Der Korrekturaufwand zwischen Sprache/Gesellschaftswissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften ist definitiv nicht vergleichbar. Die entsprechenden Arbeitszeitstudien (PhV, etc.) kommen da auch zu vergleichbaren Schlüssen. Ich habe mit Mathematik jedes Jahr ca. einen Korrekturaufwand von 160 Stunden (10' pro Klausur/Klassenarbeit gerechnet, 2' pro Test). Welcher Kollege mit Sprachen schafft denn diese Zeiten? Ich hab letztes Jahr die Mathe LK Klausuren im Abitur in derselben Zeit korrigiert, in der ich Geschichte EF (9 Schreiber) geschafft habe.
Und wenn du Korrekturaufwand, wir in Baden-Württemberg schreiben auch in Chemie Klassenarbeiten und Klausuren plus Auf- und Abbau von Versuchen inkl. Gefährdungsbeurteilung schreiben für jeden rechnest?
Ich komme allein pro Woche auf über eine Stunde Spüldienst, das doppelte für Auf- und Abbau, bei GBUs bin ich inzwischen sehr schnell. Meine Kollegen benötigen teilweise auch eine halbe Stunde pro Versuch (bei mir durchschnittlich 10 Minuten).
Klassenarbeiten schreiben wir in allen Fächern in allen Stufen. Die Hauptfächer schreiben bei uns mindestens 4 im Jahr, die Nebenfächer höchstens 4. Meistens sind es genau 4 in Hauptfächern und 3 im Nebenfach, der Kollege mit Nebenfach hat aber doppelt so viele Klassen. Deshalb wird hier tatsächlich nie über Korrekturaufwand gesprochen, klar ist der Zeitaufwand in der Kursstufe höher, dafür die Anzahl der Elterngespräche niedriger.
Und in meiner NRW-Zeit war ich gut mit einem Kollegen mit Englisch und Sport befreundet. Er wollte möglichst viel Englisch und wenig Sport. Lärm und Risiko sind in Sport zu berücksichtigen, Englischarbeiten hat er zuhause am Schreibtisch mit einer Tasse Tee korrigiert.
Ich traf letzten Samstag zwei weitere Kollegen in Chemie. Wir 3 mussten Versuche aufbauen, hatten es vor den Ferien nicht mehr geschafft. Sprachkollegen bleiben zuhause an ihrem Schreibtisch sitzen.