Beiträge von Humblebee

    Lehrkräften aller Schulformen

    Auflistung der Schulformen

    In der Umfrage tauchen doch lediglich "Grundschule" und "Oberschule (Gymnasium oder Integrierte Gesamtschule)" auf!? Da fehlen also z. B. Förderschulen, Realschulen, Hauptschulen, Mittelschulen, ... und wie sie in den einzelnen Bundesländern jeweils heißen mögen, und vor allem die beruflichen/berufsbildenden Schulen.

    Wäre es nicht evtl. geschickter, das Ganze nach "Grundschule", "weiterführende Schule" (und dort mit Eintragungsmöglichkeit, um welche Schulform es sich genau handelt) und "berufliche Schule" zu unterteilen?

    Ich mag mich irren, aber ich glaube, wir haben hier im Forum keine User*innen, die in Brandenburg an einer beruflichen Schule tätig sind.

    ich für Brandenburg die Aussage habe, dass ich es dort aufgrund der erfüllten Voraussetzungen auch in 12 Monaten machen könnte

    Welche "erfüllten Voraussetzungen" meinst du denn? Gemäß des brandenburgischen MK dauert das Ref dort generell nur ein Jahr: https://mbjs.brandenburg.de/bildung/lehrer…ueberblick.html

    Eine Frage an die Lehrkräfte Berufsbildender Schulen: ihr habt doch regelmäßig mit Azubis zu tun.

    Nö, nicht unbedingt. Ich unterrichte seit über 19 Jahren mit einem Großteil meiner Stunden in Vollzeitklassen - also nicht in der Berufsschule/Teilzeitklassen - und habe daher nur sehr unregelmäßig "mit Azubis zu tun" ;) .

    Daher kann ich diese Fragen

    Sind sich die jungen Männer und Frauen bewusst, was sie später verdienen werden, was Teilzeit für die Rente bedeutet und wie man dafür sorgt, dass alleinerziehen nicht den finanziellen Ruin bedeutet?

    auch nicht wirklich beantworten, denn ich weiß nicht, ob sie sich dessen bewusst sind.

    Was ich allerdings weiß, ist dass von unseren Azubis/Berufsschüler*innen die meisten älter als 16 Jahre sind (du schriebst ja in deinem nächsten Satz von "16-jährige"); ich würde meinen, die meisten "unserer" Jugendlichen sind durchschnittlich mittlerweile 17 bis 18 Jahre alt, wenn sie in eine Ausbildung starten (weil die meisten mind. bis zur 10. Klasse eine allgemeinbildende Schule und/oder im Anschluss an den Besuch der allgemein- noch eine berufsbildende Schule besuchen). Zudem gibt es bei uns immer mal wieder Berufsschülerinnen, die bereits Mutter und des Öfteren auch alleinerziehend sind, und für die ihre Situation trotzdem nicht den "finanziellen Ruin" bedeutet (denn sie kommen - laut eigener Aussage - mit familiären/elterlicher und staatlicher Unterstützung einigermaßen über die Runden). Wie es für diese jungen Mütter allerdings in der Zukunft weitergehen wird, kann ich natürlich nicht sagen.

    hier auf dem halben Land in NRW habe ich schon öfters bei Besuchen von Betrieben (Schulpraktika 9. Klasse) gehört, dass es zwar ein Ausbildungsberuf nach mittlerer Reife sei (Bankkaufmann, Versicherung, usw..), sie aber lieber Volljährige mit Führerschein nehmen. Also Abiturient*innen.
    Grund: zuviele ohne Führerschein hätten die Ausbildung abgebrochen, weil die Busse nicht fahren, oder der/die Azubi keine Lust mehr habe, so lange zu fahren... usw. (also es waren hauptsächlich Ausbildungen, wo man mehrere Stationen macht)

    Das ist dann natürlich verständlich aus Sicht der Betriebe, dass sie zumindest Azubis mit Führerschein haben möchten.

    Das hat mich gerade auch im letzten Schuljahr gehalten an der Schule, als es so bitter war durch das Mobbing für mich. Seit der federführende Kollege nicht mehr an der Schule ist, hat sich das aber komplett verändert, so dass ich mich auch insgesamt im Kollegium immer wohler fühle und nicht nur in Teilgruppen.

    Das freut mich sehr für dich, dass du dich nun wieder wohler an deiner Schule fühlst!

    Um zum Ausgangsthema zurückzukommen:

    Gut gefallen mir an meiner Schule

    - der Rückhalt durch die SL (bis auf eine Person ist unsere erweiterte SL wirklich toll)

    - die Stundenpläne bzw. Stundenplanung

    - die Zusammenarbeit mit den schulischen Mitarbeiter*innen (Schulsozialarbeit, Schulassistent, Sekretariat, Raumpflegerinnen und meistens auch die Hausmeister)

    - die Ausstattung

    - das Kollegium (wobei ich natürlich gar nicht alle von unseren 140 KuK genauer kenne; aber diejenigen, mit denen ich zusammenarbeite und die in meinen Teams sind, sind super) und die meist dort herrschende gute Stimmung und Motivation

    - ... (ich schätze, ich habe noch irgendwas vergessen, was mir jetzt gerade nicht einfällt)

    Dass das SuS-Klientel an einer BBS, wo vom niedrigsten (bei uns BES) bis zum höchsten Niveau (bei uns BG und diverse Fachschulen) alles zusammenkommt, schwierig ist, ist m. E. nicht ungewöhnlich. Im gewissen Sinne macht das für mich auch den Reiz einer BBS als Schulform aus.

    Ich habe - wie ich bereits in einem anderen Thread schrieb - momentan aber auch den Eindruck, dass doch viele SuS, die in diesem Schuljahr zu uns kamen, "Corona-geschädigt" sind. Da hoffe ich einfach wieder auf bessere Zeiten.

    Ebenfalls anekdotisch, weil ich mich gerade vor einigen Wochen mit dem "Betroffenen" darüber unterhalten habe ;) : Der Sohn einer Freundin macht ebenfalls - derzeit im zweiten Ausbildungsjahr - eine Ausbildung zum "Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung". In seiner Berufsschulklasse (nicht an meiner BBS (wir haben keine Azubis aus diesem Bereich), sondern an einer BBS im ländlichen Raum im Nachbarlandkreis) ist er der einzige mit Hauptschulabschluss. In seiner Klasse sind laut seiner Aussage zwei junge Leute mit AHR und vier mit FHR. Alle anderen haben einen Realschulabschluss oder den erweiterten Sek. I-Abschluss.

    @golum : Stimmt, solche SuS wechseln dann bei uns des Öfteren nach der 10. Klasse vom allgemeinbildenden auf ein berufliches Gymnasium.

    (Dass jemand den von dir beschriebenen Weg über eine zweijährige berufsqualifizierende BFS ins BG gegangen ist, habe ich bei uns allerdings bisher nur ganz selten gesehen. Diese SuS gehen anschleßend an die zweijährige BFS häufig in die FOS Kl. 12 oder - den Bereich "Sozialassistenz" betreffend - in die Fachschule (in dem Fall die Fachschule "Sozialpädagogik") und erwerben die FHR).

    An die meisten besseren "Büroausbildungen" kommt man fast nur noch mit Abitur überhaupt ran.

    Was verstehst du denn unter "bessere Büroausbildungen"?

    Mag sein, dass das so ein "Stadt- vs. Land"-Unterschied ist oder von BL zu BL unterschiedlich, aber ich weiß definitiv, dass mind. die Hälfte unserer Azubis der Verwaltungsfachangestellten und der Industriekaufleute (was ich schon als "gute Büroausbildung" bezeichnen würde) keine AHR und auch keine FHR hat.

    Aber dann weiß ich doch noch gar nicht, wie weit ich genau komme 🤔

    Doch, das habe ich ja zum einen schon geplant, zum anderen mache ich in allen Klassen/Kursen in der Doppelstunde vor den Klausuren/Klassenarbeiten eine "Wiederholungsstunde". Im Übrigen habe ich die meisten meiner Klassen/Kurse nur ein- bis max. zweimal pro Woche in Englisch oder im betreffenden Lernfeld. Da weiß ich also ein oder zwei Wochen im Voraus schon genau, wie weit ich im "Stoff" gekommen bin und welche Themen ich in der Klausur dran nehme (also kann ich auch die Klausur schon eine Zeitlang vor dem Termin vorbereiten).

    Humblebee ich glaube, was das Arbeitsverhalten angeht, finden wir beide keinen Konsens :D

    Macht doch nichts! Wie ich schon so oft sagte: Jeder Jeck ist anders! Und wenn wir beide mit unseren Arbeitsweisen gut "fahren", ist doch alles tutti 8).

    Klausuren meistens erst in der Nacht vorm Klausurtermin fertigbastelt

    Mal abgesehen davon, dass ich nachts nicht arbeite/arbeiten kann (spätestens gegen 18/19 Uhr ist bei mir "Schicht im Schacht"), versuche ich Klausuren ein bis zwei Wochen, bevor ich sie schreiben lasse, fertig zu haben. Dann kann ich sie schon vor dem Klausurtermin kopieren und bis zum Termin in meinem (abschließbaren) Fach in der Schule lagern und habe dadurch am Klausurtag etwas weniger Stress. Und wir schreiben bspw. im BG oder in der FOS 12 in den Klassen/Kursen dieselben Klausuren; von daher müssen wir als "parrallel arbeitende" KuK die Klausuren rechtzeitig fertig haben. Mit dieser Arbeitsweise komme ich - als "Vorausplanerin" - sehr gut klar.

    Aber das nur als OT, da es ja mit dem Ausgangsproblem nichts zu tun hat.

    Dazu kann ich dir nichts Genaues sagen, da ich nicht auf dem Schirm habe, wo genau - also an welchem Ort in welcher Entfernung von ihren Wohnorten - denn die zukünftigen Bäckereifachverkäufer*innen ihre Ausbildungen machen (wir haben diesen Ausbildungsberuf nämlich nicht bei uns in der Berufsschule).

    Allerdings weiß ich, dass recht viele Azubis im Einzelhandel ihre Ausbildungen auch in Betrieben in ihrem Wohnort machen. Von daher gilt diese Aussage

    Intuitiv würde ich sgen, dass das ein Beruf ist, bei dem Einsatzstelle und Wohnort meist nah beieinander liegen und daher keine langen Fahrtwege nötig sind, was ja nicht jeder von sich behaupten kann.

    zumindest auch für viele unserer Azubis/Berufsschüler*innen im Einzelhandel.

    Ich würde mal behaupten, dass es bei den Bäckereifachverkäufer*innen ähnlich sein könnte.

    Einerseits hoffe ich es, andererseits weiß ich, dass der Beruf "Bäckereifachverkäuferin" aufgrund der Arbeitszeiten und Gehaltsaussichten nur bei wenigen Schulabsolventen auf der Wunschberufsliste ganz oben steht.

    Nichtsdestotrotz gibt es - zumindest an meiner Schule - weiterhin einige SuS, die nach dem Besuch der BFS oder der BES eine Ausbildung in diesem Bereich machen. Oftmals sind dies SuS, die ansonsten im Einzelhandel keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.

    Danke für die Erläuterungen @golum . Hier in NDS gibt es zwar auch zweijährige berufsqualifizierende Berufsfachschulen, die zu einem Berufsabschluss führen (z. B. die zweijährige BFS Sozialpädagogische/r Assistent/in) und die als Aufnahmevoraussetzung den Realschulabschluss haben, aber diese führen nicht zur Fachhochschulreife. Um die FHR zu erlangen müssen die jungen Leute anschließend noch die o. g. FOS Klasse 12 besuchen. Praktische Prüfungen gibt es in der FOS 12 aber hier nicht.

    Im BBS-Bereich muss in der HBF das Projekt tatsächlich in einem Kolloquium + Präsentation verteidigt werden.

    Ich weiß leider nicht, was die "HBF" ist. An meiner BBS schreiben z. B. die SuS der Fachoberschulen in der 12. Klasse eine Facharbeit, aber diese muss nicht präsentiert werden (und es gibt dazu auch kein Kolloquium). Diese fließt wie eine Klausur als schriftlicher Leistungsnachweis in die Abschlussnote ein.

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