Ich mag Händeschütteln und bei Familie und Freunden sehr gerne Umarmungen. Nur Luftküsschen links und rechts finde ich überflüssig.
Ich finde, dass man dadurch andere wirklich persönlich begrüßt, man guckt sich an, sagt den Namen des Anderen. Meine Förderschüler müssen nach Kleingruppenunterricht auch dadurch, so üben wir gleich, dass es in unserem Kulturkreis höflich ist, sich in die Augen zu gucken, was woanders ja als respektlos gelten kann.
Aber ich seh an euren Reaktionen, dass viele das ganz anders sehen. Da bin ich echt verblüfft.
Umarmungen im Freundes- und Familienkreis mag ich auch gern. Aber Händeschütteln muss nicht sein, vor allem nicht bei jeder Gelegenheit. Wenn ich jemanden begrüße, schaue ich ihr/ihm sowieso in die Augen, auch wenn ich der-/demjenigen nicht die Hand gebe. Das fällt mir momentan wieder besonders auf, so gerade erst gestern, als ich einen Banktermin hatte.
Bei vielen Ärzt*innen ist ja schon seit längerer Zeit "no handshake" üblich. Da finde ich den "Spruch", den meine Hausärztin am Praxiseingang hängen hat, sehr passend: "Höflichkeit geht auch ohne Händedruck - Wir schenken Ihnen ein Lächeln." Ich habe es noch nie als unhöflich empfunden, wenn man mich dort ohne Handschlag begrüßt hat.
Hier im Norden kenne ich es bei Feiern bzw. in einem Raum, wo mehrere Personen anwesend sind, auch schon sehr lange als Form der Begrüßung, dass man auf den Tisch klopft, statt jeden einzelnen per Handschlag zu begrüßen.