Beiträge von MrsPace

    Danke! Hast du mir einen Link zum Dokument? Bin RP Freiburg.

    Hallo zusammen,


    vielleicht kann mir jemand helfen: Meine SL möchte bereits ab kommenden Montag regelmäßig in den Abschlussklassen Präsenzunterricht fahren. Also jeden Tag mehrere Unterrichtsstunden. Geplant war es zunächst in allen Fächern, da jedes Fach theoretisch Prüfungsfach sein könnte. Die SL meint jeder Unterricht im Prüfungsfach sei als Prüfungsvorbereitung anzusehen. Meiner Meinung nach gibt das das Schreiben vom KM nicht her.


    Die SL ist leider uneinsichtig. Was meint ihr? Gewerkschaft? BPR? ÖPR kommt wie gesagt nicht weiter.


    Lg und danke,

    MrsPace

    Probleme mit den Schülern hat man dann, wenn man sich selbst für was Besseres hält und den Schülern regelmäßig (verbal oder non-verbal) zu verstehen gibt, das man nichts von ihnen hält und ihnen nichts zutraut. Klar sind das teils noch Jugendliche/Heranwachsende, aber Menschen sind sie trotzdem. Wie es in den Wald rein schallt, so schallt es raus. Und besonders Schüler an der BBS sind dafür empfänglich, weil ihnen eben teils schon das ganze Leben erzählt wird, dass sie eigentlich für nix taugen. Nur auf die Hauptschule geschafft, da wartet Harz4, usw.

    Hallo,


    so, jetzt komme ich zum Antworten. Erstmal zu deinem zweiten Beitrag:


    Also müsste man die Art des Einsatzes an der jeweiligen Schule immer erfragen, wenn ich das richtig verstehe.

    Ja, wobei dir die Schule da erst kurz vor knapp zuverlässige Auskünfte geben kann. Was die Schulleitung im August plant, kann dann bei Schulbeginn im September wieder ganz anders aussehen. Generell musst du damit rechnen, dass du in jeder Schulart eingesetzt wirst. Und als "Neuling" wirst du jetzt auch sicher nicht die Rosinen vom Kuchen abbekommen sondern erstmal das nehmen müssen, was "übrig" ist. Aber das geht idR jedem Neuling so und wäre an jeder anderen Schulform ähnlich.

    ziemlich endgültig sein könnte

    Endgültig insofern als dass du selbst wohl nicht mehr zurück ans AG wollen würdest. Ich wüsste jetzt zum Beispiel ad hoc keinen Kollegen der erst an der BS gelandet ist und dann später zurück ans AG ist. Theoretisch ist es natürlich möglich, ja. Aber praktisch kommt es in meiner Erfahrung wie gesagt nicht vor.


    Ich selbst würde zum Beispiel auch nie ans Allgemeinbildende Gymnasium wollen obwohl ich zwei allgemeinbildende Fächer unterrichte. Die Arbeit mit den Eltern schreckt mich doch sehr ab. Auch kann ich mit jüngeren Schülern (bis 12 Jahre) eher nicht so. Ich kann mich da einfach nicht so einfühlen. Mit jungen Erwachsenen (so ab 15 Jahre), mit denen man teilweise schon vernünftige und reflektierte Unterhaltungen führen kann, komme ich weitaus besser zurecht.

    Ich war nur sehr kurz an einem AG für eine Zusatzlehrprobe in der Unterstufe. Diese habe ich eigentlich nur gemacht, weil ich mir den Auslandsschuldienst offen halten wollte. Und nicht deshalb weil ich u.U. mal ans AG will. Da wurde ich wie eine Aussätzige behandelt. "Das ist die vom Beruflichen". Dass sie nicht "Igitt, schnell weg!" gesagt haben, ist alles.

    Die Kollegen an der BS erlebe ich hingegen als größtenteils bodenständig und umkompliziert, oft aber auch sehr kernig und direkt und es herrscht oft ein etwas rauer Ton/Umgang. Ich finde das aber angenehmer, als das was mir meine Freundinnen vom AG oft berichten.

    Es wird eher mit Druck und Kontrolle gearbeitet und wenig Raum für Innovation gegeben oder mit den SuS auf Augenhöhe interagiert.

    Das habe ich auch so wahrgenommen. Das liegt nicht an der Tatsache, dass du Referendar bist..

    Und ich vermisse ein bisschen, dass man nicht, wie in meinem vorherigen Kollegenteam zusammen auf ein Ziel hin arbeitet, sondern an der Schule Alle so für sich einzeln nebeneinanderher arbeiten.

    Das wird an der BS allerdings größtenteils auch so sein. Es wird sicher einzelne Kollegen geben, mit denen du produktiv zusammen arbeiten kannst, das wird aber eher die Ausnahme bleiben.



    Ansonsten: Auf was du dich definitiv einstellen musst, ist dass das Schülerklientel ein ganz anderes ist. Da hast du oft viele Schüler aus bildungsfernen Haushalten bei denen das Interesse an Schule generell eher weniger ausgeprägt ist. So kommt es zu hohen Fehlzeiten die einen hohen Aufwand an Verwaltung verursachen. In meiner BFR-Klasse (Berufsfachschule Fahrzeugtechnik) sind nominell 13 Schüler angemeldet. Regelmäßig am Unterricht teilnehmen tun allerdings nur 10 Schüler.


    Die Klassen sind oft sehr heterogen, manche mehr, manche weniger. Darauf muss man sich einstellen und damit muss man umgehen können. Daher sollte man auch seine fachlichen Ansprüche wie man sie vllt vom Gymnasium gewohnt ist, stark herunterschrauben. Was du in einer Gymnasialklasse vielleicht in einer Doppelstunde schaffen würdest, dafür brauchst du in einer vergleichbaren BS-Klasse mindestens die doppelte Zeit. Generell würde ich dir auch empfehlen, eher handlungsorientiert und schülerzentriert zu unterrichten. Für mehr als 10 Minuten Lehrervortrag reicht die Aufmerksamkeit in BS-Klassen selten aus.


    Ausnahme hier ist vielleicht das Berufliche Gymnasium. Je nach Richtung (TG, WG, SG, etc.) liegen die Interessen der Schüler für dein Fach vllt günstig. Meine TGler sind top in Mathe. Interessiert, fit, fleißig. Aber frag mal meine Deutsch-Kollegin. ;) Am SG hingegen konnte ich mit Mathe keinen Blumentopf gewinnen.


    Fazit: Gerade wenn du "aus der Wirtschaft" kommst, kann ich dir die BBS nur ans Herz legen. Ich glaube, du wirst dich da wohl fühlen. Falls du DaZ benutzen möchtest, schaue eher nach Gewerbeschule, wie gesagt.

    Hallo,


    da ich auf dem Sprung bin, nur kurz zu deinen Fragen:

    1. Ist diese Fächerkombination denn gefragt an BBS (ich habe gelesen, dass Ethiklehrer gesucht werden und DaZ kann bestimmt nicht schaden)?

    Grundsätzlich ja! Die Fächer werden in jeder Schulart unterrichtet. Wenn du DaZ unterrichten willst, gehe eher an eine gewerbliche BS.

    2. Was würde mich als Berufseinsteiger im Falle einer Einstellung denn für Schulformen innerhalb einer BBS erwarten: Nur berufliches Gym. oder ist alles möglich?

    Grundsätzlich wirst du in allen sich an der Schule befindlichen Schularten eingesetzt werden.

    3. Wenn mir das nicht läge, könnte ich dann nach ein paar Jahren versuchen an ein allg. Gym wechseln, oder kommt man dann nicht mehr zurück (so wie man sich das über Gemeinschaftsschulen erzählt)?

    Theoretisch ja. Praktisch wirst du eher an der BS bleiben (müssen).

    4. Gibt es Lehrer hier, die in einer ähnlichen Situation waren und die mir von ihren Erfahrungen berichten könnten?

    Nicht ganz ähnlich, da ich bereits das Ref an einer BS gemacht habe, aber einen kleinen Bericht kann ich trotzdem nachher kurz schreiben.


    Lg,

    Mrs Pace

    Danke, das ist wirklich mal eine Auskunft, mit der ich gegenwärtig auch etwas anfangen kann.

    Der Tipp mit der Bewerbung fürs Ref und gleichzeitiger Ausbildungssuche erscheint mir auch sinnvoll - vor allem, wenn die Möglichkeit besteht, dass ich mich ohne Sanktionen auch wieder vom Ref abmelden kann.


    Wie ist das generell mit Ref? Kann ich mich nur konsequenzlos abmelden, sofern ich es noch nicht angetreten habe, oder kann ich mich jederzeit abmelden und es zu einem späteren Zeitpunkt ggf. nochmal aufnehmen?

    Solange du noch nicht angetreten bist, kannst du dich ohne Konsequenzen abmelden. Sobald du angetreten bist, „musst“ du es wahrscheinlich weiter machen. Aber offen gestanden kann ich dir das nicht beantworten. Vllt weiß da CDL Bescheid?

    Ich komme aus Baden-Württemberg - ich meine, schon öfters mal über solche Möglichkeiten der Verkürzung gelesen zu haben, insbesondere bei Abitur und höherem Bildungsabschluss.


    Du sagst, es werden in Deutsch und Englisch in der Berufsschule andere Inhalte unterrichtet, als ich das aus Studium oder Schulzeit kennen würde, nichtsdestotrotz wird mir gleichzeitig hier geraten, ich solle anstelle der allg. Gymnasien eher berufliche Schulen anpeilen? Für's Referendariat und spätere Unterrichten machen mir diese "anderen Inhalte in Deutsch und Englisch" dann anscheinend keine Probleme, wohl aber in einer Azubi-Berufsschulklasse, deren Unterricht ich sogesehen fast schon selbst schmeißen könnte, allenfalls zumindest schonmal Vertretungsunterricht?? Das erschließt sich mir jetzt doch nicht so ganz.


    Wenn ich jetzt irgendein Hochschulstudium hätte und seit der eigenen Schulzeit nichts mehr mit Deutsch und Englisch am Hut gehabt hätte, würde ich das noch nachvollziehen können, aber nachdem ich sogar selbst diese Fächer aufs höchste Lehramt studiert habe??

    Wenn der Betrieb mitmacht, kannst du die Ausbildung um ein halbes bis ein ganzes Jahr verkürzen. Du steigst dann entweder direkt ins zweite Ausbildungsjahr ein oder machst am Ende der Ausbildung eine vorgezogene Prüfung. Das würde ich dir auch sehr ans Herz legen, denn du wirst (zumindest beim schulischen Teil der Ausbildung) gnadenlos unterfordert sein. Du musst dir den Stoff vom ersten Ausbildungsjahr bzw. vom letzten halben Ausbildungsjahr dann zwar selbständig erarbeiten, aber das wird zeitlich "nebenher" gut klappen weil beim heutigen Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler der Unterrichtsfortschritt sehr oft mehr als zu wünschen übrig lässt.


    Es kommt aber sehr auf den Betrieb an, ob er überhaupt Interesse an einer Ausbildungsverkürzung hat. Azubis sind für manche Betriebe einfach billige Arbeitskräfte. Da werden sie den Teufel tun und das Ausbildungsverhältnis verkürzen. Andere Betriebe brauchen dringend vollwertige Arbeitskräfte. Da wäre man sicher eher bereit, die Ausbildung zu verkürzen.


    Als Abiturient kannst du dich von Deutsch und Gemeinschaftskunde befreien lassen; vom Religionsunterricht kannst du dich abmelden. Englisch wirst du machen müssen, weil es berufsbezogen unterrichtet wird und vielfach einfach zum Lernfeld gehört. (Ich habe in meinen Klassen mehrere native speaker. Auch die müssen ganz normal in den Englisch-Unterricht kommen.) Nur: Viel bringen wird dir die Befreiung von Deutsch, Gemeinschaftskunde, Religion leider nicht. Ich hab jetzt einfach mal bei meiner Nutzfahrzeuge-Klasse geschaut. Dienstag, 1.+2. Stunde BFK (Berufsfachliche Kompetenz), 3. Stunde Reli, 4.+5. Stunde Gemeinschaftskunde, 6. Stunde Englisch, Mittagspause, Hohlstunde, 8.+9. Stunde BFK. D.h du hättest Unterricht 8-9.30 Uhr / 12.15-13 Uhr / 14.30-16 Uhr, hockst also knapp 4,5 Zeitstunden an der Schule rum und hast nur knapp 4 Zeitstunden Unterricht. Mittwoch das gleiche Problem: 3.+4. Std Deutsch, 5. Std. Gemeinschaftskunde, danach aber Unterricht bis einschließlich 9. Stunde. Die dritte Deutsch-Stunde liegt Freitag, 5. Std. Naja, zumindest da könntest du ne dreiviertel Stunde früher nach Hause. ;)


    Die Schulen legen das zum Teil extra so, dass sich möglichst wenige Schüler von den Fächern befreien lassen. Bzw. fürchten eben den Effekt, dass die Schüler sich reihenweise von D, Gm, Reli abmelden, wenn sie diese Fächer in Randstunden legen. Jetzt fragst du dich vielleicht, welche Vorteile der Schule entstehen, wenn sich möglichst wenig Schüler abmelden. Da geht es einfach um die Versorgung der Kollegen mit Stunden. Wenn sich in einer Klasse von 20 Schülern jeweils nur 5 Abiturienten von D, Gm, Reli abmelden, kann man jeweils zwei Klassen zusammenlegen. Damit wäre dann ein Kollege weniger versorgt.


    In der Praxis melden sich die Abiturienten deshalb auch eher selten ab. Weil sie eh nur rumhocken würden und zweitens ist es für jeden Abiturient eine lockere 1 in diesen Fächern. Das nimmt man doch gerne mit.


    Wie dem auch sei: In der Praxis würde ich sowieso dual vorgehen. Fürs Ref auf jeden Fall anmelden; Abmelden kannst du dich (ohne Konsequenz) immer noch... Und parallel halt dann ein Ausbildungsverhältnis suchen. Die Bewerbungsverfahren für August 2021 sind tatsächlich schon gelaufen, aber es gibt (vor allem wenn man örtlich flexibel ist) immer noch spätere Möglichkeiten. (Bei uns werden teilweise Azubis noch nach Schuljahresbeginn nachgemeldet und beginnen ihre Ausbildung dann erst 1. September oder 1. Oktober.)


    Mein Mann lässt übrigens ausrichten, dass du dich gerne darauf vorbereiten darfst, dass deine potentiellen Arbeitgeber einige Fragen zu deinem bisherigen Bildungsweg haben werden. Da solltest du sehr reflektiert, selbstkritisch und überlegt auftreten. Sonst könnte es schwierig werden. Das nur als Tipp.

    Was das Thema Ausbildung angeht, da kann ich mich nur erneut MrsPace anschliessen.

    Ich habe nach der Realschule selber eine (kaufmännische) Ausbildung gemacht, zu Beginn war ich 16. Alle anderen waren auch in der Altersklasse bzw. Leute mit Abi etwa 3 Jahre älter.

    Du würdest mit Ü30 eine ganz andere Lebensrealität haben als deine Azubi-Kollegen und da Anknüpfungspunkte zu finden ist schwierig, glaub mir das. Mit Vorgesetzten und Mitarbeitern ist das auch so eine Sache - bedenke, dass du trotz deiner höheren Lebenserfahrung in der Hackordnung ganz unten bist. Und intellektuelle Herausforderungen wirst du, sehr vorsichtig gesagt, dort eher nicht finden.

    Alles in allem denke ich nicht, dass es dir dort besser gehen würde als im Ref, eher das Gegenteil.

    Danke, Philio ! Ich wusste nicht, wie ich das mit der „intellektuellen Herausforderung“ diplomatisch formuliert bekomme. ;)

    Salzkristall Du siehst dich also nicht in der Opferrolle? Alles klar, dann nimm dir bitte Stift und Papier und schreib dir für dich mindestens fünf Dinge auf, die DU (ja DU) falsch gemacht hast und die dich in die Situation gebracht haben, in der du heute bist.


    Ich kann dir nur nochmal raten: Hör auf mit dem Finger auf Andere zu zeigen oder irgendwelche unglücklichen Umstände vorzuschieben. Du wirst irgendwann in deinem Leben sehr große Reue haben, wenn du den Denkfehler, dass Andere für dein Lebensglück zuständig/verantwortlich sind, nicht als bald behebst.


    Deine „Idee“ jetzt noch eine Ausbildung zu machen, ist für mich die Fortsetzung deiner Vermeidungsstrategie. Wieso solte denn eine Ausbildung, die noch drei Jahre dauern wird, so viel besser laufen als das Ref? Da hockst du wieder in der Berufsschule. Mit 16-Jährigen, die frisch von der Realschule, etc. kommen. Ich habe in meinen Berufsschulklassen immer mal wieder Schüler die Ü30 sind. Glaub mir, das ist auch kein Zuckerschlecken.


    Was spricht denn überhaupt dagegen erst das Ref zu versuchen und wenn das nicht klappt, dann die Ausbildung zu machen? Habe ich bisher nicht verstanden. Ok, du sagst du bis psychisch im Moment labil. Aber wieso sollte denn eine Ausbildung dann locker flockig laufen und das Ref nicht. Im Ref hast du es wenigstens mit „Gleichgesinnten“ zu tun, die ungefähr deine Altersklasse haben.

    Ich habe jetzt sogar die Stelle gefunden, wo man das mit den Übungsaufsätzen nachlesen kann, da es mich selbst interessiert hat. Da steht übrigens auch, dass man eigene Gedanken von Schülern zulassen kann.

    https://www.isb.bayern.de/down…9_kms_schreiben_neu_r.pdf

    Ich habe mir das jetzt Interesse halber mal reingezogen:


    "Die schriftlichen Schulaufgaben erwachsen aus dem Unterricht. Vor der Schulaufgabe erhalten die Lernenden gezielte Rückmeldungen von Seiten der Lehrkraft zu schriftlichen Übungen, die die Aufgabenform vorbereiten, darunter bei neu eingeführten Formen zu einem Übungsaufsatz, so dass die Schülerinnen und Schüler abschätzen können, welche Anforderungen mit der in der Schulaufgabe erwarteten Schreibleistung insgesamt verbunden sind. Die Rückmeldung macht die wichtigsten Beurteilungsgesichtspunkte transparent. Wesentliches Ziel ist die individuelle Diagnose und Förderung der Schreibkompetenz."


    Also da steht nichts drüber,...

    ... dass ich das einsammeln und zuhause wie eine Klassenarbeit korrigieren muss.

    ... dass das für die Schüler Pflicht ist.

    ... in welcher Form diese Rückmeldung geschehen muss (schriftlich, mündlich?)

    ... dass die Rückmeldung individuell für jeden Schüler erfolgen muss.


    Also keine Ahnung, aber ich hätte da so einige Ideen wie ich mir da das Leben einfacher machen könnte. Aber wie gesagt, ist ja vollkommen OT eigentlich. Aber gut, dass man mal drüber gesprochen hat. Ich dachte schon, ich falle vom Glauben ab.

    MrsPace: Übungsaufsätze korrigieren ist in Bayern wirklich Dienstpflicht. Das kannst du nicht einfach sein lassen. Die Schüler könnten gegen ihre Bewertung der Klassenarbeit vorgehen, wenn sie die Übungsmöglichkeit nicht hatten. fossi74: Es ist schon seit einiger Zeit nur noch ein Übungsaufsatz vorgeschrieben. Ich weiß gar nicht, wie wir früher zwei geschafft haben...

    Meines Wissens kann man nicht einmal gegen eine einzelne Fachnote geschweige denn gegen eine einzelne Klassenarbeitsnote vorgehen sondern nur gegen eine Zeugnisnote. Ja, ich muss dann begründen, wie diese Note zustande kommt. Aufwand max. 10 Min. Wenn die Eltern dann damit nicht zufrieden sind, können sie sich ja noch die Einschätzung vom Fachleiter einholen, ok. Da würde ich aber davon ausgehen, (da er ja den Schüler nicht persönlich kennt in aller Regel), dass der da kollegial vorgeht (zumindest vordergründig). Und wenn es dann noch höher gehen sollte, gut, dann gebe ich halt bereitwillig Auskunft. Für alles Andere habe ich dann eine Rechtsschutzversicherung.


    Weil du sagst "Übungsmöglichkeit". Da wäre doch schon die Lücke gefunden. Abgabe des Übungsaufsatzes ist freiwillig. Da hast du ja die Möglichkeit gegeben. Weitere Variante: Die Korrektur dieser Übungsaufsätze in die Unterrichtszeit legen. Die entsprechenden Unterrichtseinheiten 100% schülerzentriert aufbauen. Dann kann man auch mal ein paar Aufsätze pro Stunde durchlesen und nen Zweizeiler und ne Note drunter schreiben.


    Also keine Ahnung, ich kenne mich in Bayern jetzt nicht aus. Aber es gibt immer Mittel und Wege sich davor zu schützen, seine Arbeitszeit regelmäßig um fünf Stunden überschreiten zu müssen. Und wenn es eine Überlastungsanzeige ist. Dass Kollegen sowas überhaupt freiwillig mitmachen, wundert mich schon sehr stark.

    Liebe MrsPace, Du bist a) keine Deutschlehrerin und b) nicht am Gymnasium. Also halte Dich zurück mit solchen Äußerungen. Nur mal so als Beispiel: In Bayern muss JEDE neue Aufsatzform im Gym mit ZWEI kompletten, korrigierten Übungsaufsätzen eingeführt werden (zumindest war das zu meiner Zeit so, und natürlich hängt es auch vom Fachbetreuer ab, wie streng das gehandhabt wird). Das heißt für praktisch jede D-Klassenarbeit, dass Du sie drei Mal schreiben lässt. Nun halte Dir die übliche Klassenstärke vor Augen und rechne! Was das für einen Berufsanfänger bedeutet, sollte auch klar sein.

    Ich bin sehr wohl am Gymnasium. Halt am beruflichen Gymnasium. Das ist mit den Anforderungen am allgemeinbildenden Gymnasium durchaus vergleichbar. Auch als Lehrer darf man übrigens mitdenken und wenn mir eine Regelung sinnlos erscheint, dann remonstriere ich bzw. springe einfach nicht durch diesen Reifen. Bzw. ich kenne auch die genaue Regelung nicht, da ich nicht in Bayern bin. Evtl. lässt sich das so biegen, dass es machbar ist?


    Wenn es so eine Regelung für Englisch am BG in BaWü gäbe, wäre ich die Erste, die sich da massiv beschwert bzw. einfach nicht mitmacht. Was soll denn passieren? Dass ich nen Eintrag in die Dienstakte bekomme? Ja, mein Gott. Außerdem könnte dann die SL Gift drauf nehmen, dass ich nach einem solchen Vorfall garantiert gar nix mehr an zusätzlichem Engagement zeigen würde. Können sie sich halt dann irgendwie auch nicht leisten.


    Klar, als Berufsanfänger geht einem da noch mehr die Düse bzw. man traut sich gar nicht, Dinge infrage zu stellen. Ging mir genauso. Aber da gilt halt auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Und die ersten drei Jahre nach dem Ref ist es einfach noch so, dass man lernt, auch wenn man auf dem Papier schon fertiger Lehrer ist. Aber es geht ja jetzt nicht um die ersten drei Berufsjahre oder die 1,5 Jahre Ref. Es geht darum ob man langfristig gut in dem Beruf zurecht kommt. In jedem Beruf gibt es Licht und Schatten. Dinge, die man gerne macht und Dinge auf die man locker verzichten könnte.


    Wie gesagt, vllt kommt mein Tipp mit dem beruflichen Schulwesen ja doch an. Da hat man in Deutsch auch viel BS bzw. Mittelstufe. Die Oberstufenkurse sind da auch eh von den alt-eingesessenen Kollegen belegt.


    Zumal man es sich im Lehrberuf sowieso echt gut einrichten kann wenn man weiß wie. Ich bin jetzt an einer kleinen "Dorfschule". Schulorganisation das absolute Chaos, aber die Klassen top! Meine TG-Klasse zählt 18 Hansele. ;) Fast alle in Mathe zweistellig. Die Haken kann man abends neben Netflix setzen. ;)


    Ich hatte jetzt als ÖPR mit einer Kollegin (Ü60, technisch vollkommen unbewandert) das Vergnügen, die vor der Klasse sagte, dass es Distanzunterricht bei ihr nicht gibt. Sie sollen sich die nächsten 60 Seiten im Buch selbst erarbeiten und gut ist. In der ersten Präsenzwoche würde dann eine KA darüber geschrieben. Wisst ihr, was ihr "passiert" ist? Ein Gespräch mit der SL und mit mir. Nun ja, und jetzt chillt sie vermutlich bis Anfang Mai zuhause. ;) So einfach kann's gehen. ;)

    Noch als Nachtrag: Der Lehrberuf ist einer der wenigen Berufe, die ich kenne, bei dem nicht nach Zeit "bewertet" wird. Bzw. wo es einen Vorteil bringt, wenn man in kürzerer Zeit zum gleichen Ergebnis kommt. Dieses Vorteil sollte man für sich nutzen. Und dann sind für mich 14-Stunden-Tage ein absolutes No-Go.


    Ein Beispiel: Ich hatte im Schuljahr 2013/2014 fünf (in Zahlen: 5!!!!) große Abschlussklassen. Ihr könnt euch vorstellen, was da zwischen Ostern und Pfingsten bei mir los war... Zweimal Abitur, einmal BK2, einmal BFS, einmal BS. Irgendwo musste man da ökonomisieren. Es gibt ja auch überall (mindestens) eine Zweitkorrektur... Ich glaube, es waren insgesamt locker über 300 Prüfungsklausuren in diesem Jahr. Bei 45 Minuten pro Prüfungsklausur reden wir da von 225 Stunden. Das sind mehr als 25 Arbeitstage. Das das nicht läuft, ist doch klar.


    Also musste es halt reichen, die Englisch-Klausur nach maximal zweimal Lesen zu benoten. Durchschnittlich 20 Minuten pro Prüfungsklausur habe ich ausgerechnet. Für Mathe mag das gehen, aber für Englisch... Puh! Aber so hatte ich zumindest eine Chance das an den Wochenenden und ohne Nachtschicht zu schaffen. Glaubt mir, ich hatte richtig Schiss, wie diese Klausuren aus der Zweit- bzw. Drittkorrektur zurückkommen... Aber es ging einfach nicht anders... (Damals war ich leider noch nicht "reif" genug, bei der SL rechtzeitig zu reklamieren, dass fünf große Abschlussklassen ein absolutes Unding sind...)


    Edit: Und selbst dann war es noch stressig genug. 6 Wochenenden am Stück durcharbeiten, d.h. auch Samstag und Sonntag um 6 Uhr aufstehen, kurz Laufen gehen, duschen und spätestens um 7.15 Uhr am Schreibtisch...


    Aber siehe da: Bis auf ein oder zwei Zehntel im Schnitt kamen die Klausuren exakt so zurück, wie ich sie weg gegeben hatte... Nun ja, dass ich die Jahre danach keine einzige Klausur mehr mehr als zweimal gelesen oder gar eine dreiviertel Stunde Zeit pro Klausur vergeudet habe, kam nach dieser Erfahrung nie mehr vor!


    Das nur als kleine Anekdote bzgl. Arbeitszeit aus meinem Erfahrungsschatz.

    da bleiben umgekehrt gerade am Anfang ganz schnell wohl eher nur 1-2 Stunden Freizeit vom Tag.

    Also ich weiß nicht, nehmen wir mal 8 Stunden Schlaf plus zwei Stunden Freizeit, dann bin ich bei 10 Stunden. Und dann 14 Stunden täglich für die Schule? Das sind mehr als 5 Stunden mehr als das Soll. Entschuldigung, da finde ich macht man etwas falsch.


    Grundsätzlich ist es natürlich schon so, dass wenn man seine maximal 12 Stunden Unterricht aus dem Ref gewohnt ist, es eine große Umstellung ist, plötzlich das volle Deputat zu unterrichten. Wobei es ja aber noch auf einem völlig anderen Papier steht, ob der TE überhaupt Vollzeit einsteigen kann. Schon in meinem Jahrgang war es so, dass diejenigen, die jetzt nicht die heißbegehrten Fächer hatten im ersten Jahr nur mit 60-80% einsteigen konnten.


    Aber da braucht man dann halt eine gute Organisation und ein gutes Zeitmanagment. Ich habe es die ersten drei Jahre tatsächlich so gemacht, dass ich meine Aufgaben priorisiert habe und nach 40,5 Stunden/Woche den Griffel hab fallen lassen. Was ich nicht geschafft habe, wurde halt dann für die nächste Woche weiter oben auf die Prioritätenliste gepackt. Außerdem hilfreich: Das Pareto-Prinzip beherzigen!


    Je länger man im Beruf ist, desto mehr Erfahrung hat man und dann kann man sich ja auch anderweitig drauf einstellen, dass das Arbeitspensum übers Schuljahr nicht gleich verteilt ist. Irgendwann weiß man, dass zwischen Herbst- und Weihnachtsferien Hochbetrieb ist und dass man seine Unterrichtsvorbereitung halt auf die Zeit davor oder danach verlegt. (So als Beispiel.)

    Jemandem, der unglücklich ist, zu sagen, er soll sich nicht so anstellen, finde ich daneben, echt.

    Hab ich so nirgends gelesen.

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