Beiträge von Palim

    Je früher die Dyskalkulie erkannt wird, desto eher kann man noch etwas machen.

    Was schwierig bleibt mangels Therapieplätzen und Förderstunden.

    Ich finde Schwierigkeiten im Lesen weiterhin problematischer, vielleicht fallen sie eher/schneller auf (Mitte 1- Mitte 2)? Das Üben ist ab einem gewissen Punkt einfacher und erfordert dann schlicht Fleiß und jemanden, der zuhört.

    Bei einer Rechtschreibschwäche fallen zu diesem Zeitpunkt Teilleistungen auf, für eine Testung reicht das aber nicht, zumal der Rahmen des Lernprozesses weit gesteckt ist. Durch Förderung ist hier viel möglich, wenn sie konsequent umgesetzt wird.

    Eine Dyskalkulie wird etwa zur gleichen Zeit entdeckt, wenn sie heftig ist, ist sie das nicht, „retten“ sich viele Kinder lange zählend. Das fällt nicht allen Lehrkräften auf, da wundere ich mich auch. Wenn man nur auf das Ergebnis guckt, kann das lange übersehen werden.

    Auch da kann man fördern, es gibt vieles, was auch Laien (Eltern) mit den Kindern üben können, das wichtig ist, aber nicht unter „Mathematik“ oder „Rechnen“ gelesen wird. Deshalb ist es viel schwieriger, es abzugeben.

    Und es ist unendlich schwer, hinzubekommen, dass Kinder sich davon lösen, denn man muss beim Rechnen neben ihnen sitzen, Finger, Füße, Augen im Blick behalten und Rechenwege ohne Umwege konsequent einfordern, damit sie nicht unentwegt ins alte Muster verfallen, das ihnen (vermeintlich) Sicherheit bietet.

    Aber da geht es ja nicht um falsch vermittelte Inhalte, sondern um Kinder, die Schwierigkeiten im Lernen haben, auf die individuell eingegangen werden muss.

    Mein Eindruck ist, dass das Studium auf Diagnostik und Förderung kaum vorbereitet und es kaum Antworten auf die Möglichkeiten im inklusiven Unterricht gibt.

    Wenn man nicht vernünftig lesen kann, hat man auch Nachteile quer durch alle Fächer, einschließlich Mathe.

    Ich bin mir sicher, dass sich dies viel eher nachteilig auswirkt.

    Und Ich bin auch der Meinung, dass es sich schwieriger überbrücken lässt, aber da reden wir ohnehin nicht von gymnasialen Ansprüchen.

    In NDS sollen die FöS-Lehrkräfte zwar an die GS abgeordnet werden (weil die FöS aufgelöst werden), aber sie sind dann weiterhin für die Grundversorgung der Schule zuständig, bei einem Vollzeit-Deputat ist man oft für 2-3 Schulen eingesetzt.

    Somit denke ich, dass man keine Klassenleitung hat, es sei denn, eine Vertretungssituation lässt keine andere Möglichkeit zu.

    Anders ist es, wenn die Schule eine Koop-Klasse hat, dann hat man quasi eine FöS-Klasse, die an eine Grundschule angegliedert ist. Regional gibt es das bei uns für die Bereiche Sprache und GE (staatlich) und GE (privat).

    Bisher überwiegen für mich, als Außenstehender, die Nachteile.

    Ein Stück weit wird es auch Gewohnheit sein, so wie an manchen Schulen nach der Hälfte der GS-Zeit gewechselt wird, für einige gut, für andere unvorstellbar.

    Aber die Grundschullehrkräfte, die sich auf Klassenlehrkraft- oder Fachunterricht in der Grundschule bezogen haben, haben auch die Vorteile des KL-Unterrichts benannt und viele geben diesen Vorteilen mehr Gewicht, in der Abschätzung dazu, dass man weiß, dass man sich einarbeiten muss und in der Erfahrung, über Jahrzehnte im Team zu arbeiten und sich auszutauschen. Zudem unter Berücksichtigung dessen, dass man Klassen mit und ohne KL-Unterricht kennt und die Auswirkungen bzw. Nachteile beobachten kann, wenn dies mehrfach ist, kommt man irgendwann zu einer Generalisierung.

    Da die Ausgangsfrage sehr offen gestellt ist, habe ich mich in Beiträgen darum bemüht, Vor- und Nachteile einzubeziehen und auch darzulegen, dass man oft gar keine Wahl hat.

    Selbst wenn man zu dem Schluss kommt, dass man nicht allein der Klassenlehrkraft möglichst viele Stunden gibt, sondern ein oder mehrere Fächer abgibt, bedingt ein Wechsel übrigens nicht, dass dieser Fachunterricht von jemandem erteilt wird, der das Fach studiert hat.

    Wenn man tauschen muss, aber für das Fach keine Fachlehrkraft Stunden übrig hat, muss ja dann eine weitere Lehrkraft fachfremd diese Stunden übernehmen.

    Und wenn die Schule gar keine Lehrperson mit diesem Fach hat, fällt das Fach entweder ganz weg oder es wird fachfremd erteilt.

    Die Bedingungen sind je nach Schule andere, aber auch je nach Bundesland bzw. Studienordnung, ob man im Haupt- oder Nebenfach umfangreicher oder weniger studiert hat, ob man 2 oder 6 Fächer im Studium abdeckt.

    Ja, mache ich.

    Aber ich habe noch eine Frage zum Ablauf:

    Wenn jemand einen Beitrag einstellt, ist man ja geneigt, ihn zu liken, wenn er einem gefällt.

    Aber man weiß ja noch nicht, was noch kommt.

    Soll man dann ent-liken oder kann man auch alle Beiträge für gut befinden?

    Oder braucht man eine Zeitspanne für die Einträge und eine für Bewertungen?

    Außerdem ist es üblich, sich auszutauschen und im Team zu arbeiten. An meiner (ehemaligen) Schule haben wir uns gerne mit Kolleginnen, die gewisse Fächer explizit im studiert haben, ausgetauscht. (Wobei mir in der Regel kein großer Unterschied in der Didaktik aufgefallen ist.)

    Sehe ich auch so. Es ist einem ja bewusst, dass man weitere Fächer unterrichten wird und sich einarbeiten muss. Das macht ja gerade den Reiz der Grundschule aus, dass man nicht an 2 Fächern hängen bleibt.

    Wer es sich einfach machen will, kann das in jedem Fach und in jeder Schulform versuchen oder auch umsetzen. Da gab es auch früher schon Mathe-Lehrkräfte mit einem Ordner pro Schuljahr, den sie Stück für Stück abgearbeitet haben, einmal vorbereitet - fertig.

    und werde wahrscheinlich ab dem Schuljahr 2026/27 ein Fach unterrichten, das ich selbst an der Schule niemals hatte.

    Du hast dir für ein Studium Zeit genommen, Caro07 schreibt von Fortbildungen, die in BY offenbar besser angeboten werden, als in anderen BL. Der Zwang führt auch zur Freistellung, das ist beim eigenständigen Erarbeiten von Fächern und anderen Bereichen (Inklusion) oft nicht der Fall.

    Man braucht also Zeit zum Einarbeiten, aber es ist doch möglich, sich Inhalte zu erschließen, sich auf ein neues Fach einzustellen und die Didaktik zu erarbeiten, eine gescheite Diagnostik zu erlernen und entsprechende Förderung in den Unterricht einzubauen - was noch immer keine Garantie ist, dass das Kind die Inhalte am Ende erlernt hat (*seufz*).

    Der Vorteil der Fachlehrkräfte wäre demnach, dass man das alles nicht muss - ist ein Trugschluss, man muss doch am Ball bleiben, immer wieder aktualisieren etc.

    Nachteile hinsichtlich der Beziehungsarbeit und Klassenführung finde auch ich erheblich, auch das kann den Leistungserfolg beachtlich einschränken.

    Wir reden dann davon, dass SuS in Klasse 3 und 4 im "schlimmsten" Fall 3 verschiedene Lehrkräfte haben.

    Die Realität kann so sein, muss sie aber auch nicht.

    Es gibt ja dann noch Teilzeitlehrkräfte und SL, die im Unterricht eingesetzt werden, auch als Klassenleitung,

    Für Sport und Reli gibt es Vorgaben, sodass man darüber zu Fachunterricht kommt.

    Werken und TG geht häufig an bestimmte Lehrkräfte, Englisch auch.

    Fällt dann noch eine Lehrkraft aus und will man langfristig zumindest Lehrkräfte in D und Ma und im Anfangsunterricht einsetzen, statt Aufsichten, muss man den Plan umstellen und den Vertretungen/ Aufsichten andere Fächer geben.

    Im günstigen Fall deckt ein KL-Team zusammen die Fächer ab,

    ab, im ungünstigsten Fall aber nicht und die Klassen haben auch dann schon 6 oder mehr Lehrkräfte.

    In NDS hatte man früher 3 Fächer im Studium, die Vorgaben haben häufig gewechselt, derzeit sind es 2, davon eines D/Ma. Stellen sind häufig mit Ma-beliebig oder D-beliebig ausgeschrieben. Dann im Kollegium alle Fächer zumindest einmal abzubilden, ist gar nicht so einfach.

    Je mehr man dabei auf Fachgebundenheit setzt, um so stärker dezimiert man den KL-Unterricht und die damit verbundenen Vorteile. Genau das hatte ich die vergangenen 10 Jahre durch sehr viel Vertretung/Abordnung und es geht etwas anderes verloren, als angebliche Bequemlichkeit der Lehrkräfte.

    Auch ich denke, dass es bei den jüngeren Schüler:innen besser ist, wenn es eine KL gibt. Die Beziehung sieht anders aus als bei älteren Schüler:innen, die Kinder beziehen dich in ihr Leben ein. Ich erinnere mich an die erstaunte Aussage eines Gym-Lehrers, der zu uns abgeordnet war. :)

    Der Vergleich zur KiTa würde bedeuten, dass es in jeder Grundschulklasse zusätzlich eine „pädagogische Assistenz“ gibt, die dann fest dazu gehört und während des Unterrichts anwesend ist. Fände ich seit Jahren gut, gerne als Ausbildung, sodass diese Kraft dann vieles unterstützen kann. Das wäre auch für die Umsetzung der Inklusion ein Segen.

    TF: Thread-Fanfare,

    ein akustisches Signal, das immer dann gesetzt werden kann, wenn ein herausragend genialer Beitrag gesetzt wurde, der mit einem einfachen „Daumen-hoch“-Zeichen nicht hinreichend gewürdigt werden kann.

    Das eingesetzte Schallsignal kann aus einem Angebot gewählt werden und umfasst z.B. Jahrmarkts-Jingel, Wallkürenritt, Nebelhorn, Blaskapelle oder auch den kaiserlichen Gong.

    Als Lehrkraft kannst du dich stärker fokussieren und spezialisieren, das kann den Aufwand verringern und das kann auch für das Team günstig sein, wenn die Talente passend verteilt sind.

    Ich finde, NDS hat in den letzten Jahren sehr stark auf Fachunterricht gesetzt, die Fachlichkeit führt aber auch dazu, dass anderes vernachlässigt wird, z.B. das Fächerübergreifende oder Arbeiten in Projekten. Das abzusprechen würde einen extremen zusätzlichen Aufwand bedeuten.

    Unterricht, wie Wolfgang Autenrieth ihn beschreibt, ist dadurch sehr zurückgegangen, in meiner Beobachtung ist alles sehr viel nüchterner oder technokratischer geworden, das kommt nicht allen Kindern entgegen - und auch nicht allen Lehrkräften. Durch den Wechsel nach jedem Fach verlieren sich Zugänge und Möglichkeiten, man ist viel stärker an den Minuten-Takt gebunden.

    Außerdem sieht man als Klassenlehrkraft die Kinder viel eher in unterschiedlichen Kontexten, erkennt dadurch, wo ein Kind Stärken hat, wenn man viele Fächer selbst abdeckt. Andererseits bekommt man von Fachlehrkräften andere Sichtweisen und Einschätzungen, kann sich mit anderen beraten, die das Kind und die Klasse auch kennen, und kann Elterngespräche oder anderes gemeinsam machen, wenn es notwendig ist.

    Meiner Meinung nach sind Klassen weniger unruhig, wenn die Lehrkräfte nicht ständig wechseln, da ist es besser, wenn die Fachlehrkraft auch mehrere Fächer abdeckt.

    Das bringt auch für die Lehrkraft mehr Ruhe in den Plan, da man nicht jede Stunde wechselt, sondern viel Zeit in bestimmten Klassen eingesetzt ist und für sich dann wiederum Doppelstunden oder Tage mit mehreren Stunden passend bei der Planung berücksichtigen kann. Das wäre also eher ein Lehrkräfte-Team, das sich den Unterricht in einer Klasse. Oder als Lehrkraft in der eigenen Klasse als Klassenleitung mit jemandem anderen unterm, und selbst die Team-Partnerin für eine andere Klassenleitung.

    Hinsichtlich der Umsetzung der Inklusion finde ich es angenehmer, in weniger Klassen eingesetzt zu sein, da man ja für jede Klasse die I-Kinder mit bedenken muss und um Ausprägung, Hintergründe etc. wissen sollte. Da habe ich als Klassenlehrkraft schon einen anderen Blick. Auch hat man als Lehrkraft mit vielen Stunden mehr Möglichkeiten, individuelle Förderung unterzubringen, da kann man auch mal Zeit zum Erklären nutzen, während die anderen in einem ganz anderen Fach selbstständig arbeiten.

    Im Hinblick auf den Schulwechsel ist es dagegen schon sinnvoll, wenn die Kinder auf Lehrkräftewechsel und Fachwechsel vorbereitet werden.

    Hat man aber ohnehin ständigen Wechsel durch Vertretungssituationen/ Abordnungen/anderes, ist es auch gut, mehr Ruhe in die Situation zu bringen, statt unbedingt am Fachprinzip zu hängen.

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