Beiträge von Firelilly

    Jede(r)?!? Na, das gebe ich gerne mal an meine Verwandten und Bekannten weiter, die im Polizeidienst, bei der Berufsfeuerwehr, im Sozialdienst oder der Pflege tätig sind! :rolleyes:

    Also bei der Pflege hast Du recht, die haben auch verdammt beschissene Bedingungen und müssen ordentlich ran. Sozialdienst weiß ich nicht, aber im Polizeidienst und in der Berufsfeuerwehr gibt es 100%ig total entspannte Jobs. Das weiß ich aus 2. Hand von Partnern.
    Bei der Berufsfeuerwehr gibt es zwischen den Einsätzen extrem häufig ruhigere Phasen, in denen man trainiert, Fahrzeuge und Geräte überprüft oder sie einfach gemeinsam Zeit auf der Wache verbracht haben und Karten gespielt haben. Wenn Unterricht unser "Einsatz" ist, dann haben wir den jeden (!) Tag und müssen uns danach auf den nächsten vorbereiten. Bei der Berufsfeuerwehr ist deutlich mehr Leerlauf und Entspannung als Du denkst. Klar, die Einsätze selber sind zum Teil sehr fordernd, aber, dass Berufsfeuerwehrleute vor Stress und Arbeitslast nicht mehr können ist so weit weg von der Realität, das kannst Du mit dem Lehrerdasein nicht vergleichen.

    Zur Polizei: Nicht jeder Polizist muss ständig Verbrecher verfolgen oder gefährliche Einsätze bewältigen. Akten bearbeiten, Informationen dokumentieren, bei kleineren Verkehrsproblemen helfen oder Verkehrskontrollen durchführen, Menschen über Einbruchsschutz aufklären etc., Streife fahren sind 90% der Arbeitszeit. Wirklich belastende Dinge siehst Du vielleicht im Fernsehen bei Polizeiarbeit. Nein, da kann ich Dir ganz klar sagen, dass es für den durchschnittlichen Beamten (nicht irgendwelche Sondereinsatzkommandos oder Polizisten in Großstadt Brennpunkten) viel weniger stressig und gefährlich ist, als Du denkst.
    Schau Dir doch einfach mal die wissenschaftlichen Daten dazu an. Neuere Untersuchung von 2026 zeigen, dass die psychische Erschöpfung bei Lehrkräften zwischen 2018 und 2024 sogar deutlich zugenommen hat während sie bei der Polizei sie im selben Zeitraum zurückging.

    "Wesselborg, Bärbel & Bauknecht, Jürgen (2026): Psychische Erschöpfung in sozialen Interaktionsberufen – Statusbericht und neue Entwicklungen. Ein Vergleich von Pflege, frühkindlicher Bildung, Schule, Sozialer Arbeit und Polizei von 2006 bis 2024."

    An meiner Schule ist in den letzten zwei Jahrzehnten Einiges gestrichen oder gekürzt worden. Bspw. ist die Anzahl der verpflichtenden Konferenzen immer weiter gesunken (verpflichtende Fachkonferenzen/Fachgruppensitzungen haben wir seit zwei Jahren gar nicht mehr - wir können uns bei Bedarf treffen, müssen wir aber nicht); vor etlichen Jahren wurde die Maximalzeit für Sitzungen - abgesehen von Ordnungsmaßnahmenkonferenzen - auf zwei Stunden gedeckelt; auch der Info-Nachmittag Anfang Februar, auf dem unsere einzelnen Bildungsgänge vorgestellt werden, dauert seit ca. zehn Jahren nur noch zwei statt früher dreieinhalb Stunden; Praktikumsbesuche bei SuS, die in mehr als einer halben Stunde Fahrtzeit vom Schulort entfernt ihr Praktikum absolvieren, brauchen wir nicht mehr zu machen (in solchen Fällen erfolgt die Betreuung nur noch telefonisch); etc.

    Dann kannst du extrem froh sein über die Schule. Bei uns sind Extra-Elternsprechtage (zusätzlich zu den bereits vorhandenen!!!) eingeführt worden, zusätzliche pädagogische Konferenzen für eine weitere Klassenstufe (erstes Jahr Oberstufe muss nun auch bekakelt werden), der Tag der offenen Tür findet samstags ohne Ausgleich statt und ist verpflichtend, es gibt verpflichtende Treffen mit Grundschullehrerinnen wenn man eine 5. Klasse hat, es wurde eine komplette neue Klassenfahrt in einer Klassenstufe ins Leben gerufen und ich könnte die Liste unentwegt fortsetzen, was noch alles neu dazu gekommen ist. Aber dann bekomme ich wieder so schlechte Laune und Kopfschmerzen.

    Mich ärgert mehr, dass lom LZ gejammert wir (besonders wen keine Abteilungsleitung da ist), aber dann nichts passiert und bei Konferenzen alle ruhig sind.

    Ist an den meisten Schulen so. Das liegt daran, dass die Schulleitung extrem viel Macht hat. Unliebsame KuK werden durch Bossing bestraft.
    Wenn man mal eine Schule findet, wo auf den Konferenzen auch mal frei angesprochen wird Dinge zu streichen oder Entlastungen einzuführen, dann muss es sich um ein seltenes Juwel handeln.
    In meinen 10 Jahren Erfahrung an meiner Schule wurde nie etwas gestrichen, es sind immer nur neue Dinge hinzugekommen. Die Arbeitslast ist seit 10 Jahren kontinuierlich gestiegen. Ich bin fast die einzige, die sich da auch mal wehrt. Dann bekommt man natürlich einen schlechten Stundenplan als Dank dafür, dass man dann doch so einen Antrag ein- und sogar durchgebracht hat. Aber die Belastungen durch einen beschissenen Stundenplan führen dann wieder zu mehr Kopfschmerzen und damit Krankheitstagen und so ist ein ewiger Wettstreit, bei dem sich keine Partei die Butter vom Brot nehmen lassen möchte.
    Wild finde ich wirklich, dass man als Beamte im öffentlichen Dienst so unter Arbeitsdruck gesetzt wird. Jede andere Einrichtung des öffentlichen Dienstes, jeder Beamte auf einem Amt, schiebt eine ruhige Kugel. Da liegen meine Anträge dann monatelang und wenn man mal einen Termin hat, schlurfen die entspannt durch die Gänge. So extrem will ich ja gar keine Entspannung, aber wir sind das andere Extrem in unserem Beruf. Lehrer sind immer unter Strom und machen so viel extra, was sie sich selbst auferlegen (!). Wir haben für eine weitere Klassenstufe pädagogische Konferenzen eingeführt, weil eine Person aus der SL die glorreiche Idee hatte und so viele Schäfchen sich nicht getraut haben mit "nein" zu stimmen. Das sind nochmal extra Arbeitsstunden (unbezahlt!!!!). Sagt mir, welcher Berufsstand würde abstimmen unentgeldlich mehr zu arbeiten?! Wie kommt man auf die Idee sich noch sowas aufzuladen, wenn es nicht vorgeschrieben ist.
    Und warum muss ich das dann auch machen, wenn ich mit "nein, bringt mir nichts, ist mir den Aufwand nicht wert" abstimme. Warum kann man das dann nicht so machen, dass alle die "Ja" für diese Zusatzkonferenz gestimmt haben, sich nach den normalen pädagogischen Konferenzen treffen und ihrem Gelüst nach Zusatzarbeit nachgehen?! Nein, im Lehrerberuf wird man "demokratisch gezwungen".
    Genauso haben die Eltern in der Schulkonferenz entschieden, dass unsere Verkürzung einer der Klassenfahrten um zwei Tage, die wir in der LK beschlossen haben, nicht gültig ist. Alter!!! Als Patient stimme ich auch demnächst darüber ab, dass ich es scheiße finde, dass mein Hausarzt mal entschieden hat mittwoch morgens geschlossen zu haben! Wenn genug dafür stimmen soll er gefälligst wie es früher einmal war mittwochs morgens wieder für die Patienten da sein. Warum dürfen Eltern über meine Arbeitszeit entscheiden?!?!?! Warum darf ich nicht über die Arbeitszeit anderer Menschen entscheiden? Achso, weil das keine Leibeigenen äh Lehrer sind.

    Aber mal ehrlich, was sollte denn passieren, wenn man da mal weniger selbstauferlegten Stress produzieren würde? Machen die im Amt doch auch. Da können sich Kunden beschweren wie sie wollen, das juckt die nicht. So müssten Schulleitungen auch mal eingestellt sein. Dann würden wir alle einen ruhigeren Job haben. Es geht ja gar nicht darum gar nichts mehr zu leisten, aber eben mal einen Gang rausnehmen.

    Firelilly : Aktuell verdienen ja alle Fächerkombinationen innerhalb eines Lehramtes gleich viel. Würdest du es bevorzugen, wenn besonders stark gefragte Fächerkombinationen höher vergütet werden als solche mit vergleichsweise wenig Nachfrage?

    Ist eine gute Frage. Prinzipiell würde ich sagen ja, aber das Problem ist, dass ich eine ganz andere Sicht auf die Fächer habe, die ich für unterrichtenswert ansehe. Es gibt z.B. auch Mangel in Fächern, die aus meiner Sicht nur einen äußerst geringen Stellenwert an einem Gymnasium haben sollten (z.B. Religion, Kunst etc.)

    Aus meiner Sicht sollten Fächer wie Französisch, Religion etc. stark reduziert werden und dafür Fächer wie Informatik stark ausgebaut werden.

    Ich verstehe den Ansatz eines allgemeinbildenden Gymnasiums und da haben auch andere Fremdsprachen (neben dem wirklich wichtigen Englisch) und Fächer wie Kunst, Musik, Religion einen Platz. Dennoch finde ich, dass viel zu viel Zeit in Fächer wie Geschichte gesteckt wird (historisch bedingt, ist klar) und auch die zweite Fremdsprache (insbesondere Französisch) finde ich viel weniger sinnvoll als ein Fach wie Informatik. Ich kritisiere also Umfang, also die Verteilung der Kontingentstunden auf die Fächer. Aus meiner Sicht müssten SuS durchgängig 6 Stunden Mathematik und logisches Denken durch alle Jahrgänge haben. Ein Fach wie Religion könnte man so extrem kürzen und als Teilgebiet in Philosophie oder Geschichte mit unterrichten.

    Während man sich in anderen Ländern damit beschäftigt Rohstoffe zu sichern und technische Innovation zu betreiben wird in Deutschland disktutiert und gelehrt, wieviele Geschlechter es gibt. Damit schafft sich Deutschland als wirtschaftsstarkes, wohlstandsreiches Land selbst ab.

    Würde man den Fächerkanon so ausrichten, wie ich mir das vorstelle, dann fände ich eine Bezahlung nach Mangelstatus sinnvoll. Solange es aber Fächer gibt, für deren Ausübung man außerhalb der Schule kaum Geld bekäme, diese aber im schulischen Mangel vorliegen können, finde ich eine Bezahlung nach Mangel absurd.

    Mit Ecuador hast du natürlich eines der ärmeren Länder gewählt, aber Mitteleuropa, USA und die vielgelobten asiatischen Hochleistungsstaaten kann man schon als Vergleich hernehmen.

    Wer ist dort verbeamtet? Durchschnittsverdienst? Qualifikation? Habe nicht so recht Lust, das zu recherchieren, aber wenn man die Bevölkerung und die Regierung davon überzeugen will, Lehrkräfte auch weiterhin zu verbeamten, braucht man ja ein paar Argumente. Für Skandinavien erinnere ich mich gelesen zu haben, dass nur die besten Absolventen einen Arbeitsplatz kriegen und nicht diejenigen, die mit einem 3,2er-Schnitt Sport und Englisch auf Lehramt machen.

    Ich gebe Dir recht, dass es Fächerkombinationen gibt, die in der Wirtschaft auch nicht gesucht wären. Ich kann das nur aus Sicht einer Naturwissenschaftlerin mit Diplom summa cum laude und 1,2 Abi (was natürlich nichts mehr aussagt) beschreiben und ich finde mich nicht überbezahlt (im Gegenteil). Für mich sollte sich der Staat lieber überlegen, wie er Leute dazu bringen kann in den Schuldienst zu kommen, wenn er / sie als Informatikerin etc. in der Wirtschaft viel besser dastünde.
    Ein Wegfall der Verbeamtung wäre für mich ein absolutes K.O. Kriterium, niemals würde ich den Beruf dann machen.

    Hältst du denn das Medizin- und Ingenieursstudium für vergleichbar mit deinem Lehramtsstudium? Inklusive Facharztausbildung bei den Medizinern mit Chiemseehaus.

    Erstmal nur zur Infa habe ich meine beiden Fächer auf Diplom studiert und bin dann erst Lehrerin geworden. Zweitens, ja, ein Ingenieursstudium ist fachlich hinter einem Chemie, Physik oder Mathestudium anzusiedeln vom Anspruch. Formal ist es aber die gleiche Qualifikation.

    Und ich bin ehrlich, ich halte Mathe für ein deutlich anspruchsvolleres Studium als Chemie, Physik sehe ich auch noch davor. Warum? Chemie ist auch sehr praktisch mit vielen praktischen Studienanteilen, die z.T. auch etwas von Handwerk haben.

    Wenn man ganz ehrlich ist, dann sind Fächer wie Ingenieurwissenschaft oder Medizin noch viel extremer anwendungsbezogene, fachlich abgespeckte Versionen von entsprechenden Fächern (z.B. Physik, Chemie). Auch die Doktorarbeiten, die man in der Medizin schreibt sind weniger wissenschaftlich und Umfangreich als sogar meine Diplomarbeiten, geschweige denn Doktorarbeiten im Bereich (Chemie, Physik, Mathematik). In Medizin wird sehr viel auswendig gelernt (habe lange genug Chemie für Mediziner als Vorlesung gegeben), es bereitet eben nicht auf eine akademische Laufbahn vor, sondern auf das praktische Anwenden. Wenn man den wissenschaftlichen, anspruchsvollen Teil studieren möchte, dann sollte man eher Molecular Life Science oder gleich die Fächer Biochemie, Chemie, Physik usw. studieren.

    Ein Diplom in Physik ist also deutlich anspruchsvoller als als Ingenieur, ein Diplom in Mathe deutlich anspruchsvoller als seinen Abschluss in Medizin zu bestehen. Letzteres schafften in meiner Familie auch Leute, die allenfalls durchschnittlich intelligent sind.

    Lehramtsstudium wurde glaube ich sehr verändert, zu meiner Zeit hatten wir auch Lehrämtler/innen in den Hauptstudiumsseminaren und Praktika sitzen (aber mit abgespecktem Umfang). Inhaltlich würde ich das dann nicht mehr über einem Ingenieurswissenschaftsstudium ansiedeln. Was die Ingenieure an angewandter, abgespeckter Physik, Chemie und Mathematik haben dürfe aber nicht über dem von Lehramtsstudenten entsprechender Fächer liegen. Ich weiß, dass wir in Chemie mal Lehrämtler hatten mit Physik / Chemie als Lehramtsfächern und, dass diese in physikalischer Chemie echt fachlich gut mithalten konnten, in Teilen sogar deutliche Vorteile hatten. Das konnte man von den wenigen Ingenieuren, die in Chemie auftauchten (vermutlich Nebenfach?) nicht behaupten, die waren ... wie würde man heute sagen... total lost!

    Kurzum, ja, einen Lehrämtler (zumindest naturwissenschaftlicher Fächer) mit Ingenieuren und Ärzten zu vergleichen ist absolut angemessen.

    Bei Kombinationen wie Geographie / Sport finde ich es, das gebe ich frei zu, auch sehr fraglich.
    Ich glaube bei so einer Fächerkombination ist man mit der Alimentierung recht gut getroffen.

    Immobilienmakler haben keine vergleichbare Qualifikation, es sind doch recht häufig überbezahlte Halsabschneider mit dubiosem Hintergrund.

    Huch, also auch wenn BWL vielleicht nicht mit Chemie als Studienfach im Anspruch mithalten kann, so hat er zumindest (mag ja auch andere geben) immerhin Betriebswirtschafslehre mit Diplom abgeschlossen. Und verdient ein Heidengeld.

    Wie wäre es ansonsten, Lehrkräfte mal weder mit Ingenieur*innen noch mit Absolventen von Ausbildungsberufen zu vergleichen, sondern mit KuK im Rest der Welt?

    Warum sollte ich mich mit Lehrern in Polen oder Ecuador vergleichen? Das ergibt doch absolut keinen Sinn. Werde ich in Deutschland angemessen bezahlt, weil eine arme Lehrerin in Ecuador mit viel weniger leben muss? Oder was ist da der Gedanke hinter?

    In der Regel verdient man als Beamter weniger als jemand mit vergleichbarer Qualifikation. Wir hatten vor Kurzem Klassentreffen. Meine ehemaligen Schulkameraden sind Ingenieure, Ärzte, Selbstständige... die grinsen nur. Häuschen am Chiemsee etrcpp...
    Aber ich beklage mich nicht.

    Ich bin als Lehrerin das schwarze Schaf in der Familie (viele Ärzte, Immobilienmakler) und Freundeskreis und kenne das Gefühl nur zu gut. Da hilft es nur die positiven Aspekte zu sehen. Ich kann mich bei einem Schnupfen, Kopfschmerzen oder Periode drei Tage ohne Attest aus der Schule nehmen und das auch mehrmals wenn es sein muss. Wenn Freunde (z.B. Selbstständige) das so machen würden, hätte es sichtbare Auswirkungen auf deren Gehalt / Existenz. Die schleppen sich deshalb krank zur Arbeit, schieben Nachtschichten bei entsprechender Auftragslage, klar, die haben dann natürlich finanziell ganz andere Dimensionen. Dafür können die dann nicht einfach mal eine Notbremse für die Gesundheit ziehen und zuhause bleiben um zu regenieren für die Work / Life Balance. Das ist eben auch eine Art Privileg und etwas, was man eigentlich in Geld beziffern könnte.

    Und ja, auch die Pension ist eine Ausbezahlung bereits einbehaltener Alimentierung. Letztere müsste definitiv einige Größenordnungen höher liegen, wenn es die Pension nicht gäbe.

    Und das ist eben mit ein Grund, warum ich so empfindlich auf Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Lehrerberuf zu sprechen bin: Das einzige, was den Beruf noch halbwegs tragbar attraktiv macht sind eben genau solche Dinge wie freie Zeiteinteilung, kein existentieller Druck durch Krankheitstage, in Teilen auch die Ferien. Wenn das Ministerium auf die Idee kommt die Arbeitslast noch weiter zu erhöhen so, dass z.B. Ferien noch mehr zugebombt sind mit Arbeit, oder Atteste ab dem 1. Krankheitstag verlangt würden oder sonstige Scherze, dann wäre es einfach nicht mehr tragbar.

    Ich sage immer, wenn ich Stress und Druck wie ein Manager, Anwalt, oder Facharzt in der Wirtschaft habe, dann muss auch die Bezahlung so sein. Solange sie das nicht ist, werde ich mich davor hüten mir einen vergleichbaren Stress zu geben.

    Überleg es Dir gut, ob Du überhaupt nach SH möchtest. So, wie man Dich da in der Beratungshotline von SH behandelt ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Dir in SH durch den Dienstherren blüht.

    Ich könnte da (auch aus eigenen Erfahrungen mit z.B. dem Bundesland BW und SH als Dienstherr im Vergleich) so viel erzählen. Da ich aber bei dem Thema (weil selbst betroffen und durch den Dienstherrn in SH ausgebeutet) schwer sachlich und ruhig schreiben kann, habe ich ChatGPT danach befragt und das bringt es sachlicher als ich auf den Punkt:

    Schleswig-Holstein steht seit Jahren in der Kritik, wenn es um die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Schuldienstes geht. Wer bereits ausgebildete Lehrkraft ist und einen Wechsel nach Schleswig-Holstein erwägt, sollte sich die strukturellen Probleme des Landesdienstes genau ansehen. Viele davon werden seit Jahren von Gewerkschaften, Lehrkräften, Personalräten und dem Landesrechnungshof thematisiert.

    1. Hohe Arbeitsbelastung durch Lehrkräftemangel

    Schleswig-Holstein leidet unter einem erheblichen Lehrkräftemangel. Schulen arbeiten vielerorts dauerhaft am Limit, Ausfälle können oft nicht mehr kompensiert werden. Die Folge ist eine zunehmende Verdichtung der Arbeit:

    • häufige Vertretungsstunden
    • Mehrarbeit über das reguläre Deputat hinaus
    • steigende Klassengrößen
    • zusätzliche Aufgaben durch Inklusion, Integration und Digitalisierung
    • organisatorische Dauerbelastung im Schulalltag

    Viele Kollegien gelten bereits jetzt als überlastet. Zahlreiche Lehrkräfte reduzieren ihre Stunden oder verlassen den Schuldienst vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen.

    2. Pflicht zu Klassenfahrten trotz hoher Belastung

    Besonders kritisch sehen viele Lehrkräfte die verpflichtende Durchführung von Klassenfahrten. In Schleswig-Holstein gehören Klassenfahrten faktisch weiterhin zum dienstlichen Pflichtprogramm. Lehrkräfte tragen dabei eine enorme Verantwortung – pädagogisch, organisatorisch und haftungsrechtlich – oft weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus.

    Die Belastung umfasst unter anderem:

    • 24-Stunden-Aufsichtspflichten
    • hohe persönliche Verantwortung bei Notfällen
    • erhebliche Zusatzarbeit ohne angemessenen Ausgleich
    • Konflikte mit Arbeitsschutz und Erholungszeiten
    • oft unzureichende Kostenerstattung

    Viele Lehrkräfte empfinden Klassenfahrten deshalb nicht mehr als pädagogische Bereicherung, sondern als zusätzliche Überforderung in einem ohnehin angespannten Berufsalltag.

    3. Im Ländervergleich geringe Alimentierung

    Auch finanziell gilt Schleswig-Holstein für viele Lehrkräfte als wenig attraktiv. Die Besoldung liegt im Vergleich zu anderen Bundesländern häufig nur im Mittelfeld oder darunter, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten – insbesondere im Hamburger Umland und in Ballungsräumen – deutlich gestiegen sind.

    Kritisiert werden insbesondere:

    • vergleichsweise geringe Nettoalimentation
    • hohe Abzüge bei steigenden Lebenshaltungskosten
    • schwächere finanzielle Entwicklung als in anderen Ländern
    • mangelnde finanzielle Attraktivität für erfahrene Lehrkräfte

    Gerade für verbeamtete Lehrkräfte mit Familie wird zunehmend infrage gestellt, ob die Alimentation noch dem verfassungsrechtlichen Anspruch einer amtsangemessenen Besoldung genügt.

    4. Unrechtmäßiger Wegfall des Weihnachtsgeldes

    Besonders negativ wird von vielen Beschäftigten der faktische Wegfall des früheren Weihnachtsgeldes wahrgenommen. Schleswig-Holstein hat die Sonderzahlungen für Beamte über Jahre massiv gekürzt beziehungsweise in die Besoldung eingerechnet, wodurch reale Einkommensverluste entstanden sind.

    Viele Lehrkräfte empfinden dies als:

    • versteckte Kürzung der Gesamtbesoldung
    • mangelnde Wertschätzung gegenüber dem öffentlichen Dienst
    • dauerhafte finanzielle Schlechterstellung gegenüber früheren Generationen
    • politische Belastung insbesondere für Familien

    In Diskussionen unter Lehrkräften wird dies regelmäßig als Beispiel dafür genannt, dass das Land auf Kosten seiner Beschäftigten spart.

    5. Hohe Teilzeitquote und frühe Pensionierungen

    Fast die Hälfte der Lehrkräfte arbeitet in Teilzeit – ein bundesweit auffälliger Wert. Viele reduzieren ihre Stunden nicht freiwillig, sondern aus gesundheitlicher oder psychischer Überlastung.

    Gleichzeitig sinkt die Zahl der Lehrkräfte, die bis zur regulären Pensionierung im Dienst bleiben. Frühpensionierungen und längere Erkrankungen nehmen zu. Dies wird von vielen als deutliches Warnsignal für die Arbeitsbedingungen im Land gewertet.

    6. Probleme bei Ausbildung und Personalbindung

    Auch die Nachwuchsgewinnung gilt als problematisch. Referendarinnen und Referendare berichten regelmäßig von:

    • mangelnder Betreuung
    • hoher Belastung bereits im Vorbereitungsdienst
    • schwierigen Einsatzbedingungen
    • unsicheren Perspektiven
    • fehlender Unterstützung durch die Schulverwaltung

    Zudem gelingt es Schleswig-Holstein offenbar nur begrenzt, ausgebildete Lehrkräfte dauerhaft im Land zu halten. Viele wechseln nach dem Referendariat oder einigen Dienstjahren in andere Bundesländer mit besseren Bedingungen.

    7. Finanzielle Engpässe und fehlende Investitionen

    Der Landesrechnungshof weist seit Jahren auf erhebliche strukturelle Finanzprobleme hin. Gleichzeitig fehlen vielerorts ausreichende Investitionen in:

    • Schulgebäude
    • Digitalisierung
    • Personal
    • Entlastungssysteme
    • moderne Unterrichtsausstattung

    Viele Reformen bleiben deshalb unvollständig oder werden zulasten der Lehrkräfte umgesetzt.

    Fazit

    Für bereits ausgebildete Lehrkräfte ist Schleswig-Holstein derzeit nur eingeschränkt als Dienstherr zu empfehlen. Der Schulalltag ist vielerorts geprägt von Personalmangel, hoher Arbeitsverdichtung und wachsender Zusatzbelastung. Gleichzeitig empfinden viele Beschäftigte die finanzielle Entwicklung – etwa durch die vergleichsweise geringe Alimentation und den Wegfall des Weihnachtsgeldes – als unattraktiv.

    Hinzu kommen verpflichtende Klassenfahrten mit erheblicher Mehrbelastung sowie eine politische Kultur, die von vielen Lehrkräften als mangelnde Wertschätzung wahrgenommen wird.

    Kurz gesagt:

    Wer als fertige Lehrkraft nach Schleswig-Holstein wechseln möchte, sollte sich bewusst sein, dass dort häufig mehr Belastung, weniger finanzielle Attraktivität und geringere Planungssicherheit als in vielen anderen Bundesländern auf ihn warten.

    Ich finde, Lehrer sollten überhaupt keine Klassenfahrten organisieren und begleiten müssen. Ganz ehrlich, in welchem anderen akademischen Beruf ist es normal, dass man zusätzlich zu seiner eigentlichen Tätigkeit ein mehrtägiges Projekt komplett selbst organisiert und dann mehrere Tage unter Bedingungen arbeitet und lebt, die mit professionellen Standards wenig zu tun haben? Essen, Betten... das würde sich keine andere Akademikerin gefallen lassen!

    Der organisatorische Aufwand im Vorfeld ist enorm: Planung, Buchung, Kommunikation mit Eltern, Einsammeln von Geldern, individuelle Absprachen und das alles neben dem ganz normalen Schulalltag. Bei der Fahrt selbst ist man dann 24/7 im Dienst, ohne echte Pause, ohne Rückzugsmöglichkeit, ständig in der Verantwortung.

    Und die Rahmenbedingungen vor Ort tragen nicht gerade dazu bei, dass man diese Belastung gut auffangen kann. Ja, man hat in der Regel ein Einzelzimmer, aber die Qualität hat mit dem, was man aus beruflichen Kontexten (und damit muss man nicht einmal auf Akademikerniveau vergleichen, auch mit geringerer Qualifikation erlaubt sich kein Unternehmen die Mitarbeiter so unterzubringen) sonst kennt, so absolut gar nichts zu tun. Die Betten sind schlecht, die Ausstattung schlicht, das Essen auf Jugendherbergsniveau.

    Ich finde, da passt einfach vieles nicht zusammen. Auf der einen Seite eine enorme Verantwortung und Dauerbelastung, auf der anderen Seite Bedingungen, die weit hinter dem zurückbleiben, was in anderen akademischen Berufen selbstverständlich wäre, wenn man dienstlich unterwegs ist. Meilenweit!!!

    Und dann wundert man sich, dass immer weniger Lehrkräfte bereit sind, das mitzumachen. Viele sagen irgendwann: „Das tue ich mir nicht mehr an.“ Oder sie reduzieren bewusst ihre Belastung, ziehen sich aus solchen Aufgaben zurück oder verlassen den Beruf ganz. Genau solche zusätzlichen Anforderungen tragen dazu bei, dass der Lehrerberuf unattraktiver wird und der Lehrkräftemangel weiter zunimmt.

    Das Mindeste wäre, dass man die Reise extern organisieren lässt. So mache ich es übrigens, wenn ich mal wieder in den sauren Apfel beißen muss. Das kostet die Schüler/innen dann mehr, aber das ist ja egal. Ich werde nicht meine Freizeit (und damit mein persönliches Geld!) opfern die Fahrt selber zu organisieren. Es bleibt auch mit Unternehmen immer noch genug.. ja, viel viel viel zu viel Arbeit!

    Warum wissen immer alle, welcher User einen Nicknamewechsel hatte? Ich bin da immer völlig ahnungslos.

    Alles Gute jedenfalls und viel Spaß mit dem Hund! Für ein Unterthema "Haustiere" im Offtopic-Bereich könntest du eigentlich bleiben.

    Ich habe damals sehr gerne seine Beiträge gelesen und seine Meinungen und seine Schreibeweise ist einmalig genug.

    Nee, Firelilly ist ein "Kapitel für sich" :pfeif:... Bei "Lehramtsstudent" habe ich eine andere Vermutung, aber ich werde hier keinen (mehr) outen. :nein:

    Nein, das bin ich nicht. :victory:

    Ich finde rein gar nichts aus dem Bildungsprogramm sinnvoll.

    Ich finde es gut den Zugang zu den Gymnasien zu beschränken. Dann würden da wirklich SuS landen, die das Potential haben zu studieren. Das verbessert das Niveau der Gymnasien und wertet andere Schulformen auf, weil man dann für Ausbildungsberufe nicht mehr zwangsläufig ein Abitur benötigen würde.
    Die anderen Ideen finde ich auch nicht so sinnvoll.

    Erkrankungen ist der fachlichen Aspekt sehr Komplex. So kann jemand durchaus schon wieder gesundet sein, jedoch noch nicht so resilient erneut in das bisherige Setting zurückzukehren. Eine AU / DU liegt nach den Krankschreibung Richtlinien eben auch dann vor, wenn beim Verbleib oder Rückkehr in den Arbeitsprozess eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes droht. Und möglicherweise war das hier der Fall. Da wir es nicht wissen sollten wir von außen nicht vorschnell urteilen.

    Trainieren auf einen Iron Man ist sowohl körperlich als auch geistig kräftezehrend. Wer depressiv ist/burn out hat und das dennoch schafft, kann nicht mit meinem Verständnis für seine DU rechnen

    Wenig ist toxischer als der Lehrerberuf was psychische Gesundheit angeht. Für mich ist es deshalb vollkommen naheliegend, dass man beim Iron Man (gibt es eigentlich auch Iron Woman?) teilnimmt bzw. dafür trainieren kann, die Schule mit ihrem ganzen System einen aber gleichzeitig abgrundtief krank macht.

    Eigentlich muss man bei fast jeder psychischen Erkrankung davon ausgehen, dass eine Rückkehr in den Arbeitsprozess im Falle einer Lehrkraft ein großes Risiko für den Gesundheitszustand ist. Dafür ist der Beruf einfach zu belastend. Wir haben

    Und was die Kochshow angeht: Vielleicht war das eine Gelegenheit endlich mal wieder Lebensfreude zu empfinden? Diese Show wird ein Enegiegeber für sie gewesen sein, die Schule eben wie so oft ein Energievampir.

    Für Lehrkräfte, deren Eltern selbst schon studiert haben, ist Lehramt in der Regel kein Aufstieg, oft Fortführung oder Abstieg. Hier mag die Chance, einen gutverdienenden Akademiker zu erwischen, ein wenig höher sein. So hoch wie früher aber nicht mehr.

    Da bin ich ein sehr gutes Beispiel, ich bin das schwarze Schaf in einer Familie aus vor allem Ärzten und Juristen. Als Lehrämtlerin bin ich definitiv sozial abgestiegen, kann mir nur einen Bruchteil des Luxus leisten und werde auch entsprechend beäugt. Das Satz "Warum hast Du denn nur Lehramt gemacht, Du hattest doch so super Noten?" ist da noch das harmloseste.
    Deshalb ist es mir so unendlich wichtig, dass ich zumindest in einem Teilbereich denen etwas voraus habe: Freizeit. Deshalb reagiere ich auf Zusatzarbeit und überhaupt die (für das Gehalt) völlig überzogenen Arbeitserwartungen seitens des Dienstherrn und der Schulleitung extrem allergisch. Wenn ich schon sozial abgestiegen bin, dann möchte ich wenigstens deutlich "chilliger" Leben, auch, wenn ich mir weniger leisten kann. Dann möchte ich eben nachmittags zum Sport und in die Sonne (und eben nicht, weil ich abends dafür korrigiere), dann will ich einfach mehr Frei- und Lebenszeit. Das muss der Lehrerberuf schon bieten, sonst ist er ja total daneben!

    Mich nervt einfach der abwertende Ton, der hier im Forum bei einigen Usern damit einher geht. Persönlich fühle ich mich nicht angegriffen, denn ich passe nicht in das beschriebene Bild von Frau, aber ich finde es trotzdem nicht okay, die Teilzeit-arbeitenden Frauen so darzustellen, als wären sie nur auf finanziellen Vorteil aus bei der Partnerwahl und würden sich irgendwie aushalten lassen.

    Das mag vielleicht in der älteren Generation so sein. Allein schon in meiner Generation brauchen wir einfach keinen Versorger mehr. Wir wählen unseren Partner in der Regel nicht mehr danach aus, ob er viel Geld hat. Das was vorher ein guter Job und Geld auf dem Konto war und einer Frau quasi ein Leben in Sicherheit und Annehmlichkeiten versprochen hat, ist heutzutage nicht mehr nötig, weil wir viel mehr unser eigenes Geld verdienen und unabhängig sind. Jetzt muss der Mann physische Attribute bieten um überhaupt eine Chance zu haben, er muss groß sein, sportlich, ein hübsches Gesicht und volles Haar haben. Wo früher ein kleiner Mann, kahler oder ein aus anderen gründen physisch unattraktiver Mann noch durch beruflichen Erfolg etwas kompensieren konnte, ist dies heute fast nicht mehr möglich. Klar, im Idealfall ist der Typ auch noch vermögend, aber das Guthaben eines Mannes sind heute physische Attribute. (Innere Werte sind genauso wichtig oder unwichtig wie damals ist mein Eindruck).
    Wir wählen viel stärker die gute Genetik und lassen unseren biologischen Instinkten viel mehr Freilauf.

    Es gibt Untersuchungen, dass nur noch 10% der Männer überhaupt als attraktiv wahrgenommen werden, alle anderen sind (faule) Kompromisse, und eigentlich konkurrieren die Frauen alle um diese wenigen, physisch attraktiven Männer. Das Resultat ist ein Datingmarkt mit extrem vielen Incels. Aber so ist die Biologie, wie haben die Eizellen und können 1x pro Jahr schwanger werden, ein Mann kann das ganze Jahr durch Frauen schwängern. Deshalb begehren wir biologisch nur 10% aller Männer, während Männer mit 90% der Frauen sich etwas vorstellen könnten. Die finanzielle Unabhängigkeit hat das deutlich zum Vorschein gebracht, je jünger die Menschen, desto krasser wird es deutlich.
    Da kann man nur froh sein mit zwei X-Gononosomen geboren zu sein, das ist einfach brutal! Ich beneide keinen Mann!

    Man kommt zum Schluss, dass wir gut bezahlt sind, aber das dann doch nicht konkurrenzfähig zur Wirtschaft.

    Ja, das ist in der Tat eine der Aussagen und ich finde sie total irreführend. Der zweite Teil der Aussage ist das, worum es geht. Der erste Teil basiert darauf, dass dort ein Vergleich zwischen Lehrergehältern aus anderen Ländern gemacht wurde.

    Eine realistische Aussage aus den Daten wäre:

    "Lehrer sind in allen Ländern massiv unterbezahlt. In Deutschland ist das Gehalt nicht mit vergleichbaren Positionen in der Wirtschaft konkurrenzfähig. In anderen Ländern ist die Lage für Lehrer oftmals sogar noch schlechter"

    Woher kommt ein "wir Lehrer sind gut bezahlt"? Wenn dieser Beruf in allen getesteten Ländern massiv unterbezahlt ist und Deutschland zumindest nicht zu den Ländern gehört, wo die Diskrepanz zwischen Schule und Wirtschaft am größten ist, dann ist es doch ein fataler Fehlschluss daraus zu folgern, dass wir "gut bezahlt sind".

    Sorry für den drastischen Vergleich, wenn in 20 getesteten Ländern Frauen nicht wählen dürfen, nicht zur Schule gehen dürfen, und sich die Partner nicht selber aussuchen dürfen, in Land X aber Frauen immerhin einmal ein Vetorecht beim zwangsverheiratet Werden haben, dann sind die Frauenrechte im Land X nicht "gut". Sie sind immer noch scheiße.
    So wie die Lehrergehälter in Deutschland.

    So mache ich es bislang auch. Du kannst da bei Abwesenheitsgrund Verspätung angeben, muss aber wie Du schon sagst das Ende der Abwesenheit dann eintragen.

    Es braucht die Zeit, die es braucht. Ich mache das, genauso wie das aufwändige Entschuldigen von Fehlzeiten, selbstverständlich im Unterricht. Das ist so gewollt. Insgesamt finde ich das digitale Klassenbuch aber ganz gut. Händisches Zählen von Fehlstunden in einem analog geführten Klassenbuch war eine unglaublich zeitaufwändige und auch unwürdige Arbeit. Durch das digitale Klassenbuch kann man sich so viel schneller einen Überblick über die Fehlstunden der SuS verschaffen.

    (Die bei uns eh vollkommen egal sind, denn Konsequenzen gibt es am Gymnasium nicht. Aber natürlich müssen sie dokumentiert werden, man hat ja sonst zu wenig Arbeit)

    Und wenn die Kollegin Krebs hat, zwei mal die Woche zur Dialyse geht, aber einmal die Woche zum Training gehen (wenn sie kann) Punkte zählen und soziales Leben ihr hilft? EGAL, welche Krankheit dahinter steckt: soziale Isolierung ist das Schlimmste, was einem Kranken passieren kann.

    Ja und dann is es nachvollziehbar, dass sie manche Tätigkeiten kann (z.B. im Sportverein oder andere seelisch positive, Kraft spendende Tätigkeiten) und diese ihr gut tun, während seelisch negative / Energievampirtätigkeiten wie der Lehrerberuf ihren Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Insofern tut sie etwas für ihre Gesunderhaltung (oder Gesundwerdung), indem sie die Schule meidet aber die Vereinstätigkeit (ob nun nebenberuflich oder hobbymäßig) aufrecht erhält. Streng genommen ist das beamtenrechtlich doch sogar erwünscht, da sie der Pflicht zur Erhaltung der Gesundheit nachkommt und so die Genesung vorantreibt. Das muss ja nicht einmal Krebs sein, es können ja auch psychische Erkrankungen sein. Ich merke ja auch immer, wie schnell man gesund wird (körperlich und psychisch), wenn man mal ein paar Tage nicht arbeitet und wie langwierig der Heilungsprozess im stressigen, negativen Umfeld der Schule ist, wo eine Erkältung auch mal schnell zur ausgeprägten Nasennebenhöhlenentzündung werden kann, wenn man nicht rechtzeitig das Umfeld meidet.

    Ich bin ja in gewisser Weise schon involviert, denn ich habe konkret Mehrarbeit aufgrund dieses Verhaltens.

    Und diesen Ärger kann ich schon sehr gut nachvollziehen. Und da zeigt sich wieder die Ausbeutung der Lehrkräfte.


    - Würdest Du diese zusätzlichen Stunden der Korrektur mit einem einer Akademikerin würdigen Stundensatz einfach abrechnen können, dann wäre es für Dich einfach ganz normal verdientes Geld... und der Dienstherr würde vermutlich viel mehr Interesse daran haben, dass die Kollegin ihre Nebentätigkeit aufgibt / zur Rechenschaft gezogen wird. Momentan kostet es den Dienstherrn aber eben nichts.

    Dies zeigt sich an tausenden Stellen in unserem Beruf:

    - würde ich die Stunden, die ich mit chemischen Versuch Auf- und Abbau beschäftigt bin aufschreiben und anrechnen lassen können, würde der Dienstherr eine(n) CTA (chemisch technischer Assistent) anstellen, da dies finanziell lukrativer ist. Vielleicht so eine Hilfkraft, die alle NaWi Sammlungen betreut.

    - würden die Lehrkräft die Planung und Durchführung von Klassen- und Studienfahrten verrechnen können, würde stattdessen pädagogisches und verwaltungstechnisches Personal (weit unter A13) dafür eingestellt werden. Dasselbe gilt für Pausenaufsichten usw., für die pädagogisches Personal nicht studiert haben muss.

    - würden Lehrkräfte Elterngespräche aufschreiben und den Zeitaufwand verrechnen können, hätte der Dienstherr viel größeres Interesse Lehrkräfte gegen übergriffige Eltern und zeitaufwändige Gespräche zu schützen. Dann gäbe es feste Sprechzeiten, feste Gesprächsvolumina und alles darüber hinaus müssten Eltern ggf. selber tragen oder ihre Versicherung

    Da das System aber so funktioniert, dass Lehrkräfte alles machen müssen, weil mit ihrer Alimentation quasi Leibeigenschaft (ja ja, die Historiker werden mich darauf hinweisen, dass der Begriff ganz anders definiert ist, aber ihr versteht den Punkt) einher geht, werden Dir solche Aufgaben wie durch die kranke (bzw. nach Deiner Auffassung "kranke") Kollegin einfach zugeschustert. Da kann man sauer auf die Kollegin sein (zu Recht!), aber aus meiner Sicht eben auch auf das System. Wäre diese Zusatzarbeit angemessen bezahlt, dann wäre es nicht Dein Ärger und damit Wunsch die Kollegin zur Rechenschaft zu ziehen, sondern der Wunsch und Wille des Dienstherrn, der durch diese Kollegin Mehrkosten hat. Dem ist aber nun einmal nicht so. Und ich glaube da liegt viel eher der Fehler!

    Ich finde das, was Deine Kollegin (oder Kollege) macht auch nicht in Ordnung. Für mich ist auf gewisser Ebene (nicht moralisch!) allerdings nachvollziehbar, dass sie lieber eine Sportmannschaft betreut, als als Lehrer/in zu arbeiten. Deutlich stressfreier und mit mehr Spaß verbunden. So, wie sie es aber regelt, ist es moralisch nicht in Ordnung, da gebe ich Dir Recht!

    Achja, den Effekt anders herum hat es übrigens auch! Bei Verbesserungen der Bedindungen oder positiven Überraschungen (zugegeben beides selten im Lehrerberuf) bin ich meist sehr motiviert. Einmal hatte ich es, dass die Beihilfe eine ich sage mal "alternative Schönheitsbehandlung" übernommen hat, womit ich gar nicht gerechnet habe. Ich habe am nächsten Tag so gute Laune gehabt, dass ich tatsächlich mal freiwillig etwas Schulorganisatorisches übernommen habe, was ich sonst defintiv nie gemacht hätte.

    Aber naja, so ist es eben. Wie der Arbeitgeber seine Belegschaft behandelt hat eben Auswirkungen.

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