch nur Absolventen mit 3,5 oder besser offen.

    Kleinen Fehler korrigiert. Für die Hauptschulen wird niemand mehr nachqualifziert (und das nicht nur, weil es dafür kein eigenständiges Lehramt mehr gibt), sondern wenn, dann für die Sek.I. Habe aktuell eine Kollegin, die das durchlaufen hat (offenbar alles andere als ein Selbstläufer: Mehr als die Hälfte der TN aus ihrer Gruppe haben die UBs nicht bestanden und werden deshalb nicht ins Beamtenverhältnis übernommen in der Sek.I.).

    Ich erinnere mich an genau zwei Trennungs-/Scheidungskinder in meinem 55-köpfigen Abijahrgang. Auch das heute fast unvorstellbar.

    Ich erinnere mich an rund 20 (von knapp 100) Abiturienten von denen ich sicher wusste, dass die Eltern getrennt lebten (bei vielen könnte ich das aber gar nicht sagen). Ich weiß auch von Schüler:innen meines Jahrgangs, die adoptiert waren, in einer Pflegefamilie lebten oder im betreuten Jugendwohnen lebten nachdem sie den Mord an den eigenen Eltern bezeugen mussten. Ich erinnere mich an die Mitschülerin, die sich mit Benzin übergossen und selbst angezündet hat, an die Mitschüler:innen mit Behinderung, an diejenigen, die in schwulen oder lesbischen Beziehungen waren, diejenigen mit einer Magersucht, die türkischstämmige Mitschülerin, die ständig erklären sollte, warum sie kein Kopftuch trägt, etc. Ganz ehrlich: Mir fällt auf der Ebene spontan so gar nichts ein an Lebensrealitäten, die es natürlich auch schon in den 80ern und 90ern gegeben hat (die Zeit meiner Kindheit und Jugend), welche jetzt bei meinen Schüler:innen eine Rolle spielen und die ich nicht zumindest am Rande mitbekommen hätte in der einen oder anderen Form. Und alle, egal wie behütet sie scheinbar gelebt hatten, hatten bei genauerer Betrachtung irgendein Thema. Im Zweifelsfall soziale Verwahrlosung reicher Kinder und Magersucht. Irgendwas sagt mir aber, dass viele aus meinem Jahrgang bis heute felsenfest behaupten würden "solche Probleme" habe es früher noch nicht gegeben als wir noch Schüler:innen gewesen wären.

    Ja, jetzt ... Genau so hab ich mir das vorgestellt. So einen richtig sinnbefreiten Thread, in dem man sich aus Prinzip über irgendwas vollkommen Belangloses beschwert, das einem selber aber total wichtig erscheint.(...)

    War mir klar, als ich deinen Beitrag gelesen habe, deshalb habe ich mich auch offenbart. (So ein Thread darf schließlich nicht beitragslos versanden.)


    Der Anteil der Kinder aus Familien, die Gelder nach dem SGB2 beziehen, beträgt in NRW 18%. Je nach Schultyp und Lage sind es schonmal 50 bis 75 Prozent einer Klasse, die vom Amt leben. Mit allen dazu gehörenden Folgeproblemen.

    Zu meiner, zugegeben behüteten und priviligierten, Schulzeit waren das dystopische Horrorszenarien.

    Zahlen zur diesbzgl. Entwicklung in den letzten 30 Jahren kann ich nicht finden. Nach meinem Empfinden sind sie explodiert. Aber exponentielles Wachstum wird bei uns ja nur in einem bestimmten Kontext zum Aufreger. Da gibt es dann auch täglich neue Zahlen.

    Früher (= während meiner Grundschulzeit) gab es zumindest in meiner Grundschulklasse nicht weniger Armut als ich das heute in manchen meiner Schulklassen mitbekomme. OK: Ich hatte keine Mitschüler:innen, die zwischenzeitlich einige Monate auf dem Campingplatz leben mussten, dafür aber sehr viele Mitschüler:innen, für die schon die 3 Tage Schullandheim kaum oder gar nicht finanzierbar waren. Anders als heutzutage gab es aber noch keinen Förderverein, an den man sich wenden hätte können zur Finanzierungshilfe und "Bedarfe für Bildung und Teilhabe" waren für Kinder von Transferleistungsempfängern noch Zukunftsmusik. Also gab es ein rundes Viertel meiner Grundschulklasse, welches nicht mit übernachten konnte (spart Geld) und zu den gemeinsamen Mahlzeiten die Vesperbox ausgepackt hat (spart noch mehr Geld), so konnten sie lediglich für die Kosten des Bustickets (hat der Rektor der Grundschule kurzerhand privat bezahlt, damit die nicht zuhause bleiben mussten) mitkommen. Ich habe während meiner Grundschulzeit in einer Hochhaussiedlung gelebt. Wir wohnten in den quasi "schicken" Blöcken, wo vor allem Berufstätige zu finden waren (kaum Akademiker, meist Facharbeiter mit ihren Familien etc., also deutlich mehr "real live", als später am Musikgymnasium, auch wenn ich auch da einige Freunde hatte mit nicht-akademischem Elternhaus, die entsprechend zu kämpfen hatten für Dinge, die anderen qua Elternhaus selbstverständlich waren). Neben diesen "schicken" Blöcken gab es ein paar uralte Bauten aus den 50ern und 60ern- zugig, miefig, dunkel, mit hohem Sanierungsbedarf. Dort wurden die ganzen Aussiedlerfamilien einquartiert. Die restlichen Wohnungen wurden von anderen Familien mit extrem engem Budget oder aber Problemen bessere (anständige) Wohnungen vermietet zu bekommen gemietet (betraf vor allem arabisch- und türkischstämmige Familien, die von vielen Vorurteilen betroffen waren, denn das war früher auch schon nicht besser). Nein, der Teil war weiß Gott nicht besser früher, es wurde aber auch da schon im Zweifelsfall geflissentlich darüber hinweggesehen, wie menschenverachtend an vielen Stellen mit Menschen anderer Nationalitäten, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder auch Behinderung umgegangen wird. Offenbar war deine Schulzeit wie von dir geschrieben wirklich SEHR behütet und SEHR privilegiert, wenn du davon so gar nichts mitbekommen hast elCaputo. Ich wusste schon als Grundschülerin, dass es Familien gibt, bei denen es ab Mitte des Monats weniger Geld auf dem Konto gibt als der Monat noch Tage hat, dass für manche ein richtig neuer Pullover etwas Unglaubliches war, weil normalerweise alles aus dem Second Hand oder Spenden kommen musste (ich habe zwar auch vieles aufgetragen von meiner älteren Schwester, habe aber auch regelmäßig wunderschöne Sachen von meiner Mutter selbst genäht bekommen- Stoff, Schnittmuster, Knöpfe, alles nach Wunsch, da war es ein Glück, dass meine Mutter oft Stoffbahnen von ihrer Mutter geschenkt bekommen hat und sie so gut nähen konnte). Bei uns war es auch lange finanziell sehr knapp, denn als mein Vater fertig war mit der Promotion hatte er bereits zwei Kinder und kam in einen Einstellungsstopp des Landes für Gymnasiallehrkräfte. Also hat die bald 5-köpfige Familie gelebt vom Stipendium meiner Mutter, dem Geld, das mein Vater als Nachhilfelehrer verdient hat und ansonsten dem, was an Obst/Gemüse in den Gärten der Großeltern wuchs und bei Besuchen in unser Auto geladen wurde, damit meine Mutter das zuhause direkt zu Marmelade verkochen, entsaften oder einwecken konnte für die gesunde Ernährung der Familie bis mein Vater endlich zumindest mit einer halben Stelle (war damals eine Landesvorgabe, durfte für einen festen Zeitraum auch nicht aufgestockt werden) eingestellt wurde. Leichter wurde es erst, als mein Vater endlich eine volle Stelle hatte.

    Was aber ganz eindeutig früher besser war: Es wurde gerade im Bereich technischer Geräte viel mehr repariert und langlebiger produziert, so dass es sich auch gelohnt hat die Sachen reparieren zu lassen. Nachdem "die" Politik zum Glück nicht denjenigen zugehört hat, die auch weiterhin meinten, der Markt würde das schon richten (was uns nur weiterhin Elektroprodukte gebracht hätte, die direkt nach dem Ende der gesetzlichen Garantiezeit den Geist aufgeben und so hergestellt wurden, dass man sie selbst bei entsprechendem Willen nicht einfach reparieren könnte ohne einen Totalschaden zu riskieren) besteht die Hoffnung, dass sich das wieder verbessern wird. So führt ganz nebenbei bemerkt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und den Klimawandel dazu, dass wir Verbraucher auch wieder langlebigere Elektrogeräte bekommen, was Geldbeutel (man denke an die ausgefallene Waschmaschine bei drei kleinen Kindern- meine Mutter hat mal 3 Monate lang für die gesamte Familie die Wäsche von Hand in einer Kurbelmaschine gewaschen... ) und Nerven schont (man denke an die ausgefallene Waschmaschine bei drei kleinen Kindern- meine Mutter hat mal 3 Monate lang für die gesamte Familie die Wäsche von Hand in einer Kurbelmaschine gewaschen... ).

    Stelle nur ich mir gerade vor, wie Du auf ihr zur Schule reitest?

    Keine Ahnung, aber wie sollte ich sonst ökologisch korrekt und pandemieangepasst mit meinem ganzen Geraffel in die Schule kommen?! :zungeraus: Fahrrad fällt weg: Mein Asthma hat eine Allergie dagegen entwickelt. Vermutlich psychosomatisch, aber Frau Arbeitshund verweigert die Ausbildung zur Therapeutin während der Schulzeit, weil sie sich mir widmen müsse und in den Ferien droht sie mit der Hundegewerkschaft...

    Was du möchtest ist ein Schul- oder Begleit- oder Therapiehund chili. Den Assistenzhund gibt es blöderweise nur mit entsprechend schwerer Erkrankung, die sich ja niemand wünscht. Ich verstehe aber sehr sehr gut, was du schreibst. Tiere sind einfach ganz und gar außergewöhnliche Freunde und Begleiter und retten uns so oft, ganz ohne entsprechende Ausbildung. Ich wünsche dir und würde es dir von Herzen gönnen, dass du deinen Hund tatsächlich einmal zur Arbeit mitnehmen kannst.

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