Beiträge von Firelilly

    Meine einfache Antwort: die Rahmenbedingungen.

    Wenn man die Pflichtstundenzahl auf sagen wir 18 bis maximal 20 heruntersetzen würde, Dinge wie Klassenfahrten abschaffen oder zumindest auf Freiwilligkeit umstellen würde, dann würde meine Berufszufriedenheit um ein paar hundert Prozent steigen. Wichtig wäre auch noch ein Stundenplan, der wenig Hohlstunden hat, weil ich an der Schule unmöglich arbeiten kann.

    Die Schüler hingegen sind toll, Wertschätzung passt für mich persönlich auch und, dass es fachlich nicht anspruchsvoll ist, damit habe ich mich abgefunden (auch, wenn ich lieber fachlich tiefergehendere Dinge machen würde).

    Würde man mir das aktuelle Gehalt für 18-20 Wochenstunden zahlen, mir einen guten Stundenplan garantieren und einige der außerunterrichtlichen Pflichten reduzieren, wäre ich mit so unendlich viel mehr Zufriedenheit dabei.

    Dann könnte ich wirklich schöne Unterrichtsstunden halten, mit dem Gefühl genug Zeit gehabt zu haben sich dafür vorzubereiten, könnte Prüfungen ausarbeiten (haben z.B. kein Zentralabitur) die qualitativ gut und vom Material her ansprechend sind.

    Dann würde auch die work life Balance passen ohne, dass man das Gefühl hat total ausgebeutet und verarscht zu werden. Dies würde sich dann auch in der entsprechenden Haltung widerspiegeln (wie es in den Wald hineinruft....)

    Aber von den von mir genannten Bedigungen ist mal eben meilenweit entfernt und damit ist der Frust groß und der Elan klein.

    "Sofern alle Teilnehmenden bzw. deren Sorgeberechtigten einverstanden sind, können Klassen- und Studienfahrten unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygienebedingungen stattfinden. ..." Wenn also Lehrkräfte nicht damit einverstanden sind, heißt das für mich, dass auch keine SL Klassenfahrten anordnen kann!

    Danke für das Heraussuchen! Die Frage ist, ob dies den Passus überschreibt, dass Klassenfahrten in SH Dienstpflicht sind. Was hat denn hier mehr Gewicht?

    Gibt's das tatsächlich irgendwo in Deutschland, ganz unabhängig von Corona?

    Klar, in SH!


    Wie fahrt ihr / wohin / wie lange?
    Kein Kontakt zu Mitmenschen im Bus und Jugenherberge? (Verbot, mit anderen zu sprechen?)
    Lüftung im Bus oder gar Zug? (was man privat macht, ist egal. In den Schulen soll man alle 20 Minuten lüften und jetzt auf einmal 5-8 Stunden in einem Bus sitzen?

    Was ist mit Stornokosten bei Risikogebiet am Start, am Ziel oder Infektionskette in der Klasse?

    Anfahrt per Bahn und Bus, Dauer eine Woche lang. Das genaue Ziel möchte ich nicht angeben aufgrund des Wiedererkennungswert. Es handelt sich um keine menschenüberflutete Region, aber eine Region die eigentlich ein Sommerausflugsziel ist und im Winter extrem kalt und unangenehm ist (nicht von mir geplant, ich werde aber dienstverpflichtet).

    Du weißt wie ich, dass alleine schon die Problematik um den Reisekostenverzicht die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung letztlich immer nur an Freiwilligkeit knüpfte. Ich kenne das nicht anders: An Klassenfahrten und vergleichbaren Schulveranstaltungen nahmen bislang immer nur Freiwillige teil.

    Nun brauchen wir uns um Dienstpflichten und den Sinn solcher Veranstaltungen nicht zu streiten. Es ging mit oben wirklich nur um den Begriff "gezwungen". Auch Beamte können zu nichts gezwungen werden, auch nicht vom Dienstherrn.


    Doch, ich werde gezwungen. Reisekosten werden übernommen, die anfallende Mehrarbeit, die Anschaffung tiefwinterlicher Kleidung für das Vorhaben etc. nicht. Die Übernachtung ist eine Jugendherberge mit zweifelhaftem Ruf und Bedigungen.

    SL:"Sie bleiben doch innerhalb einer Gruppe, warum sollte da die Ansteckungsgefahr höher sein?"


    Was genau könnte man denn anführen, was an dieser Dienstanweisung (also im Winter auf Klassenfahrt fahren zu müssen) "unrechtmäßig" ist? Denn dieser Unrechtmäßigkeit bedarf es doch, wenn ich remonstrieren möchte.

    Und der Lehrer korrigiert doppelt (wie ich nun auch einen Klausursatz in den Herbstferie

    Würde ich niemals machen. Ich habe in einem vergleichbaren Fall deutlich gemacht, dass entweder die Klausur genehmigt wird, oder ich in Zukunft mit absoluter Sicherheit nie wieder eine Klausur produzieren werde, wo zu viele unter dem Strich sind. (aka Dödelklausuren)

    Ich lasse mir doch nicht unbezahlte Mehrarbeit aufdrücken, weil Schüler keine Lust haben zu lernen oder der Kurs einfach ganz schwach ist / kognitiv überfordert ist.

    Sicher, wenn ich mich mal in der Aufgabenstellung vertue, also einen klaren Fehler mache, dann nehme ich die Aufgabe raus.

    Wenn die Klausur aber angemessen ist, dann bringt mich nichts und niemand dazu noch einen gesamten Satz zu korrigieren.

    So weit kommt das noch!

    Dir ist dabei natürlich klar, dass Dienstbesprechungen, Konferenzen, Mitwirkung in der Schulentwicklung usw. auch zum Kerngeschäft von Lehrkräften gehören, nehme ich an.

    Ja und das kann man schön ausdehnen alles. Eigentlich ist alles Dienstpflicht.

    Es macht einen Unterschied, ob ich dafür bezahlt werde oder ob ich das in meiner unbezahlten Zeit mache, denn: die restliche Arbeit reduziert sich durch eine Spaßveranstaltung um genau 0,0%. Oder hat sich durch das "soziale" Miteinander auf einmal ein Stapel Klausuren korrigiert? Oder ein Unterricht vor- oder nachbereitet? Oder hat sich die IT-Hardware der Schule selbst repariert? Hat sich das Klassenbuch selbst überprüft?

    Das trifft leider auf so viele Dinge im Lehrerberuf zu. Das Kerngeschäft verschlingt eigentlich schon nahezu 100% der Arbeitszeit.

    Man kriegt dann aber noch zig andere Dinge draufgedrückt und es heißt immer, dass das ja zum Beruf gehöre und man dafür auch bezahlt werde.

    Diese Flatrate ist einfach grauenvoll.

    Wenn man wirklich jede Arbeitsstunde aufschreiben würde, dann würden die ganz schnell einige Konferenzen, Dienstversammlungen usw. einstampfen, weil es schlicht rausgeschmissenes Geld ist.

    Solange es aber eben diese Art der Alimentierung gibt, wird man mit solchen Totschlagargumenten

    Jede Dienstbesprechung ist Arbeitszeit.

    bombardiert.

    Panik bekomme ich nur, wenn ich an die desaströsen Entscheidungen der Politik denke. Wir Lehrer sind in einem abgeschotteten Bereich und haben auch im Lockdown unser Geld weiterbekommen.


    Wir haben ja auch während des Lockdowns gearbeitet, sehr viel sogar. Wäre ja noch schöner gewesen, wenn wir das unentgeldlich hätten machen müssen. Für uns ist Corona finanziell annähernd neutral bis nachteilhaft gewesen. Ja, es gibt Leute, denen hat Corona wirtschaftlich richtig geschadet. Aber es gibt auch Corona Gewinner, aber Lehrer gehören da mit Sicherheit nicht dazu. Die unbezahlten Überstunden, die allein bei uns wegen vermehrter Kohortenaufsichten oder Teilung der Kurse zustande kamen (da machte man aus einem dreistündigen Kurs gerne mal zwei Kurse á jeweils zwei Stunden, zack eine Stunde unbezahlte Mehrarbeit!), sind natürlich ein finanzieller Einbußen.


    Deshalb ist wenigstens von Seiten der Lehrer Optimismus zu verbreiten und auf keinen Fall Angst oder Panik.

    Als ob ich mir so eine Haltung vorschreiben lassen würde. :daumenrunter:^^

    Jeden Tag schicke ich auch Vertretungsmaterial an die Schule.

    Bitte was? Denkst du ein Bäcker der krank ist bäckt zuhause Brötchen und schickt sie in den Laden, damit die da verkauft werden können? Oder vergibt der Sparkassenmitarbeiter einfach von zuhause aus Kredite für die Kunden?

    Wenn du krank bist, dann schickst du keinerlei Material! Gar nicht.

    Das muss aus diesem Berufsstand unbedingt ausgetrieben werden.


    Ich unterrichte rein naturwissenschaftliche Fächer.

    Das ist doch schonmal eine prima Voraussetzung, denn das sind oftmals Mangelfächer.



    Ich würde auch nicht von dir aus kündigen, sondern mich aus der Angestelltenposition heraus bewerben! Lass dich da auch nicht von dieser Privatschule unter Druck setzen. Lass dir kein schlechtes Gewissen wegen Fehlzeiten einreden!

    So wie sich das anhört, mit der Gängelung durch die Schulleitung, ist es ein ganz schlechtes Klima bei euch.

    Mich wundert immer, wie sich Schulleitungen darüber aufregen können, dass Leute oft krank sind, wenn sie so ein schlechtes Klima an der Schule verbreiten. Ist doch logisch, dass das auf die Psyche schlägt und aufs Immunsystem.

    Du bist jetzt auch wieder am Ruminieren, hast so viele Sorgen und Gedanken wegen dieser Schule. Die Schule macht dich regelrecht krank!

    Achte auf dich selbst, zieh das beste aus der Situation (z.B. Geld!) und hör unbedingt auf Material in die Schule zu schicken, wenn du krank bist.

    Kein Wunder, dass du nicht gesund wirst, wenn du während der Krankheit noch arbeitest!

    Deine regelmäßige, (gar nicht so) latente Aufrufe zum Krankschreiben werden hier nicht geduldet, unterlasse es bitte.

    Bitte was? Das ist doch wohl eine Frechheit!

    Ich rate einer Person, die sich in einer massiven Lebenskrise befindet, dieses ernst zu nehmen und beim Psychologen vorstellig zu werden!

    Es haben sich schon Leute das Leben genommen, weil sie von solchen Situationen, ohne Hilfe, überfordert waren und ihnen alles über den Kopf gewachsen ist. Stell dir vor da kommt jetzt auch noch ein Verfahren wegen irgendwelcher Dienstpflichtverletzungen hinzu, wenn man eh schon in so einer Ausnahmesituation ist.

    Eine richtiggehende Frechheit, dein Beitrag! Jemandem zu raten, dass er sich mit dem Hausarzt beraten soll und möglichst auch noch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte, kann ein Lebensretter sein.

    Übrigens hatten wir vor gar nicht langer Zeit einen Schienensuizid in der Schülerschaft. Dem hat sein Klassenkollegium vorher noch eine Attestpflicht aufgebrummt, weil sie der Meinung waren, er würde immer Klausuren schwänzen. Ich merke gleich, dass der tief in einer Krise steckt.

    Auch die Eltern haben sich ihm gegenüber so geäußert, dass er unbedingt jetzt sein Abi durchziehen sollte und entsprechenden Druck ausgeübt auf ihn.

    Ich war die einzige (!) in einem Beratungsgespräch mit Eltern und der Oberstufenleitung, die geäußert hat, er solle das Abi erstmal hintenanstellen und sich für längere Zeit in Behandlung begeben. Da wurde ich belächelt.

    Ein Schuljahr später hat die Schule dann auf einmal ganz bestürzt und fassungsloslos, dass er sich, zwei Tage vor dem schriftlichen Abitur, vor eine Regionalbahn geworfen hat.

    Du kannst mich gerne sperren, das passt zu dieser grauenhaft schlechten Moderation hier, aber ich werde nicht nachlassen Menschen in Krise zu raten auf ihre Gesundheit zu achten und ihr seelisches Wohl!

    Die Pension dürfte bei deinem Dienstalter recht mager ausfallen.

    Hört sich jetzt böse an, aber das was dein Hausarzt so lapidar äußert, stimmt so nicht.

    Die Abschläge betragen in SH bei Dienstunfähigkeit, die nicht durch einen Dienstunfall verursacht wurden, maximal 10,4 Prozent.

    Außerdem heißt die Begutachtung nicht zwangsläufig, dass man tatsächlich in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wird.

    Im Gegenteil, du kannst davon ausgehen, dass die alle Hebel in Bewegung setzen, damit du arbeitest. Wiedereingliederung usw.

    Ich hab keine Handhabe dagegen. Ich hab zumindest noch keine gefunden. Nach meinem Dafürhalten kann ein SL DBs einberufen, so oft er will und wann er will und sei es um 3:00 Uhr morgens auf dem Schuldachboden - und ich habe auf Abruf bereit zu stehen?

    Ja, so ist es. Willkommen im Lehrerberuf :uebel:

    Bekommst du kein Gehalt / keine Besoldung?

    Doch, aber für Eltern ist mein Service kostenlos, 0,00 Euro. Das ist ja das Problem. Glaubt ihr, dass Eltern einen so oft wegen Nichtigkeiten kontaktieren würden, wenn die Beratung "wo der Turnbeutel geblieben sein könnte" oder "ob man nicht die Sitzordnung ändern könnte, weil....." 17,30 Euro kosten würde?

    Der Dienstherr bezahlt eine flatrate und das wird natürlich schamlos ausgenutzt: Vom Schulleiter, der Dienstpflichten einfordert, von Eltern und Schülern, die ohne Hemmschwelle jeglichen Service beantragen.

    ...beneidenswert... Ich hab knapp 130 bezahlt, aber da Ärzte privat jeden Handschlag dreikommafümffach abrechnen, gehört das eher zu den kleineren Rechnungen.


    Corona-Zuschlag z.B., weil die armen Ärzte eine Maske tragen müssen. Oder "was mache ich denn jetzt noch, bis die Zeit des Soundsotests rum ist" und dann den Posten "das hab ich noch gemacht, weil Zeit übrig war" auf der Abrechnung. Ultraschall des Wadenmuskels oder so. Mal 3,5 versteht sich.

    Komm mal als Lehrer auf die Idee einen Zuschlag zu verlangen:cash: Falscher Beruf

    Nun ja. Entweder ich arbeite bei einer Ausnahmefirma, oder Ihr macht Euch völlig falsche Vorstellungen von der "freien Wirtschaft".

    In einer Firma überlegt man sich aber durchaus, ob es Sinn macht die gesamet Belegschaft zu einer Konferenz/Meeting zusammenzurufen, denn das wird als Arbeitszeit bezahlt beim Lehrer nicht. Auf die Aussage "Wenn wir heute noch bis abends Konferenz haben, dann kann ich für morgen keinen Unterricht vorbereiten und kann höchstens Dokumentationen zeigen" meinte unsere Schulleitung, dass man den Unterricht für den darauffolgenden Tag halt im Voraus planen muss... allerdings würde das aufs Wochenende fallen.

    Kurzum: Eine dreistündige Konferenz in der Schule ersetzt keine drei Stunden, in denen die Firma sonst produktiv wäre. In der Schule wird die Produktivität aufs Wochenende verlegt, wo die KuK dann fleißig vorarbeiten (sei es Unterrichtsvorbereitung, Korrektur usw.).

    In der Wirtschaft kostet so eine Gesamkonferenz mit so vielen Teilnehmern mehrere tausend Euro und steht in keinem Verhältnis zur Effizienz.

    Da würde man solche Späße wie an der Schule ganz schnell einsparen.

    Aber für eine Schule ist das Geld eine Konstante und die Arbeitskraft der Lehrkräfte ein Blankocheck, denn man bei belieben überziehen kann.

    Auch bei leichten Symptomen nicht, denn ich war dieses Jahr ebenfalls noch nicht beim Arzt und werde dafür meine Rückerstattung nicht verballern.. Arztbesuch wird nur erfolgen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich tatsächlich einen brauche..

    Werde ich genauso handhaben. Bei uns gibt es keine kostenlosen Tests. Im Zweifel bleibe ich mit leichten Symptomen einfach zuhause und gehe nicht zum Arzt.

    Werde nicht mein eigenes Geld dafür ausgeben, was eigentlich der Dienstherr leisten müsste.

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