Ihr redet euch die Köppe heiß und fühlt euch angegriffen, aber letztlich ist wieder einmal der Punkt, dass die Einstellung oder die Äußerungen von den Bedingungen abhängt, die man vorfindet.
Da gibt es die, die z.B. in der Grundschule ohne Schutz, Abstand, Maskenpflicht den Abstand zu den Kindern nicht einhalten können, weil die Kinder gerne näher kommen (das ist wie Familie), vollen Bussen, die morgens alle zur gleichen Zeit fahren, Druck von der Elternschaft mit protokollierten Fensteröffnungen, die man 3min zu lange geöffnet hätte, sodass das Kind frieren musste, es gibt keine Nachrichten vom GA oder lediglich die Ansage, dass das Kind 14 Tage zu Hause bleiben solle - ohne Test- und dann wieder zur Schule gehen könne, alles andere bleibt aus, Sorge, wie man im kleinen Team x Lehrkräfte ersetzen soll, wenn sie in Quarantäne sind, die Klassen aber nicht, oder wenn man im Wechselmodell zusätzlich noch mehrer Notbetreuungsgruppen, Arbeitsplatzräume und eine zeitlich vorgegebene Präsenzsprechstunde bestücken sollen,
und andere mit erwachsener Schülerschaft, die im eigenen Auto oder per Fahrgemeinschaft zu Schule kommen, Maskenpflicht, Abstandsregel, deren Einhaltung man von jedem erwarten kann, und Räumen voller Plexiglas-Kästchen, und Klassen, die beim ersten Fall komplett und unverzüglich in Quarantäne gesetzt werden,
da gibt es die mit Risikoangehörigen, die sich aus allem rausziehen oder die Besuche absolut begrenzen und sich quasi vorab in Quarantäne begeben, die gerne dafür früher Weihnachtsferien hätten,
und andere, die unbedingt Außenkontakte für ihre Zufriedenheit benötigen, eine Erkrankung nicht scheuen, weil sie jung und gesund sind,
und dann gibt es davon noch eine große Mischung.
Wenn man sich und seine Angehörigen nicht ausreichend geschützt fühlt, wird man dies äußern, entsprechende Studien benennen und Vorschläge machen, wie es besser sein könnte.
Wenn man das überzogen findet, weil man es selbst ganz anders hält oder vorfindet, hält man dagegen, weil es einem jetzt schon reicht.
Das sieht man gut am Beispiel Plexiglas: In der GS hätte man davon genau EINE am Lehrer-Sitzplatz, das ist manchmal ein breiteres Pult, manchmal ein Schülertisch (wenn es gut läuft keiner der Erstklässler-Größe). Die Scheibe hilft, dass die Kinder nahe kommen, um ihr einzelnes Heft vorzuzeigen, sodass man die Aufgabe kommentieren oder vor den Augen der SuS korrigieren oder Änderungsstellen markieren kann.
Manche Schulträger haben die Anschaffung bereitwillig genehmigt und sogar bei der Beschaffung geholfen, vielleicht kann die Schule auch einfach das Geld ausgeben und den ganzen Raum ausstatten,
bei anderen ist es im Haushalt des Schulträgers nicht vorgesehen, die Schule selbst kann eine Anschaffung aber nicht tätigen,
und wieder andere halten es für unnötig, schließlich soll man ja 1,5m Abstand halten - also kein Blick ins Heft, keine Korrektur mit dem Kind, keine direkte Rückmeldung ... also absolut EINGESCHRÄNKTER Regelunterricht, alles, was sonst die Regel ist, geht dann nicht, das Üben der Schreibweise von Ziffern und Buchstaben geht aber kaum ohne und kann nicht verschoben werden, die Kinder fehlerhaft üben zu lassen ist nicht im Sinne der Lehrkraft, die es kaum aushalten kann und schon abschätzen kann, dass die Fehler irgendwie aufgearbeitet werden müssen.