Beiträge von Firelilly

    Im anderen Extremfall - die Situation wird nicht besser, Anfang Mai stellt man fest, dass es keinen Sinn macht noch auf Zeit zu spielen und das Schuljahr wird beendet, ohne dass man noch 2 Monate Aufgaben per Emails verschickt - wird das bei allen Lehrern Konsequenzen haben. In dem Fall wird dann auch der gesamtgesellschaftliche Druck auf die Politik zu groß werden. Dass die Kurzarbeiter- und Arbeitslosenzahlen durch die Decke gehen während gleichzeitig die Lehrer 5 Monate bei vollen Bezügen faktisch Ferien haben, wird nicht passieren.

    Warum sollte man bei geschlossenen Schulen (wobei ich davon ausgehe, dass man die direkt nach den SLH Osterferien wieder öffnet, das Abi ist ja auch direkt angesetzt mit offiziellen Terminen) denn nicht weiter Online-Teaching machen? Gerade wenn die Schulen tatsächlich dicht bleiben müssten, sind Lehrer/innen weiterhin gefragt. Dann muss, und das wird viele Arbeitsstunden verschlingen, das provisorische Online-Teaching professionalisiert werden. Dann wird es Vorgaben geben, wie man zu unterrichten hat und was man alles leisten muss. Da müssen wir dann durch und ich kann mir gut vorstellen, was man sich da alles überlegt.


    Die Gesamtbevölkerung würde es natürlich diebisch freuen, wenn man den faulen Säcken endlich mal das Gehalt kürzt.

    Und von dem Geld, das man an den überbezahlten, notrisch faulen Lehrern spart, kann man die systemrelevanten Berufe endlich mal ordentlich bezahlen.

    8545 Euro Brutto für einen Arzt, 4525 Euro für Intensivpflegekräfte bzw. 3502 Euro für einfache Pflegekräfte lassen sich damit doch endlich auf angemessene Gehaltsstufen bringen!


    https://www.gmx.net/magazine/n…-maessig-bezahlt-34557742


    Also, nehmt den Lehrern das Gehalt. Applaus braucht ihr denen nicht nehmen, den hatten die noch nie. :pfeifen:

    Um es nochmal zu sagen. Ich finde durchaus, dass das Beamtentum (momentan, wer weiß, ob der Dienstherr nicht Wege findet der Fürsorgepflicht nicht nachzukommen) in dieser Corona-Krise vorteilhaft ist.

    Was ich aber nicht verstehen kann ist, wenn man jetzt davon spricht, dass man privilegiert sei. Wir haben uns dieses Status hart erarbeitet: ein langes, anspruchsvolles Fachstudium (während dem man nichts verdient), danach noch ein unterbezahltes Referendariat. Weiterhin zahlen wir kräftig dafür, indem unser Gehalt, selbst, wenn man den besten Unterricht der Welt machen würde, immer in engen Grenzen feststeckt. Spitzenleute in anderen Bereichen lachen über unser Gehalt. Dann machen wir uns vollständig abhängig von nur einem Arbeitgeber. Und dieser Arbeitgeber kann einen fast wie Leibeigene herumkommandieren (in bestimmtem, aber sehr weit gedehntem Rahmen).

    Fossi hat ja selber geschrieben, der Staat brauche "eine Truppe zur Verfügung, die nicht lang fragt, sondern (wichtig: innerhalb des genau festgelegten rechtlichen Rahmens) zu spuren hat."

    Es gibt eine ganz große Menge an Nachteilen des Beamtentums, aber es gibt eben auch Vorteile. Neben der Pension und der Beihilfe im Krankheitsfall ist man z.B. (noch (!!!!)) in dieser Krise auf der Seite derjenigen, die kaum Einbußen erfahren.

    Da liegt die crux.... der Beamtenberuf strahlt dann: wenn es in der Wirtschaft schlecht läuft oder wenn man oft und oder lange krank ist.

    Der Beamtenberuf ist eher mäßig: wenn die Wirtschaft brummt oder man ein gesunder Mensch ist.


    Jetzt, wo es halt schlecht läuft zu sagen man sei privilegiert ist quatsch. Das erkaufen wir uns teuer. Das ist eingerechnet in die Faktoren, die ich genannt habe.

    Ja, momentan ist es ganz schön Beamter zu sein. Es gab (und gibt mit Sicherheit) auch wieder Zeiten, wo man der Depp ist und es bei anderen besser läuft.

    Ich wiederhole mich gern: Beamte und ihre großzügige Versorgung gibt es nicht, weil der Staat so nett ist.


    Richtig, und weil der Staat nämlich in Wirklichkeit nicht nett ist, sondern ganz schön kalkulierend, stimmt auch das nicht:

    [...] Beamte und ihre großzügige Versorgung [...]

    Man kann davon leben, ja. Wenn das aber so großzügig wäre, dann wundert mich schon, dass so viele einen Bogen um das Lehramt machen. Besonders solche angehenden Studenten, die es eben auch zu mehr bringen könnten.

    Begriffe wie Spaß, Selbstverwirklichung und ähnlicher neumodischer Firlefanz sind in dem System (das in seinen Geundzügen aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich nicht wesentlich verändert hat) natürlich nicht vorgesehen.

    Ja, und da sich der Beruf (bzw. das Amt....) ja mit diesen Dingen sehr schwer tut, muss die Besoldung das ein bisschen kompensieren.

    Reicht in Naturwissenschaften und manchen anderen Fächern immer noch nicht, um das Amt attraktiv zu machen.


    Dass an Deiner Schule einiges im Argen zu liegen scheint, was gute, effiziente und ressourcen- aka mitarbeiterschonende Organisation angeht, steht auf einem anderen Blatt.

    Meine Schule mag ein Extrembeispiel sein. Dennoch glaube ich, dass selbstausbeuterische Tendenzen, Mangel an Blick für Dinge außerhalb des Kosmos "Schule", vorauseilender Arbeitsgehorsam, und die Arbeitsphilosophie "der Beruf muss Berufung sein, und wer das nicht so sieht, wird einfach durch Gruppenzwang mitgezogen" generell an den Schulen verbreitet sind.

    Nö, das ist auch ohne Benachteiligung möglich. Bei uns fühlt sich jedenfalls bisher keiner benachteiligt, ich arbeite schon immer maximal 17h und das an max. 3 Tagen. Zusätzlich komme ich nur einmal die Woche früher als 10 Uhr, dafür habe ich dann aber eben auch bis 15.15 bzw. 16 Uhr Unterricht.

    Bei uns haben Teilzeitkräfte oftmals morgens von der ersten Stunde an, dann viele Hohlstunden und gehen nach der 9. oder 10. Stunde.

    Mit 17 Stunden hätte man bei uns höchstens einen freien Tag und sonst keinerlei Ansprüche, also da würde man in der Regel morgens zur 1. Stunde kommen und erst später nachmittags gehen.

    Angeblich liegt es daran, dass so viele Kurse (Oberstufe) geblockt sind und eben nicht verschiebbar.

    Deshalb macht Teilzeit bei uns absolut keinen Sinn. Und noch irgendetwas anderes nebenher ist dadurch auch gleich unmöglich gemacht.

    Das große Problem am Lehrerberuf mit den Nebenbeschäftigungen sind doch vor allem die unmöglichen Arbeitszeiten, die einem Stundenplaner immer wieder vorknallen.

    Ich sehe das bei unseren Teilzeitlern, die haben unzählige Hohlstunden und wenn es hoch kommt vielleicht mal einen unterrichtsfreien Tag.

    Wenn man jetzt z.B. 18 Stunden hat, dann muss das doch möglich sein zwei Tage frei zu haben und an den anderen drei Tagen 3*6 oder (1*6+1*5+1*7 etc.) Stunden zu unterrichten. Wie soll man denn sinnvoll sich ein zweites Standbein aufbauen, wenn man quer über die Woche verteilt immer mal wieder unterrichten muss.

    Sonst wäre es natürlich traumhaft, wenn man eben noch einen Beruf sinnvoll nebenher ausüben könnte, der z.B. mehr Geld bringt, oder der einen intellektuell mehr herausfordert, oder einem mehr Selbstverwirklichung ermöglicht, mehr Spaß bringt usw.

    Da wüsste ich viel, was mir gefallen würde, aber sinnvoll kann man das ja nicht machen, wenn so unzuverlässig mit einem umgesprungen werden kann. Dann heißt es auf einmal "Stundenplanänderung" und schon ist alles für die Katz. Von den ganzen Pflichtveranstaltungen, die immer beliebig quer durch die Wochentage wandern (Konferenz am Mittwoch, Abiturientenentlassung am Freitag, Schulfest am Donnerstag blaa), mal ganz abgesehen.


    Das Problem ist meiner Meinung nach weniger, dass die Tätigkeit irgendwie in Konflikt mit dem Beruf Lehrer ist und deshalb nicht genehmig werden kann, sondern, dass der Lehrerberuf so dermaßen in Konflikt mit allen anderen Möglichkeiten ist, dass deshalb einfach nichts geht. Man muss eben beliebig verfügbar sein. So etwas wie "ich kann nur montags bis mittwochs arbeiten, donnerstags und freitags habe ich einen anderen Beruf" geht nicht.

    Es geht um die Korrekturzeiten, ja. Die Profilfächer laufen normalerweise (ohne Corona) vor den Osterferien, die dann zur Korrektur genutzt werden können.

    Die Erstkorrektur der Kernfächer hat per Plan immer nur extrem wenig Zeit nach (!) den Osterferien, weil da ja auch noch die Zweitkorrektur ran muss.

    Deshalb bekommen die Kernfächer (die übrigens immer chillige Osterferien haben im Gegensatz zu den Profilfächlern...) Korrekturtage im Gegensatz zu den Profilfächlern, die dafür ihre Ferien opfern müssen.

    Die Profilfächler (die, die keinen Urlaub hatten) dürfen dann die Vertretungen für die Kernfächler machen, während die zuhause korrigieren während des normalen Unterrichtsbetriebs.

    Dieses Jahr bekommen die Profilfächler keine Osterferien zur Korrektur, weil das Abi danach laufen muss, und nach Plan eben auch keine Korrekturtage (denn die sind ja für die Kernfächler verbraucht). Toll!

    Ja, ich weiß, dass das über das Jahr schon ausgeglichen ist. Ich empfinde die SLH Lösung mit den ewig langen Zeiten zwischen den Ferien (man schaue sich Weihnachtsferien <-> Osterferien) suboptimal.

    Gerne würde ich z.B. eine Woche Sommerferien abgeben, damit man so etwas wie Winterferien im Frühjahr haben könnte.

    Würde auch den SuS gut tun.

    Vorher haben wir noch Pfingstferien

    Was sind Pfingstferien? Kennen wir nicht in SLH.

    Bei uns haben sie jetzt die Termine fürs Abi angekündigt. Wenn die Schulen für den regulären Unterricht etwa auch noch geöffnet werden sollten, dann gibt es den Arbeitssupergau. Unschaffbar, was sich die Leute da im Ministerium wieder ausgedacht haben. Das ist nur irgenwie zu bewältigen, wenn sie in der Abizeit (ab 21.04.) die Schulen für normalen Unterricht dicht machen.

    So langsam denke ich, dass die Idee von Frau Prien doch gar nicht so dumm gewesen wäre.
    Tja, bzw. im Endeffekt zeigt sich, dass Hessen es doch richtig gemacht hat. Die können das Abi im homeoffice korrigeren.

    In SLH wird es mit den engen Terminen nicht wirklich machbar, wenn man nicht massivste Korrekturstunden bekommt. Aber wo sollen die herkommen?!

    Das wird noch ein Spaß

    In anderen Bereichen des öffentliches Dienstes ist eine Stelle als Voll- oder Teilzeitstelle ausgeschrieben und muss auch so besetzt werden.

    Der entscheidende Unterschied ist, dass in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes eine Teilzeitstelle in der Regel auch tatsächlich eine Arbeitsreduktion entsprechend der Gehaltseinbußen bedeutet.

    Im Lehrerberuf bedeutet eine halbe Stelle mitnichten die halbe Arbeit. Das ist das große Problem und der Skandal bei Teilzeit in unserem Beruf.


    Vollzeit bleibt Vollzeit und Teilzeit kann gegebenenfalls, wenn der Bedarf und das Geld da ist, auf Vollzeit hochgestuft werden.

    In unserem Beruf könnte das Sprichwort "Vollzeit bleibt Vollzeit und Teilzeit ist auch fast Vollzeit, nur mit weniger Geld" gelten.

    Aber Meike, das kommt doch in SLH auch?

    Vielleicht mit dem Unterschied, dass die Hessen ihr Abi in Ruhe zuhause korrigieren, während die SLHer (eventuell) korrigieren während des normalen Betriebs. Das traue ich SLH durchaus zu.

    Ja nu! Dann wird's halt wie in BY verschoben! NRW hat auch im Juni (Ende) Ferien und wir würden es (regulär) hinbekommen.

    Ich finde es durchaus sinnvoll die Abiturprüfungen durchzuführen. Aber ganz wichtig: Kein normaler Schulbetrieb nebenher, sondern nur die Prüfungen und unter infektionstechnisch möglichst optimalen Bedingungen.

    Was ich befürchte ist, dass sie den Lehrern in SLH die Abiprüfungen zusätzlich zum normalen Unterricht reindrücken und für keine Entlastung sorgen.

    Da wird es heißen: Sie müssen jetzt halt ohne große Korrekturtage mal ein bisschen arbeiten, immerhin hatten sie ja vor den Ferien noch zwei Wochen "frei". (Wo viele KuK genausoviel gearbeitet haben wie ohne Schulschließung)

    Mal abwarten wie meine Prognosen sich bestätigen.

    . Ich finde, wir können (zumindest in Bayern ab Ende Mai) die Prüfungen unter strengen Vorkehrungen schreiben, nur wenige in einem Raum usw. - das Risiko ist dann auch nicht größer als beim Einkaufen. Die Abi-Prüfungen einfach wegfallen zu lassen, finde ich jetzt wieder etwas übertrieben...

    In SLH scheint man in Richtung des Ausfallens des Abiturs zu tendieren. Halte ich auch für nicht die beste Lösung, obwohl ich ein Freund strenger Maßnahmen bin.

    Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll die Schulen bis zum Sommer für den regulären Unterricht zu schließen. Der ist nun wirklich ein zu großes Infektionsrisiko.


    Das Abitur sollte man aber in sehr großen Rräumen (und da kann man ja im Zweifel sogar nur ein Fach pro Tag für die Profilkurse ansetzen, wenn eine Schule nur einen wirklichen Großraum hat) stattfinden lassen. Kernfächer zur Not unter Einbezug der Aula mit großem Abstand zwischen den SuS.

    Dazu genaue Handlungsanweisungen an Lehrer und Schüler (also nicht vor dem Raum treffen in Großgruppen, sondern schön nacheinander in den Raum mit schönem Abstand und so weiter).

    Nach der Durchführung einer Prüfung läuft ein Desinfektionsteam durch den Raum und desinfiziert alle Stühle und Tische. Gelüftet wird für mehrere Stunden.

    Am nächsten Tag kommt das nächste Fach.

    Sollte machbar sein.

    Ich schreib's gerne noch mal: Im Unispital Basel produzieren sie die Reagenzien für die Tests von Anfang an selbst. Das ist möglich, es handelt sich um ein Standardverfahren.

    Wow und wenn die nötigen Edukte dafür fehlen? Du weißt doch gar nicht welche Stoffe da genau fehlen.

    Oder können die im tollen Unispital Basel aus nem Liter Benzin von der Tanke, nen bisschen Pisse-Harnstoff für den Stickstoff und gemahlenen Knochen für Phosphat jegliche Kohlenwasserstoffverbindung synthethisieren? Ich nehme an, dass die dort einfach auch besser versorgt sind mit Ausgangsstoffen!


    Fakt ist natürlich, dass es für Deutschland ganz schön peinlich ist, wenn die Kapazität nicht ausreicht genügend Reagenzien bzw. deren Ausgangsstoffe herzustellen. Wir sind anscheinend doch das Land der Dichter und Denker, nicht der biochemischen Industrie. Aber vielleicht schreibt ja doch noch mal jemand ein hilfreiches Gedicht oder findet die Bibelstelle, die uns rettet, und straft mich lügen.


    Man kann es nur immer wieder sagen, Deutschland täte gut daran in (Bio)technologie zu investieren. Das fängt imho schon damit an Fächer wie Latein und Religion zu gunsten von Fächern wie Informatik zurückzuschrauben. Es fehlt in Deutschland leider an entsprechender Ausrichtung.

    Vielleicht zeigt sich in so einer Krise auch, dass (Bio-)technologie wirklich wichtig ist.

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