Beiträge von Lehrerin2007

    Von daher ist mir ein "es geht schon, wenn man will", viel zu lapidar - ich beziehe das nicht auf Dich persönlich, aber in anderen Fällen ignoriert eine solche Aussage das komplexe Bedingungsgefüge der Stundenplanerstellung.

    Ja, verstehe ich. Ich bezog mich in meinem Post auch auf meine Schule, wo das früher so war (und definitiv auch, weil man einfach nicht wollte!) und heute deutlich besser.
    Bzgl. der Kita-Buchungszeiten wollte ich nochmal klarstellen, dass es verboten war, "Luftbuchungen" zu machen (man hätte dann den Platz verlieren können), aber die Schule das verlangt hat. Das hat für mich dann nichts mehr mit "Familienfreundlichkeit" zu tun...!

    Ohne jetzt respektlos euch gegenüber zu sein (ich weiß, wenn man sowas sagt ist man es meistens), aber das sind alte Denkmuster. Sowas erleben wir heut sicherlich auch noch. Es ist aber nicht mehr so viel wie in "euerer Generation". Von der Parität sind wir sicher noch ein gutes Stück entfernt, die Richtung in die wir uns entwickeln sehe ich aber als ganz gut an.

    Wen meinst du jetzt genau mit "euch" und "eurer Generation"?

    Nee, meist sagen das die "Vatis", dass sie unabkömmlich in ihrem Job sind ...

    Ich habe auch nicht gesagt, dass die Schule in irgendeiner Form für die private Aufteilung der Care-Arbeit zuständig ist, aber dass die Teilzeit aus familienpolitischen Gründen ja auch nicht ad absurdum geführt werden kann, indem verlangt wird, die Kita im Extremfall von 7-17 Uhr zu buchen, weil man stundenplantechnisch nicht entgegen kommen will. Mit anderen Stundenplanern und einer anderen Schulleitung ist das bei uns mittlerweile viel besser geworden, also es geht schon, wenn man will...

    Ich finde das ist durchaus auch nachvollziehbar. Das gibt ja eine ganze Menge Jobs, wo Teilzeit bedeutet, dass man zwar weniger Stunden macht- aber nicht zwangsläufig die "Mutti-Schichten" von 9-13 Uhr.

    Das sehe ich anders. Man arbeitet als Mutter ja Teilzeit, um weniger Stunden am Tag zu arbeiten und mehr Zeit für seine Kinder zu haben. In dem Moment, wo man Vollzeit buchen soll und der Schule quasi wie Vollzeit zur Verfügung stehen soll - worin besteht dann noch der Sinn in Teilzeit? Und was bitteschön sind "Mutti-Schichten", was soll das? Das klingt total abwertend und mal wieder so, als seien die "Vatis" überhaupt nicht verantwortlich...

    wenn man mehr bucht und das nicht beansprucht, verliert man den Ganztagsplatz

    So kenne ich das hier auch. Die Schule wollte gern, dass wir quasi die volle Buchungszeit wählen (was dann auch entsprechend viel kostet), damit sie beim Stundenplan bis 1.-11. Stunde alles ausnutzen können - in Teilzeit. "Luftbuchungen" waren aber von den städtischen Kitas aus verboten und das wurde auch kontrolliert. Und natürlich habe ich nicht Teilzeit gearbeitet, um mein Kind 8 oder 9 Stunden in der Kita zu lassen. In meinem Fall konnte ich das zum Glück klären und irgendwie hat dann immer alles gepasst (wenn auch knapp manchmal), aber dass der Beruf per se besonders familienfreundlich ist, kann ich meiner Erfahrung nach auch nicht behaupten. In den Ferien sicher, das ist der große Pluspunkt, aber während der Schulwochen mit allen zusätzlichen Veranstaltungen vor allem in Teilzeit eher nicht.

    Mal die umgekehrte Perspektive: Der Englischlehrer von Kind 1 (Mittelstufe) macht kaum mit dem Lehrbuch Unterricht und lässt ständig Songs seines Lieblingsinterpreten anhören, interpretieren, übersetzen etc. - mein Kind hat das Gefühl, es lernt die relevanten Dinge für die Jahrgangsstufe gar nicht. Und, wie schon gesagt wurde, man weiß gar nicht, was der Lehrer vom Lehrplan schon bearbeitet hat bzw. wie er das so umsetzt ohne Buch.

    Ansonsten kommt es auch ein bisschen aufs Fach an: In den Fremdsprachen brauche ich vor allem in Unter-/Mittelstufe unbedingt die Texte, in die das Vokabular und die neuen grammatischen Strukturen eingebettet sind und die passenden Übungen dazu. Das kann man ja unmöglich alles selbst erstellen! Aber selbstverständlich erstelle ich noch zusätzlich Hör-/Leseverstehen oder spezifische Grammatikübungen, wenn die SuS gerade das brauchen. Und zwischendurch darf es auch mal ein Lied, ein Videoclip, ein Rätsel oder Ähnliches sein zur Abwechslung. Finde ich absolut legitim.

    Ich habe diesbezüglich auch ein anstrengendes Schuljahr und möglicherweise wird bei mir sogar zum ersten Mal eine sog. Nachkorrektur beantragt, weil die Eltern nicht mit meiner Bewertung der Klassenarbeit ihres Kindes zufrieden sind. Das Elterngespräch, die anschließenden Gespräche mit der Fachleitung und das Formulieren einer Antwort, in der ich auf die angeblich unklaren Punkte (die lt. Fachleitung völlig klar sind) eingehen soll, hat mich mal locker 3 Stunden extra gekostet. Ist bei mir allerdings das erste Mal, dass das in dem Ausmaß geschieht.

    Ich habe nichts dagegen, meine Bewertung zu erläutern, aber was ich frech und übergriffig finde, ist, wenn Eltern einem mal eben die Bewertungskompetenz absprechen und einem ins Gesicht sagen, man würde das Kind falsch bewerten, selbst wenn ich auf die Bewertungskriterien verweise und erläutere, wie ich zu meiner Bewertung gekommen bin.

    Was du ansprichst, mit dem Elternchat, wo sich gern alles hochschaukelt, kann ich mir gut vorstellen und auch, dass das zu dem Problem beiträgt. In meinem Fall wurden sogar Arbeiten und Punkte verglichen von den besagten Eltern und im Gespräch gesagt: Ja, natürlich habe ich andere Arbeiten gesehen. (Ist das so natürlich? Ich hab das bei meinen Kindern nie gemacht.).

    Ich nehme mir mittlerweile raus, auch einfach nicht auf bestimmte Mails einzugehen, wenn die Angelegenheit eigentlich längst mit der Klasse besprochen wurde (z.B. Bepunktung einzelner Aufgaben) oder der Vorwurf dermaßen haltlos ist, dass ich es einfach nicht ernst nehmen kann (z.B. Zeitpunkt meines Vokabeltests). Das hätte ich früher nie gemacht, aber mittlerweile ist das für mich in machen Fällen auch ein Mittel, Grenzen zu setzen.

    Auch habe ich mal eine Fortbildung (eine von wenigen, die ich richtig gut fand und wo nachhaltig etwas Brauchbares bei mir hängengeblieben ist) zum Thema Elterngespräche gemacht. Da wurde z.B. geraten, die Vorwürfe der Eltern einmal so zu formulieren, wie sie bei der Lehrkraft ankommen und z.B. zu sagen: "Verstehe ich Sie richtig, dass sie fürchten, ich würde ihr Kind absichtlich benachteiligen, indem ich ..." oder auch: "Was erwarten Sie jetzt von mir, dass ich alle in der Klasse so hinsetze, wie Ihr Kind es wünscht?" und dann rudern die meisten schon wieder zurück, weil ihnen erst bewusst wird, wie das rüberkommt.

    Leider ist das ein Problem, das - so mein Eindruck - zunimmt, aber auch eines, in das man reinwachsen kann und sich Strategien aneignen kann, wie man damit umgeht oder wie man reagiert. Aber es kann einen wirklich demotivieren, da gebe ich dir Recht.

    Soweit ich weiß gibt es da ein Freigabeverfahren, also dein jetziger Dienstherr muss dich "freigeben" und auch musst du vermutlich nochmal zum Amtsarzt für den Wechsel zum Staat. Und ja, du wirst vermutlich beim Staat auf A13 zurückgestuft, wie du schon befürchtet hast, da die Beförderungen nach A14 dort einige Jahre später stattfinden. Das sind allerdings alles Dinge, die ich von Kollegen und Kolleginnen gehört habe, ich weiß nichts davon aus eigener Erfahrung. Ich würde mich da auf jeden Fall gut informieren, welche Nachteile / Risiken du ggf. in Kauf nimmst.

    Ich war in BaWü beim Amtsarzt, das ist allerdings 20 Jahre her. Ich fand die Untersuchung sehr "entspannt", ich habe sie wie einen kleinen Check-up beim Hausarzt empfunden. Eine Blutabnahme hatte auch ich nicht. Ich musste später in BY nochmal (ein paar Jahre später), da war es etwas strenger, aber auch nicht dramatisch.

    Mir persönlich hat es immer geholfen (und hilft auch immer noch), einfach gut vorbereitet zu sein und einen Plan zu haben. (Was wiederum nicht heißt, dass du nicht auch mal eine spezifische Frage nicht beantworten kannst und die Info in der nächsten Stunde nachlieferst!).

    Zum Thema "konsequent" sein: Du hast geschrieben, du möchtest konsequenter sein - in welcher Hinsicht? Bei Unterrichtsstörungen, nicht erledigte Hausaufgaben, Arbeitsmoral oder wobei genau? Überlege dir, inwieweit du konsequenter sein möchtest, was ist dein Ziel (Beispiel: möglichst ruhige Arbeitsatmosphäre) und wie du das erreichen kannst (Maßnahmen). Teile das der Klasse mit (klare Ansagen/Regeln) und dann ziehe es auch durch. Es fällt vor allem anfangs manchmal schwer, aber eine Regel / Maßnahme ohne Konsequenz bringt halt nichts. Natürlich muss man auch hier verschiedene Dinge ausprobieren und gucken, was gut funktioniert (kann auch von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein) und man darf das auch ändern und der Klasse mitteilen: So und so hat das nicht gut funktioniert, ab jetzt läuft es so: ... (natürlich nicht jede 2. Woche, ist klar).

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