Heutzutage ist es doch furchtbar einfach eine AU zu bekommen. Z73.0 oder Z73.2, fertig. Die die, das System ausnutzen wollen, werden immer einen Weg finden. Außerdem, was völlig außer Acht gelassen wird: Jemand der Blau macht zum Arzt zu zwingen, jo. Er wäre 8,5 Stunden auf Arbeit gewesen und ist dann vielleicht 1,5h damit beschäftigt eine AU zu organisieren. Das sind 7h Zeitgewinn. Bzw. ist dann gleich für die ganze Woche krankgeschrieben. Wo er vielleicht doch nur einen Tag "gebraucht" hätte.
Es ist einfach so, dass sich die Prioritäten der Menschen verschoben haben. Es ist nur noch in seltenen Fällen so, dass die Arbeit am höchsten priorisiert wird. Für viele Menschen haben die eigene Gesundheit / das eigene Wohlbefinden, die Familie, etc. eine viel höhere Priorität. (Was ich auch vollkommen verständlich finde.)
Was mich interessieren würde, wäre, wie denn die Krankheitstage sind bei Menschen, die sich die Arbeit extrem flexibel einteilen können und z.B. 100% im Home Office arbeiten. Die einfach auch mal sagen können, hey, heute ist Bombenwetter. Ich arbeite 7-12 und 19-22 Uhr. Oder, mir geht's heute nicht so gut (ohne "wirklich" krank zu sein). Ich lasse heute mal weg und arbeite am Samstag und Sonntag jeweils vier Stunden. Ich würde wetten, dass diese Menschen weniger Krankheitstage haben.