aber wir haben keine Wahl und müssen das Beste draus machen.
Hast Du eine Idee, wie es besser laufen könnte? Ist ne ernstgemeinte Frage.
Wir haben durchaus eine Wahl und können auch die Verantwortung aufteilen.
Es ist nicht zu leisten, geteilte Gruppen in voller Stundentafel mit doppeltem Deputat zu unterrichten und die Notbetreuung zu stemmen.
Ebenso ist es nicht zu leisten, durch Mehrarbeit die Digitalisierung flächendeckend zu stemmen, die seit Jahren in Schulen verschlafen wurde.
Wenn es der Wirtschaft so wichtig ist, dass die Kinder betreut sind, dann darf die Wirtschaft sich gerne auch daran beteiligen ... und nicht allein an den eigenen Gewinnen.
Und wenn "die Gesellschaft" möchte, dass Kinder betreut sind, dann kann es nicht sein, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen das für alle übernehmen, zumal ungeschützt.
Man kann durchaus auch anders argumentieren, z.B.
a) Die Schulen bleiben geöffnet in dem Maße, wie Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleistet werden kann, gerade WEIL uns Bildung oder Betreuung wichtig sind. Deshalb schützen wir diejenigen, die diese wichtige Aufgabe erfüllen nicht mit Lippenbekenntnissen, sondern mit tatsächlichen Schutzmaßnahmen.
b) Wenn Schulen geöffnet bleiben sollen, aber die asymptomatischen Verläufe bekannt sind, muss man die Regelung, nur Menschen mit Symptomen zu testen, GERADE im Kindesalter aufheben. Regelmäßige Testungen wären angemessen, um in diesen Gemeinschaftseinrichtungen frühzeitig Entwicklungen erkennen zu können, die nicht sichtbar sind.
c) Wenn "die Gesellschaft" Betreuung möchte, muss man jetzt schauen, wer dafür zusätzlich in Betracht kommt. Studierende haben ihre Jobs verloren und hätten u.U. Zeit. Damit bedient man vorrangig die Städte, aber etliche Studierenden sind auch wieder bei den Eltern eingezogen, da kaum Präsenzveranstaltungen laufen. So könnte man tatsächlich auch in der Fläche Studierende einsetzen. ABER: DAS muss man bezahlen!
Gleiches gilt für weiteres Personal, das Ganztag oder andere Betreuungszeiten aufrecht erhält.
d) Drosten schlägt vor, "soziale Blasen" zu bilden, also 2-3 Familien, die sich gegenseitig unterstützen und sich trotz Kontaktbeschränkungen treffen dürften. Etwas Ähnliches hatte ich schon vorgeschlagen: Wenn jede Familie zum eigenen ein weiteres zur Betreuung aufnimmt, wäre das Notbetreuungsproblem weitaus geringer, die Kinder hätten sozialen Konakt und könnten gemeinsam spielen und lernen. Dafür wären sie nicht in der großen Gruppe in der Klasse.
e) Wer weitere Aufgaben in den Schulen abladen möchte, sollte zunächst die Arbeitszeiterfassung einführen. DANN können wir gerne über dies und das reden. Die erhobenen Arbeitszeiten sind dann aber gerecht zu entgelten.
Und ja, das kostet Geld, Geld, das man nun nicht ausgeben möchte, weil ja vieles andere auch kostet.
Aber auch zu besseren Zeiten wollte man dieses Geld nie ausgeben, sondern ist dem Sparzwang verfallen.
Jetzt sind die Schulgebäude verfallen und das Personal reicht hinten und vorne nicht - ganz ohne Pandemie. Da wird man investieren müssen, wenn man das System aufrecht erhalten will.