Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Vorab: Ich schiebe keine Panik und werde morgen sicher auch nicht mit dem Mundschutz in die Schule kommen. Mir geht es also nicht um emotionale Panik-Mache.


    Gleichwohl: Wir arbeiten an einer entscheidenden Stelle. Ich habe täglich mit über 100 Menschen Kontakt, die wiederum jeweils mit 4-7 anderen Menschen in Kontakt stehen. Gerade kleine Kinder schmieren sich z.B. mit der Hand durchs Gesicht und geben mir anschließend ihr Heft / Arbeitsblatt / etc. ab. Ganz zu schweigen von Husten / Niesen etc... Nüchtern betrachtet gäbe es für mich viel mehr Infektionsmöglichkeiten als für meine Eltern, meine Frau und meine Kinder zusammen [Freilich nur, wenn sich das Virus nicht in Europa lokal eindämmen lässt. Sollten Italiens Maßnahmen wirken und keine anderen Infektionswege nach Deutschland / Europa führen, dann geht es natürlich gut aus].


    Der Ausbruch in Italien zeigt (wie andere auch - z.B. Iran), dass sich das Virus sehr schnell verbreitet und auch über Grenzen hinweg kommt. Auch wenn die tatsächliche Gefahr vielleicht niedrig ist - da die allermeisten Fälle ja sehr glimpflich verlaufen -, fange ich dennoch an, mich zu fragen, wie ich damit umgehen soll (eine evtl. naive Idee: Desinfektionsmittel ins Auto packen). Wie seht ihr das? Wie geht ihr dem Virus entgegen? Hofft ihr, dass der Dienstherr schon rechtzeitig die Schulen als zentralen Erregerverteiler unserer Gesellschaft schließen wird? Oder irgendwann seine Lehrkräfte mit Mundschutz versorgen und unterrichten lässt? Oder habt ihr irgendwelche Ideen, um die Gefahr für euch und eure Familie zu begrenzen?


    Nebenbei, aus Neugier: Bekämen wir eigentlich als Beamte (und auch als Angestellte) weiterhin Lohn, wenn die Schulen geschlossen würden?

  • Alles interessante Fragen - ich denke, dass die Ministerien sehr spät und erstmal gar nicht reagieren werden und nicht sich nicht zu früh äußern - meine Vermutung.

  • Die Pizzeria La Corona hier im Ort hat zumindest schonmal geschlossen...


    Regelmäßig und gründlich die Hände waschen, sich nicht unnötig ins Gesicht fassen, wenn man sich krank fühlt, zuhause bleiben... Ja, auch wenn eine Klausur angesetzt ist... Kontakt zu kranken Personen vermeiden bzw. sie auffordern (gefälligst) zuhause zu bleiben.

  • Hofft ihr, dass der Dienstherr schon rechtzeitig die Schulen als zentralen Erregerverteiler unserer Gesellschaft schließen wird? Oder irgendwann seine Lehrkräfte mit Mundschutz versorgen und unterrichten lässt?

    Ich bin da ganz zuversichtlich. Erfahrungsgemäß werden die Schulen hilfreiche Handlungsanweisungen bekommen. Ich könnte mir Folgendes vorstellen:


    "Die Schulen stellen eigenverantwortlich sicher, dass durch den Virus weder Schüler noch Lehrkräfte gefährdet werden. Der Bildungsauftrag und die Schulpflicht werden durch die Schulen vollumfänglich erfüllt. Sollte es ausnahmsweise zu Unterrichtsausfall kommen, tragen die Schulen Sorge dafür, dass dieser zeitnah nachgeholt wird. Entstehende Mehrarbeit bei Lehrkräften kann in den Ferienzeiten ausgeglichen werden."


    Gruß !

  • Unsere Schulleitung legt den Elternsprechtag immer in die Grippezeit und wundert sich dann, wenn KuK krank werden.

    Vermutlich würde sie bei Corona-Viren Alarm ebenfalls ähnliche Händeschüttelorgien per Dienstanweisung raushauen.

  • Mikael, lustig!

    Wenn man solche Verordnungen nicht schon in ähnlicher Form gelesen hätte 😉

    Guter Karnevalsgeck...

  • Naja, ich vermute, derzeit sind wir, bzw die Ungeimpften unter uns, noch viel akuter durch die Grippe gefährdet.


    Sollte das Coronavirus tatsächlich in Deutschland zur Gefahr werden, wird vermutlich wie in Italien gehandelt werden. Da hab ich schon das Vertrauen in unsere Regierung und Vorgesetzten, und ich denke Notfallszenarien wurden durchgespielt und Handlungspläne liegen bereit.


    Wenn es nur wenige Ausbrüche sind, schützt man sich durch Händewaschen und Verzicht auf Körperkontakt, soweit möglich. Wie vor der Grippe auch.

  • Wenn ich mich mit Covit-19 anstecke, geht es mir eine Woche lang schlecht und dann ist gut. Um mich selbst, meine Frau und meine Freunde mache ich mir keine Sorgen. Meine Schwiegereltern sind problematischer, aber die schützen sich selbst. Alles kein Grund zur Panik dazu, irgendetwas zu ändern.

  • Desinfektionsmittel ins Auto packen)

    Ist das nicht eh schon üblich? Ich habe immer welches in meiner Schultasche und alle Räume sind bei uns in der Schule ebenfalls damit ausgestattet. Nach jeder Doppelstunde desinfiziere ich mir die Hände, der Großteil des Kollegiums macht das ähnlich. Vielleicht ist das auch nur ein "typisches zipperlein" unserer Schule. Wir haben Klassen, da grassiert permanent unappetitliches Zeugs, deshalb fühle ich mich mental einfach besser, wenn ich zwischendurch mal ein bisschen Chemikalien über die Hände kippen kann :baden:

  • Das Thema Corona-Virus hatten wir heute auch. Schüler fragten danach. Ich sehe unsere Aufgabe als Lehrer vor allem darin zu beruhigen, ohne zu beschönigen. Ich habe also vor allem und mit Wiederholung darauf verwiesen, dass gerade mal 2% der Infizierten sterben, also fast alle (98%) wieder gesund werden und überleben und dass man sich ansonsten schützen solle wie z.B. auch vor einer Grippe, an der alljährlich viel mehr Menschen sterben als jetzt am Corona-Virus (zumindest bisher).

    Aus Solidarität mit dem wegen bescheuerten Aberglaubens vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • Die Todesrate ist ganz schön hoch auch bei jungen Menschen, unterschätzt das nicht! Es sind bereits einige junge Menschen und solche in mittlerem Alter (darunter auch viele kerngesunde, d.h. ohne Vorerkrankungen) gestorben.


    "Gerade einmal 2 % sterben...." Spiel mal russisch Roulette mit 2 Kugeln in einer 100 Kugel Trommel (die es so natürlich nicht gibt). Traust du dich das? Dir eine Pistole an den Kopf zu halten und in 2 von 100 Fällen schießt du dir den Kopf weg?

    Genau dieses "Spiel" spielst du, wenn du jemandem die Hand schüttelst und dich infizierst!

    Ich habe also vor allem und mit Wiederholung darauf verwiesen, dass gerade mal 2% der Infizierten sterben, also fast alle (98%) wieder gesund werden und überleben und dass man sich ansonsten schützen solle wie z.B. auch vor einer Grippe, an der alljährlich viel mehr Menschen sterben als jetzt am Corona-Virus (zumindest bisher).

  • Wenn man die Letalitätsstatistik zu Grunde liegt, würden in einem durchschnittlichen Gymnasium mit durchschnittlicher Altersstruktur 2 Schüler und 2 Lehrer an der Krankheit sterben, wenn sich alle infizieren und auch bei einer normalen Infektionswelle ist das Risiko, dass jemand stirbt, tatsächlich real, also ganz so lustig finde ich die Aussicht nicht.

    Aber wenn nichts ganz umvorgesehenes passiert, wird es wohl über den Sommer bei einzelnen, lokalen Infektionsherden bleiben und ich bin vorsichtig optimistisch, dass bis zur nächsten Virensaison zum Jahresende ein Impfstoff vorliegt. Auch wenn das sonst länger dauert, aber in diesem Fall werden die chinesischen Behörden wohl dafür sorgen, dass sich die regulären Test- und Produktionsphasen drastisch verkürzen.

  • Also ich habe gerade mal die Sterblichkeit für 30 Jährige in 2010 recherchiert. Die lag bei ca. 0,07%. Das Corona-Virus hat eine dreimal höhere Letalität in dieser Altersgruppe. D.h. wenn sich alle 30-Jährigen mit dem Virus infizieren und die bisherigen Daten stimmen, dann wäre die allgemeine Sterblichkeit in dieser Altersgruppe vervierfacht bzw. das Virus für 75% aller Todesfälle unter den 30-Jährigen verantwortlich. (in anderen Altersgruppen wäre das Virus übrigens noch ein wenig tödlicher)


    Letztlich muss man diese Fakten akzeptieren. Man steckt nicht drin und noch sind wir ja doch im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbar weit davon entfernt, dass alle infiziert wären.

    Allerdings ist das Virus in seiner Ausbreitung schon bemerkenswert. Ich habe von einigen Fällen gelesen, wo der Infektionsweg nicht geklärt werden konnte. Und da sind dann 2% doch krass. Die Grippe breitet sich nicht so aggressiv aus. Bei Corona könnte es schon sein, dass - wenn beherzte Gegenmaßnahmen ausbleiben UND wenn es tatsächlich die Grenze nach Deutschland mehrfach unentdeckt überschreitet - sich früher oder später alle mal damit anstecken.

    Wenn aber in einem halben Jahr ganz Deutschland durchseucht sein sollte, dann hätten wir 1,6 Mio Todesopfer zu beklagen.

    Die Grippewelle erreicht jährlich 2 bis 14 Mio Menschen. Wenn Corona nur eine vergleichbare Anzahl an Menschen infizieren würde (und eben nicht alle Deutschen), wären immerhin 40.000 bis 280.000 Opfer zu beklagen.


    Ich will sagen: Ich bin auch kein Fan von Panik-Mache, aber der Vergleich zur Grippe geht sich für mich nicht aus. Corona verbreitet sich leichter und ist gefährlicher. Zwar nur dreimal gefährlicher als das Leben ohne Corona ohnehin ist, aber doch genug, um sich Gedanken zu machen, bevor wir als Multiplikator für das Virus nützlich waren. Die Wege, die die Gesellschaft gegen Grippe gefunden hat, scheinen für Corona nicht im gleichen Maße wirksam. Daher mein Anliegen: Wie kann man sich anders schützen?

  • Daher mein Anliegen: Wie kann man sich anders schützen?

    COVID-19 soll bei 80% der Infizierten "mild" verlaufen. Also einfach hoffen, dass man zu dieser Mehrheit gehört...


    Hier noch ein paar Schutzmaßnahmen:

    Zitat

    Zum Schutz vor diesem wie auch anderen Viren empfehlen Experten gewöhnliche Hygienemaßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und Abstand zu Erkrankten. Den Nutzen von normalen Atemmasken – wie derzeit in China überall auf den Straßen zu sehen – schätzen Experten als eher gering ein. Von Nutzen kann sein, Umarmungen und Händeschütteln einzuschränken und von vielen Menschen berührte Oberflächen wie Türklinken, Haltegriffe und Aufzugknöpfe nicht anzufassen.

    https://www.welt.de/gesundheit…Jens-Spahn-antwortet.html


    Lässt sich doch alles super einfach in der Schule umsetzen!


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

    Einmal editiert, zuletzt von Mikael ()

  • Wenn ich mich mit Covit-19 anstecke, geht es mir eine Woche lang schlecht und dann ist gut. Um mich selbst, meine Frau und meine Freunde mache ich mir keine Sorgen.

    Mal überlegen: Du steckst dich mit Covit-19 an, läufst bis zum Abheilen der Krankheit hoch infektiös durch die Gegend aber dass du das Virus in dir trägst, merkst du frühestens nach Ablauf der Inkubationszeit, die 14 Tage betragen kann und du machst dir keine Sorgen um deine Frau und deine Freunde.:/

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • es wird nicht besser, wenn man sich große sorgen macht. das problem ist vor allem, so sagt der katastrophenschutz, dass bei einer pandemie die infrastruktur große probleme bekommt, wenn die meisten beschäftigten zuhause bleiben, weil sie akut grippe-ähnlich krank sind (nicht, weil sie alle oder auch nur viele sterben werden). das ist vor allem für die lebensmittelversorgung, die in deutschland just in time abläuft und eine sehr dünne personaldecke hat (niedrige preise sind alles, wah...), u.u. schnell kritisch. da wird sich zeigen, wie stabil da der katastrophenschutz agiert. das robert koch institut empfiehlt, sich einen kleinen vorrat für 14 tage oder so selbstversorgung anzulegen (das tun sie übrigens schon immer, ganz jenseits von wahnsinnigen endzeit-preppern). blackout oder wasserversorgungszusammenbruch gelten als unwahrscheinlich. insofern kann man sich große sorgen als mitteleuropäer eigentlich sparen, außer die sorge um ältere verwandte/freunde/leute mit vorerkrankungen. ein lock-down ist nervig. mehr aber auch nicht. wirtschaftliche folgeschäden mal nicht mitgerechnet.

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