Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Von Notbetreuung steht bei uns nichts im Konzept.

    Ich glaub, das ist tatsächlich auch nicht vorgesehen.

    Konkrete Pläne haben wir noch nicht, weil wir ja nach wie vor nicht wissen, ob unser Antrag auf ein Alternativkonzeot durchgeht.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Ich hab die letzten Seiten hier so überflogen. Ist ja immer interessant, wie es in anderen BL so abläuft und was ihr alle da so erlebt. Hier, in einem eher ländlichen Bereich in NDS, gehen die Werte zwar auch hoch, aber es ist sicherlich kein Vergleich zu anderen Regionen, wo tatsächlich "die Hütte brennt".


    In diesem Thread geht es ja heiß her mit Wechselmodell, Wunsch nach Schulschließung etc. Ich muss echt sagen, dass ich sehr hoffe, dass die Schulen geöffnet bleiben. Viele Eltern haben schon im Frühjahr alle Urlaubstage aufgebraucht (wir hier hatten insgesamt 60 ausgefallene Schultage, das sind mehr Urlaubstage, als zwei Elternteile zusammen haben!) und müssen einfach arbeiten. Zudem denke ich, dass wir mit dem Virus noch eine ganze Weile leben müssen. Ich tippe auf mindestens noch ein Jahr, aber wer weiß. Von daher müssen wir uns eh irgendwie damit "arrangieren", uns persönlich schützen und lernen, mit der Situation umzugehen. Keiner hat sich das so gewünscht, aber wir haben keine Wahl und müssen das Beste draus machen. Deshalb hoffe ich auch, dass Gastronomie, Wirtschaftsbetriebe und Co geöffnet bleiben, denn sie können ja nicht für die nächsten Monate (Jahre?) schließen, bis Corona "vorbei" ist. Wenn das überhaupt mal geschieht.


    Von daher: haltet alle durch, schützt euch, passt auf euch auf. Liebe Grüße

  • Wir haben uns nach den gleichen Pausenerfahrungen vor den Sommerferien nun gegen die versetzten Zeiten entschieden, gerade weil diese einen Wechsel der Lehrkräfte zwischen den Lerngruppen stark behindern und Daueraufsichten verursachen.


    Stattdessen gibt es abgetrennte Zonen auf dem Schulhof, die Kinder dürfen sich also nur in genau vorgegebenen Bereichen aufhalten.


    Bei Regen ... bleiben sie in den Klassen und machen "Regenpause", wie sonst auch, und die Hofaufsicht läuft durch die Gänge, die Lehrkräfte der 1. Klassen sind die ersten Wochen mit rausgegangen. "Interessant" wird es, wenn es gießt und stürmt und in der Pause mit weit geöffneten Fenstern gelüftet werden soll.


    Durch den offenen Anfang, den wir nun noch ausgedehnt haben, und das Frühstück fallen aber auch viele Aufsichtszeiten an (regulär täglich 25 min, jetzt 35 min).

  • Keine Ahnung.

    Mein Mann ist in der freien Wirtschaft und schüttelt nur noch den Kopf.

    Der Arbeitsschutz bei ihm in der Firma würde unseren Laden sofort dichtmachen.

    Bei meinem Partner ist es genauso. Seit März durften jeweils nur max. 35% der Belegschaft (500 MA) im Haus sein und nie mehr als eine Person pro Büro.

    Alle anderen waren und sind im HO, natürlich mit gestellter Technik und Internetverbindung.

  • Du vergisst die Temperaturen, bei denen wir künftig arbeiten sollen und die Mehrarbeit durch Kinder, die zu Hause beschult werden müssen...

    Ich weiß nicht, aber inwiefern ist es rechtens das gerade sämtliche Arbeitsschutzvorgaben außer Kraft sind?

    Das frag ich mich auch.

    Da wird vom „Lockdown Light“ geredet und von möglichst vielen Leuten im HO, aber wir sollen brav jeden Tag so weitermachen, als gäbe es keine Pandemie.

    Es ist auch immer nur von „Recht auf Bildung“ die Rede, aber vom Recht auf Gesundheitsschutz spricht irgendwie keiner.

  • Zudem denke ich, dass wir mit dem Virus noch eine ganze Weile leben müssen.

    Aber gerade dann müssen Konzepte gefunden werden, die auch lange durchzuhalten sind. So wie es hier jetzt gerade läuft, werden die Lehrer früher oder später wegbrechen. Ich verstehe, dass Schulen offen bleiben sollen, aber doch nicht so. Das ist alles so kurzsichtig: wie sollen Schulen geöffnet bleiben, wenn die Lehrer irgendwann nicht mehr können?

    wir haben keine Wahl und müssen das Beste draus machen

    Das was da gerade läuft ist aber nicht das Beste...

  • Hab gerade gelesen (und mich erinnert), dass trockene Luft auch nicht das Wahre ist und Infektionen fördert. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Klassenraum wäre also von Vorteil.

    https://www.deutsche-apotheker…enen-raeumen-staerker-aus

    Na dann bin ich ja beruhigt, wenn wir demnächst ,it ganzen Klassen in das kleine, völlig überhitzte, nicht lüftbare Lehrschwimmbad gehen. Da liegt die Luftfeuchtigkeit sicher im gesundheitsfördernden Bereich...

  • Es ist auch immer nur von „Recht auf Bildung“ die Rede, aber vom Recht auf Gesundheitsschutz spricht irgendwie keiner.

    Tatsächlich geht's ja nicht um die Bildung, sondern um die Betreuung.

    Hauptsache, die Kinder müssen nicht wieder wochenlang zu hausgesittet werden.

  • Ja, aber was ist die Alternative? Dass Schulschließungen etliche Probleme mit sich ziehen (Betreuung, Eltern können nicht zur Arbeit gehen, fehlende Ausstattung der Schüler, häusliche Gewalt wegen Überforderung, alleingelassene Kinder ohne jegliche Unterstützung, ...) haben wir bereits im Frühjahr gemerkt.


    Wie Nani oben schon schrieb: Corona wird uns und unsere Welt noch eine ganze Weile begleiten. Bis alle geimpft / immun sind, können Jahre vergehen. Und bis dahin sollen von Oktober bis April die Schulen geschlossen bleiben? Nein, ich denke, wir müssen alle lernen, uns durch AHA zu schützen. Anders gehts nicht, ohne dass unsere Wirtschaft den Bach runtergeht.

  • Es ist auch immer nur von „Recht auf Bildung“ die Rede

    Das kann ich auch nicht mehr hören. Wenn es hier irgendwem tatsächlich um Bildung ginge, wäre man auch bereit, alles zu unternehmen um Schulen so sicher zu machen, wie nur irgend möglich, um möglichst lange möglichst viel Unterricht zu ermöglichen und man würde alles tun, um Schulen so auszustatten, dass sie effektiven Fernuterricht machen könnten. Und man wäre bereit dafür die Kosten zu tragen.

  • Aber gerade dann müssen Konzepte gefunden werden, die auch lange durchzuhalten sind. So wie es hier jetzt gerade läuft, werden die Lehrer früher oder später wegbrechen. Ich verstehe, dass Schulen offen bleiben sollen, aber doch nicht so. Das ist alles so kurzsichtig: wie sollen Schulen geöffnet bleiben, wenn die Lehrer irgendwann nicht mehr können?

    Das was da gerade läuft ist aber nicht das Beste...

    Hast Du eine Idee, wie es besser laufen könnte? Ist ne ernstgemeinte Frage.

  • Über kurz (wahrscheinlich) oder lang (unwahrscheinlich) werden die Schüler in der Schule eh nicht mehr versorgt werden können, da jedenfalls bei uns keinerlei Krankheitsreserve vorhanden ist. Die Klassen können auch nicht mehr aufgeteilt werden. Wenn somit 1-2 KuK (wir sind ein kleines Kollegium) krank sind, ist bei uns schon Ende Gelände. Das können wir gar nicht mehr auffangen, auch wenn wir wollten.

    Das einfachste wäre wahrscheinlich, Schüler ab Klasse 8 nach Möglichkeit zu Hause zu 'beschulen' und die unteren Klassen, die eben betreut werden müssen, vor Ort.

  • Ja, aber was ist die Alternative? Dass Schulschließungen etliche Probleme mit sich ziehen (Betreuung, Eltern können nicht zur Arbeit gehen, fehlende Ausstattung der Schüler, häusliche Gewalt wegen Überforderung, alleingelassene Kinder ohne jegliche Unterstützung, ...) haben wir bereits im Frühjahr gemerkt.


    Wie Nani oben schon schrieb: Corona wird uns und unsere Welt noch eine ganze Weile begleiten. Bis alle geimpft / immun sind, können Jahre vergehen. Und bis dahin sollen von Oktober bis April die Schulen geschlossen bleiben? Nein, ich denke, wir müssen alle lernen, uns durch AHA zu schützen. Anders gehts nicht, ohne dass unsere Wirtschaft den Bach runtergeht.

    Ich wünsch mir auch eine offene, eine "normale" Schule. Und wenn in Schulen AHA wirklich umgesetzt wäre, könnte ich im Moment auch wirklich deutlich besser schlafen! Aber, Abstand ist nicht drinnen, einfach unumsetzbar - die Schüler drängeln sich dicht an dicht; in den Klassenzimmer sitzen sie eng aufeinander.

    Man kann förmlich auf den großen Ausbruch warten, wenn das weiter so gehandhabt wird.


    Ich kenne Kollegen, die ihre alten/kranken Familienangehörigen nicht mehr besuchen, aus (völlig berechtigter) Angst, sie könnten infiziert sein und das Virus weitergeben.

    Wir alle versuchen uns gegenseitig aufzubauen und das Beste aus der Situation zu machen, schon allein der Schüler willen, aber, es wird von Tag zu Tag schwerer.

    Ich fürchte auch um die Gesundheit der mir anvertrauten Kinder - die Vorstellung, ich könnte selbst jemanden anstecken ist für mich unglaublich belastend und mit dieser Sicht bin ich nicht allein. Das lässt so Gedanken wie "was ziehen wir alles im Winter an, wenn wir dauernd lüften sollen und es Minusgrade draußen hat" wie Luxusprobleme erscheinen.

  • Hast Du eine Idee, wie es besser laufen könnte?

    Schulen sicherer machen: Luftfilter, FFP2 Masken, Mindestabstand ermöglichen (=Lerngruppen teilen) schnelle und konsequente Testung von Kontaktpersonen und bei Symptomen, kranke Kinder/Kollegen nicht in die Schulen lassen, Kinder die Kontaktpersonen 2.Grades sind erst dann in die Schule lassen, wenn das Testergebnis der Kontakperson 1.Grades negativ war...

    Arbeitsbelastung reduzieren: mehr Personal einstellen (und wenn es nicht genug Lehrer gibt vor allem auch andere Professionen um Lehrer von zusätzlichen Aufgaben zu entlasten), Lehrpläne sinnvoll entschlacken und den Stundenumfang soweit reduzieren, dass es noch zu leisten ist.

    Lehrer mit Respekt behandeln und nicht für dumm verkaufen.

  • aber wir haben keine Wahl und müssen das Beste draus machen.


    Hast Du eine Idee, wie es besser laufen könnte? Ist ne ernstgemeinte Frage.

    Wir haben durchaus eine Wahl und können auch die Verantwortung aufteilen.

    Es ist nicht zu leisten, geteilte Gruppen in voller Stundentafel mit doppeltem Deputat zu unterrichten und die Notbetreuung zu stemmen.

    Ebenso ist es nicht zu leisten, durch Mehrarbeit die Digitalisierung flächendeckend zu stemmen, die seit Jahren in Schulen verschlafen wurde.


    Wenn es der Wirtschaft so wichtig ist, dass die Kinder betreut sind, dann darf die Wirtschaft sich gerne auch daran beteiligen ... und nicht allein an den eigenen Gewinnen.

    Und wenn "die Gesellschaft" möchte, dass Kinder betreut sind, dann kann es nicht sein, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen das für alle übernehmen, zumal ungeschützt.


    Man kann durchaus auch anders argumentieren, z.B.

    a) Die Schulen bleiben geöffnet in dem Maße, wie Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleistet werden kann, gerade WEIL uns Bildung oder Betreuung wichtig sind. Deshalb schützen wir diejenigen, die diese wichtige Aufgabe erfüllen nicht mit Lippenbekenntnissen, sondern mit tatsächlichen Schutzmaßnahmen.


    b) Wenn Schulen geöffnet bleiben sollen, aber die asymptomatischen Verläufe bekannt sind, muss man die Regelung, nur Menschen mit Symptomen zu testen, GERADE im Kindesalter aufheben. Regelmäßige Testungen wären angemessen, um in diesen Gemeinschaftseinrichtungen frühzeitig Entwicklungen erkennen zu können, die nicht sichtbar sind.


    c) Wenn "die Gesellschaft" Betreuung möchte, muss man jetzt schauen, wer dafür zusätzlich in Betracht kommt. Studierende haben ihre Jobs verloren und hätten u.U. Zeit. Damit bedient man vorrangig die Städte, aber etliche Studierenden sind auch wieder bei den Eltern eingezogen, da kaum Präsenzveranstaltungen laufen. So könnte man tatsächlich auch in der Fläche Studierende einsetzen. ABER: DAS muss man bezahlen!

    Gleiches gilt für weiteres Personal, das Ganztag oder andere Betreuungszeiten aufrecht erhält.


    d) Drosten schlägt vor, "soziale Blasen" zu bilden, also 2-3 Familien, die sich gegenseitig unterstützen und sich trotz Kontaktbeschränkungen treffen dürften. Etwas Ähnliches hatte ich schon vorgeschlagen: Wenn jede Familie zum eigenen ein weiteres zur Betreuung aufnimmt, wäre das Notbetreuungsproblem weitaus geringer, die Kinder hätten sozialen Konakt und könnten gemeinsam spielen und lernen. Dafür wären sie nicht in der großen Gruppe in der Klasse.


    e) Wer weitere Aufgaben in den Schulen abladen möchte, sollte zunächst die Arbeitszeiterfassung einführen. DANN können wir gerne über dies und das reden. Die erhobenen Arbeitszeiten sind dann aber gerecht zu entgelten.


    Und ja, das kostet Geld, Geld, das man nun nicht ausgeben möchte, weil ja vieles andere auch kostet.

    Aber auch zu besseren Zeiten wollte man dieses Geld nie ausgeben, sondern ist dem Sparzwang verfallen.

    Jetzt sind die Schulgebäude verfallen und das Personal reicht hinten und vorne nicht - ganz ohne Pandemie. Da wird man investieren müssen, wenn man das System aufrecht erhalten will.

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke darüber nach, bis zum Ende der Pandemie nicht mehr zu duschen und täglich mehrere Knoblauchzehen zu essen (Edit: auszupressen und mich einzureiben, durch die Masken riecht man ja fast nichts), nachdem heute eine Kollegin 50 cm von mir entfernt stand (immerhin mit locker sitzender Alltagsmaske) und mir erklärte, dass ihr Kind in Quarantäne ist. Das wird jetzt nicht das letzte Mal gewesen sein und ein wenig Abstand kann nicht schaden.

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