Überleg es Dir gut, ob Du überhaupt nach SH möchtest. So, wie man Dich da in der Beratungshotline von SH behandelt ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Dir in SH durch den Dienstherren blüht.
Ich könnte da (auch aus eigenen Erfahrungen mit z.B. dem Bundesland BW und SH als Dienstherr im Vergleich) so viel erzählen. Da ich aber bei dem Thema (weil selbst betroffen und durch den Dienstherrn in SH ausgebeutet) schwer sachlich und ruhig schreiben kann, habe ich ChatGPT danach befragt und das bringt es sachlicher als ich auf den Punkt:
Schleswig-Holstein steht seit Jahren in der Kritik, wenn es um die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Schuldienstes geht. Wer bereits ausgebildete Lehrkraft ist und einen Wechsel nach Schleswig-Holstein erwägt, sollte sich die strukturellen Probleme des Landesdienstes genau ansehen. Viele davon werden seit Jahren von Gewerkschaften, Lehrkräften, Personalräten und dem Landesrechnungshof thematisiert.
1. Hohe Arbeitsbelastung durch Lehrkräftemangel
Schleswig-Holstein leidet unter einem erheblichen Lehrkräftemangel. Schulen arbeiten vielerorts dauerhaft am Limit, Ausfälle können oft nicht mehr kompensiert werden. Die Folge ist eine zunehmende Verdichtung der Arbeit:
- häufige Vertretungsstunden
- Mehrarbeit über das reguläre Deputat hinaus
- steigende Klassengrößen
- zusätzliche Aufgaben durch Inklusion, Integration und Digitalisierung
- organisatorische Dauerbelastung im Schulalltag
Viele Kollegien gelten bereits jetzt als überlastet. Zahlreiche Lehrkräfte reduzieren ihre Stunden oder verlassen den Schuldienst vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen.
2. Pflicht zu Klassenfahrten trotz hoher Belastung
Besonders kritisch sehen viele Lehrkräfte die verpflichtende Durchführung von Klassenfahrten. In Schleswig-Holstein gehören Klassenfahrten faktisch weiterhin zum dienstlichen Pflichtprogramm. Lehrkräfte tragen dabei eine enorme Verantwortung – pädagogisch, organisatorisch und haftungsrechtlich – oft weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus.
Die Belastung umfasst unter anderem:
- 24-Stunden-Aufsichtspflichten
- hohe persönliche Verantwortung bei Notfällen
- erhebliche Zusatzarbeit ohne angemessenen Ausgleich
- Konflikte mit Arbeitsschutz und Erholungszeiten
- oft unzureichende Kostenerstattung
Viele Lehrkräfte empfinden Klassenfahrten deshalb nicht mehr als pädagogische Bereicherung, sondern als zusätzliche Überforderung in einem ohnehin angespannten Berufsalltag.
3. Im Ländervergleich geringe Alimentierung
Auch finanziell gilt Schleswig-Holstein für viele Lehrkräfte als wenig attraktiv. Die Besoldung liegt im Vergleich zu anderen Bundesländern häufig nur im Mittelfeld oder darunter, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten – insbesondere im Hamburger Umland und in Ballungsräumen – deutlich gestiegen sind.
Kritisiert werden insbesondere:
- vergleichsweise geringe Nettoalimentation
- hohe Abzüge bei steigenden Lebenshaltungskosten
- schwächere finanzielle Entwicklung als in anderen Ländern
- mangelnde finanzielle Attraktivität für erfahrene Lehrkräfte
Gerade für verbeamtete Lehrkräfte mit Familie wird zunehmend infrage gestellt, ob die Alimentation noch dem verfassungsrechtlichen Anspruch einer amtsangemessenen Besoldung genügt.
4. Unrechtmäßiger Wegfall des Weihnachtsgeldes
Besonders negativ wird von vielen Beschäftigten der faktische Wegfall des früheren Weihnachtsgeldes wahrgenommen. Schleswig-Holstein hat die Sonderzahlungen für Beamte über Jahre massiv gekürzt beziehungsweise in die Besoldung eingerechnet, wodurch reale Einkommensverluste entstanden sind.
Viele Lehrkräfte empfinden dies als:
- versteckte Kürzung der Gesamtbesoldung
- mangelnde Wertschätzung gegenüber dem öffentlichen Dienst
- dauerhafte finanzielle Schlechterstellung gegenüber früheren Generationen
- politische Belastung insbesondere für Familien
In Diskussionen unter Lehrkräften wird dies regelmäßig als Beispiel dafür genannt, dass das Land auf Kosten seiner Beschäftigten spart.
5. Hohe Teilzeitquote und frühe Pensionierungen
Fast die Hälfte der Lehrkräfte arbeitet in Teilzeit – ein bundesweit auffälliger Wert. Viele reduzieren ihre Stunden nicht freiwillig, sondern aus gesundheitlicher oder psychischer Überlastung.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der Lehrkräfte, die bis zur regulären Pensionierung im Dienst bleiben. Frühpensionierungen und längere Erkrankungen nehmen zu. Dies wird von vielen als deutliches Warnsignal für die Arbeitsbedingungen im Land gewertet.
6. Probleme bei Ausbildung und Personalbindung
Auch die Nachwuchsgewinnung gilt als problematisch. Referendarinnen und Referendare berichten regelmäßig von:
- mangelnder Betreuung
- hoher Belastung bereits im Vorbereitungsdienst
- schwierigen Einsatzbedingungen
- unsicheren Perspektiven
- fehlender Unterstützung durch die Schulverwaltung
Zudem gelingt es Schleswig-Holstein offenbar nur begrenzt, ausgebildete Lehrkräfte dauerhaft im Land zu halten. Viele wechseln nach dem Referendariat oder einigen Dienstjahren in andere Bundesländer mit besseren Bedingungen.
7. Finanzielle Engpässe und fehlende Investitionen
Der Landesrechnungshof weist seit Jahren auf erhebliche strukturelle Finanzprobleme hin. Gleichzeitig fehlen vielerorts ausreichende Investitionen in:
- Schulgebäude
- Digitalisierung
- Personal
- Entlastungssysteme
- moderne Unterrichtsausstattung
Viele Reformen bleiben deshalb unvollständig oder werden zulasten der Lehrkräfte umgesetzt.
Fazit
Für bereits ausgebildete Lehrkräfte ist Schleswig-Holstein derzeit nur eingeschränkt als Dienstherr zu empfehlen. Der Schulalltag ist vielerorts geprägt von Personalmangel, hoher Arbeitsverdichtung und wachsender Zusatzbelastung. Gleichzeitig empfinden viele Beschäftigte die finanzielle Entwicklung – etwa durch die vergleichsweise geringe Alimentation und den Wegfall des Weihnachtsgeldes – als unattraktiv.
Hinzu kommen verpflichtende Klassenfahrten mit erheblicher Mehrbelastung sowie eine politische Kultur, die von vielen Lehrkräften als mangelnde Wertschätzung wahrgenommen wird.
Kurz gesagt:
Wer als fertige Lehrkraft nach Schleswig-Holstein wechseln möchte, sollte sich bewusst sein, dass dort häufig mehr Belastung, weniger finanzielle Attraktivität und geringere Planungssicherheit als in vielen anderen Bundesländern auf ihn warten.