Beiträge von Humblebee

    Hach, wie schön, dass ich heute so viel Verwirrung bei euch hervorrufe! ;)

    Dass das "Ihrzen" nicht als Scherz gemeint ist, habe ich nun mitbekommen state_of_Trance. Ich kannte es aber tatsächlich nicht und finde diesen Ausdruck weiterhin ulkig.

    Mag ja sein, dass es bei euch in Süddeutschland EDIT (auf speziellen Wunsch von Chili) im südlicheren Teil Deutschlands verbreitet ist, hier aber nicht. Meine Aussage zum Duzen auf dem Land, wie ich es aus meiner Kindheit auf dem platten norddeutschen Land kenne, finde ich übrigens in dem interessanten Artikel Höflichkeitsform – Wikipedia bestätigt: "Bis im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts war Duzen außer auf dem Land, wo es meist weit verbreitet war, in städtischen Gebieten vor allem in der engeren Verwandtschaft, unter engeren Freunden sowie unter gleichrangigen Arbeitern verbreitet".

    Lass' mich kurz nachdenken... Nein, mit 100%iger Sicherheit nicht! Zumindest nicht im modernen Sprachgebrauch. "Euer Gnaden" oder "Habt Ihr gut gespeiset?" u. ä. kenne ich natürlich schon. EDIT: Dass diese Form als "Ihrzen" bezeichnet wird, ist mir aber komplett neu (hab's gerade bei "Wikipedia" kurz nachgelesen).

    Das sagst du auch, wenn du weißt, dass diese Person, mit der du gerade sprichst, allein auf der Party ist? Strange...

    Was ist denn nun an diesem Beitrag von mir verwirrend chilipaprika ? Ich hatte doch oben extra nach Gesprächen mit einer Einzelperson gefragt und ob SwinginPhone der gegenüber auch das "Ihr/Euer" benutzen würde:

    Wie sprichst du denn dann mit einer Einzelperson? Da kannst du doch nicht sagen: "Woher kommt Ihr denn?", sondern musst zwangsläufig doch wieder aufs "Sie" zurückgreifen.

    Worauf SwinginPhone schrieb:

    Doch: „Wo kommt Ihr denn wech?“, „Ist das Euer Auto?“

    Das passt doch hinten und vorne nicht! Wenn man mit dieser einzelnen Person redet, sagt man doch entweder "Wo kommen Sie denn her?" oder "Wo wohnst du denn?". Da kann ich doch nicht einfach den Plural "ihr/euer" anwenden, wenn ich weiß, dass die Person allein dort ist (oder auch, wenn ich nicht mit Sicherheit weiß, dass sie mit jemand anderem dort ist)!?

    Hach, am einfachsten hat man es doch, wenn man konsequent das "Du" oder das "Sie" benutzt, gell?! :rofl:

    ja, wie denn sonst anders?
    Selbstverständlich ist "ihr/euer" für mehrere Personen.

    Äh, ach so... Ok, dann verstehe ich aber diese Aussage nicht:

    Das „Ihr“ kenne ich als Übergangsform vom Sie zum Du. Man ist schon etwas vertraut, aber noch nicht beim Du angekommen.

    Wie soll das denn gehen, wenn ich nur eine einzelne Person anspreche?

    Für mich besteht der Unterschied schlicht und ergreifend darin, dass ich das, worüber ich spreche (Gegenstand, Wohnort,...) entweder auf eine Einzelperson oder ein Paar/mehrere Leute beziehe. Wenn ich nur wissen will, woher Petra/Peter herkommt, würde ich bspw. auf einer Party fragen: "Woher kommst du denn?", wenn ich das Paar Paul und Paula meine, frage ich natürlich (auch wenn ich gerade nur mit einem der beiden spreche): "Woher kommt ihr denn?"

    Ich _erwarte_ eigentlich, dass der Gegenüber (wenn älter/förmlicher/blablubb) oder ich (wenn ...) dann das Du anbietet. "Ach, wir können doch "du" sagen, oder?"

    Aber dass der 15-jährige Sohn eines Bekannten-Bekannten anfängt, mich zu duzen, ja, ich stutze innerlich.

    Ich nicht. Also weder erwarte ich, dass mir jemand das "Du" anbietet (ich kann mich gar nicht erinnern, wann das zum letzten Mal jemand mir gegenüber getan hat; muss ewig her sein) oder ich das tun muss, noch fände ich es merkwürdig, wenn mich ein Jugendlicher aus dem Bekanntenkreis - selbst wenn ich den nur vom Sehen kenne - duzt.

    Najaaa, ursprünglich ging es ums Duzen oder Siezen, ein gespräch entwickelt sich halt. Ich führe den Gedanken einfach weiter, Händeschütteln gibt es in meinem Dunstkreis so gut wie gar nicht, oder nur, wenn man bedeutend Ältere begrüßt. Ansonsten mündliches Begrüßen oder kurzes Umarmen. So kam ich drauf. Ich persönlich finde ein kurzes Umarmen (mit etwas Abstand, also nicht ein inniges An-sich-drücken) sogar noch weniger intim als Händeschütteln, wo sind die Handflächen berühren und man Blickkontakt hat.

    So ist mal wieder jeder Jeck anders. Eine Umarmung finde ich auf jeden Fall intimer als ein kurzes Händeschütteln. Umarmen mit Abstand kenne ich so, wie du es beschreibst, gar nicht. Händeschütteln ist - wie ich schon schrieb - in einigen meiner "Kreise" üblich, in anderen wiederum nicht (regionsabhängig) und ist seit Corona auch seltener geworden. Mein Ding ist es eher nicht (dass man jedem die Hand zur Begrüßung und/oder zum Abschied gibt, meine ich).

    Wenn man sich vorgestellt wird, ist das natürlich etwas anderes. Aber, wenn man sich neu begegnet, ist das „Sie“ erst einmal normal. Ja, es entstehen dann lustige Situationen, wenn man eine Gruppe von Menschen anspricht, die man nur teilweise duzt. Aber dann hilft ja das „Ihr“.

    Nö, für mich ist es nicht normal, dass man sich, wenn man sich im Privaten irgendwo begegnet, siezt. Auch dann nicht, wenn man von anderen Personen einander vorgestellt wird. Ich kenne das wirklich so nicht und es ist in meinem "Dunstkreis" absolut unüblich, nicht jeden gleich mit "Du" anzusprechen.

    Das mit dem "Ihr"/"Euer" benutzt hier übrigens meines Wissens niemand. Es sei denn, ich spreche wirklich mehrere Personen an (also wenn ich bspw. eine Leiter von unseren Nachbarn ausleihen will, sage ich natürlich auch: "Kann ich mir mal eure Leiter ausleihen?"). Irgendwie kann ich mir die Benutzung auch gar nicht recht vorstellen, muss ich sagen... Wie sprichst du denn dann mit einer Einzelperson? Da kannst du doch nicht sagen: "Woher kommt Ihr denn?", sondern musst zwangsläufig doch wieder aufs "Sie" zurückgreifen.

    Ich kenne das so und verhalte mich auch so.

    Ernsthaft? Hm, anscheinend wird das hier in der Gegend und in meinem Umfeld wirklich lockerer gesehen. Auch in Vereinen u. ä. ist es übrigens nicht üblich, dass man diejenigen, die man dort regelmäßig trifft, siezt.

    Beispiel: Vor einigen Wochen waren mein Mann und ich bei einem befreundeten Paar zum Grillen eingeladen. Dort war auch eine Bekannte unserer Freundin (die beiden haben sich vor einigen Monaten bei einem Sportkurs kennengelernt) eingeladen, die mein Mann und ich noch nie getroffen hatten. Wir wurden also mit Vornamen einander vorgestellt: "Das sind A und B. Und das ist C; wir kennen uns vom Sport." In solch einem Fall käme hier niemand auf die Idee, sich zu siezen. Weiteres Beispiel: Wenn wir bei Verwandten von mir oder meinem Mann auf deren Freund*innen oder Bekannte treffen (oder umgekehrt: also auf Verwandte von unserem Freundeskreis treffen), die wir beide noch nicht kennen, wird sich ebenfalls ganz selbstverständlich geduzt.

    Ich fände das ansonsten eine sehr seltsame - um nicht zu sagen: unangenehme - Atmosphäre und Distanz, die da geschaffen würde, wenn sich einige aus der Runde siezen und die anderen duzen.

    Und dann, wie verabschiedet man sich, wenn man prinzipiell alle umarmt, aber jemanden in der Runde das erste Mal gesehen und ohne Umarmung begrüßt hat? Ist wahrscheinlich auch unterschiedlich, je nach Region oder Gepflogenheit in der Altersgruppe.

    Wie kommst du denn jetzt aufs Umarmen? Ich schrieb doch übers Händeschütteln.

    Dass man sich umarmt, kenne ich allgemein - nicht nur hier in der Gegend - wirklich nur von Menschen, die man gut kennt, also im Freundes- und Verwandtenkreis. Gute/Enge Kolleg*innen umarme ich auch manchmal, insbesondere zu Geburtstagen. Wenn man jemandem zum ersten Mal begegnet oder nicht näher kennt, ist allenfalls Handgeben angesagt.

    Sehr gut möglich, ich dachte, das gilt für ganz Norddeutschland, daher wunderte mich auch dein Bekenntnis zum allgemeinen Duzen bei euch 'da oben'.

    Was "gilt für ganz Norddeutschland"? Das "Hamburger Sie"? Also, das wird hier in der Gegend zwar ab und zu benutzt, aber sooo oft nun auch wieder nicht.

    Wahrscheinlich liegt es bei mir daran, dass ich es eben schon seit meiner Kindheit hier vom Land und auch aus den Kleinstädten so kenne, dass man auch ältere Menschen duzt - EDIT: und von diesen auch geduzt wird -, insbesondere im privaten Bereich (ich bin ja in einer norddeutschen Kleinstadt aufwachsen, war und bin aber viel in den Dörfern "umzu" unterwegs). Und zudem bin ich als Englischlehrerin halt das "you" gewohnt.

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