Beiträge von Lehrerin2007

    Ich hatte auch mal eine Schülerin, die nachgeschrieben hat und die Lösungen der regulären Klausur ohne Beachtung der (völlig anderen) Aufgaben der Nachklausur hingerotzt hat.

    Das hatte ich auch schonmal bzw. sogar 2x mit derselben Schülerin! Das eine war eine Bildbeschreibung, da hat sie die perfekte Bildbeschreibung zum Bild der Original-Klausur geschrieben (bzw. wahrscheinlich schreiben lassen) und auswendig gelernt. Ist auch ne Leistung. Aber selbstverständlich habe ich für die Nachhol-Klausur ein ganz anderes Bild genommen, d. h. ihr quasi fehlerfreier Text war eigentlich eine Thema-Verfehlung; sie hat das neue Bild einfach ignoriert. Dementsprechend konnte ich ihr nicht viele Punkte geben. Das andere war ein Aufsatz, da hat sie es genauso gemacht, also einen Aufsatz über ein ganz anderes Thema geschrieben... 🙈

    Genau so ist es bei mir auch. Bei Aufsatzthemen sammle ich mehrere und stelle die zwei besten zur Auswahl (wobei das natürlich auch jeder anders empfinden mag), die weniger schönen Themen hebe ich für die Nachhol-Klausur auf...

    Ansonsten mache ich es genauso, wie es hier schon gesagt wurde: Die Aufgabenformate und die Themen sind vorher allen bekannt und der Unterricht vorher war darauf ausgerichtet. Grob kommt das gleiche in der Nachhol-Klausur an, nur eben mit anderen Aufgabenstellungen (anderer Cartoon, Aufsatzthema, Hörtext... was auch immer).

    Wichtig ist hier auch, zu wissen, ob die Schule, an der man unterrichtet, ein Teilzeitkonzept hat und wie dieses umgesetzt wird, z.B. wie viele freie Tage bei wie viel Stunden usw. - ob sich die Teilzeit dann überhaupt lohnt, denn "echte" Teilzeit ist es bei Lehrkräften meist sowieso nicht. Ich kann da ein Lied von singen und es wurde schon diverse Male hier im Forum diskutiert. Entscheidender ist eher, wie der Stundenplan aussieht und wieviel man in Teilzeit dann tatsächlich arbeitet. Manche hier schreiben z.B., sie haben trotz Teilzeit sehr viele Hohlstunden und Nachmittagsunterricht, dass sie im Endeffekt eben nicht so für die eigenen Kinder da sein können, wie sie sich das vorstellen. Leider!

    Was soll sowas wie "il fut" bitte heißen.

    Na "er war". "Être" ist ohnehin ein so unregelmäßiges Verb, bei dem nur lernen hilft, dann macht man sich das Leben einfach leichter.. Auch il sera / serait, il a(urait) été, il était etc. kann man sich nicht herleiten, weil es einfach unregelmäßig ist, wie auch avoir, faire und aller. Wenn man die vier (besonders häufigen) aber kennt, versteht man schon sehr viel.

    Parler (--> il parla) ist halt regelmäßig, da kann man es sich herleiten bzw. versteht es sogar ohne zu wissen, dass das jetzt das Passé simple ist.

    Im Deutschen ist "sein" übrigens auch furchtbar unregelmäßig (war, ist gewesen, war gewesen, wird sein...). Jemand, der Deutsch lernt, denkt sich da auch: was ist denn das für ein bescheuertes Verb :P

    Das tolle an den romanischen Sprachen ist ja eben, dass die Grammatik oft ähnlich ist. Lerne seit einem Jahr italienisch und bei ganz vielen grammatischen Phänomenen denke ich: Ist ja wie im Französischen. Aber wehe es ist mal was anders, dann muss ich mich ja total konzentrieren und üben 😅 Und bei chi/che schreibe ich ständig aus Versehen qui/que... 🙄 (Macht der Gewohnheit).

    Spanisch hatte ich mal als Wahlkurs in der Schule und tatsächlich verwechsle ich manche Wörter mit den italienischen, weil es zu ähnlich ist.

    Ich habe mein Dienstgerät auch schon geschrottet, weil ich mit dem Fuß in dem Kabelgewirr vorn am PC-Tisch hängen geblieben bin, an dem der Laptop dranhing. So habe ich es erzählt und es war überhaupt kein Problem. Unser Medienbeauftragter musste so ein Formular dazu ausfüllen, erledigt. Ich bekam dann ein neues Gerät.

    Mir persönlich ist es immer zu einseitig, zu sagen, das Schulsystem sei schlecht, marode, veraltet, brennt... was auch immer. Ich finde das immer sehr unsachlich und es behaupten ja viele; wenn man aber mal nachfragt, was denn genau so schlecht ist oder wie man es besser machen könnte, kommt entweder die alte Leier der digitalen Ausstattung (ohne sich mal damit auseinandergesetzt zu haben, ob das die bestehenden Probleme überhaupt lindert oder behebt) oder einfach gar nichts Brauchbares. Ich finde, man sollte nicht auf die Institution Schule als solche gucken, sondern vor allem auch auf die ebenfalls von dir genannten Aspekte:

    Leistungsfähigkeit und -bereitschaft sowie Sozialverhalten der Schüler; unkooperative und sogar feindselige Eltern; Machtlosigkeit, fehlende Wertschätzung und Unterstützung der Lehrer und der gesamten Institution

    ... und wo dafür die Ursachen sind. Es ist eben nicht nur das Schulsystem, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sehr vielschichtig ist. Was an Schulen passiert (oder nicht passiert), ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Viele Leute machen es sich aber einfach und sagen, das "schlechte" Schulsystem sei an allem Möglichen Schuld (die Lehrkräfte, der Unterricht, die Noten, die Lehrpläne, die Gebäude, die Ausstattung, die Methoden...), weil es natürlich einfacher ist, die Ursachen für Probleme bei anderen zu suchen als die eigenen Ansichten zu reflektieren. Auch die Erziehung der Eltern (bzw. deren Kinder) von heute spielt für mich definitiv eine Rolle und wirkt sich negativ auf unsere Arbeit in der Schule aus und da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz.

    welche Regeln sollten denn am Anfang durchgezogen werden und am Ende nicht?

    Das stimmt natürlich, da passt eher dieses "authentisch" sein, das grundsätzlich der Fall sein sollte. Allerdings hatte ich zuletzt z.B. eine (6.) Klasse, wo ich am Anfang wirklich extrem konsequent sein musste, weil die Arbeitshaltung so unterirdisch war und ich habe nicht locker gelassen und mir sogar ein "Feedback"-Elterngespräch (so nannte sie es) mit der Klassenelternsprecherin aufgehalst deshalb. Die Klasse war angeblich so demotiviert... (was ich im Unterricht aber nicht gemerkt habe). Bin bei meinem Kurs geblieben und bis zum nächsten Schuljahr lief es deutlich besser und - schwupps - wurden auch die Noten besser. Die Konsequenz hat sich ausgezahlt und ich habe der Klasse dann gesagt, wie super ich das finde und dass ich jetzt ein wenig lockerer lassen kann und ich habe dann eher mal ein Auge zugedrückt. Das sollen sie auch ruhig wissen, dass sie sich das "verdienen" können, wenn sie ansonsten zuverlässig arbeiten und im Unterricht aufpassen. Und so war auch mal Zeit für ein Spiel o. Ä.. Hausaufgaben mussten natürlich trotzdem gemacht werden und Vokabeln gelernt usw. (also die Grundregeln blieben natürlich). Ich finde, es kommt immer auch auf die Klasse an, wie sie sich entwickelt.

    Ich bin zum Referendariat nach Bayern gekommen (allerdings nicht GS, sondern Gym), das ist allerdings einige Jahre her (19, um genau zu sein!). Ich musste keine Nachprüfung machen, aber bekam einen "Malus" auf meine 1. Staatsexamensnote. Die wurde um 0,4 herabgesetzt. Ich war natürlich nicht begeistert damals, aber habe meinen Ref-Platz und anschließend meine Stelle bekommen und alles war gut.

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