Beiträge von Humblebee

    Aber wie immer: Sooo viele Unterschiede. In Niedersachsen bräuchte der/die 9-jährige auch keinen Test...

    Beziehst du das jetzt auf die Schule? Doch, da müssen sich auch 9jährige SuS in NDS zuhause testen. Für's Shoppen brauchen unter 15jährige hier allerdings keinen Test (bei einer Inzidenz unter 50 an mehr als fünf Werktagen braucht die sowieso niemand mehr).

    Ich kann nicht bestätigen, dass die Leistungen der SuS, die nach der Haupt- oder Realschule zu uns an die BBS kommen, in Englisch so schlecht sind, wie du elCaputo es beschreibst. Natürlich gibt es immer wieder SuS, die in Englisch schlecht sind, aber das war zum einen schon immer so (schon zu meiner eigenen Schulzeit) und zum anderen hat halt jeder seine Stärken und Schwächen (meine eigenen liegen eher im Mathe- und Naturwissenschaftsbereich ;) ). Dementsprechend ist es definitv nicht so, dass Englisch für die Hälfte meiner SuS - wie du es für deine SuS schilderst - das "Hassfach" ist; das ist weiterhin Mathe.

    Hat es einmal ein flächendeckenderes privates Interesse an englischer Musik, Filmen, Serien etc. gegeben, so ist das jetzt restlos weg.

    Auch das sehe ich in meinen Klassen und Kursen nicht so. Da gibt es viele, die nur englische Musik hören und sich Filme und insbesondere Serien auf "Netflix" oder "Prime" auf Englisch ansehen.

    dass die zuständigen Stellen Englisch in Bezug auf den Hauptschulabschluss zum Nebenfach deklariert haben.

    Ist das in NRW der Fall? In Niedersachsen nicht, soweit ich weiß.

    Nichtsdestotrotz stimme ich zu, dass der Anteil der Deutschstunden erhöht werden sollte, da viele SuS dort ein klares Defizit aufweisen. Englisch finde ich als Sprache aber weiterhin zu wichtig, als dass ich sie zu einem Nebenfach "herabsetzen" würde.

    Hatte ich auch im Studium. Lesen, Schreiben, Sprechen, Hörverstehen.

    Ich nicht. :weissnicht: Wir mussten zwar einen Grammartest und einen Hörverstehens- und Sprechtest machen und ein "written essay" einreichen, aber da gab es vorher keine Kurse, sondern wir mussten uns alles selbst erarbeiten. Mittlerweile scheint das aber anders zu sein (das meinte ich mit den "English for universtity studies"-Modulen, die ich oben erwähnte).

    Eigentlich sind das Pendant zum Laborpraktikum in den Naturwissenschaften die Sprachpraxiskurse in den modernen Fremdsprachen.

    Vlt. liege ich falsch, aber ich würde mal behaupten, dass ein Auslandsaufenthalt auch mit hohen Kosten verbunden ist, weswegen man sich sowas überhaupt erst einmal leisten können muss.

    Was sind denn "Sprachpraxiskurse"? An der Uni, wo ich studiert habe, gibt es ein Sprachenzentrum, wo u. a. Module wie "English for university studies" angeboten werden (dafür gibt es 6 KP). Meinst du so etwas? Ansonsten werden meines Wissens bspw. in Anglistik nur "normale" Lehrveranstaltungen angeboten.

    Und: Nein, ein Auslandsaufenthalt ist nicht automatisch mit hohen Kosten verbunden. Wer an einer Uni im Ausland studiert, erhält i. d. R. finanzielle Unterstützung (wie chilipaprika ja bereits geschrieben hat), wer z. B. als "assistant teacher" arbeitet, wird für seine Lehrtätigkeit bezahlt.

    Eine mündliche Prüfung haben wir übrigens auch noch in jedem Ausbildungsfach - netterweise (und das meine ich jetzt nicht ironisch) wurden diese theoretischen Prüfungen mittlerweile auf einen anderen Tag gelegt. Damit hatte man in Coronazeiten angefangen und hatte es jetzt beibehalten auf Wunsch unseres Personalrats.

    Als ich damals mein Referendariat gemacht habe, war der Prüfungsunterricht im Unterrichtsfach an einem Tag und an einem anderen Tag (meist ca. eine Woche später) der Prüfungsunterricht im beruflichen Schwerpunkt sowie die mündliche Prüfung (die bezieht sich hier meines Wissens nur auf Pädagogik, in meinem Fall Wirtschaftspädagogik). Mittlerweile findet alles drei an einem Tag statt, was ich für die Prüflinge wirklich stressig finde.

    Haubsi1975 : Auch da hatten "unsere" Refis wohl Glück, denn es konnten bisher alle ihre Prüfungsunterrichtsstunden im Präsenzunterricht durchführen. Während der kompletten Schulschließungen hatte niemand Prüfung, da die Prüfungstermine hier im Februar/März und September/Oktober liegen und zu den Zeitpunkten immer Klassen (oder zumindest halbe Klassen) in Präsenz anwesend waren.

    Zudem gibt es hier keine Punkte sondern volle Noten.

    DFU : Nur nochmal kurz zur Klarstellung: die fünf Personen waren bei mir und den allen nds. BBS-Refis nur in den beiden Prüfungsunterrichtsstunden anwesend; in den "normalen" Unterrrichtsbesuchsstunden nicht (da sind bei "kleinen Unterrichtsbesuchen" nur die/der jeweilige Fachleiter*in und ggf. ein/e Mentor*in anwesend - wenn es sich nicht um "eigenverantwortlichen Unterricht" handelt -, und bei "großen Unterrichtsbesuchen" ist zusätzlich noch die/der Pädagogikseminarleiter*in dabei; also max. drei Personen).

    Eine mündliche Prüfung haben unsere Refis im Anschluss an ihrem Prüfungstag auch noch.

    Es "reicht" ja schon, wenn der Prüfling vorher immer im guten 2er-Bereich war und dann im Examen eine schwache 3 erhält vom Fachleiter.

    Gibt es das denn wirklich so oft bei euch? Ich habe das noch nie erlebt; weder in meinem eigenen Referendariat noch bei den Refis an meiner Schule. Mag ja Zufall sein, aber bisher waren in meinem Umfeld die Referander*innen im Examen nicht viel schlechter oder viel besser als vorher. Da gab es nie großartige Notenunterschiede.

    Wie ist das bei euch bei den mündlichen Abiturprüfungen? Bei mir war auch da der Prüfungsvorsitzende von einer anderen Schule.

    Auch da sind alle Prüfer*innen - inkl. der/demjenigen mit Prüfungsvorsitz - von der eigenen Schule (zumindest bei uns am BG; aber das kenne ich auch von allgemeinbildenden Gymnasien hier in NDS nicht anders).

    Wie sagte selbst unsere Seminarleiterin: "Bewertung ist immer AUCH subjektiv, wer was Anderes behauptet, lügt."

    Das ist natürlich vollkommen klar. Nur ist das m. E. nicht gleichzusetzen mit "Macht ausgespielt".

    Es kann ja durchaus ein Mix sein von mehreren Personen, aber wir haben oft darüber gesprochen, wie ungerecht es ist, dass die Examenslehrproben von uns von einem Fachleiter benotet werden und es da kein Korrelativ gibt (Meinung der Mentoren wird wohl auch nicht gehört). Ich meine, jede Abiprüfung erfährt eine Zweitkorrektur und man bespricht sich, aber meine Examenslehrprobe wird von einem Fachleiter bewertet - das ist schon etwas ..äh...seltsam, oder?

    Für die schriftliche Hausarbeit, die unsere LiV am Ende des Ref einreichen müssen, gibt es bei uns eine/n Zweitprüfer*in und das ist tatsächlich keiner der Fachleiter*innen, die man selbst als Seminarleitung hat. Da wird also schon mal die Note von zwei Personen ermittelt.

    Und in den beiden Prüfungsunterrichtsstunden sitzen hier ja insgesamt sogar fünf "Prüfer*innen", die sich über die Note absprechen (wie oben geschrieben: die beiden Fachleiter*innen aus dem beruflichen Schwerpunkt und dem Unterrichtsfach, die/der Pädagogikseminarleiter*in, ein Mitglied der SL - i. d. R. die/der Schulleiter*in- und auch ein/e Ausbildungslehrer/in bzw. Mentor/in).

    Insofern finde ich, da ist Fairness schon gegeben.

    Als ob jemand Bock hätte, dass die zu Beurteilenden schlecht abschneiden. Fühlt ihr als Lehrkräfte euch gut, wenn SuS 5en schreiben?

    Na ja, wenn SuS wirklich schlecht sind, gebe ich denjenigen ja trotzdem nicht zum Schuljahresende gute Noten, oder? Natürlich fühle ich mich nicht gut dabei, Schülis schlecht bewerten zu müssen, aber "Sympathienoten" verteile ich ganz sicher nicht. Wenn jemand keine Lust hatte zu lernen oder einfach überfordert ist mit dem Unterrichtsstoff, resultiert das eben in einer schlechten Note.

    Und das ist bei den Refis nicht anders. Zumindest habe ich es noch nie erlebt, dass jemand, die/der bisher nur so mit "Ach und Krach" durch's Ref gekommen war und mit schlechten Vornoten in die Prüfung gegangen ist, dort doch plötzlich - aus lauter Sympathie - gut bewertet wurde. Da haben die Prüfer*innen, die die/denjenigen ja schon länger kannten, eben keine positive Entwicklung im Laufe des Refs gesehen.

    Jap, wir bekommen Vornoten für jedes Fach und die Kommission aus zwei fremden und einer bekannten Person bewertet dann die beiden Prüfungsstunden, die zugehörigen Entwürfe und das Kolloquim. Finde es nicht merkwürdig, sondern transparent.

    Euer System macht mich regelrecht klaustrophobisch, da haben die Fachleiter doch viel zu viel "Macht".

    Ich wüsste nicht, dass die Fachleiter*innen gegenüber irgendjemandem ihre "Macht ausspielen" oder Druck ausüben. Das habe ich bisher noch von keiner/keinem Refi gehört und von keinem Seminarstandort mitbekommen.

    Aber nun gut, du findest eben euer "System" besser, ich bevorzuge unseres :).

    Mein Examen wäre vermutlich eine ganze Note schlechter ausgefallen, wenn der bisherige Fachleiter mitgekommen wäre...

    Nochmal kurz zu meinem Verständnis: Die/Der bisherige Fachleiter*in gibt dann eine Vornote und die/der fremde Fachleiter/in nur eine Note für die Prüfungsunterrichtsstunde? Das finde ich wirklich sehr merkwürdig... Und mir war gar nicht bewusst, dass es irgendwo anders läuft als bei uns, denn ich dachte, es sitzen immer nur Personen/Lehrkräfte in den Prüfungsstunden, die die/den LiV schon kennen. Von daher: Danke für die Richtigstellung!

    Zauberwald hat alles gesagt.

    Die fremden Fachleiter kommen aus anderen Studienseminaren in NRW.

    Whaaat?!? Wie bekommen die das denn zeitlich auf die Reihe? Müssen diese Fachleiter*innen denn gar nicht mehr unterrichten? In ganz NDS gibt es nur sieben Seminarstandorte (davon drei im westlichen Niedersachsen); das wäre "fahrtechnisch" kaum zu schaffen.

    Ich kann die Aussage schon nachvollziehen. Die Bewertung durch Fremde fällt eventuell vorurteilsfreier aus, d.h., wenn die Stimmung eh schon schlecht ist, hat man evtl. einen nicht so guten Stand.

    Gut, das mag so sein. Aber ich finde, dass gerade die Prüfungsunterrichtsstunden doch am besten diejenigen Lehrkräfte bewerten können, die die Refis schon kennen und deren Entwicklung beurteilen können. Was kann denn bspw. ein/e fremde Schulleiter*in dazu sagen? Diese/r SL kann doch dann nur diese eine Unterrichtsstunde beurteilen, aber die ist ja dann nur eine Momentaufnahme. Meiner Meinung nach sollte ein/e LiV am Ende des Vorbereitungsdienstes "nachweisen" können, was sie/er während der 1,5 Jahre als BBS-Lehrkraft gelernt hat und das kann m. E. wirklich auf die lange Sicht nur jemand beurteilen, die/der den Prüfling schon seit längerem kennt.

    Wie gesagt: Ich finde unser "System" gut und meines Wissens die meisten LiV ebenfalls 8).

    Das finde ich wirklich nicht gut. In NRW "nimmt man einen bekannten Fachleiter mit" und es kommen ein fremder Schulleiter und ein fremder Fachleiter des anderen Faches.

    Warum findest du das nicht gut? Es sollen eine/n Refi doch im Endeffekt diejenigen in der "Abschlusssituation" beurteilen, die die/denjenigen auf dem kompletten Weg durch das Referendariat begleitet und auch schon vorher beurteilt haben.

    Eine/n fremde/n Fachleiter*in des Unterrichtsfachs zu finden, wäre hier in den meisten Fällen außerdem problematisch, da es pro Studienseminar oftmals nur ein/e Fachleiter*in für das jeweilige Unterrichtsfach gibt (bspw. gibt es an dem für uns zuständigen Seminarstandort nur eine Fachleiterin für Mathe, eine für Chemie, einen Fachleiter für Englisch, einen für Sport,...). Nur für die beruflichen Fachrichtungen gibt es manchmal mehrere und für das Pädagogikseminar ebenfalls.

    in Examensprüfungen sitzen normalerweise 3 Personen, von denen mindestens einer den Prüfling gar nicht kennt.

    :/ Bei uns nicht. Da kennen alle Prüfer*innen den Prüfling. In den Prüfungsunterrichten und in der mündlichen Prüfung der Refis sitzen die drei Fachleiter*innen (im BBS-Bereich: Fachleiter*in der beruflichen Fachrichtung, Fachleiter*in des Unterrichtsfachs und Leiter*in des pädagogischen Seminars), die/der Schulleiter*In (oder - falls der/diejenige mal verhindert sein sollte - eben die/der stellvertretende Schulleiter/in) und i. d. R. eine Ausbildungslehrkraft der/des jeweiligen Refis.

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