Beiträge von Hannelotti

    Meine Klassen sind seit der "harten Schulschließung" nach den Osterferien ALLE da, ohne Ausnahme. Und ich gehe davon aus, dass sich daran nichts ändern wird, egal welches tolle neue Gesetz/Bremse/Lockdown/Öffnung/Brückenbauen kommt. Das macht die Planung zumindest etwas entspannter, ich weiß ja was kommt mittlerweile :essen:

    Ich vermisse das Händeschütteln tatsächlich sehr. Bei der ersten Begegnung empfinde ich das als einen netten Aspekt, etwas über sein Gegenüber zu erfahren - gibt derjenige einen verbindlichen, festen Händedruck? Oder greift man eher in einen toten Fisch? Oft sagt das schon ein kleines bisschen was über das Gegenüber aus und hilft zumindest gefühlt etwas dabei einzuschätzen, wie derjenige drauf ist. :handschlag: Das beeinflusst schon den ersten Eindruck, den man hinterlässt finde ich. Entgegen meiner sehr zierlichen Statur habe ich einen sehr kräftigen Händedruck der meinem Gegenüber sofort signalisiert: "Zieh mich nicht über den Tisch, ich weiß was ich will!" Ich stelle gelegentlich fest, dass ich ohne dieses deutliche Signal im ersten Eindruck doch eher anhand meiner äußeren Erscheinung eingeschätzt werde und dann erst über Umwege "mein Revier markieren" muss. Im Grunde ist das bei uns Menschen doch wie bei Hunden, die sich erst am Hintern beschnüffeln um auszutarieren, mit wem man es da eigentlich zu tun hat :lach:

    Die momentanen Grenzwerte, die in der Diskussion stehen, sind schon ein Witz: "Lockdown" ab 100, Schule zu ab 200.


    So wie ich die momentane Lage einschätze, wird das Gesetz mühsam austariert, zu Tode diskutiert, auf einen Minimalkonsens runter geredet ("Ab 100 sollte, wenn nichts dazwischen kommt, mal was zu gemacht werden") und dann scheitert es im Bundesrat an der Mehrheit der MinisterpräsidentInnen, die das gar nicht wollen. Aber bis dahin sind mal wieder zwei Wochen verstrichen, in denen nichts passiert ist.

    Alles blabla, ich habe gelesen, dass regional im Sauerland die Inzidenz teilweise bei 300l-400 lag/liegt und da geht es auch munter weiter mit Schule (insbesondere denke ich da an die vollen BBS) Mir braucht keiner mehr was von Inzidenzen als Richtwert für irgendwas zu erzählen, das wird entweder ignoriert oder bei Bedarf hochgesetzt. Warum erfasst man die überhaupt noch? Macht doch nur die Leute verrückt...

    Das ist bei uns ja in vielen Klassen (in den einjährigen Berufsfachschulen und Berufeinstiegsklassen wie auch der Fachoberschule Kl. 12) auch der Fall. Aber da können dann die BBSn selbstständig entscheiden, für welche Bildungsgänge sie den Präsenzunterricht gerade als am wichtigsten erachten. An meiner Schule bleiben die BFS/B1-Klassen und die BES erstmal im Distanzunterricht, denn deren Abschlussprüfungen sind erst im Juni. Das hängt allerdings hier mit der Inzidenz über 100 zusammen (läge sie darunter, kämen auch diese Klassen am Montag im Wechselunterricht wieder in die Schule).

    Unsere haben noch nicht mal Abschlussprüfungen, dürfen aber trotzdem antanzen, weil die Zuhause im Distanzlernen nichts gebacken kriegen. Kriegen sie auch nicht, das stimmt schon. Aber dann soll nicht groß verkündet werden, dass man jetzt auf "Nummer sicher" geht, dabei ist alles wie immer. Ich kann mir dann nämlich wieder ständig anhören, dass "wir Lehrer" ja alle schon geimpft sind und den ganzen Tag Zuhause in Sicherheit sitzen, weil ja die Schulen im Distanzunterricht sind und blablabla. :autsch:

    Ich habe kein Problem damit, wieder normal in Präsenz zu arbeiten. Davon bin ich eh ausgegangen. Aber erst laut brüllen "alles macht zu" und ich denke "supi, endlich planungssicherheit" um dann ein paar Stunden später zu hören "ätsch, doch alle wieder zurück in die Schule"... Ich erwische mich langsam immer öfter bei dem Gedanken, die SuS in meinen Fächern einfach durchzuwinken, mir Klassenarbeiten zu sparen und stattdessen nur noch irgendwas entspanntes im Unterricht zu machen. Vernünftig planen ist ja eh nicht drin, Klassenarbeitstermine planen kann man sich sowieso schenken, also was solls. Warum sollte ich mir wegen deren politischen Entscheidungs-Heckmeck die Nerven aufreiben und auch die Nerven meiner SuS? Das sehe ich immer weniger ein ...

    Und dann feiern sich Politiker dafür, dass die Schulen jetzt ja totaaaal sicher sind, weil ja die Kids ganz gewissenhaft getestet wurden und negativ sind. Mal abgesehen davon, dass Eltern den Test auch falsch durchführen können, werden sie gaaaanz sicher nicht lügen, damit ihr Kind und sie nicht in Quarantäne kommen. Das wird sicher nie passieren. :autsch:

    Und dann steht in allen Zeitungen, dass ja jetzt kaum SuS in den Schulen sind weil ja die Notbremse gezogen wurde und nur "ein Bruchteil" (O-Ton Gebauer) da ist. Pusterkuchen, ich bin mit fast meinem vollem Deputat in fast allen meinen Klassen in Präsenz ab Montag, weil ja je nach BBS so ziemlich alles Abschlussklasse ist, was nur ein Jahr dauert. Ich könnt immer kotzen, wenn ich in der Zeitung diese Überschriften lese die den Mitmenschen suggerieren, dass wir Lehrer ja jetzt alle sicher Zuhause sitzen und Distanzunterricht machen und ja alles ganz ganz sicher ist und kaum Leute im Gebäude sind.

    Steht doch in der Schulmail. Klingt wie: entscheidet die Schulleitung...

    Ah danke, jetzt sehe ich es auch.

    Dann kann ich mich also tatsächlich darauf einstellen, dass ab Montag noch mehr SuS da sind, als vor den Ferien. :skeptisch: Interessant, dass einem das immer als Notbremse verkauft wird. Meine Kontakte auf der Arbeit werden immer mehr, während ich gleichzeitig privat immer weniger darf. Wenn ich ehrlich bin weiß ich nicht, wie ich angesichts dieses permanenten Gefühls vera**** zu werden a) Motivation für die Präsenz aufbringen soll und/oder b) die Motivation zu weiterem regelkonformen Verhalten aufbringen soll, das sowieso in der nächsten Verschärfung endet.

    Also wenn mit Abschlussklasse alle einjährigen Bildungsgänge mitgemeint sind, dann starten wir nach den Ferien mit doppelt so vielen SuS wie vor den Ferien. Tolles Notenbremsenkonzept, ich muss schon sagen :top: Ich bin überrascht, dass meine ohnehin niedrigen Erwartungen an Sinnhaftigkeit neuer Beschlüsse aus dem Hause Gebauer immer wieder untertroffen werden.

    2. Wenn ich die Entwicklungen der letzten Jahre so beobachte, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, dass das Fach durch Ethik komplett abgelöst wird. Sicher, das wird noch viele Jahre dauern (vielleicht 10?), aber schon ab kommenden Schuljahr wird Ethik ab Klasse 5 angeboten werden und die Ethik-Gruppen werden in jedem Jahrgang (unabhängig von der Konfession) immer größer.

    Nur meine subjektive Beobachtung:

    An den Schulen, die ich bisher kennengelernt habe, wird Ethik von den SuS eher wenig nachgefragt. Meine Beobachtung ist die, dass je höher der Anteil an Migranten ist, desto weniger Ethik nachgefragt wird und stattdessen ev. Religion gewählt wird. Es ist auch nur ein verschwindend kleiner Teil an muslimischen SuS, die sich vom Religionsunterricht befreien lassen.

    Ich denke, da gibt es viele, die das gar nicht wissen.

    Ich weiß ehrlichgesagt auch nicht, wie man das macht :rotwerd: Allerdings habe ich auch kein Festnetztelefon und auch kein Smartphone. Erreichbar bin ich sporadisch über ein altes Handy. Dann, wenn ich erreicht werden möchte. Ansonsten liegt das Ding irgendwo in der Wohnung herum. Und diese Gewohnheit würde ich im Falle einer Quarantäne ganz sicher nicht extra für das Gesundheitsamt ändern. Genau wie meine Gewohnheit, dass die Türklingel abgestellt ist, wenn ich niemanden erwarte und/oder morgens ausschlafen kann und keine Lust habe geweckt zu werden. Ich wüsste nicht, dass es ein Gesetz gibt, das mich verpflichtet 24/7 abrufbar/erreichbar zu sein. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein Sonderling :zahnluecke:

    Ich sehe gerade, dass du bei Schulform NRW BK angegeben hast als Option. Da ist es jedenfalls so, dass man mit Religion wirklich gute Chancen hat. Es gibt wohl konfessionelle Unterschiede, ev. ist etwas gefragter wenn ich mich recht erinnere.

    Aber unterm Strich kommt man in NRW mit Lehramt BK relativ fächerunabhängig eine Stelle. Mir ist nicht ein Refi aus den letzten Jahren bekannt, der nicht sofort oder zumindest innerhalb kurzer Zeit eine Planstelle gefunden hat.

    Zudem stellt sich die Frage, ob genug Tüten oder Umschläge dafür "mal eben" vorhanden sind bzw. so fix geliefert werden können.

    Wo denkst du hin?! Die basteln wir Lehrer in den Ferien natürlich selbst aus alten Zeitungen, müssen ja an die Umwelt denken und so!:pirat:

    Nachtrag: Natürlich mit Klebefläche zum anlecken :P

    Also mich nervt dieses ständige "xyz fühlt sich benachteiligt, wenn man xyz nicht mitbenennt" und weil ich ein sparsamer und pragmatischer Mensch bin, bezeichne ich mich selbst auch oft als "Lehrer". Schließlich geht es bei der Nachfrage nach meinem Beruf um die Tätigkeit, die ich ausführe und nicht um mein Geschlecht. Und unter dem Begriff "Lehrer" können sich wohl die meisten vorstellen, was ich mache. Man möge mich steinigen :sofa:

    Bei meinen Schülern bin ich sprachlich auch sehr pragmatisch, aber etwas "neutraler": Ich verwende ganz gerne "Menschen", da gibt es keine Diskussion, wer gemeint ist :lach: "Alle Menschen in diesem Raum außer mir halten jetzt den Mund". Oder ab und an auch mal "Knallköpfe/Knallkörper", wenn die Klasse gerade größtenteils sich einen Bock geschossen hat. "So meine lieben Knallköpfe, das war ja nix in der Klassenarbeit" :wink2: Und je nach Bedarf auch gerne ein liebevolles "Hasis".

    Also ist es doch besser, wenn die SuS die Tests schon zuhause durchführen? :zahnluecke: Man weiß es nicht...

    Also nach meinen Erfahrungen mit den Selbsttests ist weder das eine noch das andere das gelbe vom Ei. Der Großteil meiner SuS würde den Selbsttest Zuhause nicht richtig machen, weil kein Bock auf Quarantäne oder ihn gleich bei Ebay verscherbeln. Wir der Test im Unterricht unter Aufsicht durchgeführt, dann geschieht dies in einer Art und Weise, die so unter aller Kanone ist, dass das Risiko der Ansteckung während der Durchführung größer ist als der Mehrwert, wenn vielleicht mal durch Zufall ein Test ordentlich gemacht wird und er einen Infizierten rausfischt. Vernünftig durchgeführt bringen die Tests sicherlich einen Mehrwert. ABER wir als Lehrkräfte können nur aus der Distanz Instruktionen zurufen, wenn es dann trotzdem fuddelig gemacht wird, dann können wir da auch nicht viel dran ändern. Bei vielen SuS läuft das sicherlich gut und ordentlich mit den Tests, aber genauso viele treiben leider nur Klamauk mit den Tests.

    Mal was anderes:

    Wie soll das eigentlich mit Zuspätkommern und den Tests laufen?

    Es gibt solche Klassen, in denen es eher die Regel als die Ausnahme ist, dass SuS kleckersweise nachkommen. Soll ich dann solange den Müllbeutel für die Tests offen rumliegen lassen, Handschuhe anlassen, jedes Mal alle Fenster aufreißen und jedes mal den Unterricht unterbrechen für den jeweiligen Mensch, der gerade verspätet reinkommt? Oder alle einfach wegschicken, sie (ungetestet) bis zum nächsten Unterrichtsblock irgendwo warten lassen und den "Schwarzen Peter" dem Kollegen überlassen, der danach Unterricht hat? :gruebel:

    Geht deine Tendenz Richtig Schule auf (zumindest in Teilen z.B. Grundschule, Abschlussklassen, Förderschule) oder Richtung komplett zu?

    Also meine Tendenz geht in Richtung auf, da ich aber bisher immer falsch gelegen habe mit meinen Tendenzen, wird sie wohl schließen :aufgepasst: Geplant hab ich bisher nichts - wenn man uns den nötigen Vorlauf nicht gibt, dann werden die SuS halt einfach notdürftig "versorgt". Und wenn sich jemand beschwert, leite ich das gerne an Laschi und Co. weiter, hätte man mal früher gewusst was Sache ist, hätte man auch was sinnvolles planen können. Ich habe mich jedenfalls entschieden, dass ich mich nicht auf jedes mögliche Szenario vorbereite und mir wegen deren hin und her Mehraufwand aufhalse, der zu 90% wieder für die Tonne ist.

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