Klingt nach unnötiger, bürokratischer Hölle par excellence. Mein aufrichtiges Beileid.
Läuft bei uns (zum Glück) komplett anders.
Wirklich niemand sieht es hier als unnötige Bürokratie. Zum Gegenteil, als in den beiden Coronajahren es aus Zeitgründen nur zwei Korrekturen an einer Schule gab, sprach mich jeder (Schüler wie Nachbarn, die es in der Zeitung gelesen haben) an, ob dieses Abitur vollwertig anerkannt würde.
Vermutlicher Grund, wir hatten schon immer zentrales Abitur (seit 1952, davor gab es noch kein Baden-Württemberg), früher zählte auch nur diese Note und alle im Land sollten für die gleiche Leistung gleiche Noten erhalten, egal wo sie Abitur ablegten.
Und ja, an manchen Schulen benoten alle milder als an anderen. Ich sehe in diesem Jahr die Arbeiten von 4 Kursen, die Korrektur von mindestens 5 Kollegen, das eicht schon mein Benotungssystem und
bei einer Abiturarbeit unter 5 Punkten droht eine zusätzliche mündliche Prüfung und zusätzliche Arbeit für den Kollegen. Was meinst du, wie viele würden bei 3 oder 4 Punkten einfach aufrunden? Hier ist dies nicht möglich, Zweitkorrektor und Drittkorrektor haben keinen Vorteil und korrigieren "normal". Bei fehlerhafter Korrektur schreibt der Drittkorrektor einen Bericht an das RP, braucht niemand, zumal der Schüler die falsche bessere Note nicht erhält.
Die Formulare enthalten Punkte und Note, die verschiedenen Farben der Blätter weisen auf Absender und Adressat hin, alles seit über 70 Jahren eingespielt.