Beiträge von Hannelotti

    easy peasy. Wir arbeiten an einer Schüler-Klon-Maschine. Damit können wir auch die Zusammensetzung der Klassen besser steuern. :)

    Ich kenne und nutze gerne das System der “Karteileichen-nekromantie” :sofa: d.h., bei der Bildung von Klassen werden einige SuS aufgenommen von denen man weiß, dass sie eh nicht auftauchen. So stimmt dann wieder der Lehrer-Schüler Schlüssel und die Klasse wird künstlich kleiner gehalten. Wenn man vollmachen muss bis >30 ist kein effektiver Unterricht mehr möglich, dann nimmt man lieber 20 SuS die wahrscheinlich auftauchen +10 “Phantome”:pfeif:

    Mal so aus Neugier, da das bei uns eher nicht vorkommt: Welcher Typ Mensch sind die Art von Schülern, die einfach nicht mehr zur Schule kommen und Klasse 5 und 6 offiziell bis zu 7 Mal besuchen? Welche sozialen/gesundheitlichen Probleme gibt es da im Hintergrund? Wie ist da das Jugendamt (Inobhutnahme?) involviert? Spielt hier Jugendkriminalität eine Rolle? Einfach, um die Situation der betroffenen Jugendlichen einschätzen zu können...

    Ich habe das selbe Klientel in der BBS, das sind völlig unterschiedliche “Typen”. Viele haben psychische Probleme durch irgendwelche familiären Kisten, viele haben Mobbingerfahrung, viele haben irgendeine Art von Verhaltensauffälligkeiten, so dass sie im System Schule anecken. Wirklich aktiv Kriminelle sind auch dabei, aber eher weniger als die erstgenannten Gruppen. Die sind dann halt schon sehr früh oder auch durch die Familie mit kruden Kreisen in Berührung gekommen und haben halt da ihr soziales Umfeld eingerichtet, weil sie woanders keinen Platz gefunden haben.

    Man muss sich das mal vorstellen: Wenn ich diese SuS für irgendetwas lobe, dann kommt unglaublich oft zurück “das hat noch nie jemand gesagt”. Find ich traurig. Und ich habe sehr wenig Ärger mit diesen SuS weil ich sie nicht wie “Bodensatz” behandle. “Wie es in den Wald hineinruft” trifft meistens zu. Man kann sie nicht alle retten aber ich hatte noch nie einen Schüler/in, der/die nicht zumindest in der Lage war sich in Teilbereichen zu bessern. Niemand ist nur “scheiße” und niemand ist völlig frei von guten Eigenschaften, es ist halt bei manchen harte Arbeit diese Eigenschaften “herauszuarbeiten”.

    Diese Erfahrung macht man als HS-Lehrer regelmäßig - leider! Auch bei ganz ausnahmsweise mal stattfindenden gemeinsamen Fortbildungen oder ähnlichen Veranstaltungen

    Diese Erfahrung habe ich als BBS Lehrkraft leider auch schon wiederholt gemacht, dass man von den Gym KuK entweder nicht beachtet wird oder herablassend behandelt wird. Ich habe auch insgesamt das Gefühl, dass BBS nicht als Lehrkräfte wahrgenommen werden bzw. eher als eine Art Randerscheinungen. Dabei macht die BBS zahlenmäßig die zweitgrößte Schülergruppe aus, habe ich mal irgendwo gelesen. Obwohl es also Heerscharen an Schülern und Lehrern dieser Schulform gibt, ist man bestenfalls eine Fußnote. Siehe zB auch die vergangenen Coronamaßnahmen für Schulen, die für unsere Schulform teilweise total unpassend waren oder wir gar nicht erst erwähnt wurden. Und als Pädagoge wird man erst recht nicht wahrgenommen, sondern irgendwie so klischeehaft als jemand, der vor willigen Bank-Azubis im Anzug eine Präsentation hält und alles andächtig schweigend dem Vortrag lauscht :weissnicht: und das könnte gar nicht weiter entfernt sein von meinem Arbeitsalltag.

    Und kann man nicht mal einen Moment darüber nachdenken, dass es für einen Schüler aus einer "bildungsfernen Schicht" ein Fortschritt wäre, zu wissen, dass eine Jogginghose kein Karriereturbo ist? Und dass die Schule ihn auch dezent darauf hinweisen sollte?

    Ich bin mir sehr sicher, dass die meisten (alle?) hier das tun. Also darauf hinweisen, dass bestimmte Klamotten in bestimmten Situationen sinnvoll sind. Ich spreche mit meinen SuS vor dem Praktikum immer ausführlich darüber, wie man am ersten Tag erscheinen sollte. Dabei nehme ich mich selbst auch gerne als schlechtes Beispiel wie sie nicht zum Vorstellungsgespräch oder zum ersten Tag erscheinen sollen. Weil sie im Gegensatz zu mir noch nicht in einem festen Arbeitsverhältnis stehen. Ich sage meinen SuS, dass sie sich für den ersten Eindruck eher etwas zu „schick“ anziehen sollen und dann in Erfahrung bringen sollen, was im Rahmen des „Dresscodes“ möglich ist. Eine Sache fällt dabei jedes Mal auf: Fast immer ist klamottentechnisch alles möglich, solange die Sachen sauber sind. D.h. ich treffe meine SuS auch im Praktikum wieder in Jogginghose an inkl. der anderen Mitarbeiter/innen, die nicht selten ebenfalls sehr leger gekleidet sind. Mode wandelt sich nunmal. Oder regt sich hier noch irgendwer darüber auf, dass wir nicht mehr so rumlaufen? :

    https://berufe-dieser-welt.de/die-lehrer/

    (Vielleicht ist das ja der gesetzlich verbriefte Dresscode für Lehrer und wir haben in Schulrecht nur alle nicht gut aufgepasst? :pfeifen:)

    Es gilt jedoch für Lehrer (und besonders für Beamte), dass sie nicht nur als Privatperson agieren, sondern "Amtspersonen" sind - und die persönlichen Freiheiten hier (innerhalb des Dienstes) Grenzen finden

    Und wo genau steht geschrieben, welche Kleidernorm für Amtspersonen angemessen ist? SS Rune ist ganz klar gesetzlich verboten, aber mir ist noch nicht so ganz klar wo ich nachschlagen muss, welche sonstigen Kleidervorschriften ich beachten muss. In der Sakko und Cordhosen Verordnung §35a Absatz 7b?

    Zu einem Mehr an Diversität

    Ich bin froh, dass sowas bei uns an der BBS überhaupt kein Thema ist. Im Lehrerzimmer sieht man Anzugträger neben Lackleggins neben Häkelkleidern. Interessiert wirklich niemanden, welche Form und Farbe das Stück Stoff hat. Genauso bei den SuS - es ist völlig selbstverständlich, dass manche Schülerinnen bis auf das Gesicht Sommer wie Winter in schwarz verhüllt sind und daneben sehr freizügige Mädels sitzen und auch zwischen diesen „Gruppen“ Freundschaften bestehen. Und die Jungs tragen mehrheitlich Jogginghose, zum großen Teil auch deshalb, weil sie in Fußballvereinen spielen und da im Anschluss an den Unterricht zum Training fahren. Ich finde wir haben genug echte Probleme in der Schullandschaft, da muss man nicht noch zusätzliche erschaffen, indem man anderer Leute Klamotten beurteilt:neenee:

    Aus rechtlicher Sicht wäre diese Aufforderung nur dann ungültig, wenn sie nicht dem gesellschaftlich akzeptierten Standard entspräche und eine Diskriminierung, eine Unverhältnismäßigkeit oder reine Willkür darstellte.


    Was ist gesellschaftlich akzeptierter Standard?

    Der Fall schlägt große Wellen, daraus lässt sich doch schließen, dass da irgendwo irgendein Standard wohl doch nicht so ganz klar definiert ist.

    Diese Würde ist untrennbar mit einem Amt verbunden, sie kann nur in einem Amt erworben werden

    Cool, wenn also dieser besonders würdige Lehrkörper von einer Jogginghose umhüllt wird, wertet das dann quasi die Jogginghose auf zum besonders würdevollen Kleidungsstück der Selbstdisziplin und Mäßigung? :pfeifen: Find ich gut :zahnluecke:

    Deshalb bin ich ja ans BK und später ans WBK gegangen

    Dann müsstest du doch bestens vorbereitet sein für die Arbeit in solchen Klassen. BK besteht ja schließlich nicht nur aus dem beruflichen Gymnasium sondern zum großen Teil aus anderen Bildungsgängen wie der Ausbildungsvorbereitung und den internationalen Förderklassen. Zumindest kenne ich kein BK in NRW, an dem man nicht auch diese Klassen hat. Und wenn du ans BK gegangen bist und/oder da dein Examen abgelegt hast, dann hast du damit die Qualifikation zum Unterricht mit diesem Klientel erworben. Ist mir schleierhaft, weshalb du vor diesen SuS solche Angst hast, da gibts keinen Grund für (außer der Umstand, dass du halt nicht mehr in deiner Comfortzone bist)

    Ich würde mir auch wünschen, das Gesicht der vollverschleierten Schülerin zu sehen, aber ich unterrichte sie nicht, deshalb halte ich mich da raus. Dennoch frage ich mich: gibt es das auch anderswo?

    Ja, das kenne ich. Ein großer Teil meiner Schülerinnen trägt Hijab oder Chador in schwarz. Als dann die Maskenpflicht kam, hatte man dann nur noch Augen zur Orientierung. Oft sind die Schülerinnen dann auch noch miteinander verwandt, so dass sie sich ohnehin ähnlich sehen. Anfangs hatte ich noch Probleme bei der Zuordnung aber mit der Zeit hat es tatsächlich funktioniert, die Schülerinnen nur anhand der Augen zu erkennen. nach Ende der Maskenpflicht haben aber alle wieder das Gesicht gezeigt. Ich sehe auch lieber ganze Gesichter, aber notfalls reichen auch Augen zur Unterscheidung. Irgendwie erkennen sich die Menschen ja auch in Iran/Afghanistan etc, es muss also möglich sein :sterne:

    Es ist ein Horror in den Klassen, das sagen auch gestandene Gymnasiallehrer

    Eigentlich wollte ich nichts zu dem ganzen Thema sagen weil ich eine solche Abordnungen auch nicht schön fände, aber nun muss ich doch mal was loswerden: bei dem was ich hier lese schäme ich mich für den Lehrer-Berufsstand.

    Welches “Gütesiegel” soll “gestandene Gymnasiallehrer” in diesem Kontext sein? Ich habe auch meine Vorbehalte gegenüber Gym-Kollegen und versuche sie abzubauen aber das was ich hier lese macht das ganz schön schwierig mal wieder.

    SuS die kein Deutsch können? Mein täglich Brot und ich unterrichte nicht mal eine Sprache.

    Kaum Konzentration bei den SuS? Willkommen im Leben!

    Ständig wechselnde Schülerschaft? Kommt vor, muss man halt manches ein paar mal öfter machen.

    Sinti-Kinder? Komm schon, jetzt ernsthaft?


    Und und und….

    Ich fasse mal all das Geschriebene in einem Satz zusammen: “Ich bin zu gut für diese ausländischen Kinder und mich einzuarbeiten ist Perlen vor die Säue Werfen”. Genau so liest sich das! Das haben die Schüler nicht verdient und das hat auch kein Kollegium verdient.

    Ich wäre auch “not amused” wenn man mich an ein Gymnasium versetzen würde, das wäre für mich die Höchststrafe. Aber das wäre noch lange kein Grund die Schülerinnen und Schüler dort so verächtlich zu behandeln. Die haben es sich nicht ausgesucht und haben es verdient, dass man zumindest versucht seine Sache gut zu machen.

    Als ich noch frisch im Beruf war habe ich mich auch eher bedeckt angezogen weil ich dachte, mir starrt sonst die ganze Klasse irgendwo hin wenn ich vorne an der Tafel stehe. Und natürlich tun die Schüler/innen das auch, der Lehrkörper ist halt nun mal nicht unsichtbar. Mittlerweile trage ich alles was ich will, auch Sachen die manchem vielleicht unpassend erscheinen. Dazu gebracht hat mich die schlichte Erkenntnis, dass es keine Überraschung und kein Geheimnis ist, was unter dem Stoff ist. Da ich biologisch eine Frau bin ist es nicht verwunderlich, dass ich entsprechende Körperteile habe. Da ändert auch der Umstand nichts dran, dass ein weiter Pulli über dem Hintern hängt. Wenn meine Schüler giggeln, weil sie zB irgendwo einen Blick bei jemandem auf irgendwas erhaschen konnten sage ich immer sehr deutlich “oooh Überraschung, eine Frau hat einen Busen, das hätte ich ja nie gedacht und ich verrate euch noch ein Geheimnis: Etwa die Hälfte der Anwesenden hat sogar eine Vagina” Und dann kommt ganz schnell ein ganz großer Aha Moment, nämlich dass das ja doch gar nicht so spannend ist, worüber man da gerade gegiggelt hat. So etabliert sich in meinen Klassen recht schnell ein sehr offenes Klima, das begrüße ich sehr weil jede Form von Bodyshaming sehr Pfui ist.

    Zum verlinkten Bild:

    Neulich hat einer meiner Schüler einen (meiner Meinung nach) sehr schönen Satz gesagt. Er (als junger Mann) sagte, dass es eigentlich möglich sein sollte, dass jede Frau so wie auf dem Foto herumlaufen kann, ohne dass es negativ verurteilt und kommentiert wird.

    Seine Begründung: Nur weil eine Frau ihren Körper zeigt, heißt das nicht, dass sie eine S*****mpe ist. Nur weil sie ihren Körper zeigt heißt das nicht, dass sie “besprungen” werden will. Nur weil sie Silikonbrüste hat heißt das nicht, dass sie “billig” oder dumm ist. Frauen sollten tragen dürfen was sie möchten, ohne Angst haben zu müssen, dass man sie abwertet oder Angst vor Übergriffen haben zu müssen.

    Ich verstehe die Reaktion, sehr freizügig bekleidete junge Mädchen zum umziehen zu schicken. Aber eigentlich ist es ein Armutszeugnis für die Gesellschaft insgesamt weil das implizit die Aussage beinhaltet “wenn du so rumläufst brauchst du dich nicht wundern, wenn dir etwas passiert”. Ein Stück weit ist das Victim-Blaming und schlägt genau in die Kerbe, weshalb unverschleierte Frauen in manchen Ländern Gewalt angetan wird. Weil man die Verantwortung für die eigenen (männlichen) Triebe auf die Frauen abwälzt.

    Das bedeutet nicht, dass ich es passend finde, halbnackt in der Schule zu sitzen, siehe Argumente von Kieselsteinchen . Aber trotzdem sollte man immer hinterfragen inwiefern es einem selbst eigentlich zusteht, in die Kleiderwahl anderer einzugreifen. Natürlich drückt Kleidung auch immer irgendetwas aus, aber wie man die Kleiderwahl des anderen interpretiert ist höchst subjektiv. Die Gleichung “Jogginghose = Nimmt Schule nicht ernst” ist genauso subjektiv wie “tiefer Ausschnitt = leicht zu haben”.

    Ich sehe schon, ich kann hier vor allem von den Kollegen der beruflichen Schulen noch was lernen. Echt spannend, auch dein Beitrag, Hannelotti !

    Ich mutmaße jetzt mal: Im SekI Bereich orientieren sich die SuS stärker daran, was die Mitschüler sagen/tragen und/oder was gerade modern ist. Mit zunehmendem Alter werden sie dann selbstbewusster das zu tragen, worauf sie selbst Lust haben. Oder wollen eine Einstellung offensiver zur Schau stellen, sei es die eigene Religion, die Subkultur, “Partnersuche”… Neulich fragte mich eine Schülerin, weshalb ich Schminke auftrage in der Schule, schließlich müsse man dafür ja den Wecker früher stellen als nötig. Sie steht genau 10 Minute vor Schulbeginn auf, putzt sich die Zähne, macht sich einen Zopf und ab gehts. Sie habe einen Freund und Schule ist ja keine Partnerbörse, warum also früher aufstehen zum aufhübschen… Interessant der Gedankengang und hat auch was wahres.

    Offensichtlich ein Scherz von Wolfgang Autenrieth , aber dennoch kann man zumindest mal die Frage in den Raum werfen, welche Grenzen die freie Kleidungswahl im schulischen Kontext hat. Wäre ein Outfit, wie man es im Schwimmbad tragen würde, angemessen für den Schulbesuch? Ich stelle mir gerade eine Tischreihe vor, an der einfach mal jeder Schüler etwas gaaaaanz anderes tragen würde - 1x religiöse Bekleidung inklusive Kopfbedeckung, 1x Anzug und Krawatte, 1x "Chill-Outfit", 1x Schwimmbad-Outfit, 1x relativ normal mit Jeans und Basic-Pulli. Von mir aus gerne noch einen Rocker oder Punker mit Bandshirt dazu, der Abwechslung halber. Witzig anzuschauen wäre es, aber ob man sich da noch auf binomische Formeln und co. konzentrieren könnte ^^ ?


    Das muss ich mir gar nicht vorstellen, das ist bei uns an BBS Alltag. Ich habe regelmäßig nebeneinander zB die Kombination Hijab/Chador und Bauchfrei mit durchsichtiger Leggings - tatsächlich ein interessanter Anblick aber nichts ungewöhnliches. Mein “Highlight” der letzten Jahre war mal ein sehr durchtrainierter junger Mann in Hawaii-Muster-Hotpants mit extra weitem Tanktop, so dass man Nippel samt Brusthaar und Bauchnabel sehen konnte - da konnte selbst ich mir einen Strand-Urlaubs-Kommentar nicht verkneifen :sterne:und ja, der Anblick hat auch mich tatsächlich und offensichtlich abgelenkt, das ist nun mal der “Fluch” der BBS-Arbeit, dass das Schülerklientel auch für Lehrkräfte optisch ansprechend sein kann, da häufig volljährig und “ausgewachsen”:pfeifen: Aber mittlerweile sehe ich es so, dass es nicht in der eigenen Verantwortung liegt, dass andere optisch nicht abgelenkt werden. Sonst ist man ganz schnell argumentativ im “Iran” wenn man zB sagt, dass Frauen sich bedecken müssen, damit Männer nicht abgelenkt werden. Deshalb sehe ich tiefe Ausschnitte, Leggings und “Surferboys” mittlerweile sehr entspannt. Und ich bekenne mich schuldig: Ich komme im Sommer auch in Jogginghose in die Schule, sonst ist’s mir zu heiß. Ich koche ganz sicher nicht im eigenen Saft nur weil manche Leute ein Problem mit einem locker geschnittenen Textil haben. Ich zB könnte Würgen wenn ich nackte Füße sehe, trotzdem käme ich nie auf die Idee von anderen zu verlangen, dass sie ihre Füße bedecken, nur weil ich dieses Stück Fleisch ekelhaft finde :uebel:

    aber meinst Du, wir sind alle so doof, dass wir nicht auch vor Ewigkeiten darauf gekommen wären, die Schreibzeiten möglichst knapp zu halten?

    Kaum zu glauben, aber der Großteil meiner KuK kam bisher von selbst tatsächlich nicht auf diese Idee weil jeder darauf besteht, dass man zwingend 90 Minuten schreiben muss weil alles andere „verboten“ sei ( Quellen des Verbotes unbekannt) Allerdings unterrichten weder diese KuK noch ich nicht in Abiturklassen, sondern in anderen Bildungsgängen.

    Eben, darum ging es. Plattyplus meinte, in bestimmten Branchen würde immer noch stark gesiebt und außerdem wäre sicher kein Betrieb bereit, ein Wortgutachten statt Ziffernnoten zu lesen, was wir Sonderpädagogen aber uns nicht vorstellen könnten in unserer unendlichen Naivität. Dass 'unsere' SuS zu 'euch' ins BVJ wandern und dann auf dem Arbeitsmarkt die allergeringsten Chancen haben, völlig egal, was im Zeugnis steht, muss man vielleicht erklären. Ich lese da vor allem die Sorge raus, irgend einem Benachteiligten könnte was geschenkt werden, dass man sich selbst so unendlich hart erarbeitet hat.

    Bitte um Aufklärung, selbst nach mehrfachem Lesen will sich mir nicht erschließen, was das bedeuten soll. Und woher kommt diese „unsere“ und „eure“ Unterscheidung plötzlich her? Es war mWn nie explizit die Rede von Förderschülern die in Berufsvorbereitungsklassen gehen, sondern allgemein von SuS dieser Klassen. Und die kommen von den unterschiedlichsten Schulen aber haben eins gemein: Sie sind nicht in Ausbildung und das hat Gründe.

    Eine Sache in Bezug auf Wortzeugnisse ärgert mich regelmäßig: Ich kenne viele SuS mit dem Förderschwerpunkt lernen, die aufgrund ihrer Textzeugnisse erstmal eine „Ehrenrunde“ bei uns im Hause drehen müssen, damit sie die Zugangsberechtigung (aka Notenzeugnis) erwerben, um überhaupt in Bildungsgänge gehen zu dürfen, in denen sie zB den HS10 erwerben können. Sehr viele dieser SuS sind aber so leistungsstark, dass man den Förderbedarf in der abgebenden Schule längst hätte aufheben können um eine zielgleiche Beschulung möglich zu machen. Dadurch könnten diese SuS sich eine „Ehrenrunde“ sparen. Aber mein Eindruck verhärtet sich immer mehr, dass die abgebenden Schulen mit allen Mitteln den Förderbedarf aufrecht erhalten wollen, obwohl dieser mit Übertritt in die Sek2 ohnehin erlischt, nur dass die SuS dann das Textzeugnis „an der Backe“ haben.

    Verrückt, was in anderen BuLä alles geht - ich wäre im Traum nicht darauf gekommen, dass man während der Probezeit befördert werden kann ohne Wartezeit. Könnte man also direkt nach dem Ref mit der ersten Planstelle sich direkt schon „hochbewerben“ zB von Studienrat auf Oberstudienrat und dann ohne Wartezeit direkt weiter in die SL? In meinen NRW-Ohren hört sich das ja fast unanständig an :ohh:

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