Willst Du mich jetzt dazu animieren bei dem Verhalten „Hartz 4 und der Tag gehört dir!“ mitzumachen?
Für mich ist das Verhalten unseres Arbeitgebers halt einfach massiv übergriffig, ökonomisch und eben nicht sozial orientiert und mit jedem Bonus wird es schlimmer.
Beispiele:
- Unser Arbeitgeber zwingt uns monetär in die PKV. Aus sozialen Gesichtspunkten müßte er uns eher in die GKV zwingen, indem er den Arbeitgeberanteil in die GKV einzahlt während Beamte sich in der PKV zu 100% versichern müßten. Es ist aber aktuell genau umgekehrt und selbst das Hamburger Modell der pauschalen Beihilfe, um die GKV gegenüber der PKV konkurrenzfähig zu machen wird mit dem Verweis auf zu hohe Kosten abgelehnt.
- Den Familienzuschlag, über dessen exorbitante Höhe wir ja schon an anderer Stelle gestritten haben und der meiner Meinung nach nur aus monetären Gründen so gewählt wurde und mit einer leistungsorientierten Besoldung nichts mehr zutun hat, wird um eine Wohnortkomponente ergänzt, die einen Landesbeamten faktisch zwingt auch im Bundesland NRW zu wohnen. Es existieren jedenfalls weder Wohnorttabellen für die angrenzenden Bundesländer noch für die Niederlande, Belgien und Luxemburg als angrenzende Länder aus denen der Beamte durchaus morgens zur Arbeit pendeln könnte.
- Ein kostenloses „49€-Ticket“ spielt in der gleichen Liga. Wieder versucht das Land NRW monetär mein Leben zu bestimmen.
In das gleiche Horn bläst leider auch die Gewerkschaft GEW indem sie politische Forderungen stellt, die gegen die eigenen Mitglieder gerichtet sind, indem die Forderungen nur noch eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die eigenen Mitglieder darstellen. Ich sehe daher die GEW eher als eine arbeitgebernahe Organisation denn als eine Gewerkschaft, die wirklich für die Interessen ihrer Mitglieder eintritt.
Ja, ich bin für die Bürgerversicherung für alle (nicht Kopfpauschale, wird gerne verwechselt). Es zählen alle Einnahmen (auch Mieteinnahmen und Zinsen usw. nicht nur Einkommen). Dann kann der Prozentsatz für alle herunter).
Ja, ich bin für ein einheitliches System und nicht nur Familienzuschlag für Beamte.
Nein, Jobticket ist etwas anderes. Es gibt es nicht kostenlos dazu, zumindest in Baden-Württemberg wird es bei der Entfernungspauschale bei der Steuererklärung gegen gerechnet (in Baden-Württemberg gibt es bereits seit einigen Jahren bis 25 Euro Zuschuss) und es soll den privaten Autoverkehr verringern. Ich wohne in einem Kleinstadt an der Grenze (die Hälfte unserer Züge konnte ich im letzten Jahr nicht mit dem 9 Euro-Ticket fahren, weil sie keine deutschen Züge waren) und trotzdem bin ich die 3 Monate nur einmal 5 km mit meinem Auto gefahren (übrigens Anfang Juni zum Tanken), alles andere bewusst mit dem ÖPNV (ich wollte mal ausprobieren, ob dies geht, ja (und ich habe keine Horrorgeschichten erlebt)). Es wird also vermutlich kein Auto mehr gekauft (mein jetziges ist 15 Jahre alt).
Ich bin dafür, dass der Staat nicht für die Allgemeinheit Schädliches subventioniert. Warum gibt es keine Begrenzungen z. B. auch für die Absetzbarkeit von Dienstwagen (ja, ich weiß, Mercedes usw. sind dagegen, nur so können sie ihre teuren Fahrzeuge loswerden). Aber warum soll ich mit meinen Steuern Mercedes unterstützen und für die Förderung der Klimakatastrophe bezahlen? Ich wäre für klare Grenzen, es wird nur subventioniert, wenn weniger als x g Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird (und der Wert sinkt jährlich für Neufahrzeuge).
Ich las, es gibt über 150 Zuschussmöglichkeiten für Familien. Wer kennt alle? Warum gibt nicht nur eine "Zahlstelle" z. B. "Finanzamt" (es hat ja jeder eine Steuernummer), dort wird alles verrechnet und die Differenz ausbezahlt oder eingenommen? Aktuell hat jeder Sorge, einen möglichen Zuschuss zu "verpassen", hat Sorge, drauf zu zahlen und befürchtet, dass der Nachbar besser wegkommt.
Übrigens, wer dann wie du beschließt, lieber Hartz 4 zu bekommen, sollte es erst einmal nicht erhalten (und du bekämst es vermutlich lange Zeit nicht), erst einmal muss das Vermögen aufgebraucht werden und es keine zumutbare neue Arbeit geben (dazu gehört auch Regale auffüllen). Ich höre deinen ersten Satz immer wieder und denke mir meinen Teil. Hartz 4 ist für die, die nichts haben (oder gut verstecken), eine einheitliche Kasse würde da auch helfen.
(In Baden-Württemberg werden einige Lehrer nicht über die Sommerferien bezahlt. Ich kenne ein paar, angestellt von Mitte September bis Ende Juli, mehrere Jahre hintereinander, also kein Arbeitslosengeld, aber auch kein Hartz 4. Sie hatten immer zuviel "Vermögen.")