Was ich nicht verstehe ist.
Hier wird eine einleitende Frage von uns reingeworfen, um mit Ihnen zu diskutieren und auf Ihre Antworten einzugehen („Sind Sie in der Schule schon mit Verschwörungstheorien konfrontiert worden?“). In meiner Schulzeit wurde immer gesagt, man antwortet nicht mit „Ja“ und „Nein“ sondern gibt eine Begründung dazu ab.
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Soweit ich weiß leitet man eine Diskussion mit möglichen Fragen ein und diskutiert dann mit den anderen.
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Hmm stimmt, "reingeworfen" passt ganz gut und ist offensichtlich zu lieblos als Herangehensweise, um die erhofften Ergebnisse zu erzielen. Insofern solltet ihr vielleicht anfangen das zu machen, was ihr machen wolltet, nämlich auf Antworten auf eure Fragen eingehen, selbst dazu nachfragen, nachhaken, eigene Positionen einbringen. Die Metadebatten führst zumindest du ja selbst recht fleißig, statt einfach mal inhaltlich konkret selbst etwas beizusteuern.
Ja, ich bringe meinen Schülern auch bei, dass sie nicht nur mit ja/nein antworten, sondern ihre Antwort begründen. Das ist aber eine pädagogische Herangehensweise, um den SuS beizubringen, dass sie einerseits solche Begründungen benötigen in einer echten Debatte und andererseits mit ihnen ganz praktisch zu üben, wie das mit dem Begründen und Argumentieren funktioniert, denn das müssen sie erst noch lernen. Ich kann jede meiner Antworten auf eure Fragen auf entsprechend gezielte Nachfrage hin begründen, ich habe das schon gelernt. Ich frage aber auch entsprechend zielgerichtet meine SuS nach Begründungen. Bei geschlossenen Fragen (ja/nein) ergänze ich natürlich, dass sie ihre Position bitte begründen mögen, öffne also die Fragestellung dadurch entsprechend.
Das Problem bleiben immer noch die wenig zielscharfen Fragen sowie der Umstand, dass ihr inhaltlich keinerlei Position bezogen habt bislang. Es scheint am Ende womöglich wirklich eher um die Metadebatten und das Diskussionsverhalten an sich zu gehen bei eurem "Forschungsanliegen", als um das, was ihr inhaltlich vorschiebt, andernfalls könntet ihr ja einfach einmal damit anfangen selbst inhaltlich Stellung zu beziehen, wie ihr das seht, was ihr vermutet, etc.
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Ich versuche es einfach mal umgekehrt, vielleicht klappt es ja, wenn ihr "Schüler_innen" sein dürft und jemand die Debatte an eurer Stelle anstößt besser und ihr könnt dann irgendwann weitermachen:
Was haltet ihr von Verschwörungstheorien wie "Flat Earth" oder "QAnon"? Seid ihr mit derartigen Verschwörungstheorien bereits jenseits von Hochschulseminaren in Kontakt gekommen? In welchen Situationen und wie? Wie seid ihr damit umgegangen? Wenn ihr im Rahmen eines Praktikums (das Ref scheint mir noch in etwas weiterer Ferne zu liegen bei euch) mit SuS konfrontiert wärt, die derartige Verschwörungstheorien vertreten würden, wie würdet ihr damit umgehen im Rahmen eures Unterrichts? Wie würdet ihr mit Kollegen umgehen, die derartige Positionen vertreten? Wie geht ihr tatsächlich mit Mitstudierenden um, die derartige Positionen vertreten? Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für euch aus dem Umgang mit Verschwörungstheoretikern persönlich, im privaten oder im beruflichen Kontext?