Beiträge von Palim

    Antimon

    Einige hatten ihren Tag ja schon beschrieben.

    Bei uns kommen die Lehrkräfte zwischen 6.30 und 7.30 Uhr, und nutzen die Zeit für Vorbereitungen und Absprachen.

    Dann beginnt die Vorviertelstunde, wo man schon in der Klasse ist, aber auch noch mal etwas organisieren/kopieren gehen kann. In dieser Zeit kommen die Kinder in die Klasse, in einigen Schulen beginnt damit eine offenere Lernzeit.

    Den Schulbeginn legt jede Schule selbst fest, 7.45 oder 7.55 oder 8.00 Uhr sind üblich. Mit den ersten 5 Stunden + Pausen muss man 5 Zeitstunden abdecken, in denen die Schule die verlässliche Betreuung der SuS gewährleisten muss.

    Zumeist hat man seine 5-6 Unterrichtsstunden am Stück, dazwischen immer die Frühstückspause und je nach Größe des Kollegiums noch 1-x Aufsichten in der Pause und je nach Lage der Schule Busaufsichten.

    Springstunden sind eher selten, 3 davon sind schon eine Ausnahme.

    Um 13.30 Uhr ist die 6.Stunde beendet, Kolleg:innen mit Kindern oder Hunden sind schneller verschwunden als andere, viele erledigen einen Großteil von Planung und Vorbereitung und Korrekturen zu Hause.

    Wenn ich täglich 29!! Hausaufgaben kontrollieren müsste zu den vielen Arbeiten/ LZK die ich schreibe plus der Vorbereitung/ Elterngespräche/ weiteren schulischen Terminen würde ich ein Dauerminusgeschäft machen. Dazu bin ich nicht bereit...

    Es gab die Frage nach der Arbeitszeit und hier schreiben viele, die mit 40h auszukommen scheinen.

    Die Arbeitszeitstudie aus Göttingen hat vorgerechnet, dass man wöchentlich 48h arbeiten müsste, wenn man die Ferien frei haben wollte, quasi als Ausgleich.

    Sie hat aber auch erhoben, dass viele Lehrkräfte damit nicht auskommen. Es gibt also Lehrkräfte, die sich sehr strikt abgrenzen, aber es gibt eben auch viele, die das so nicht schaffen, gerade weil die gestellten Aufgaben zu viele sind und es schwer fällt, etwas wegzulassen. Auch das ist ein Grund, warum Lehrkräfte in Teilzeit gehen, ihre Arbeit reduzieren, aber dennoch oft zu viel arbeiten.

    Auch sind die Ferien nicht komplett frei, sondern gerade in den Grundschulen geprägt mit Aufgaben hinsichtlich des Raumes und Vor- und Nachbereitung des Schuljahres im Sommer. Die kleinen Ferien könnte man ggf. frei halten, aber auch da kenne ich viele Kolleg:innen, die bestimmte Aufgaben in die Herbst- oder Osterferien legen (Förderpläne, FöS-Meldungen u.a.)

    Wenn die TE nach der Arbeitszeit fragt, so kann an die eigene Arbeitszeit darstellen, es ist aber eben auch ein Teil der Antwort, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind, dass die Arbeitszeit bisher nicht erhoben wird, dass die Arbeitszeit neben 28 Unterrichtsstunden viele weitere Aufgaben stellt, die man kaum in der Arbeitszeit schaffen kann und man immer im Widerspruch steht, wie man den Aufgaben gerecht wird, ohne Selbstausbeutung zu betreiben und weit mehr als die angesetzten durchschnittlichen 40h zu arbeiten.

    Wozu soll das nutzen?

    Dazu, dass die Kinder eine Wertschätzung und eine Rückmeldung bekommen.

    In meinem Einzugsgebiet haben die meisten Kinder keine Eltern, die die Aufgaben bereits vorab korrigieren, oft gucken die Eltern gar nicht.

    HA sollen ja selbstständig zu erbringen sein, das kann man so oder so verstehen. Davon, dass Eltern die häuslichen Übungen nachgucken, kann ich nicht ausgehen und bei vielen Kindern -lange nicht bei allen - gucken die Eltern, ob etwas gemacht wurde oder geben zu Beginn einen Anschub, korrigieren aber weder Fehler noch Schrift.

    Korrigiert man es nicht als LuL, bleibt es fehlerhaft und unsauber oder unerledigt.

    Ich finde tatsächlich, dass die Kinder zunehmend ein Korrektiv in der Schule benötigen.

    Ich halte meine Stunden, stecke aber auch viel Zeit in Vorbereitung,

    gerade für die Differenzierung brauche ich wirklich viel Zeit,

    für die Korrekturen auch, in Klasse 1 kontrolliere ich wirklich alles - jede Zahl und jeden Strich.

    Dass man sich so gut abgrenzt, dass man mittags Feierabend macht, finde ich eher ungewöhnlich. An unserer Schule machen viele Lehrkräfte viel und die Schätzung von Kolleg:innen ist eher so, dass alle etwa 50 h in der Woche arbeiten.

    Vielleicht schaust du dir die Arbeitszeitstudie aus NDS an, da kann man auch die Streuung sehen, die Erhebung war noch vor der Umsetzung der Inklusion und zu der Zeit waren weniger Schulen im Ganztag.

    Eine Vollzeitstelle an der GS ist heftig und ich kenne nur sehr wenige Menschen, die das über Jahre gemacht haben. Das dreht sich zumindest in meinem Umfeld gerade mit jüngeren Kolleg:innen, aber auch durch das Bewusstsein, dass alles andere ein Ausnutzen der Beschäftigten ist.

    Das Land weiß schon, warum es die Arbeitszeit nicht erheben möchte.

    wieder_da

    Findest du denn, das der Unterschied, ob es nun 40 oder 50% AFB I sind, so entscheidend ist?

    Ich erinnere es so, dass mit dem Curriculum 2006 der AFB I keine 50% mehr haben sollte, da gab es eher ein AHA-Erlebnis oder ungläubige Blicke auf dem Elternabend.

    Aber nach den Jahren mit immer wieder neuen Klassenarbeiten und auch wieder geänderten Vorgaben kann ich die großen Unterschiede nicht feststellen.

    Wer wirklich gute Noten haben will, muss ja auch die schwierigen Aufgaben lösen, seien es AFB II und III mit Erläuterung oder Begründung oder kompliziertere Rechnungen oder Wiederholungen oder Aufgaben, bei denen man sehr aufmerksam sein muss oder oder

    Stelle ich eine 0815-Textaufgabe nach genau vorab geübtem Muster oder erwarte ich selbstständiges Erfassen aus einem Angebot an Informationen,

    erwarte ich Umrechnungen von Größen in die nächste Einheit oder quer durch die Einheiten (auch in Büchern sehr unterschiedlich!),

    Stelle ich Aufgaben, bei denen es durch alle Grundrechenarten geht oder prüfe ich alles einzeln ab.

    Die Schwächeren haben generell Mühe die 50% zu erreichen, weil das 1x1 auch nach der tausendsten Wiederholung nicht sitzt und man viel zu wenig Betreuung bieten kann, um in mühsamer Übung das zählende Rechnen zu ersetzen.

    Und danke Rala für deine klaren Worte: Nicht das Geld, die Arbeitsbedingungen (für Lehrer wie Schüler!) sind´s, richtig.

    Es ist beides.

    A13 für alle entspricht einer Einstellung nach dem Master, das 2. Examen wird da gar nicht als weitere Qualifikation berücksichtigt. Den Master legen inzwischen alle nach 10 Semestern ab, entsprechen sollte das Einstiegsgehalt gleich sein.

    Und ja, die Arbeitsbedingungen müssen auch stimmen, in allen Schularten bei allen Anforderungen und Belastungen, die sie mit sich bringen.

    Das eine ohne das andere zu denken ist aber nicht richtig. Sonst könnte man ja gute Arbeitsbedingungen finanzieren, indem man Dumpinglöhne bezahlt.

    Der öffentliche Dienst verhandelt gerade die Gehälter, aber das eingesparte Geld landet dennoch nicht in den Schulen. Seit 20 Jahren werden Vertretungen nicht von Lehrkräften übernommen, sondern es erfolgt Aufsicht durch ungelernte Kräfte. Das eingesparte Geld ist nicht in den Schulen gelandet.

    Stattdessen wird seit Jahren bei beidem gespart … und A13 für weniger als alle ist nur ein kleiner Teil davon. Gymshark Die Kampagne wurde gar nicht so laut geführt, aber lange, man ist ja nicht nicht fertig mit der Umsetzung und verzögert weiter und spart jedes Jahr eine Menge Geld. Doch offenbar ist es Politikern gelungen, manche Menschen davon zu überzeugen, das allein würde ausreichen um den Lehrkräftemangel zu beheben, vor dem man seit Jahren die Augen verschließt, um nur nicht für bessere Bedingungen, Arbeitszeiterhebung, Ausgleich und vieles mehr bezahlen zu müssen.

    Statt immer wieder A13 in Abrede zu stellen und den Lehrkräften untereinander die Butter auf dem Brot nicht zu gönnen, oder zu meinen, der Ausgleich bei den einen würde den anderen als Nachteil gereichen, wäre es weit sinnvoller und hilfreicher, gemeinsam für guten Lohn und gute Bedingungen zu plädieren, für alle Lehrkräfte in allen Schulformen.

    Sollte es um einen Wechsel in ein anderes BL gehen, gibt es auch da Fristen, ab wann das abgebrochene Ref als Fehlversuch gewertet wird oder gar als „nicht bestanden“.

    Vor Jahren war es in NDS so, dass man 9 Monate Ref nicht überschritten haben durfte.

    Also ggf. auch da eine Beratung einholen, worauf es ankommt und ob es sinnvoll ist, bis zum Sommer zuwarten.

    Ich lese da leider zu wenig "Die Eltern müssen..." bei dir raus.

    Könnte daran liegen, dass ich bestimmte Eltern der Erstklässler oder Grundschüler vor Augen habe, bei denen „Zettel rausgeben“ gar nichts bringt, Hausbesuche mache ich nicht mehr, Elterngespräche führe ich hier häufiger, aber bei denen „Die Eltern müssen…“ abprallt, weil die Eltern wirklich nicht in der Lage sind.

    Ich weiß, dass ich fordern kann, so viel ich will. Die Gespräche führt man durchaus, aber Anträge stellen ist für diese Familien zu kompliziert und die Kinder bekommen die notwendige Hilfe nicht. Da überlegt man als GS-LuL einmal mehr, ob man die Anträge mit der Familie ausfüllt, z.B. damit die I-Hilfe im Unterricht ankommt - eigene Mehrarbeit für anschließende Entlastung.

    Anders der studierte Vater mit Migrationshintergrund, der uns sehr dreist die Tür einrennt und versucht, uns gegenseitig auszuspielen, bis er hat, was er will. Er hält sich auch nicht an die gesellschaftlichen Konventionen, kommt aber erheblich weiter mit seinem Verhalten.

    Wenn man den Familien Geld kürzt, ist man unter H4 bzw. unter dem Satz der Aufstocker und die Familie wird einfach mit noch weniger Geld leben und sich ungerecht behandelt fühlen, weil sie es nicht besser wissen und können, weil sie selbst zwar hier zur Schule gegangen sind, aber dennoch nicht lesen gelernt haben, weil sie auch als Kinder nicht genug gelernt haben, weil sie hilflos sind.

    Man will also bei denen Geld kürzen, die ungebildet sind, weil auch vor 15 Jahren die Schulen diese Kinder nicht auffangen konnten.

    Es wird häufig von 20% der Gesellschaft gesprochen, das sind die 20%, die dann auch kaum oder keinen Schulabschluss haben. Und diese 20% sammeln sich dann an bestimmten Schulen und bilden dort 98%, weil andere Schulen diese Kinder nicht aufnehmen.

    Es fällt jetzt mehr auf, weil es mehr sind, weil Schneeballsystem und soziale Reproduktion... Es fällt jetzt mehr auf, weil die Sozialstrukturen weniger gemischt werden und viele nicht mehr aus ihren Armutsverhältnissen rauskommen können (egal ob finanzieller Armut, Bildungsarmut, usw..)

    Ja, danke, das verschärft das Problem zusätzlich.

    Dann muss man entweder den Schulen einen Sozialindex geben und eine exorbitant bessere Ausstattung

    oder man müsste den Wohnvierteln einen Sozialindex geben und alle Kinder miteinander und untereinander mischen, sodass es ausgewogene Klassen gibt, sodass Kinder ohne Deutschkenntnisse auf solche Treffen, von denen sie Deutsch lernen könnten.

    Und diese Vorgaben müssten dann für alle Schulen gelten, auch für Privatschulen.

    Es wird nicht helfen, auf „die da“ zu schauen, mit Geldkürzung zu drohen und sich sonst immer weiter abzugrenzen.

    Ich bin erstaunt, dass es in NRW immer einen anderen Träger für den Ganztag gibt.

    Das ist in NDS anders geregelt.

    Wenn die Betreuung im Klassenraum erfolgen soll, dann muss dafür Platz genug sein, dass auch Angebote möglich sind.

    Gleichzeitig braucht man aber auch sehr viel mehr Platz für die Materialien im inklusive Unterricht und ggf. auch noch für weitere Materialien, weil in diesem Raum auch DaZ, AG, Musik stattfinden müssen.

    Die Vorstellung, dass man ohne weitere Räume auskommt, ist der Einsparung geschuldet, nicht der Vorstellung einer pädagogisch sinnvollen, gut aufgestellten Betreuung.

    Unser Schulträger hatte vor vielen Jahren auch die Vorstellung, dass es für den Ganztag ausreicht, irgendwo das Mittagessen ausgeben zu können. Einige Schulen müssen mit den beengten Möglichkeiten auskommen, die damals vorgegeben wurden.

    Gymshark

    Wie stellst du es dir denn vor?

    Es liegt doch gar nicht allein am Schulbesuch, dafür gibt es Schulpflicht, die man bei allem Unken nach mehr Freiheit und besserem Homeschooling nicht abschaffen sollte, Ordnungswidrigkeitsverfahren etc., da geht es schon ums oder über das Geld.

    Es gibt Kinder, die Eltern haben, die sich nicht kümmern. Das sind oft Eltern, die es wirklich nicht können, sie wissen nicht, wie es geht, kennen die Erwartungen nicht oder sind selbst so krank oder mit anderen Problemen beschäftigt, haben es selbst so oder schlimmer erfahren und keine positiven Vorbilder, die andere Wege aufzeigen. Das geben sie an die Kinder weiter und weiter.

    Wenn man diese Dauerschleife durchbrechen will, müssen die Kinder anderes erfahren und erleben, muss man genau diese Eltern unterstützen und an die Hand nehmen. Das passiert aber nicht, selbst wenn die Probleme bekannt sind und Familienhebammen zu Beginn begleiten oder das JA in der Familie ist.

    Die Selbstverständlichkeit, die du von Eltern erwartest, fällt nicht vom Himmel, nur weil man sie wünscht oder fordert. Gespräche mit Erzieher:innen, Lehrkräften, Familienhilfen scheinen nicht auszureichen. Und dann?

    Du kürzt das Geld und die Kinder, die zuvor ohne Winterkleidung und Frühstück zur Schule kommen, haben dann gar keine Schuhe mehr an, oder wie stellst du es dir vor?

    Diese Leute benötigen sehr viel mehr Unterstützung.

    Damit meine ich nicht die, die lieber Kaffee trinken, sich mit Hundefreunden treffen, shoppen gehen, statt mit dem Kind etwas zu unternehmen, die gerne die Verantwortung abgeben. Das ist auch ein Problem, aber ein anderes.

    Hilfe braucht man für Eltern, die psychisch krank sind, die selbst nicht lesen können, deren Kinder schon nach wenigen Monaten Entwicklungsverzögerungen durch Vernachlässigung aufzeigen.

    Da ist das JA dran, die Hilfen reichen aber nicht aus. Wenn diese Kinder von klein auf an sehr viel mehr Unterstützung hätten, wären sie vor der Schule fit und müssten nicht erst im 1. SJ lernen, bis 3 zu zählen oder in der Schule das erste Buch in den Händen halten. Frühförderung müsste flächendeckend umfangreicher und für die Familien begleitend zur Verfügung stehen und darf gerade nicht mit Beginn des Schulbesuches aufhören, sondern müsste auch dann begleitend erfolgen.

    Diese Hilfe brauchen vielleicht auch Kinder, die jetzt in Pflegefamilien unterkommen, aber fürs Leben gezeichnet sind. Einige bekommen durch die Unterstützung der Pflegefamilien ausreichend Hilfe, andere werden ihr Leben lang leiden und später mit eigenen Kindern genau diese Hilfe brauchen, damit es dann besser werden kann.

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